Einleitung
Die Sanierung und Erweiterung des Eisstadions in Straubing ist ein Projekt, das sowohl für die Stadt als auch für den regionalen Sport von großer Bedeutung ist. Das Stadion, das ursprünglich in den 1960er Jahren als Freiluftanlage errichtet wurde, hat sich über die Jahre zu einem zentralen Veranstaltungsort für Eishockey, Schulsport, Vereine und kulturelle Events entwickelt. Mit der Aufnahme der Straubing Tigers in die Deutsche Eishockey Liga (DEL) wurde das Stadion 2012 in ein geschlossenes Eisstadion umgebaut. Allerdings blieben die technischen Anlagen und die Eispiste von damals weitgehend unverändert, wodurch sich im Laufe der Zeit erhebliche Defizite in der Infrastruktur ergaben.
Die Sanierung, die in zwei Förderabschnitten durchgeführt wurde, zielt darauf ab, das Stadion nicht nur auf den aktuellen technischen Stand zu bringen, sondern auch die soziale und kulturelle Bedeutung des Stadions zu sichern. Ziel ist es, die Energieeffizienz zu steigern, die Sanitäranlagen zu modernisieren und zusätzliche Flächen für Umkleiden, Schulungsräume und Trainingsbereiche zu schaffen. Gleichzeitig entstand ein neuer Anbau mit einer sogenannten „begehbaren Plaza“, der die Begeisterung der Fans und die Infrastruktur für den Nachwuchs verbessern soll.
Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die Planung, die Durchführung, die Hürden und den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten am Eisstadion in Straubing, wobei ausschließlich auf die Daten aus den bereitgestellten Quellen zurückgegriffen wird.
Das Stadion und seine Geschichte
Das Straubinger Eisstadion wurde Mitte der 1960er Jahre als Freiluftanlage errichtet und ist seitdem mehrfach erweitert und umgebaut worden. Es dient nicht nur als Austragungsort für professionellen Eishockey, sondern auch für Schulsport, Vereine, öffentliches Eislaufen sowie Sonderveranstaltungen. Soziale und karitative Einrichtungen nutzen die Eispiste regelmäßig, was die soziale Bedeutung des Stadions unterstreicht.
Mit dem Aufstieg der Straubing Tigers in die DEL wurde das Stadion 2012 in ein geschlossenes Gebäude umgebaut. Allerdings wurden damals keine umfassenden Modernisierungsmaßnahmen an der Technik oder an der Eispiste durchgeführt. Die unebene Eisfläche, die in die Jahre gekommene Technik und die hohen Energieverluste machten eine umfassende Sanierung notwendig. Zudem fehlten ausreichend Umkleideräume, was weitere Probleme verursachte.
Die Sanierung, die in zwei Förderabschnitten durchgeführt wurde, war daher mehr als nur eine Routinemaßnahme – sie war eine notwendige Investition in die Zukunft des Stadions und seiner Nutzer.
Zielsetzung der Sanierung
Die Sanierung des Eisstadions in Straubing war von mehreren zentralen Zielsetzungen getragen:
Energieeffizienz steigern: Durch die Sanierung der Eispiste wurde der Energieverbrauch deutlich reduziert. Statt wie früher mit einer Eishöhe von 15 cm wird nun mit nur 4 cm Eischicht gearbeitet. Dies ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch vorteilhaft, da die Energiekosten gesenkt werden können.
Technik modernisieren: Die in die Jahre gekommene Technik wurde durch neue Anlagen ersetzt, um die Energieverluste zu reduzieren und die Funktionstüchtigkeit des Stadions langfristig zu sichern.
Infrastruktur verbessern: Die Sanitäranlagen wurden auf den aktuellen Hygienestandard gebracht. Zudem entstanden neue Umkleideräume, die bis dato in beengten Container-Lösungen untergebracht waren.
Zukunftsfähigkeit sichern: Mit der Errichtung eines zweigeschossigen Anbaus entstanden zusätzliche Räume für Athletiktraining, Schulungen und Trainingsbereiche. Der Anbau beinhaltet auch eine sogenannte „begehbare Plaza“, die als Treffpunkt für Fans und Nutzer dienen soll.
Soziale und kulturelle Bedeutung sichern: Das Stadion ist ein zentraler Ort für soziale Integration und kulturelle Veranstaltungen. Die Sanierung trägt dazu bei, diese Funktionen langfristig zu bewahren und auszubauen.
Die Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf rund 12,9 Millionen Euro, wovon 4,68 Millionen Euro durch Bundesförderung finanziert wurden. Die restlichen Mittel stammen aus den eigenen Haushalten der Stadt Straubing.
Der Anbau und die neue Plaza
Ein zentraler Bestandteil der Sanierungsmaßnahmen ist der zweigeschossige Anbau am Eisstadion, der im Juli 2022 mit dem Abbruch des Erdwalls begann. Der Anbau wurde in enger Zusammenarbeit mit den Bedürfnissen der Stadt und der Nutzer geplant und soll das Stadion deutlich aufwerten. Architekt Claas Schulitz betonte, dass der Anbau nicht nur funktionale Räume schafft, sondern auch einen ästhetischen und sozialen Mehrwert bietet.
Funktionale Aspekte des Anbaus
Der Anbau beinhaltet mehrere zentrale Verbesserungen:
Neue Umkleideräume: Bisher waren die Umkleideräume in beengten Container-Lösungen untergebracht. Mit dem Anbau entstanden neue, bequemere Räume, die den Anforderungen der Nutzer gerecht werden.
Zusätzliche Trainingsbereiche: Athletikräume und Schulungsräume sind Teil des Anbaus und sollen insbesondere den Nachwuchs unterstützen.
Fangastro und Fanplaza: Im Erdgeschoss entstand eine neue Fangaststätte, die von den Straubing Tigers selbst finanziert wurde. Dazu kommt die sogenannte „begehbare Plaza“, die als Treffpunkt für Fans dienen soll. Die Plaza ist einzigartig in ihrer Konzeption und soll den Zuschauern eine bessere Aufenthaltsqualität bieten.
Erweiterte Sanitäranlagen: Mit dem Anbau entstanden zusätzliche Toiletten und Kioske, um die Infrastruktur für die Zuschauer deutlich zu verbessern.
Bauplanung und -durchführung
Die Planung des Anbaus begann nach einer intensiven Phase der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Planern. Die Bauarbeiten selbst begannen im Juli 2022 mit dem Abbruch des Erdwalls. Der Rohbau der Bodenplatte begann im Januar 2023. Auf der Baustelle war der Anbau bereits in vollem Umfang zu erkennen, wobei der Rohbau fortgeschritten war und weitere Gewerke in Kürze vergeben werden sollten.
Die Fassade des Anbaus war noch in tristen Grautönen gehalten, sodass sich die endgültige Optik erst in späteren Phasen zeigen würde. Die Treppen von der Plaza hinaus auf die Außenfläche fehlten noch, genauso wie die endgültige Gestaltung der Fassade. Dennoch war bereits erkennbar, dass das Projekt in Richtung Fertigstellung voranschreitet.
Herausforderungen und Verzögerungen
Trotz des klaren Plans und der Investitionen gab es in der Durchführung der Sanierungsarbeiten mehrere Herausforderungen und Verzögerungen. Die Bauarbeiten fanden über einen Zeitraum von mehreren Jahren statt und beeinflussten den Spielbetrieb der Straubing Tigers sowie das Publikum.
Verzögerungen im Bauablauf
Im Zuge der Pressemitteilung der Straubing Tigers wurde deutlich, dass die Sanierungsarbeiten nicht pünktlich abgeschlossen werden konnten. Laut der Vereinbarung mit der Stadt sollte der Anbau bis Anfang September 2024 fertiggestellt sein. Tatsächlich blieben mehrere Räume, wie zwei Kabinen für Gastmannschaften, einige Toiletten und Kioske, zum Saisonstart nicht nutzbar. Zudem wurde die geplante Montage eines Plazadachs erst im Frühjahr 2025 durchgeführt.
Die Gründe für die Verzögerungen wurden in beiden Seiten unterschiedlich gesehen. Die Straubing Tigers sprachen von „blamablen Situationen“ und „Versäumnissen“ seitens der Stadt, während das Hochbauamt und Projektleiter Florian Speigl auf Verzögerungen durch die Tigers selbst verwiesen. Insbesondere die Bestellung von Fensterelementen durch die Stadt wurde als zeitkritisch angesehen, was den Ausbau der neuen Kioske verzögerte.
Auswirkungen auf die Fans
Die größten Verlierer der Verzögerungen waren die Fans der Straubing Tigers. Laut der Pressemitteilung des Vereins mussten sie „sprichwörtlich im Regen stehen gelassen“ werden. Es gab erhebliche Einschränkungen im gastronomischen Bereich, da einige Kioske aufgrund von Lüftungsanlagen nicht genutzt werden konnten. Längere Wartezeiten bei Toilettengängen und Kioskbesuchen waren die Folge. Diese Situation könnte sich negativ auf die Zuschauerzahlen auswirken.
Die Straubing Tigers entschuldigten sich öffentlich für die Unannehmlichkeiten und dankten ihren Fans für das Verständnis. Allerdings blieb die Enttäuschung auf Seiten des Vereins spürbar. Geschäftsführerin Gaby Sennebogen betonte, dass man sich und seinen Fans einen Saisonstart mit verbesserter Infrastruktur gewünscht habe, was nicht möglich sei.
Politische und gesellschaftliche Reaktionen
Die Sanierungsarbeiten und die damit einhergehenden Verzögerungen fanden auch in der politischen Arena Aufmerksamkeit. Im Stadtrat war der geplante Anbau des Kabinentrakts ein Thema, das kontrovers diskutiert wurde. Die SPD-Fraktion brachte zusätzlichen Informationsbedarf ein und lud den Rathausjuristen Alois Lermer zu einem Gespräch ein, um den Stand der Arbeiten zu klären.
Die CSU besichtigte ebenfalls die Baustelle und stellte fest, dass das Projekt den aktuellen Technikstand sichere. Projektleiter Florian Speigl erklärte, dass der Spielbetrieb nicht eingeschränkt sei und alles wie gewohnt ablaufe. Dennoch blieb das Thema der Verzögerungen und der dadurch entstandenen Probleme für die Fans ein zentraler Punkt der Diskussion.
Fazit
Die Sanierung und der Anbau am Eisstadion in Straubing waren ein notwendiges Projekt, um die Infrastruktur des Stadions langfristig zu sichern und zu verbessern. Mit der Reduzierung der Eischicht auf 4 cm wurde ein großer Schritt in Richtung Energieeffizienz und Klimaschutz getan. Zudem entstanden neue Räume für Umkleiden, Trainingsbereiche und eine begehbare Plaza, die als zentraler Treffpunkt für Fans dienen sollen.
Die Bauarbeiten fanden in mehreren Phasen statt und beeinflussten den Spielbetrieb der Straubing Tigers. Zwar war der Anbau bis Anfang September 2024 geplant, doch verschiedene Verzögerungen führten dazu, dass einige Räume und Anlagen nicht zum Saisonstart nutzbar waren. Diese Verzögerungen führten zu Enttäuschungen auf Seiten des Vereins und der Fans, was in öffentlichen Kommunikationen deutlich gemacht wurde.
Trotz der Herausforderungen bleibt das Projekt ein Meilenstein für die Zukunft des Eisstadions in Straubing. Die Kombination aus moderner Technik, verbesserter Infrastruktur und sozialer Funktion ist ein Schritt in die richtige Richtung. Mit der Fertigstellung des Anbaus und der Plaza wird das Stadion nicht nur für den Profisport, sondern auch für den Breitensport und die lokale Gemeinschaft wertvoller.
Quellen
- Sportjugendkultur - Steckbrief Kunsteisstadion
- SPD Straubing - 23 Millionen Aufwand für die Stadt
- Stadionwelt - Neue begehbare Plaza ist einzigartig
- PNP - Neues Zuhause für die Fans der Straubing Tigers
- PNP - Stadionumbau nicht abgeschlossen
- CSU-Fraktion Straubing - CSU besichtigt Baustelle am Eisstadion