Einführung
Im Jahr 2018 begann der Landesbetrieb Straßen.NRW mit umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Extertalstraße (L758), einer Landesstraße, die sich von Extertal-Bösingfeld bis zur Landesgrenze erstreckt. Mit einer Gesamtlänge von rund neun Kilometern war diese Sanierung ein bedeutendes Projekt im Regionalraum. Die Arbeiten betrafen sowohl die Erneuerung der Fahrbahndecke als auch die Sicherung von kritischen Abschnitten, wie beispielsweise eine Felswand in Nalhof.
Für Anwohner, Pendler und lokale Wirtschaft war die Sanierung nicht nur notwendig, sondern auch mit erheblichen Einschränkungen verbunden. In mehreren Bauabschnitten und begleitet von Umleitungen in beide Fahrtrichtungen sorgte das Projekt für erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen. Zudem war die Priorisierung der Abschnitte ein Thema der öffentlichen Debatte, da der nördliche Teil der Straße als besonders marisiert galt und daher von einigen Kommunalpolitikern bevorzugt saniert werden sollte.
Der vorliegende Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die Planung, Durchführung und die Auswirkungen der Sanierung der Extertalstraße 2018. Er basiert ausschließlich auf den bereitgestellten Quellen und bietet einen sachlichen Bericht zu den technischen, logistischen und kommunikativen Aspekten des Projekts.
Planung und Priorisierung
Die Sanierung der Extertalstraße war nicht spontan eingeleitet, sondern stand seit geraumer Zeit auf der Agenda des Landesbetriebs Straßen.NRW. Schon vor Beginn der Arbeiten gab es öffentliche Diskussionen, welcher Abschnitt der Straße zuerst saniert werden sollte. Insbesondere die Kommunalpolitiker sprachen sich dafür aus, den nördlichen Teil der Straße zu priorisieren. Dieser Abschnitt war laut einigen Berichten in einem schlechteren Zustand als der südliche Teil, was auch von Verkehrsteilnehmern bestätigt wurde.
Bauamtsleiterin Nadine Reineke berichtete im Ausschuss für Bauen, Planen und Gemeindeentwicklung, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW die Sanierung im Jahr 2018 fortführen würde. Der erste Bauabschnitt sollte von der Kreuzung Sternberger Straße in Bösingfeld bis zur Kläranlage in Rickbruch reichen. Den genauen Verlauf der Arbeiten stellte Sven Johanning, Pressesprecher von Straßen.NRW, ebenfalls bestätigt dar.
Die Priorisierung der Abschnitte blieb jedoch nicht endgültig festgelegt. Es stand nicht fest, ob der südliche oder nördliche Abschnitt der Straße zuerst saniert würde. Johanning betonte, dass die Sanierung als „anspruchsvolles Projekt“ gelte, unter anderem wegen der Notwendigkeit, eine Felswand in Nalhof zu sichern.
Die Kommunalpolitiker forderten, dass der nördliche Abschnitt, der als besonders marisiert galt, möglichst früh saniert werden sollte. Bauamtsleiterin Reineke erwägerte, den Landesbetrieb schriftlich zu bitten, den nördlichen Teil früher anzugehen.
Durchführung der Sanierungsarbeiten
Die Sanierungsarbeiten an der Extertalstraße begannen Ende Mai 2018 und erstreckten sich über drei Bauabschnitte. Die gesamte Sanierung umfasste neun Kilometer der Straße, von Bösingfeld bis zur Landesgrenze. Der erste Bauabschnitt begann in Bösingfeld, in Höhe der Tankstelle, und endete an der K55 (Am Buchenbusch). Dieser Abschnitt wurde halbseitig gesperrt. Für den Verkehr wurde eine Einbahnstraße in Richtung Rinteln eingerichtet, wodurch der Gegenverkehr von Rinteln nach Barntrup über zwei Strecken umgeleitet werden musste.
Die westliche Umleitung führte über die B238 nach Lemgo und weiter über die B66 bis Barntrup, während die östliche Umleitung über die B83 in Richtung Hameln und weiter über die B1 bis Barntrup führte. In diesem Abschnitt waren auch alle anderen einmündenden und kreuzenden Straßen gesperrt, um die Sicherheit der Baustelle zu gewährleisten.
Im letzten Bauabschnitt, zwischen der K45 (Heinrich-Drake-Straße) und der Landesgrenze, wurde die Straße voll gesperrt, da die Fahrbahnbreite nicht ausreichte, um neben der Baustelle Durchgangsverkehr aufzunehmen. Die Umleitungsstrecken waren westlich und östlich der Extertalstraße ausgeschildert. Die Bauarbeiten in diesem Abschnitt dauerten voraussichtlich bis Ende September.
Die Sanierung selbst bestand aus der Abfräschung der Fahrbahndecke in ganzer Breite bis zu 20 Zentimeter und der anschließenden Neuanlage. Dieser Prozess war notwendig, um die Tragfähigkeit, die Sicherheit und die Lebensdauer der Straße zu gewährleisten. Zudem wurde ein Teil der Sanierung begleitet von der Sicherung kritischer Infrastrukturen, wie beispielsweise einer Felswand in Nalhof.
Zeitplanung und Verlauf der Arbeiten
Die Sanierungsarbeiten an der Extertalstraße verliefen größtenteils nach Plan. Laut Straßen.NRW konnte der Zeitplan im letzten Bauabschnitt sogar um eine Woche unterschritten werden. Dies lag laut Angaben des Landesbetriebs an dem guten Bauwetter, der sorgfältigen Bauvorbereitung und der professionellen Ausführung der Arbeiten.
Der erste Bauabschnitt dauerte etwa drei Wochen. Der letzte Bauabschnitt begann am 12. September und endete voraussichtlich Ende September. Am 21. September war die Straße wieder in allen Richtungen befahrbar. Dies ermöglichte den Verkehrsteilnehmern, die Extertalstraße wieder ohne Umleitungen zu nutzen.
Die Kosten für die Sanierung lagen bei rund 3,2 Millionen Euro, die vom Land Nordrhein-Westfalen getragen wurden. Diese Investition war Teil der allgemeinen Sanierungsstrategie des Landes, um die Verkehrsinfrastruktur langfristig zu sichern.
Auswirkungen auf den Verkehr und die Bevölkerung
Die Sanierung der Extertalstraße brachte für viele Anwohner und Pendler erhebliche Einschränkungen mit sich. Vor allem die Umleitungen in beiden Fahrtrichtungen führten zu einer Zunahme des Verkehrs auf alternativen Strecken. Dies wiederum hatte Auswirkungen auf die Verkehrssituation in den umliegenden Gemeinden.
Einige Verkehrsteilnehmer nutzten nicht die offiziellen Umleitungsstrecken, sondern kurvten stattdessen durch die Dörfer, um in Bösingfeld an der großen Kreuzung der L758 wieder auf die Hauptverkehrsader zu gelangen. Dies führte zu einer erhöhten Verkehrsdichte in den Ortsteilen, was wiederum zu Beschwerden der Anwohner führte.
Zudem kam es während der Sanierungsarbeiten zu mehreren Verkehrsunfällen auf der Extertalstraße. So ereignete sich beispielsweise ein Unfall zwischen Krankenhagen und Bögerhof, bei dem ein 59-jähriger Autofahrer aus Hannover beteiligt war. Ein weiterer Unfall betraf einen 31-jährigen Motorradfahrer aus Lügde, der bei einer Kollision mit einem PKW schwer verletzt wurde.
Diese Vorfälle zeigten, dass auch bei Baustellen auf der Extertalstraße besondere Vorsicht erforderlich war. Die Straßen.NRW hatte in der Zeit der Sanierungsarbeiten immer wieder auf die Einhaltung der Verkehrsregeln und auf die Notwendigkeit der Umleitungen hingewiesen.
Kommunale Reaktionen und Diskussionen
Die Sanierung der Extertalstraße war nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein Thema der kommunalen Diskussionen. Insbesondere der Zustand der Straße und die Priorisierung der Sanierungsabschnitte standen im Mittelpunkt. So forderten mehrere Kommunalpolitiker, dass der nördliche Teil der Straße, der als besonders marisiert galt, möglichst früh saniert werden sollte.
Heinrich-Wilhelm Tölle (CDU) betonte, dass der nördliche Abschnitt in deutlich schlechterem Zustand sei und dass jeder Verkehrsteilnehmer dies spüre. Auch Bauamtsleiterin Nadine Reineke unterstützte den Wunsch nach einer frühzeitigen Sanierung des nördlichen Abschnitts und erwog, den Landesbetrieb schriftlich darum zu bitten.
Zudem gab es Diskussionen über die Griffigkeit der Straße an bestimmten Stellen. So war beispielsweise die Glatteiskurve der L963 bei Linderhofe ein wiederkehrendes Problem, bei dem Autofahrer regelmäßig in Vorgärten landeten. Bauamtsleiterin Reineke hatte das Problem mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßenbau bereits ausgiebig erörtert. Die Verwaltung verstand den Unmut der Anwohner, doch der Landesbetrieb hielt die Fahrbahngriffigkeit für ausreichend. Es wurde ein Treffen mit Fachleuten mehrerer Behörden vor Ort vereinbart, um das Problem weiter zu besprechen und eventuell ein weiteres Kurvenschild anzubringen.
Technische Aspekte der Sanierung
Die Sanierung der Extertalstraße war technisch anspruchsvoll und betraf mehrere Bereiche der Straßentechnik. Der Prozess begann mit der Abfräschung der Fahrbahndecke in ganzer Breite bis zu 20 Zentimeter. Dieser Schritt war notwendig, um Schäden wie Risse, Schlaglöcher und Unebenheiten zu beheben. Anschließend erfolgte die Neuanlage der Fahrbahndecke, die für die Sicherheit und die Langlebigkeit der Straße entscheidend war.
Ein besonderes Problem stellte die Sicherung einer Felswand in Nalhof dar. Hier war eine geotechnische Stabilisierung notwendig, um Einsturzgefahr oder andere Gefahren für den Verkehr zu vermeiden. Dieser Aspekt der Sanierung zeigte, dass Straßenbau nicht nur um die Erneuerung der Asphaltdeckschicht ging, sondern auch um die Sicherung kritischer Infrastrukturen.
Zudem war die Planung der Bauabschnitte und der Umleitungen ein zentraler Bestandteil der Sanierung. So mussten die Baustellen so geplant werden, dass sie einen sicheren Durchgang für den Verkehr gewährleisten konnten, ohne die Arbeiten zu stark einzuschränken. In Abschnitten mit geringer Fahrbahnbreite war eine Vollsperrung notwendig, was wiederum zusätzliche Planung und Kommunikation erforderte.
Finanzierung und Budget
Die Sanierung der Extertalstraße kostete rund 3,2 Millionen Euro, was vom Land Nordrhein-Westfalen getragen wurde. Diese Investition war Teil der langfristigen Strategie des Landes, die Verkehrsinfrastruktur zu erhalten und zu modernisieren. Die Kosten entfielen auf die Abfräschung, die Neuanlage der Fahrbahndecke, die Sicherung von Infrastrukturen wie Felswänden und die Planung der Baustellen sowie der Umleitungen.
Für Kommunen und private Bauherren ist die Finanzierung solcher Projekte ein entscheidender Faktor. In diesem Fall übernahm das Land die Kosten, was für die lokale Bevölkerung eine Erleichterung bedeutete, da sie nicht mit zusätzlichen Steueraufwendungen rechnen musste. Zudem war die Investition in die Sanierung der Extertalstraße als notwendig angesehen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und die Lebensdauer der Straße zu verlängern.
Fazit
Die Sanierung der Extertalstraße 2018 war ein umfangreiches Projekt, das sowohl technische als auch kommunikative Herausforderungen mit sich brachte. Mit einer Länge von rund neun Kilometern und drei Bauabschnitten war das Projekt für den Landesbetrieb Straßen.NRW eine große Herausforderung. Gleichzeitig war es für die Bevölkerung, Pendler und die lokale Wirtschaft ein Projekt mit erheblichen Auswirkungen, insbesondere durch die notwendigen Umleitungen und die Verkehrsbeeinträchtigungen.
Doch die Sanierung war auch notwendig, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und die Lebensdauer der Straße zu verlängern. Die Investition von rund 3,2 Millionen Euro war ein klares Signal, dass die Verkehrsinfrastruktur im Landesplan einen hohen Stellenwert einnimmt.
Die Planung und Durchführung der Sanierungsarbeiten verliefen größtenteils nach Plan, wobei auch einige Abschnitte schneller fertiggestellt werden konnten als ursprünglich geplant. Dies zeigte die Effizienz des Landesbetriebs und die gute Vorbereitung der Baustellen.
Für Kommunen, die sich in ähnlichen Sanierungsprojekten befinden, kann die Sanierung der Extertalstraße 2018 als Beispiel dienen, wie ein solches Projekt geplant, durchgeführt und kommuniziert werden kann. Zudem unterstreicht es die Bedeutung von frühzeitiger Planung, transparenter Kommunikation und der Einbindung der lokalen Bevölkerung in den Sanierungsprozess.
Quellen
- Ausbau der Extertalstraße beginnt 2018
- Extertalstraße ab Freitag wieder frei
- Sanierung der L758 – Vollsperrung der Landesstraße
- Nach Pfingsten: Sanierung der Extertalstraße bis Bösingfeld – Umleitungen ab Rinteln
- Extertalstraße zwischen Krankenhagen und Bögerhof voll gesperrt
- Extertalstraße – Tag der offenen Tür, Verkehrsunfälle, Öffnungszeiten
- Baustelle an der Extertalstraße bleibt nicht unbemerkt