Sanierungsprojekte und Herausforderungen der Erftlagune in Kerpen

Einführung

Die Erftlagune in Kerpen ist ein zentraler Freizeit- und Erholungsort im Stadtbild und ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Infrastruktur. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1998 hat sie als Hallen- und Freizeitbad die Bevölkerung der Region versorgt. In den vergangenen Jahren hat die Erftlagune jedoch mehrfach Schließungen und Renovierungsarbeiten erforderlich gemacht. Diese Sanierungen wurden von politischen Diskussionen begleitet, finanziellen Engpässen und technischen Herausforderungen begleitet.

Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die Sanierungsmaßnahmen an der Erftlagune, insbesondere an der Schwimmhalle, und beleuchtet die damit verbundenen Probleme, Kosten und Konsequenzen. Zudem werden aktuelle Entwicklungen wie die aktuelle Schließung der Erftlagune und die Planung der Freibadsaison 2025 behandelt. Der Fokus liegt auf technischen Aspekten der Sanierung, politischen Entscheidungen und dem Einfluss auf die Bevölkerung.

Die Sanierung der Schwimmhalle – Hintergrund und Ausgangssituation

Im Jahr 2018 wurden in der Erftlagune erhebliche Schäden an der Dachgaube der Schwimmhalle festgestellt. Diese Schäden wurden durch holzzerstörende Organismen verursacht, die die Trag- und Gebrauchsfähigkeit der Holzbauteile beeinträchtigten. Ursächlich für die Schäden waren mangelhafte und bauphysikalisch falsch ausgeführte Dampfbremsen. Die Dampfbremse ist ein entscheidender Bestandteil der Dämmung im Bereich von Holzkonstruktionen und verhindert den Übergang von Wasserdampf in den Bauteilkern. Fehlt diese Schutzschicht oder wird sie falsch angebracht, kann Feuchtigkeit in das Holz eindringen, was Schimmelbildung und die Aktivität holzzerstörender Insekten fördert.

Basierend auf Gutachten und in Zusammenarbeit mit einem Statikbüro für Holztragwerke wurde ein Sanierungskonzept entwickelt. Dieses umfasste den Austausch tragender Holzbauteile und der Fensteranlage. Zudem wurden Anpassungen an Dach und Verkleidungen vorgenommen, um die fachgerechte Ausführung der Anschlüsse zu gewährleisten. Um die Sanierung unter Wettereinflüssen durchzuführen, wurde ein wetterfestes Schutzdach errichtet. Der Bauablauf war eng getaktet, um die Schließungszeit so kurz wie möglich zu halten.

Die Sanierung der Schwimmhalle war Teil einer umfassenden Renovierung, die zwischen 2015 und 2018 mit einem Gesamtvolumen von etwa vier Millionen Euro durchgeführt wurde. Trotz dieser Investition blieben jedoch weitere Herausforderungen bestehen, was später auch zu weiteren Diskussionen und Verzögerungen führte.

Politische Diskussionen um die Sanierung des Solebeckens

Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierungsdiskussionen war das Solebecken der Erftlagune. Die SPD-Fraktion warf der Mehrheitskoalition aus CDU, FDP und BBK/Piraten vor, nicht ausreichend in die Sanierung des Solebeckens investiert zu haben. Laut einer Pressemitteilung von 2016 hatte die Mehrheitskoalition beschlossen, das Solebecken nicht zu sanieren. Die SPD argumentierte, dass dies ein falsches Signal sei, da das Solebecken ein Alleinstellungsmerkmal des Freizeit- und Familienbades sei und somit zur Attraktivität beitrage.

Die Kosten für die Sanierung des Solebeckens wurden auf geschätzte 35.000 Euro veranschlagt. Laut der SPD-Fraktion waren bereits 18.000 Euro dieser Summe ausgegeben worden, bevor der Beschluss zur Abbruch der Sanierung gefasst wurde. Damit wurden die Investitionen praktisch „zum Fenster hinausgeworfen“, kritisierte die SPD. Die Abstimmung im Stadtrat führte letztendlich dazu, dass das Solebecken nicht in die Gesamtsanierung einbezogen wurde, was politisch umstritten blieb.

Diese Diskussion zeigt, wie Sanierungsprojekte in kommunalen Einrichtungen oft auch politisch motiviert und begleitet werden. Entscheidungen über Investitionen in infrastrukturelle Bestandteile wie Solebecken haben nicht nur technische, sondern auch finanzielle und kommunikative Auswirkungen.

Parkplatzprobleme und Sanierungsbedarf

Ein weiteres Problem, das sich neben der Sanierung der Gebäude selbst ergeben hat, betrifft den Parkplatz der Erftlagune. Laut mehreren Berichten war die Parkplatzfläche bereits seit Jahren „wellenartig“ deformiert und stellte somit eine Gefährdung für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger dar. Ursache für die Schäden war die Verarbeitung falscher Materialien im Untergrund. Die Stadt Kerpen hatte im Haushalt Mittel für eine Sanierung eingeplant, doch der Parkplatz wurde mehrfach nur teilweise repariert, wodurch die Schäden nicht vollständig behoben wurden.

Die SPD-Fraktion hatte bereits 2020 eine Sanierung des Parkplatzes gefordert, die damals mit rund 500.000 Euro veranschlagt wurde. Mittlerweile stiegen die Kosten erheblich an, und die Sanierung wurde immer wieder verschoben, da der Haushalt nicht ausreichte. Der Parkplatz war zeitweise gesperrt, und ein Hinweisschild wies darauf hin, dass die Nutzung „auf eigene Gefahr“ erfolge. Zudem wurden Besucher auf alternative Parkplätze in der Umgebung verwiesen, die in einem besseren Zustand seien.

Der Zustand des Parkplatzes wird auch politisch kritisiert, etwa von Karl-Heinz Arenz, der den Zustand als „Katastrophe“ bezeichnet. Er betont, dass es als öffentliche Einrichtung normal sein müsse, ohne Gefährdungen dorthin gelangen zu können. Die Stadt Kerpen sieht sich jedoch gezwungen, die Sanierung aufgrund finanzieller Engpässe immer wieder zu verschieben.

Schließungen und eingeschränkte Öffnungszeiten

Neben den Sanierungsarbeiten und Parkplatzproblemen standen in den vergangenen Jahren auch mehrfach eingeschränkte Öffnungszeiten im Vordergrund. Laut Berichten von 2023 wurde die Erftlagune wegen krankheitsbedingter Personalausfälle mehrfach geschlossen oder hatte reduzierte Öffnungszeiten. So galt beispielsweise im Februar 2023 eine eingeschränkte Öffnungszeit von 11 bis 19 Uhr an mehreren Tagen, was in der Vergangenheit bereits wiederholt vorgekommen war. Die Stadt Kerpen erklärte, dass die Schließungen aufgrund von Personalmangel nötig waren und dass das Bad ab dem 27. Februar wieder regulär geöffnet sein sollte.

Ein weiteres Problem entstand im Oktober 2022, als die Erftlagune wegen geplanter Revisionsarbeiten geschlossen wurde. Die Wiedereröffnung musste jedoch wegen technischer Defekte um zwei Wochen verschoben werden. Laut Berichten weist das Bad weiterhin auf Mängel und Schäden hin, die sich selbst nach der umfassenden Sanierung zwischen 2015 und 2018 nicht vollständig beseitigen ließen.

Auch im Jahr 2025 kam es zu Schließungen. Laut aktuellen Angaben war die Erftlagune bis zum 5. Mai 2025 wegen Revisionen geschlossen. Ab dem 6. Mai sollte sie wieder geöffnet werden, allerdings mit geänderten Öffnungszeiten, die bis Ende August vorgesehen waren. Zudem wurde die Freibadsaison 2025 verschoben, da der Haushaltsbeschluss in der Ratssitzung vom 8. April 2025 größtenteils abgelehnt wurde. Die Kolpingstadt Kerpen bedauerte diesen Schritt, da der Start der Freibadsaison aufgrund fehlender Genehmigungen nicht erfolgen konnte.

Finanzielle und personelle Herausforderungen

Die Sanierung der Erftlagune stellte die Stadt Kerpen sowohl finanziell als auch personell vor Herausforderungen. Die Kosten für die Sanierung der Schwimmhalle und des Hallenbades insgesamt beliefen sich auf rund vier Millionen Euro. Zudem entstanden zusätzliche Kosten durch die Sanierung des Solebeckens, was politisch umstritten blieb. Die Stadt hatte sich zudem finanziell für die Renovierung des Parkplatzes eingeplant, doch aufgrund des Haushaltsfehlplans musste die Sanierung immer wieder verschoben werden.

Auch personell gab es Engpässe, die zu mehrfachen Schließungen führten. Laut SPD-Fraktion wurden Fragen an den CDU-Bürgermeister Dieter Spürck gestellt, wie viele Mitarbeitende in der Erftlagune beschäftigt seien. Die Personalplanung blieb aber unklar, und die wiederholt eingeschränkten Öffnungszeiten sorgten für Kritik aus der Bevölkerung. Die SPD-Fraktion betonte, dass die Erftlagune ein zentraler Treffpunkt für die Bevölkerung sei und somit ausreichend Personal gebunden werden müsse, um die Öffnungszeiten garantieren zu können.

Aktuelle Entwicklungen und Planung der Freibadsaison 2025

Im Jahr 2025 stand die Freibadsaison der Erftlagune erneut im Fokus. Laut den letzten Berichten musste die Kolpingstadt Kerpen den geplanten Start der Freibadsaison 2025 aufgrund des abgelehnten Haushaltsbeschlusses verschoben. Die Stadtverwaltung erklärte, dass die Freibadsaison mindestens bis zum 31. Mai 2025 ausgesetzt werden müsse, da nicht alle notwendigen Aufträge erteilt werden konnten. Damit verbunden war auch die Schließung des Freibads Türnich, das als Teil der Erftlagune gilt.

Die Stadtverwaltung betonte, dass sie den Fortgang der Freibadsaison zeitnah kommunizieren würde. Bis dato blieben viele Details unklar, und die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich auf eventuelle Verzögerungen einzustellen. Die Kolpingstadt Kerpen bedauerte den Schritt, da die Freibadsaison ein wichtiger Bestandteil des Freizeitangebots sei.

Fazit

Die Sanierungsprojekte an der Erftlagune in Kerpen zeigen, wie komplex und vielschichtig Renovierungsarbeiten in kommunalen Einrichtungen sein können. Technische Herausforderungen, politische Entscheidungen und finanzielle Engpässe prägten den Verlauf der Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren. Die Schwimmhalle, das Solebecken und der Parkplatz standen dabei im Vordergrund. Die Sanierung der Schwimmhalle war notwendig, um Schäden durch holzzerstörende Organismen zu beheben, und wurde in Zusammenarbeit mit einem Statikbüro durchgeführt. Allerdings blieben weitere Mängel bestehen, was zu weiteren Diskussionen führte.

Der Parkplatz der Erftlagune wurde ebenfalls in den Fokus genommen, da seine Zustand als Gefährdung galt. Die Sanierung blieb jedoch aufgrund finanzieller Engpässe immer wieder aufgeschoben. Zudem führten Personalengpässe zu mehrfach eingeschränkten Öffnungszeiten, was politisch kritisiert wurde.

Die aktuelle Schließung der Erftlagune wegen Revisionen und die Verzögerung der Freibadsaison 2025 zeigen, dass die Herausforderungen weiterhin bestehen. Die Erftlagune bleibt eine wichtige Einrichtung in Kerpen und ist somit ein zentraler Faktor im Freizeitangebot der Stadt. Die Sanierungsarbeiten und die Planung der Freibadsaison müssen daher transparent und nachhaltig gestaltet werden, um die Erwartungen der Bevölkerung zu erfüllen.

Quellen

  1. SPD Kerpen – Sanierung Solebecken Erftlagune
  2. bauplus-architektur – Sanierung Erftlagune Kerpen
  3. Rundschau Online – Parkplatz der Erftlagune gleicht einer Buckelpiste
  4. Kölner Stadt-Anzeiger – Erftlagune verkürzt Öffnungszeiten
  5. Erftlagune – Unsere Bäder / Events
  6. Erftlagune – Erftlagune neu
  7. Buir Online – Erftlagune wegen Revision geschlossen

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