Sanierung der Weststraße in Elsterwerda: Verkehrs- und Städtebaulicher Umbau mit Förderschwerpunkt

Einleitung

Die Sanierung der Weststraße in Elsterwerda zählt zu den umfangreichsten und strukturell bedeutenden Baumaßnahmen in der Stadt. Mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Millionen Euro wurde die Straße, die zur Bundesstraße 101/169 gehört, grundhaft erneuert. Die Baumaßnahme, die als Gemeinschaftsvorhaben von Stadt Elsterwerda, Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda (WAV) und dem Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg durchgeführt wurde, umfasste nicht nur die Sanierung der Fahrbahn, sondern auch die Erneuerung von Trinkwasserleitungen, Geh- und Radwegen sowie der Beleuchtung.

Zur Finanzierung konnten Fördermittel aus dem städtischen Entwicklungsprogramm genutzt werden, was die Kosten für die Stadt deutlich senkte. Die Arbeiten fanden unter mehreren Phasen statt, wobei der Durchgangsverkehr in der Regel gewährleistet blieb. Dieser Artikel blickt detailliert auf die Planung, Durchführung und die wichtigsten Ergebnisse der Sanierungsmaßnahme. Dabei werden technische Aspekte, die Organisation des Verkehrs, die städtebauliche Entwicklung sowie die Bedeutung der Fördermittel im Fokus stehen.

Planung und Ziele der Sanierung

Gemeinschaftsvorhaben mit mehreren Parteien

Die Sanierung der Weststraße in Elsterwerda war ein Gemeinschaftsvorhaben zwischen der Stadt Elsterwerda, dem Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda und dem Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg. Diese Zusammenarbeit ermöglichte die Kombination von Straßenbauarbeiten mit Maßnahmen zur Erneuerung der Trinkwasserleitungen, was die Gesamtkosten senkte und die Bauzeit optimierte.

Die Stadt Elsterwerda hatte dabei insbesondere die Verantwortung für die Sanierung des östlichen Geh- und Radwegs sowie der Beleuchtung. Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg übernahm die Sanierung der Fahrbahn und der Straßenentwässerung. Die Kombination der Maßnahmen in einem Projekt zeigte sich als effizienter und nachhaltiger als separate Arbeiten.

Ausgangssituation und Sanierungsbedarf

Die Weststraße war in einem Zustand, der eine grundhafte Sanierung erforderlich machte. Die Asphaltdeckschicht war stark verschlissen, die Entwässerung unzureichend, und die Beleuchtung sowie der Geh- und Radweg veraltete. Insbesondere die Entwässerung wurde durch einen neuen Regenwasserkanal ersetzt, der in den vorhandenen Thaugraben eingebunden wurde. Zudem wurden die Bordabsenkungen erneuert, um den barrierefreien Zugang für Geh- und Sehbehinderte zu gewährleisten.

Ein weiteres Ziel war die Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere für Radfahrer, die nunmehr in beiden Fahrtrichtungen außerhalb der Fahrbahn fahren konnten. Die Erneuerung der Beleuchtung mit LED-Technik sorgte zudem für bessere Sichtverhältnisse und Energieeffizienz.

Bauphase und Organisation

Zeitliche Planung und Durchführung

Die Baumaßnahme begann am 11. Juni 2019 und endete laut Planung Ende 2019. Tatsächlich fand die letzte technische Bauabnahme am 04. Juni 2020 statt, was auf eine Verzögerung hindeutet. Dennoch blieb der Durchgangsverkehr für den allgemeinen Verkehr weitgehend gewährleistet, wobei Schwerlastverkehr nur an wenigen Tagen komplett gesperrt war.

Die Stadt Elsterwerda betonte in einer Erklärung, dass sie sich für die Einschränkungen und Erschwernisse entschuldigte und um das Verständnis der Anwohner, Gewerbetreibenden und Verkehrsteilnehmer bat. Insbesondere die Umleitung des Schwerlastverkehrs führte in manchen Fällen zu längeren Wegen, was als Herausforderung für die Betroffenen angesehen wurde.

Aufteilung in mehrere Bauphasen

Die Sanierung erfolgte in mehreren Phasen, wobei in der ersten Phase eine Behelfsstraße aufgebaut wurde. Diese asphaltierte Behelfsstraße lag auf der Westseite der bestehenden Weststraße und ermöglichte den Verkehr von Nord nach Süd. Die Behelfsstraße wurde später wieder zurückgebaut, um Platz für die endgültige Asphaltdecke zu schaffen.

Die Organisation dieser Bauphasen war von großer Bedeutung, um den Verkehr so weit wie möglich zu entlasten. Bei der Herstellung und dem Rückbau der Behelfsstraße gab es jeweils kurzfristige Vollsperrungen, die aber über mehrere Tage durchgeführt wurden. Der Schwerlastverkehr musste in diesen Zeiten auf die Elsterstraße ausweichen, wobei die Hauptstraße selbst nicht betroffen war.

Sanierungsarbeiten an der Fahrbahn

Die Sanierung der Weststraße erfolgte in dreischichtiger Asphaltbauweise, was für eine langlebige und widerstandsfähige Fahrbahn sorgte. Die Borde auf der östlichen Fahrbahnseite wurden neu angeordnet, und die Rinnen beidseitig wurden erneuert. Die gesamte Ausbaulänge betrug 620 Meter.

Die neue Asphaltdeckschicht wurde nach dem Rückbau der Behelfsstraße verlegt. Zudem wurde die Promenade zwischen Weststraße und Elsterbrücke einer weiteren Asphalt-Deckenerneuerung unterzogen, wobei auch hier eine Vollsperrung für den Schwerlastverkehr erforderlich war.

Verkehrliche und städtebauliche Auswirkungen

Verkehrliche Anpassungen

Die Sanierung der Weststraße hatte auch verkehrliche Auswirkungen. Die Erneuerung des Geh- und Radwegs sowie der Beleuchtung verbesserte die Situation für Radfahrer und Fußgänger. Der westliche Geh- und Radweg blieb bestehen, während der östliche neu gestaltet wurde. Die neue Beleuchtung mit 11 technischen LED-Leuchten ermöglichte eine bessere Sichtbarkeit der Straße und trug zur Sicherheit bei.

Außerdem wurden mehrfach beidseitig der Fahrbahn Bordabsenkungen mit Taststreifen eingerichtet, die den barrierefreien Zugang für Geh- und Sehbehinderte ermöglichen. Diese Maßnahmen entsprechen den aktuellen städtebaulichen Standards und tragen zur Inklusivität im Verkehr beigetragen.

Städtebauliche Entwicklung

Die Sanierung der Weststraße erfolgte nicht isoliert, sondern stand in einem städtebaulichen Kontext. Die Straße liegt teilweise im Sanierungsgebiet Altstadt und im Gebiet „Aktives Stadtzentrum Elsterwerda“, was die Nutzung von Fördermitteln aus der Städtebauförderung des Landes Brandenburg ermöglichte. Diese Förderung reduzierte den Eigenanteil der Stadt um etwa 60 %, was die Finanzierung der Maßnahme entscheidend erleichterte.

Zudem ist die Weststraße ein Teil der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 101/169, weshalb die Sanierung auch auf kommunaler Ebene eine hohe Priorität hatte. Die Verbesserungen der Infrastruktur trugen zur Attraktivität der Stadt und zum Wirtschaftsstandort Elsterwerda bei.

Finanzierung und Fördermittel

Kostenaufwand und Finanzierungsmodelle

Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme betrugen rund 1,5 Millionen Euro. Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg übernahm die Sanierung der Fahrbahn und der Entwässerung, während die Stadt Elsterwerda für den östlichen Geh- und Radweg sowie die Beleuchtung verantwortlich war. Die Stadt investierte etwa 250.000 Euro in die Maßnahme, was einen Anteil von ca. 17 % ausmachte.

Die Finanzierung wurde durch die Nutzung von Fördermitteln aus der Städtebauförderung des Landes Brandenburg unterstützt. Diese Mittel konnten genutzt werden, da die Weststraße in einem Sanierungsgebiet liegt. Die Nutzung der Fördermittel ermöglichte es, den Eigenanteil der Stadt um 60 % zu reduzieren, was die Finanzplanung erheblich entlastete.

Weitere Fördermaßnahmen in Elsterwerda

Neben der Sanierung der Weststraße hat Elsterwerda auch weitere Förderprojekte. So überreichte Baustaatssekretär Rainer Genilke 2023 Fördermittel in Höhe von rund 500.000 Euro für die Sanierung des Rathauses und weiterer Straßen. Diese Mittel stammen aus dem Programm „Lebendige Zentren“, das auf die Entwicklung lebendiger Stadtkerne abzielt.

Die Stadt Elsterwerda hat sich in den letzten Jahren durch die Nutzung städtischer und staatlicher Fördermittel deutlich weiterentwickelt. So konnten beispielsweise die Stadtkirche St. Katharina, stadtbildprägende Gebäude, der Marktplatz und weitere Straßen saniert werden. Diese Investitionen tragen zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Wirtschaftlichkeit der Stadt bei.

Verkehrsbeeinträchtigungen und Umleitungen

Umgang mit Sperrungen und Verkehrseinschränkungen

Trotz der sorgfältigen Planung führten die Bauarbeiten zu Verkehrseinschränkungen. Es gab mehrere Phasen, in denen die Weststraße nur eingeschränkt oder vollständig gesperrt war. Die Schwerlastverkehrsperrungen führten dazu, dass eine Umleitung erforderlich war, wodurch sich die Wege für LKW-Besitzer verlängerten.

Die Stadt und die beteiligten Unternehmen kommunizierten die Umleitungen frühzeitig, um die Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer zu minimieren. Die Umleitungen mussten jedoch sorgfältig gesteuert werden, da es in Elsterwerda-West mehrere Sackgassen gab, die die Routeplanung erschwerten. Diese Situation machte es erforderlich, dass die Betroffenen ihre Routen noch genauer planen mussten.

Bewertung der Organisation

Trotz der Herausforderungen wurde die Sanierungsmaßnahme von den Beteiligten als gut organisiert bewertet. Der Durchgangsverkehr war bei laufendem Baubetrieb fast immer gewährleistet, was die Belastung für die Anwohner und Gewerbetreibenden reduzierte. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Parteien – Stadt, WAV und Landesbetrieb Straßenwesen – erwies sich als effektiv, was sich auch in der Qualität der Endresultate widerspiegelte.

Fazit

Die Sanierung der Weststraße in Elsterwerda war eine umfassende und gut geplante Baumaßnahme, die sowohl technische als auch städtebauliche Verbesserungen ermöglichte. Die Sanierung der Fahrbahn, die Erneuerung der Entwässerung, der Geh- und Radweg sowie der Beleuchtung trugen zur Sicherheit, Barrierefreiheit und Lebensqualität in der Stadt bei. Die Kombination der Maßnahmen in einem Projekt ermöglichte Kosteneinsparungen und eine optimierte Bauzeit.

Die Nutzung von Fördermitteln aus der Städtebauförderung des Landes Brandenburg war ein entscheidender Faktor, der die Finanzierung der Maßnahme erleichterte. Zudem stand die Sanierung im städtebaulichen Kontext, was die Attraktivität und den Wirtschaftsstandort Elsterwerda weiter stärkte.

Obwohl die Bauarbeiten zu Verkehrseinschränkungen führten, war die Organisation der Maßnahme als gelungen einzuschätzen. Die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Parteien sowie die Kommunikation mit den Betroffenen erwiesen sich als effektiv. Die Sanierung der Weststraße ist somit ein gutes Beispiel dafür, wie Kommunen, Verbände und Landesbehörden gemeinsam an der Entwicklung einer Stadt arbeiten können.

Quellen

  1. Information zum bevorstehenden Bauvorhaben B101/169 Elsterwerda, Weststraße
  2. Freie Fahrt in der Weststraße
  3. Bau in Elsterwerda: Warum ein Wasserturm gerettet wird und ein anderer fallen muss
  4. Sperrung in Elsterwerda: Neue Umleitung um Baustellen führt zu noch längeren Wegen
  5. Pressemitteilung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung Brandenburg

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