Energetische Sanierung 2020: Fenster als Schlüssel zur Energieeffizienz

Die energetische Sanierung von Gebäuden ist ein zentraler Bestandteil der Klimaschutzstrategie Deutschlands. Eines der bedeutendsten Sanierungsmaßnahmen ist der Austausch alter Fenster durch moderne, energieeffiziente Fenster. In diesem Artikel wird ein detaillierter Überblick über die Fördermöglichkeiten, technischen Anforderungen und steuerrechtlichen Aspekte gegeben, die bei einem Fenstertausch im Jahr 2020 berücksichtigt werden sollten.

Energetische Vorteile eines Fenstertauschs

Fenster bilden einen entscheidenden Teil der Gebäudehülle. Sie sind für den Wärmedurchgang, die Dämmung und die Luftdichtheit maßgeblich verantwortlich. Der Austausch alter Fenster gegen moderne Fenster mit Wärmeschutzverglasung kann den Wärmeverlust erheblich reduzieren und so bis zu 20 Prozent der Heizkosten einsparen.

Ein entscheidender Faktor ist der U-Wert, ein Maß für die Wärmedurchlässigkeit. Für die staatliche Förderung ist ein U-Wert von maximal 0,95 W/(m²K) erforderlich. Je niedriger dieser Wert, desto besser ist die Dämmung. Moderne Fenster mit Triple-Verglasung und Wärmedämmrahmen tragen erheblich zur Energieeffizienz bei.

Zusätzlich zu den energetischen Vorteilen bietet ein Fenstertausch auch Sicherheitsvorteile, wie besseren Einbruchschutz und Lärmschutz. Das ist insbesondere in städtischen Gebieten oder in lauten Wohngegenden von Vorteil.

Förderung durch BAFA und KfW

BAFA-Förderung

Die Bundesagentur für Arbeit (BAFA) fördert energetische Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden. Der Fenstertausch ist hierbei ein förderfähiges Projekt, sofern bestimmte Kriterien erfüllt werden:

  • Technische Anforderungen: Die Fenster müssen einen U-Wert von unter 0,95 W/(m²K) haben. Sie müssen fachgerecht installiert werden.
  • Fachgerechte Installation: Die Fenster müssen von einem zertifizierten Fachunternehmen montiert werden. Eigenleistung wird nicht gefördert.
  • Zusammenarbeit mit Energieberater: Ein Energieeffizienz-Experte (EEE) muss an der Projektplanung beteiligt sein. Der EEE erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) und begleitet die Maßnahme. Die Kosten für den Energieberater sind förderfähig.
  • Förderhöhe: Für Einzelmaßnahmen wie den Fenstertausch sind bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit förderfähig. Bei Integration in einen iSFP kann der förderfähige Betrag sogar auf 60.000 Euro steigen. Der Zuschuss liegt bei 15 % oder 20 %, was bis zu 12.000 Euro entspricht.

KfW-Förderung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für energetische Sanierungen an. Im Zusammenhang mit einem Fenstertausch kann ein Kredit mit bis zu 150.000 Euro und einem Tilgungszuschuss von bis zu 25 % beantragt werden. Besonders vorteilhaft ist die Kombination von BAFA-Zuschüssen mit KfW-Krediten, da dadurch die finanzielle Belastung erheblich reduziert wird.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass BAFA-Zuschuss und KfW-Kredit nicht direkt für dieselbe Maßnahme kombinierbar sind. Sie müssen getrennt für verschiedene Projekte genutzt werden.

Steuerliche Absetzung von Sanierungskosten

Neben den staatlichen Förderungen ist die steuerliche Absetzung ein weiteres Instrument, um die Kosten einer energetischen Sanierung zu reduzieren. Die Absetzung erfolgt über die Anlage Energetische Maßnahmen in der Steuererklärung.

Abzug von Sanierungskosten

Im Jahr 2020 konnten bis zu 20 % der anrechenbaren Kosten über drei Jahre verteilt steuerlich abgezogen werden. Der maximale Abzug lag bei 40.000 Euro pro Objekt. Ein Beispiel:

  • Gesamtkosten: 73.000 Euro
  • Nicht förderfähige Maßnahmen: 12.000 Euro
  • Anrechenbare Kosten: 61.000 Euro
  • Steuerermäßigung 20 %: 12.200 Euro

Diese Ermäßigung wird über drei Jahre verteilt:

  • 1. Jahr: 7 % + 1.000 Euro (für Energieberater) → 5.270 Euro
  • 2. Jahr: 7 % → 4.270 Euro
  • 3. Jahr: 6 % → 3.660 Euro

Nach dem dritten Jahr bleibt ein verbleibender Steuerermäßigungsbetrag von 26.800 Euro, der für spätere Sanierungen bis Ende 2029 genutzt werden kann.

Voraussetzungen für die steuerliche Absetzung

Um von der steuerlichen Absetzung zu profitieren, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Gebäude muss mindestens zehn Jahre alt sein.
  • Der Eigentümer muss das Gebäude selbst bewohnen oder mindestens einen Teil davon.
  • Die Maßnahme muss von einem Fachunternehmen durchgeführt worden sein, das in den Bereichen Mauer- und Betonbauarbeiten, Stukkateurarbeiten, Maler- und Lackierungsarbeiten usw. tätig ist.
  • Eine Bescheinigung des Fachunternehmens muss beim Finanzamt vorgelegt werden, um zu bestätigen, dass die Maßnahmen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Vorteile der Steuerermäßigung

Die steuerliche Absetzung hat einige Vorteile gegenüber der KfW-Förderung:

  • Die Absetzung erfolgt nach der Sanierung, was den Prozess etwas flexibler gestaltet.
  • Es ist nicht zwingend notwendig, dass ein Energieberater die Maßnahme begleitet.
  • Dennoch kann 50 % der Kosten für den Energieberater steuerlich abgesetzt werden, sofern dieser beauftragt wurde.
  • Der maximale Abzug liegt bei 40.000 Euro, was höher ist als der maximale BAFA-Zuschuss für Einzelmaßnahmen.

Planung und Durchführung eines Fenstertauschs

Ein Fenstertausch ist eine komplexe Maßnahme, die sorgfältig geplant und fachgerecht umgesetzt werden muss, um das volle Energieeinsparpotenzial zu nutzen.

Vorbereitung

Vor Beginn der Arbeiten ist es sinnvoll, einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) zu erstellen. Dieser Fahrplan wird von einem Energieberater erstellt und enthält Empfehlungen zur Optimierung der Energieeffizienz. Der iSFP kann als Grundlage für BAFA- und KfW-Förderungen dienen.

Auswahl der Fenster

Bei der Auswahl der Fenster ist auf folgende Faktoren zu achten:

  • U-Wert: Wie bereits erwähnt, sollte der U-Wert unter 0,95 W/(m²K) liegen.
  • Luftdichtheit: Die Fenster müssen luftdicht sein, um Wärmeverluste durch Lüftung und undichte Stellen zu vermeiden.
  • Schlagregendichtheit: Moderne Fenster müssen auch in Bezug auf Schlagregen hohe Standards erfüllen.
  • Wärmebrücken: Wärmebrücken müssen sorgfältig vermeidet werden, um Energieverluste zu minimieren.

Installation

Die Installation der Fenster ist mindestens so wichtig wie die Wahl der Fenster selbst. Die Fenster müssen fachgerecht eingebaut werden, um die volle Energieeffizienz zu erzielen. Dabei sind folgende Punkte besonders relevant:

  • Fachbetrieb: Die Fenster müssen von einem zertifizierten Fachbetrieb montiert werden. Die Eigenleistung wird nicht gefördert.
  • Einbau ohne Wärmebrücken: Der Einbau muss so erfolgen, dass keine Wärmebrücken entstehen.
  • Dämmung der Rollladenkästen: Die Rollladenkästen müssen ausreichend gedämmt sein, um Wärmeverluste zu vermeiden.
  • Schutzmaßnahmen: Es müssen Schutzmaßnahmen für die Baustelle und die Umgebung getroffen werden, um Schäden zu vermeiden.

Nach der Sanierung

Nach Abschluss des Fenstertauschs ist eine Bescheinigung durch das Fachunternehmen erforderlich, um die Maßnahmen für Förderungen oder steuerliche Abzüge nachzuweisen. Diese Bescheinigung muss beim Finanzamt oder bei der BAFA vorgelegt werden.

Kombination mit anderen Sanierungsmaßnahmen

Ein Fenstertausch ist oft Teil einer umfassenden energetischen Sanierung. Andere Maßnahmen, wie die Dämmung von Wänden oder Dächer, der Austausch der Heizung oder die Installation einer Lüftungsanlage, können ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Diese Maßnahmen können oft in Kombination mit dem Fenstertausch gefördert werden. Ein Vorteil ist, dass mehrere Maßnahmen zusammen eine höhere Energieeinsparung erzielen können, was die Förderung attraktiver macht.

Beispiel: Kombination mit Dämmung

Wenn ein Fenstertausch mit einer Dämmung der Außenwände kombiniert wird, kann eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz erzielt werden. In solchen Fällen kann ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt werden, der alle Maßnahmen umfasst. Dies kann zu einem höheren Förderbetrag führen.

Saisonale Planung

Die Planung und Durchführung eines Fenstertauschs ist von der Saison abhängig. Es ist ratsam, den Fenstertausch im Frühjahr zu planen, um die energetische Sanierung effizient umzusetzen. In der kalten Jahreszeit kann es schwieriger sein, die Arbeiten durchzuführen, da die Fenster in der Regel nicht vor Ort gelüftet werden können.

Quellen

  1. Finanztip – Sanierungskosten steuerlich absetzen
  2. Bauen und Heimwerken – Fenster von der BAFA fördern lassen
  3. Verbraucherzentrale Energieberatung – Fenstertausch
  4. Bundesfinanzministerium – Steuerliche Förderung energetischer Gebäude-sanierungen

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