Einleitung
Die Sanierung und der Ausbau der Bezirkssportanlage (BSA) an der Feldbergstraße in München sind Gegenstand eines umfassenden Sanierungs- und Ausbaukonzepts, das als Pilotprojekt für zukünftige Sanierungsmaßnahmen an anderen BSA-Standorten in der Stadt dienen soll. Das Projekt ist nicht nur eine Antwort auf den wachsenden Bedarf an sportlichen und gemeindlichen Räumen, sondern auch ein Schritt in Richtung nachhaltiger Bauweise und Energieeffizienz. Die BSA an der Feldbergstraße, Heimat der drei Vereine TSV Trudering, FC Stern und FC Dreistern, war in den letzten Jahren in den Fokus geraten, da die vorhandenen Gebäude aus dem Jahr 1960 nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen.
In diesem Artikel wird ein Überblick über die Planung, die konzeptionellen Grundlagen, die baulichen und energetischen Maßnahmen sowie die Rolle des Projekts als Pilotvorhaben gegeben. Darüber hinaus werden die finanziellen und organisatorischen Aspekte sowie die Beteiligung der lokalen Gemeinschaft im Sanierungsprozess beschrieben.
Konzeptionelle Grundlagen des Sanierungsprojekts
Zielsetzung und Rahmen
Der Stadtrat hat in einem Antrag entschieden, die Stadtverwaltung beauftragt, ein Sanierungs- und Ausbaukonzept für die Gebäude der BSA an der Feldbergstraße zu erstellen. Ziel ist es, den Gebäudekomplex energetisch und baulich zu sanieren und um ein Obergeschoss aufzustocken. Dieser Ausbau soll den räumlichen Anforderungen der drei Vereine sowie den Energieeffizienzvorgaben entsprechen.
Ein weiteres Ziel ist die Erschließung regenerativer Energiequellen, insbesondere durch die Nutzung von Solarenergie. Dazu ist geplant, Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen auf dem neuen Süddach zu installieren, um den Betriebsstrom und den hohen Warmwasserbedarf zu einem hohen Prozentsatz vor Ort regenerativ zu decken. Diese Maßnahmen sind in das Konzept eingebunden, um die Energiekosten zu senken und gleichzeitig den CO₂-Ausstoß zu reduzieren.
Pilotprojektcharakter
Das Sanierungs- und Ausbauprojekt an der Feldbergstraße ist ausdrücklich als Pilotprojekt konzipiert. Es soll als Vorlage für zukünftige Sanierungen anderer BSA-Standorte in München dienen. Dies erlaubt es, Erfahrungen in Bezug auf Planung, Umsetzung, Kosten und Nachhaltigkeit zu sammeln, die in anderen Projekten genutzt werden können.
Die Pilotfunktion des Projekts betont die Bedeutung, nicht nur baulich, sondern auch organisatorisch und finanziell transparent und nachhaltig zu handeln. Es ist ein Vorzeigeobjekt für kommunale Sanierungsmaßnahmen im Zeichen des Klimawandels und der steigenden Energiekosten.
Bauliche Sanierungsmaßnahmen
Energetische Sanierung
Die energetische Sanierung ist ein zentraler Bestandteil des Projekts. Die eingeschossigen Gebäude, die aus dem Jahr 1960 stammen, entsprechen nicht den heutigen Energiestandards und müssen daher umfassend modernisiert werden. Maßnahmen wie der Einbau von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS), der Austausch von Fenstern und Türen sowie die Dämmung von Dächern und Wänden sind im Planungskonzept vorgesehen. Ziel ist es, den Heizwärmebedarf zu reduzieren und den Energieverbrauch insgesamt zu senken.
Aufstockung des Gebäudekomplexes
Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierung ist die Aufstockung des Gebäudekomplexes um ein Obergeschoss. Diese Maßnahme ist notwendig, da die räumlichen Bedingungen der Vereine nicht mehr ausreichen. Die Aufstockung ermöglicht die Erweiterung der Versammlungs- und Lagerräume sowie die Schaffung zusätzlicher Funktionen, beispielsweise in Form einer Einfach- oder Zweifach-Sporthalle. So kann die Anzahl der Trainings- und Veranstaltungsflächen gesteigert werden, um den wachsenden Anforderungen der Vereinsmitglieder gerecht zu werden.
Nutzung von Solarenergie
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Integration von Solarenergie. Im Rahmen der Sanierung ist geplant, Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen auf dem neuen Süddach zu installieren. Diese Anlagen sollen nicht nur den Betriebsstrom, sondern auch den Warmwasserbedarf der BSA über einen hohen Prozentsatz regenerativ decken. Der Einsatz von Langzeitspeichern soll zudem ermöglichen, Energie auch außerhalb der Sonnenstunden zu nutzen. Dies ist ein entscheidender Schritt in Richtung Energieautonomie und Klimaschutz.
Finanzielle und organisatorische Aspekte
Finanzierung und Haushaltsplanung
Die Finanzierung des Sanierungsprojekts ist ein zentraler Aspekt. Der Stadtrat hat entschieden, dass die dafür notwendigen finanziellen Mittel schnellstmöglich in den städtischen Haushalt und in das MIP (Münchner Investitionsprogramm) einzuplanen sind. Dies ist notwendig, um die Projektabwicklung zeitgerecht und ohne Verzögerungen zu ermöglichen.
Die Finanzierung umfasst nicht nur die Kosten für die baulichen Maßnahmen, sondern auch die Planungskosten, die Anschaffung der Solarenergiesysteme und die Realisierung der Infrastruktur. Die Investition ist als langfristig angelegt zu verstehen, da sie nicht nur den aktuellen Bedarf, sondern auch die zukünftige Nachhaltigkeit des Gebäudekomplexes sichert.
Beteiligung der lokalen Gemeinschaft
Die Beteiligung der lokalen Gemeinschaft an der Planung und Umsetzung des Projekts ist ein weiterer zentraler Punkt. Die drei Vereine TSV Trudering, FC Stern und FC Dreistern sowie der Bezirksausschuss 15 (BA15) sind von Beginn an in das Sanierungs- und Ausbauprojekt einzubinden. Diese Einbindung erfolgt durch regelmäßige Informationsveranstaltungen, Planungsgespräche und Transparenzmaßnahmen. Ziel ist es, die Betroffenen frühzeitig in den Prozess einzubeziehen und so das Projekt als gemeinsames Vorhaben zu gestalten.
Die Einbindung der lokalen Gemeinschaft hat auch praktische Vorteile. Sie ermöglicht es, konkrete Wünsche und Anforderungen der Nutzergruppen einfließen zu lassen und so die Funktionalität der Räume optimal zu gestalten. Zudem trägt sie dazu bei, die Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung zu erhöhen und so mögliche Konflikte vorzubeugen.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz
Klimafreundliche Bauweise
Die Sanierung der BSA an der Feldbergstraße ist nicht nur ein bauliches Projekt, sondern auch ein Vorzeigeobjekt für nachhaltige Bauweise. Die geplanten Maßnahmen wie die Energetische Sanierung, die Aufstockung des Gebäudekomplexes und die Integration von Solarenergiesystemen sind Beispiele für eine moderne, klimafreundliche Bauweise. Sie tragen dazu bei, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren, Energiekosten zu senken und zukunftsfähige Gebäude zu schaffen.
Langfristige Energieplanung
Ein weiteres zentrales Element des Projekts ist die langfristige Energieplanung. Die Nutzung von Solarenergie und die Einbindung von Langzeitspeichern sind Teil eines Gesamtkonzepts, das nicht nur den aktuellen Energiebedarf deckt, sondern auch zukünftige Herausforderungen berücksichtigt. Dies ist besonders wichtig, da die Energienachfrage in kommunalen Einrichtungen in den kommenden Jahren weiter steigen wird.
Vergleich mit anderen Projekten
Projekt „Feldbergstraße 1“ – Wohnungsbauprojekt
Neben dem Sanierungsprojekt an der BSA an der Feldbergstraße gibt es in der Region auch andere Baumaßnahmen. Ein Beispiel ist das Projekt „Feldbergstraße 1“ in Frankfurt am Main, das von dem Bauunternehmen GreenMoon Bau umgesetzt wird. Dieses Projekt umfasst die Errichtung von acht Wohnungen mit unterschiedlichen Größen und Ausstattungen. Die Wohnfläche der einzelnen Wohnungen reicht von 60,45 bis 132,80 Quadratmetern, wobei einige bereits verkauft wurden. Die Planung dieses Projekts zeigt, dass die Feldbergstraße nicht nur als Standort für Sanierungsprojekte, sondern auch für Neubauvorhaben interessant ist.
Projekt „Bad Soden 2“
Ein weiteres Projekt des Unternehmens GreenMoon Bau ist das Projekt „Bad Soden 2“, das im gleichen Portfolio erwähnt wird. Obwohl keine detaillierten Informationen über die baulichen Maßnahmen vorliegen, deutet dies darauf hin, dass die Feldbergstraße in verschiedenen städtischen Kontexten als Baugrundstück genutzt wird. Dies unterstreicht die Vielfältigkeit des Standorts und die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten, die sich aus der Lage und Infrastruktur ergeben.
Herausforderungen und Chancen
Herausforderungen
Trotz der zahlreichen Vorteile des Sanierungsprojekts gibt es auch Herausforderungen. Einerseits besteht die Herausforderung, die Finanzierung des Projekts zeitgerecht und in ausreichender Höhe sicherzustellen. Andererseits ist die Planung und Umsetzung eines solchen Projekts in einem städtischen Umfeld mit komplexen Abstimmungsprozessen verbunden. Dazu zählen beispielsweise die Einbindung der lokalen Gemeinschaft, die Berücksichtigung von baulichen und gesetzlichen Vorgaben sowie die Koordination mit verschiedenen Behörden und Partnern.
Ein weiteres Problem ist die zeitliche Komplexität des Projekts. Die Sanierung und der Ausbau einer BSA erfordern nicht nur einen langen Planungszeitraum, sondern auch eine sorgfältige Umsetzung, um den Betrieb der Vereine so wenig wie möglich zu stören.
Chancen
Trotz dieser Herausforderungen bietet das Projekt zahlreiche Chancen. Erstens ermöglicht es die Schaffung eines modernen, funktionalen und klimafreundlichen Gebäudekomplexes, der den Anforderungen der Zukunft entspricht. Zweitens bietet es eine Plattform für die Entwicklung von nachhaltigen Baukonzepten, die in anderen Projekten genutzt werden können. Drittens bietet das Projekt die Möglichkeit, die lokale Gemeinschaft zu beteiligen und so soziale wie kulturelle Werte zu stärken.
Fazit
Das Sanierungs- und Ausbauprojekt an der Feldbergstraße in München ist ein zentrales Vorzeigeprojekt für nachhaltige und klimafreundliche Sanierungen. Es kombiniert bauliche, energetische und organisatorische Maßnahmen, um nicht nur die räumlichen Bedürfnisse der drei Vereine zu decken, sondern auch den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und Energiekosten zu senken. Mit der Aufstockung des Gebäudekomplexes, der Nutzung von Solarenergie und der Einbindung der lokalen Gemeinschaft ist das Projekt ein Vorbild für zukünftige Sanierungsmaßnahmen.
Die Pilotfunktion des Projekts betont seine Bedeutung als Vorlage für andere BSA-Standorte in München und zeigt, wie Sanierungen nicht nur baulich, sondern auch sozial und klimatisch sinnvoll gestaltet werden können. Die geplanten Maßnahmen sind ein Schritt in Richtung einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Stadtentwicklung, die nicht nur auf den heutigen Bedarf, sondern auch auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet ist.
Mit der Unterstützung der Stadtverwaltung, der Beteiligung der lokalen Gemeinschaft und der klaren Planung des Sanierungsprozesses wird das Projekt an der Feldbergstraße sicherlich ein Meilenstein in der Geschichte der münchner BSA-Standorte werden.