Einleitung
Das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium (FMBG) in Berlin-Pankow ist derzeit inmitten einer umfassenden Sanierung und Erweiterung. Die Baumaßnahmen an diesem historischen Schulstandort spiegeln die aktuelle Entwicklung der Berliner Schulbauoffensive wider, die den Erhalt und die Modernisierung von Bildungseinrichtungen im Fokus hat. Die Sanierungsarbeiten umfassen nicht nur die Instandsetzung des bestehenden Gebäudes, sondern auch die Errichtung einer neuen Sporthalle sowie den Einsatz von temporären Unterrichtsgebäuden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Abbrucharbeiten, Schadstoffsanierung und der Planung von barrierefreien Zugängen, wobei ökologische, soziale und bauliche Aspekte berücksichtigt werden.
In diesem Artikel werden die Hintergründe, Planung, Ausführung und Auswirkungen der Sanierung des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums detailliert vorgestellt. Zudem werden die dabei eingesetzten Techniken, Materialien und Projektmanagementstrategien erläutert, um ein vollständiges Bild der Maßnahme zu zeichnen. Die Analyse erfolgt ausschließlich auf der Grundlage der verfügbaren Quellen, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Klarheit, Quellenverlässlichkeit und technische Präzision gelegt wird.
Hintergrund: Bedarf an Sanierung und Neubau
Das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium liegt im Bezirk Pankow und hat sich im Laufe der Jahre als eine der älteren Bildungseinrichtungen Berlins erwiesen. Die Sanierung war langfristig geplant und wurde nach mehreren Widersprüchen und Protesten schließlich in die Investitionsplanung 2022–2026 aufgenommen. Der Sanierungsbedarf wurde durch den hohen Zustand des Bestandsgebaudes, die mangelnde Ausstattung sowie den wachsenden Schülerzahlen begründet. Im Rahmen der Sanierung war es notwendig, Teile der Schule temporär zu räumen und in sogenannte „Schuldrehscheiben“ umzusiedeln, um den Unterricht während der Bauphase fortzuführen.
Die Sanierung umfasst mehrere Schwerpunkte: - Denkmalgerechte Instandsetzung des bestehenden Haupthauses an der Eugen-Schönhaar-Straße 18. - Neubau einer modernen Zweifeldsporthalle, die als Stahlbetonbau errichtet wurde. - Errichtung temporärer Unterrichtsgebäude (Schuldrehscheiben), die während der Sanierung genutzt werden. - Abbrucharbeiten und Schadstoffsanierung, die als zentraler Bestandteil der Sanierungsmaßnahme gelten.
Die Gesamtkosten für die Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahme belaufen sich laut Investitionsprogramm Berlin auf ca. 20,3 Millionen Euro. Die Sanierung wurde in mehrere Phasen unterteilt, wobei die Eröffnung der neuen Sporthalle einen Meilenstein markierte.
Abbrucharbeiten und Schadstoffsanierung
Die Abbrucharbeiten an der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule sind ein zentraler Bestandteil der Sanierungsmaßnahme. Laut Ausschreibungsinformationen, die vom Bezirksamt Pankow ausgeschrieben wurden, umfassen die Arbeiten die Demontage nicht tragender Bauteile sowie die Schadstoffsanierung. Dazu zählen unter anderem: - Demontage freistehender Schornsteine (ca. 26 m hoch) - Abbruch von Akkustikdecken (ca. 2700 m²) - Entfernung von Wandputz (ca. 1190 m²) - Abbruch von Wandfliesen (ca. 1260 m²) - Entfernung von Bunkerdecken aus Betondielen (ca. 425 m²) - Abbruch von Ziegelfensterbänken (ca. 300 m) - Entsorgung mineralischer Abfälle - Ausbau und Lagerung von Türblättern (ca. 120 Stück) - Schadstoffsanierung, einschließlich der Demontage von KMF (krebserregenden) Akustikplatten (ca. 1500 m²) - Ummantelung von Heizleitungen (DN15–100, ca. 850 m) - Abbruch von Estrich mit Phenolhaltigem Kleber (ca. 1760 m²)
Die Schadstoffsanierung erfolgte unter Einhaltung der Vorgaben des Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetzes (BerlAVG) vom 22. April 2020 sowie der Novellierung vom 1. Dezember 2022. Dazu zählen unter anderem die Einhaltung von ILO-Kernarbeitsnormen, Mindeststundenentgelt, Tariftreue, Umweltverträglichkeit, Frauenförderung und Verhinderung von Benachteiligungen. Die Ausschreibung wurde als offenes Verfahren durchgeführt, ohne Beschleunigung.
Neubau der Zweifeldsporthalle
Im Zuge der Sanierung wurde eine neue Sporthalle errichtet, die sich als Meilenstein in der Entwicklung des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums erweisen wird. Die Sporthalle wurde in Stahlbetonbauweise errichtet und besteht aus einem zweigeschossigen Hallenteil sowie einem sechs- bis viergeschossigen Nebenbereich mit Sozial- und Technikräumen. Die Hallenteile sind als „gestapelte“ Zweifeldsporthallen ausgelegt, wobei jede Halle eine Fläche von 22 × 44 Metern und eine Höhe von sieben Metern aufweist.
Die Halle ist barrierefrei erschlossen und über eine direkte Verbindung mit dem Bestandsgebäude in der Pasteurstraße verbunden. Zudem sind die Umkleiden, Sanitär- und Geräteraumflächen zeitgemäß gestaltet und für den Schul- sowie Vereinsbetrieb geeignet. Nach Schulschluss steht das Gebäude umliegenden Sportvereinen zur Verfügung, was eine optimale Nutzung der Ressourcen ermöglicht.
Die Eröffnung der neuen Sporthalle wurde von Dr. Torsten Kühne, Staatssekretär für Schulbau und Schuldigitalisierung, und Jörn Pasternack, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management, begleitet. Beide betonten in ihren Statements, dass die Halle ein Symbol für den Aufbruch in der Bildungsinfrastruktur Pankows sei und einen wichtigen Beitrag zur Bewegungsförderung leiste.
Temporäre Unterrichtsgebäude (Schuldrehscheiben)
Während der Sanierungsarbeiten an der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule wurden temporäre Unterrichtsgebäude genutzt, um den Unterricht fortzuführen. Diese Gebäude, sogenannte Schuldrehscheiben, sind modulare, schnell errichtete Unterrichtsflächen, die flexibel an verschiedenen Standorten eingesetzt werden können.
Die Schuldrehscheiben dienten dazu, die Klassen 7 bis 9 an der Margarete-Sommer-Straße 14 (Standort 3) unterzubringen, während das ehemalige Haupthaus in der Eugen-Schönhaar-Straße 18 saniert wird. Die Klassen 10 bis 12 blieben in der Pasteurstraße 7 (Standort 2), wo der Unterricht fortgeführt wurde. Die Schuldrehscheiben ermöglichen es, den Unterricht ohne langfristige Unterbrechungen fortzuführen und gleichzeitig die Sanierungsarbeiten an den bestehenden Gebäuden durchzuführen.
Die Schuldrehscheiben sind ein bewährtes Instrument im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive. Sie sind so konzipiert, dass sie unterschiedliche Schultypen aufnehmen können und sich durch ihre Flexibilität, Kosteneffizienz und kurze Bauzeiten auszeichnen.
Ökologische und soziale Aspekte
Die Sanierung des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums folgt nicht nur baulichen, sondern auch ökologischen und sozialen Vorgaben. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Schadstoffsanierung und der Entsorgung mineralischer Abfälle gewidmet, wobei Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit im Vordergrund standen.
Ein weiteres Projekt, das im Rahmen der Sanierung realisiert wurde, war die Spende gebrauchter elektronischer Whiteboards an eine ukrainische Partnerstadt, Riwne. Die Whiteboards, die durch die Sanierung überflüssig geworden waren, wurden an Schulen in Riwne gespendet. In der Ukraine, wo viele Schulen aufgrund des Krieges in die Keller verlegt wurden, dienen die Whiteboards sowohl im regulären Unterricht als auch in den Luftschutzräumen. Dieses Vorgehen unterstreicht die soziale Verantwortung, die im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen betrieben wurde.
Projektmanagement und Zusammenarbeit
Die Sanierungsarbeiten an der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule erforderten eine engmaschige Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren, darunter: - Bezirksamt Pankow - Staatssekretariat für Schulbau und Schuldigitalisierung - Schul- und Sportamt Pankow - Generalunternehmer und Lieferanten - Schulgemeinschaft und Elternverein
Die Planung und Durchführung der Maßnahmen erfolgten in mehreren Phasen, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Kommunikation mit den Beteiligten gelegt wurde. Die Schulleitung und das Bezirksamt standen in regem Austausch, um die Bedürfnisse der Schüler und Lehrer zu berücksichtigen und gleichzeitig die baulichen Anforderungen zu erfüllen.
Ein besonderes Projekt im Rahmen der Sanierung war der Ecuador-Austausch, an dem Schülerinnen und Schüler des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums teilnahmen. Diese Erfahrung wurde als Teil der Bildungsarbeit der Schule genutzt und stärkte die internationale Ausrichtung des Gymnasiums.
Ausblick und Bedeutung für die Zukunft
Die Sanierung des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Berliner Schulbauoffensive. Sie zeigt, wie durch eine Kombination aus Sanierung, Erweiterung und temporärer Nutzung von Unterrichtsgebäuden eine nachhaltige und zukunftsorientierte Bildungsinfrastruktur geschaffen werden kann. Die neue Sporthalle, die den Schülern und Sportvereinen zur Verfügung steht, ist ein weiteres Beispiel für den Fokus auf Bewegung und Gesundheit im schulischen Kontext.
Insgesamt hat die Sanierung das Ziel, die Bildungsbedingungen in Pankow nachhaltig zu verbessern und eine Infrastruktur bereitzustellen, die den Anforderungen der Zukunft entspricht. Die Erfahrungen aus diesem Projekt können als Modell für andere Sanierungsmaßnahmen genutzt werden und tragen dazu bei, die Qualitätsstandards im Bildungsbereich zu sichern.
Fazit
Die Sanierung des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums in Berlin-Pankow ist ein komplexes und vielschichtiges Projekt, das sowohl bauliche, ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigt. Die Abbrucharbeiten, Schadstoffsanierung, Neubau der Sporthalle und die Nutzung von Schuldrehscheiben zeigen, wie eine umfassende Sanierungsmaßnahme geplant und durchgeführt werden kann.
Die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren, die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben und die soziale Verantwortung, die im Projekt zum Ausdruck kommt, machen das Projekt zu einem Musterbeispiel für die Berliner Schulbauoffensive. Die Errichtung einer modernen Sporthalle und die Sanierung des bestehenden Gebäudes tragen dazu bei, die Bildungsbedingungen für die Schülerinnen und Schüler in Pankow nachhaltig zu verbessern.
Die Erfahrungen aus diesem Projekt können als Grundlage für zukünftige Sanierungsmaßnahmen dienen und zeigen, wie eine sorgfältige Planung, transparente Kommunikation und ein starker Fokus auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu einem erfolgreichen Ergebnis führen können.
Quellen
- Ausschreibung: Abbrucharbeiten und Schadstoffsanierung
- Eröffnung der neuen Sporthalle am Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium
- Pressemitteilung zur Sanierung des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums
- Die Linke Pankow: Schulen sanieren, neue bauen
- Berliner Kurier: Diese bröckelnden Schulen in Pankow werden saniert
- Schulbauoffensive im Bezirk Pankow
- Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium – Homepage
- Schulstandorte auf der Homepage des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums