Energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung in Nordstemmen – Chancen, Förderungen und Umsetzung

Einführung

Die energetische Sanierung ist ein entscheidender Schritt im Klimaschutz, der sich nicht nur auf Gebäudebeispiele beschränkt. In Nordstemmen, einer Gemeinde im Landkreis Hildesheim, gewinnt die Sanierung der Straßenbeleuchtung zunehmend an Relevanz. Der kommunale Gebäudebestand ist heterogen und oft veraltet, wodurch sich erhebliche Einsparpotenziale in Bezug auf Energieverbrauch und CO₂-Emissionen ergeben. Zudem sind die Energiekosten für Beleuchtung in vielen Kommunen ein erheblicher Posten, der durch moderne, energieeffiziente Technologien deutlich reduziert werden kann.

In Nordstemmen sind viele Bestandsgebäude in der Region mit ungedämmten Fassaden, veralteten Heizsystemen und mangelhaften Fensterverglasungen ausgestattet, was zu einem hohen Energieverbrauch führt. Auch die Straßenbeleuchtung weist in vielen Fällen noch Quecksilberdampf-Hochdrucklampen auf, obwohl diese seit 2015 nicht mehr auf dem europäischen Markt verkauft werden dürfen. Ein Wechsel auf moderne LED-Technologie ist nicht nur sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der energetischen Sanierung der Straßenbeleuchtung in Nordstemmen. Dabei werden die Vorteile einer Modernisierung, die technischen Möglichkeiten, sowie die finanziellen und fördertechnischen Rahmenbedingungen im Detail dargestellt. Zudem werden praktische Beispiele und konkrete Vorgehensweisen bei der Planung, Durchführung und Finanzierung einer Sanierung erläutert.

Energieeffiziente Sanierung – Warum lohnt sich das?

Die Sanierung der Straßenbeleuchtung ist ein zentrales Element der Energieeffizienzsteigerung und Klimaschutzstrategie. In Nordstemmen, wie in vielen anderen Städten und Gemeinden in Deutschland, ist der Gebäude- und Infrastrukturbestand oft noch mit veralteten Technologien ausgestattet. Eine Umrüstung auf energieeffiziente Systeme, insbesondere LED-Beleuchtung, bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch finanzielle Einsparungen.

Energiekosten senken

Ein entscheidender Vorteil der Sanierung ist die deutliche Reduktion der Energiekosten. In einem Praxisbeispiel, das 2017 in einer Kleinstadt durchgeführt wurde, konnten durch die Umrüstung auf LED-Leuchten bis zu 76,5 % Energie eingespart werden. Das entspricht einer Kosteneinsparung von 10.800 Euro pro Jahr. In anderen Fällen, wie in Bad Salzuflen oder den hessischen Landkreisen, wurden sogar bis zu 80 % der Stromkosten gesenkt.

Diese Einsparungen ergeben sich aus der Kombination aus hocheffizienter Beleuchtungstechnik und der Anwendung moderner Regelungssysteme. So können z. B. die Lichtintensität in den Nachtstunden reduziert oder Beleuchtung nur in besetzten Zonen aktiviert werden. Damit entfallen unnötige Energieverbräuche, die sich über Jahre aufsummieren.

Klimaschutzziele unterstützen

Die Sanierung der Straßenbeleuchtung trägt zudem direkt zu den kommunalen Klimaschutzzielen bei. Nordstemmen hat sich verpflichtet, bis 2030 den durchschnittlichen Primärenergiebedarf in sanierten Gebäuden um mindestens 30 % zu senken. Durch die Modernisierung der Beleuchtung können CO₂-Emissionen reduziert werden, was die Klimaneutralität bis 2045 im Gebäude- und Infrastruktursektor unterstützt.

Sicherheit und Lichtqualität verbessern

Moderne LED-Beleuchtung bietet nicht nur Energievorteile, sondern auch eine bessere Lichtqualität. Dies verbessert nicht nur die Sichtbarkeit für Verkehrsteilnehmer, sondern auch die subjektive Sicherheit im urbanen Raum. Zudem ist der Wartungsaufwand deutlich geringer, da LED-Leuchten länger halten und weniger defekt sind als herkömmliche Lampen.

Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit

Die Sanierung rechnet sich langfristig. Eine detaillierte Betrachtung der Lebenszykluskosten zeigt, dass sich Investitionen in energieeffiziente Lichttechnik oft innerhalb weniger Jahre amortisieren. In Nordstemmen, wo die Lebensdauer der Beleuchtungsanlagen bis zu 25 Jahre beträgt, ist die Sanierung eine langfristige Investition mit nachhaltigen Vorteilen.

Technische Möglichkeiten der Sanierung

Die Sanierung der Straßenbeleuchtung umfasst mehr als nur den Wechsel der Lampen. Sie beinhaltet die Anpassung der gesamten Anlage an moderne Energieeffizienzstandards. Hierbei stehen verschiedene technische Möglichkeiten zur Verfügung, die je nach Projekt individuell kombiniert werden können.

LED-Leuchten – Der Grundstein der Sanierung

Die Umrüstung auf LED-Leuchten ist der zentrale Schritt jeder energetischen Sanierung. LED-Technologie hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und bietet heute eine Kombination aus hohem Wirkungsgrad, langer Lebensdauer und geringem Wartungsaufwand.

Im Vergleich zu Quecksilberdampf-Hochdrucklampen oder anderen herkömmlichen Leuchtmitteln verbrauchen LED-Leuchten bis zu 80 % weniger Strom. Zudem sind sie in der Lage, ein homogenes und blendfreies Licht zu erzeugen, was die subjektive Sicherheit im öffentlichen Raum erhöht.

Intelligente Lichtmanagementsysteme

Eine weitere Möglichkeit zur Steigerung der Energieeffizienz ist die Einrichtung von intelligenten Lichtmanagementsystemen. Diese ermöglichen eine präzise Steuerung der Beleuchtung anhand von Sensoren, Zeit- oder Präsenzsteuerung.

Beispiele hierfür sind:

  • Zonensteuerung: Nur in besetzten Bereichen oder bei Bedarf wird Beleuchtung aktiviert.
  • Dimmung: Die Lichtintensität kann in den Nachtstunden reduziert werden.
  • Nutzungsgerechte Regelung: An Plätzen oder Sportstätten können zwei Beleuchtungsstufen (z. B. für Training und Wettkampf) genutzt werden.

Diese Systeme ermöglichen eine präzise Anpassung an den tatsächlichen Bedarf und sorgen so für eine optimale Energieausnutzung.

Photometrische Messung und Lichtplanung

Eine sinnvolle Sanierung erfordert eine genaue Planung. Hierbei ist eine photometrische Messung unerlässlich, um die bestehende Lichtsituation zu analysieren und die notwendigen Maßnahmen zu identifizieren. Zudem ist es wichtig, ein Leistungsverzeichnis zu erstellen, das lichttechnische Anforderungen an die Produkte definiert.

Ein Beispiel hierfür ist ein Projekt, bei dem 2017 in einer Kleinstadt die Beleuchtung an historischen Wandauslegern durch maßgeschneiderte Adapter und Montage ersetzt wurde. Die Lichtplanung wurde nach DIN EN 13201 erstellt, was eine optimale Ausleuchtung und Sicherheit gewährleistete.

Förderungen und Finanzierungsmodelle

Eine der größten Hürden bei der Sanierung der Straßenbeleuchtung ist oft der Finanzierungsaufwand. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Förderprogramme, die Kommunen und Projektträger bei der Modernisierung unterstützen können.

Kommunale Förderprogramme

Nordstemmen selbst fördert die energetische Sanierung mit Zuschüssen von bis zu 20 % der förderfähigen Kosten. Zudem hat die Gemeinde eine Solarpflicht für neue Wohn- und Gewerbebauten festgelegt, und öffentliche Bauvorhaben müssen den Standard Effizienzhaus 55 erreichen.

Für die Sanierung der Straßenbeleuchtung können zudem folgende kommunale Förderungen genutzt werden:

  • Kommunale Klimaschutzprogramme: Diese fördern Energieberatungen und Sanierungsmaßnahmen mit bis zu 800 Euro.
  • NBank-Förderprogramme: Das Programm „Energieeffizient Sanieren“ unterstützt die Dämmung, Fenster- und Türenerneuerung sowie Heizungstausch mit 10 % der förderfähigen Kosten (max. 75 €/m²). Ergänzend dazu unterstützt das Modul „Wärme aus erneuerbaren Energien“ den Einbau von Wärmepumpen, Solarthermie und Biomasseheizungen mit bis zu 35 % Zuschuss.

Zuschüsse der Nationale Klimaschutzinitiative (NKI)

Die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) fördert auch die Sanierung von Außen- und Straßenbeleuchtung. Hierbei können bis zu 25 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben als Zuschuss beantragt werden. Für finanzschwache Kommunen und Antragstellende aus Braunkohlerevieren erhöht sich der Zuschuss sogar auf 40 %.

Beispiele förderfähiger Ausgaben sind:

  • Leuchtenköpfe (inkl. Leuchtmittel, Reflektor/Optik, Abdeckung und Gehäuse)
  • Steuer- und Regelungstechnik
  • Anschaffung, Installation, Errichtung und Inbetriebnahme der Anlagenkomponenten
  • Deinstallation und fachgerechte Entsorgung der alten Komponenten
  • Durchführung einer photometrischen Messung

Kombination mit BAFA- und KfW-Programmen

Eine Kombination mit Förderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist in der Regel möglich, sofern die Gesamtfördersätze die jeweiligen Höchstgrenzen nicht überschreiten.

Zudem können zinsgünstige KfW-Darlehen für Effizienzhäuser genutzt werden, um höhere Fördervolumina zu realisieren.

Praxisbeispiel: Sanierung in Nordstemmen

Ein konkretes Beispiel für die Sanierung der Straßenbeleuchtung ist ein Projekt in Nordstemmen, das 2017 begonnen wurde. Hier wurden mehrere tausend Leuchten auf LED-Technik umgerüstet. Die Gesamtkosten des Projekts lagen zunächst bei 400.000 Euro. Nach der Förderzusage durch das Bundesumweltamt (BMU) und der Ausschreibung des Projekts sanken die Gesamtkosten auf 260.000 Euro.

Die Sanierung brachte folgende Vorteile mit sich:

  • Energieeinsparung: 76,5 % gegenüber der alten Anlage
  • Kosteneinsparung: 36.000 Euro pro Jahr
  • Neuanlage: 13.800 W Anschlußleistung, was zu einem 78 %igen Energieeinsparung führte
  • Wartungskosten: deutlich reduziert durch die langlebige LED-Technik
  • Sicherheit: durch bessere Lichtqualität gesteigert

Projektplanung und Umsetzung

Die Planung des Projekts begann im Mai 2017 mit der Erfassung des Bestandes. Bis Mai 2018 wurde eine Lichtplanung erstellt, Produkte evaluiert und das Leistungsverzeichnis ausgearbeitet. Im Oktober 2018 wurde der Bieter mit dem wirtschaftlichsten Angebot beauftragt. Die Demontage der alten Leuchten und die Montage der neuen LED-Leuchten begannen im Januar 2019.

Das Projekt zeigt, dass eine Sanierung der Straßenbeleuchtung in Nordstemmen sowohl technisch als auch finanziell machbar ist. Zudem ist sie ein zentraler Schritt im lokalen Klimaschutzkonzept und trägt zu den kommunalen Klimazielsetzungen bei.

Voraussetzungen für eine Sanierung

Eine Sanierung der Straßenbeleuchtung ist nur dann erfolgreich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese betreffen sowohl die Planung als auch die Durchführung des Projekts.

Planung

Die Planung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Sanierung. Hierbei sind folgende Aspekte besonders wichtig:

  • Photometrische Messung: Die bestehende Lichtsituation muss analysiert werden.
  • Lichtplanung: Die neue Anlage muss nach DIN EN 13201 geplant werden.
  • Leistungsverzeichnis: Die lichttechnischen Anforderungen an die Produkte müssen definiert werden.
  • Kostenrechnung: Die Gesamtkosten des Projekts müssen kalkuliert werden, einschließlich Förderung.

Durchführung

Bei der Durchführung des Projekts sind folgende Schritte relevant:

  • Deinstallation der alten Leuchten
  • Anschaffung und Montage der neuen LED-Leuchten
  • Integration der Regelungstechnik
  • Inbetriebnahme und Abnahme der Anlage
  • Dokumentation und Berichterstattung

Rechtliche und technische Vorgaben

Um Förderungsgelder in Anspruch zu nehmen, müssen die Vorgaben der Fördergeber erfüllt werden. Hierzu gehören:

  • Technische Annex-Vorgaben: Diese definieren die Anforderungen an die neue Beleuchtung.
  • Förderbedingungen: Die Zuschüsse und Kredite müssen bestimmte Kriterien erfüllen.
  • Unterlagen: Ein vollständiges Antragsdossier ist erforderlich, einschließlich Vollmacht, TAN-Verfahren und weiteren Formularen.

Vorteile der Kombination mit weiteren Sanierungsmaßnahmen

Die Sanierung der Straßenbeleuchtung kann sinnvoll mit weiteren Maßnahmen kombiniert werden. So können beispielsweise:

  • Dämmmaßnahmen an Gebäuden durchgeführt werden
  • Heizsysteme ausgetauscht werden
  • Fenster- und Türenerneuerungen vorgenommen werden

Diese Maßnahmen können gemeinsam geplant und umgesetzt werden, um Synergieeffekte zu nutzen. Zudem können gemeinsame Förderungen beantragt werden, die den Finanzierungsaufwand reduzieren.

Ein Beispiel hierfür ist die Kombination mit der Sanierung von Fahrradwegen, bei der die Beleuchtung im Rahmen der NKI-Förderung genutzt wird. Dies ermöglicht eine ganzheitliche Herangehensweise an die Energieeffizienz und Klimaschutzstrategie.

Fazit

Die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung in Nordstemmen ist ein entscheidender Schritt im Klimaschutz und der Energieeffizienzsteigerung. Sie bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch finanzielle Einsparungen und Verbesserungen in Bezug auf Sicherheit und Lichtqualität.

Durch die Kombination moderner LED-Technologie mit intelligenten Lichtmanagementsystemen können Energiekosten um bis zu 80 % reduziert werden. Zudem gibt es zahlreiche Förderprogramme, die die Finanzierung der Sanierung erleichtern. In Nordstemmen sind beispielsweise Zuschüsse von bis zu 20 % der förderfähigen Kosten, BAFA- und KfW-Programme sowie die Kommunale Klimaschutzinitiative verfügbar.

Ein Praxisbeispiel aus Nordstemmen zeigt, dass eine Sanierung nicht nur technisch machbar, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft ist. Die Gesamtkosten sinken durch die Förderung, die Energieeinsparung ist erheblich, und die Lebensdauer der Anlage wird durch die langlebige LED-Technologie deutlich verlängert.

Insgesamt ist die Sanierung der Straßenbeleuchtung ein zentraler Bestandteil des kommunalen Klimaschutzkonzepts und trägt direkt zu den Klimazielsetzungen bei. Sie ist langfristig wirtschaftlich, technisch und ökologisch sinnvoll.

Quellen

  1. Energieberatung Nordstemmen
  2. Sanierung von Außen- und Straßenbeleuchtung
  3. Sanierung der Straßenbeleuchtung einer Kleinstadt
  4. Beleuchtung – Förderungen der NKI
  5. Sanierung der Straßenbeleuchtung – Energieeffizienz und Sicherheit

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