Einleitung
Die Sanierung von Schul- und Behinderteneinrichtungen in Fellbach hat in den letzten Jahren sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Stadtrat besondere Aufmerksamkeit erfahren. Ein zentraler Schwerpunkt dieser Sanierungsarbeiten lag in den Sommerferien, in denen die Handwerker in den Schulen das Sagen haben. Besonders auffällig ist in diesem Zusammenhang die Sanierung des Lehrschwimmbeckens und Therapiebads der Rohräckerschule, die im Jahr 2013/14 nach einer umfassenden Renovierung wieder in Betrieb genommen wurde.
Die Rohräckerschule bietet seit der Gründung im Jahr 1975 einen Lehrschwimmbecken und ein Therapiebad an, die über die Jahre intensiv genutzt wurden. Mit der Zeit stellten sich jedoch bauliche und technische Defizite ein, die eine umfassende Renovierung erforderlich machten. Die Sanierungsarbeiten konzentrierten sich auf Sicherheit, Barrierefreiheit, technische Modernisierung und Energieeffizienz.
In diesem Artikel wird detailliert auf die Sanierungsarbeiten an den Schwimmbecken eingegangen, mit Fokus auf die konkreten Maßnahmen, die Ziele der Renovierung und die Auswirkungen auf die Nutzung. Zudem wird der allgemeine Kontext der Sanierungsmaßnahmen in Fellbach erläutert, insbesondere im Hinblick auf die Förderung durch staatliche Programme und die Koordination zwischen städtischen Behörden und privaten Eigentümern.
Sanierungsmaßnahmen am Lehrschwimmbecken und Therapiebad
Die Renovierung des Lehrschwimmbeckens und Therapiebads der Rohräckerschule begann im Jahr 2013 und wurde nach einem Jahr abgeschlossen. Die Arbeiten umfassten eine Reihe von Maßnahmen, die auf die Verbesserung der Sicherheit, Barrierefreiheit und technischen Ausrüstung abzielten.
Rutschfestigkeit und Verletzungsprävention
Ein zentrales Anliegen war die Verbesserung der rutschfesten Flächen. Die Bodenfliesen wurden erneuert und entsprechen nun den aktuell geltenden Vorschriften. Dies ist besonders relevant für die Sicherheit der Schüler, insbesondere bei jungen Kindern und behinderten Schülern, bei denen das Unfallrisiko durch rutschige Böden besonders hoch ist.
Zudem wurden die Wände des Schwimmbeckens aus rostfreiem Edelstahl gefertigt, um das Risiko von Verletzungen durch gesprungene Keramikfliesen zu minimieren. Diese Maßnahme trägt dazu bei, den Schwimmunterricht sicherer zu gestalten und gleichzeitig die Haltbarkeit der baulichen Strukturen zu erhöhen.
Technische Modernisierung
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Modernisierung der Technik. Die Wasseraufbereitung wurde komplett erneuert, sodass eine Fernüberwachung und Wartung rund um die Uhr möglich ist. Dies verbessert die Hygienestandards und ermöglicht eine schnellere Reaktion auf potenzielle Probleme.
Ein weiteres wichtiges Element der technischen Modernisierung war die Erneuerung der Technik des Hubbodens. Der Hubboden kann nun eine Höheneinstellung zwischen 30 cm und 1,35 m ermöglichen. Dies ist insbesondere für die Therapiebehandlungen von großer Bedeutung, da die Höhe des Beckens an die individuellen Bedürfnisse der Schüler angepasst werden kann.
Barrierefreiheit und Zugänglichkeit
Die Sanierung beinhaltete auch bedeutende Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Körperbehinderte Kinder können nun mit Hilfe eines Deckenlifters in einer Sitzschale in das Therapiebad hineingehoben werden. Diese Maßnahme ermöglicht eine bessere Teilhabe an den Therapieaktivitäten und trägt zur Inklusion bei.
Die Duschen und Umkleiden wurden ebenfalls den neuesten Vorschriften entsprechend erneuert und angepasst. Dies verbessert nicht nur die Barrierefreiheit, sondern auch die Nutzungsfreundlichkeit für alle Schüler.
Brandschutz und Fluchtwege
Im Zuge der Sanierung wurden auch die Brandschutzmaßnahmen überarbeitet. Die Fluchtwege für den Bereich des Schwimmbades wurden entsprechend den neuesten Brandschutzvorschriften realisiert. Dies ist ein zentraler Aspekt der Sicherheit, insbesondere in einem Gebäude mit so vielen Schülern und Besuchern.
Energieeffizienz und Wohlfühlklima
Ein weiteres wichtiges Ziel der Sanierung war die Schaffung eines angenehmen Wohlfühlklimas unter wirtschaftlichen Bedingungen. Dazu trug auch eine sorgfältige farbliche Gestaltung der Schwimmhalle bei. Zudem wurde ein energiesparendes Beleuchtungskonzept implementiert, das nicht nur die Energiekosten senkt, sondern auch das Lichtklima im Schwimmbad deutlich verbessert.
Sanierungsziele und pädagogische Relevanz
Die Sanierung des Lehrschwimmbeckens und Therapiebads war nicht nur auf technische und bauliche Verbesserungen ausgerichtet, sondern auch auf die pädagogischen Ziele der Rohräckerschule. Der Schwimmunterricht spielt eine zentrale Rolle in der Förderung behinderter Kinder und bietet zahlreiche therapeutische Vorteile.
Therapeutische Aspekte
Die Arbeit im Wasser hat in der pädagogischen Praxis eine besondere Bedeutung. Der Kontakt mit Wasser kann therapeutisch wirken, Ängste abbauen und einen ersten Zugang zu einer neuen Welt schaffen. Dies gilt insbesondere für Babyschwimmen und andere frühe Formen des Wasserkontakts.
Im Medium Wasser sind Kinder mit Koordinationsstörungen in der Lage, unterstützt durch den Wasserwiderstand, die Koordination von Armen und Beinen in einer Zeitlupenfunktion zu erlernen. Dies ist ein entscheidender Aspekt der physikalischen und motorischen Entwicklung.
Elternbeteiligung
Ein weiteres Ziel des Schwimmunterrichts ist es, die Eltern zu motivieren, durch regelmäßige Schwimmbadbesuche die Lernversuche ihrer Kinder zu unterstützen und diese zusätzlich aufzubauen. Dies fördert nicht nur die Selbstständigkeit der Kinder, sondern auch die Eltern-Kind-Bindung.
Finanzierung und Förderung
Die Sanierungsarbeiten an den Schwimmbecken der Rohräckerschule wurden von der Stadt Fellbach finanziell unterstützt. In einem weiteren Kontext ist festzuhalten, dass die Stadt Fellbach auch andere Sanierungsmaßnahmen in den Sommerferien durchführt, wobei in diesem Jahr insgesamt etwa 135 000 Euro in die Sanierung von Schulgebäuden investiert wurden. Dieser Betrag ist etwas niedriger als in den vorangegangenen Jahren und zeigt, dass die Fellbacher Lerneinrichtungen aktuell in gutem Zustand sind.
Städtebauförderung und Sanierungsprogramme
Die Stadt Fellbach setzt zudem auf verschiedene Sanierungsmaßnahmen in der Stadtplanung, die von staatlichen Förderprogrammen unterstützt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Sanierungsmaßnahme "Vordere Straße", die durch das Programm "Lebendige Zentren" der Städtebauförderung gefördert wird. Ziel ist es, den Ortskern von Fellbach zu stärken und die Wohnqualität zu verbessern.
Ein weiteres Projekt ist die Sanierungsmaßnahme "Ortszentrum Schmiden", die bis 2022 gefördert wurde. Ziel ist die Sicherung und Stärkung des eigenen Charakters des Ortszentrums, die Stärkung des Einzelhandels, die Schaffung von neuem Wohnraum, energetische Gebäudesanierung und die Schaffung von Treffpunkten und Aufenthaltsflächen.
Förderung von privaten Modernisierungsmaßnahmen
Die Stadt Fellbach unterstützt auch private Modernisierungsmaßnahmen durch Förderprogramme. Die Modernisierung privater Gebäude trägt wesentlich zum Gelingen von Sanierungsmaßnahmen bei, da die Eigentümer die Wohnqualität verbessern und damit einen wertvollen Beitrag zur Aufwertung des Wohnumfelds und des Stadtbilds leisten.
Förderfähig sind Baumaßnahmen, die zur Verbesserung der Wohnsituation und des Wohnumfelds führen. Dazu zählen unter anderem die Erneuerung, Modernisierung und Instandsetzung von Gebäuden. Für den Abbruch und die Freilegung von Gebäuden, sofern dies städtebaulichen oder wirtschaftlichen Gründen unterliegt, ist eine Kostenerstattung möglich.
Zusammenhang mit allgemeinen Sanierungsmaßnahmen in Fellbach
Die Sanierung des Lehrschwimmbeckens und Therapiebads der Rohräckerschule ist Teil eines größeren Kontextes von Sanierungsmaßnahmen in der Stadt Fellbach. Die Stadt nutzt die Sommerferien, um in den Schulen umfangreiche Sanierungsarbeiten durchzuführen. In den Sommerferien von 2023 wurden beispielsweise auch in der Albert-Schweitzer-Schule Sanierungsarbeiten durchgeführt, darunter die Sanierung eines Werkraumes für etwa 60 000 Euro und die Installation von neuer Beleuchtung in einem Computerraum für 10 000 Euro.
Große Sanierungsprojekte
Ein weiteres großes Projekt ist die Sanierung des Gustav-Stresemann-Gymnasiums in Schmiden. Hier wird seit drei Jahren sukzessiv verschiedene Stockwerke mit Akustikdecken und neuer Beleuchtung ausgestattet. Die Sanierung umfasst bereits mehrere Treppenhäuser und soll in zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein. Ziel ist es, über 2000 Quadratmeter Deckenfläche zu renovieren, um die Lärmbelästigung zu reduzieren und die Kommunikation in Klassenzimmern, Gängen und Treppenhäusern zu verbessern.
Brandschutzmaßnahmen
Ein besonderes Augenmerk liegt auf Brandschutzmaßnahmen. Beim Gustav-Stresemann-Gymnasium wurden beispielsweise Rauch- und Wärmeabzugssysteme erneuert. Sobald der Brandmelder Alarm auslöst, öffnen sich die Fenster automatisch, damit Qualm möglichst schnell abziehen kann. Die Kosten für diese Maßnahme allein belaufen sich auf etwa 10 000 Euro.
Herausforderungen und zukünftige Pläne
Die Sanierungsarbeiten in Fellbach sind nicht ohne Herausforderungen. Die Förderung durch staatliche Programme läuft in einigen Fällen aus, was den städtischen Planern zusätzliche Planungssicherheit abnimmt. In den Sanierungsgebieten wie "Vordere Straße" und "Eisenbahnstraße" laufen die Arbeiten weiter, auch wenn die Förderung nicht mehr besteht.
Infoveranstaltungen und Kommunikation
Um die Bevölkerung über die Sanierungsmaßnahmen zu informieren, sind Infoveranstaltungen geplant. So ist für das Frühjahr 2025 eine Infoveranstaltung für die Sanierungsmaßnahme "Gewerbegebiet Fellbach West" geplant. Ziel ist es, über die konkreten Beratungs- und Fördermöglichkeiten zu informieren und die Bevölkerung in den Prozess einzubeziehen.
Koordination und Genehmigungsverfahren
Die Stadt Fellbach betont, dass die Sanierungsmaßnahmen nicht isoliert, sondern koordiniert durchgeführt werden müssen. Insbesondere bei Sanierungsgebieten ist die Genehmigungspflicht nach dem Baugesetzbuch (§ 144) besonders wichtig. Vor Erteilung einer Sanierungsgenehmigung darf eine Baugenehmigung nicht erteilt werden. Dies ermöglicht es der Stadt, zu prüfen, ob die Vorhaben und Rechtsvorgänge im Sinne der formulierten Sanierungsziele sind.
Fazit
Die Sanierung des Lehrschwimmbeckens und Therapiebads der Rohräckerschule in Fellbach ist ein Beispiel für die umfassende und zielgerichtete Renovierung von schulischen Einrichtungen. Die Maßnahmen, die durchgeführt wurden, konzentrierten sich auf Sicherheit, Barrierefreiheit, technische Modernisierung und Energieeffizienz. Ziel war es, eine angenehme und sichere Lernumgebung zu schaffen, in der behinderte Schüler und andere Nutzer optimal gefördert werden können.
Diese Sanierung ist nicht isoliert, sondern Teil eines breiteren Kontextes von Sanierungsmaßnahmen in der Stadt. Die Stadt Fellbach setzt auf die Koordination zwischen städtischen Behörden und privaten Eigentümern, um die Wohn- und Arbeitsqualität in der Stadt zu verbessern. Förderprogramme und städtebauliche Maßnahmen tragen dazu bei, die Stadtentwicklung nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.
Mit der Sanierung des Lehrschwimmbeckens und Therapiebads ist es der Stadt gelungen, eine Einrichtung zu schaffen, die sowohl pädagogisch als auch technisch auf dem neuesten Stand ist. Dies unterstreicht die Bedeutung von Sanierungsmaßnahmen in der Stadtplanung und zeigt, wie sie beiträgen können, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.