Die Sanierung der Festhalle Wörth – Akustik, Planung und Zukunftsvisionen

Einführung

Die Festhalle Wörth ist nicht nur ein zentraler Veranstaltungsort im südlichen Rheinland-Pfalz, sondern auch ein architektonisch und akustisch herausragendes Gebäude. Mit ihrer Sanierung ab 2007 hat sich die Stadt Wörth am Rhein auf ein Projekt eingelassen, das bis heute als Meilenstein in der städtischen Kultur- und Freizeitplanung gilt. Die Sanierung, an der auch einer der weltweit führenden Experten für Raumakustik beteiligt war, hat nicht nur die technische Ausstattung der Halle verbessert, sondern auch den Ruf der Festhalle weit über die regionalen Grenzen hinaus gestärkt.

In diesem Artikel werden die Hintergründe, Planungsprozesse, Budgetentwicklungen und technischen Aspekte der Sanierung der Festhalle Wörth detailliert beschrieben. Zudem wird der aktuelle Stand der Planungen zu einem Kombibad und dem Badepark Wörth dargestellt, die eng mit der Nutzung und Entwicklung der Festhalle verbunden sind. Alle Informationen basieren ausschließlich auf den bereitgestellten Quellen, die die Planung, die Beteiligung der Bevölkerung, die Kostenentwicklung und die technischen Spezifikationen abdecken.

Die Sanierung der Festhalle Wörth ab 2007

Hintergrund und Planungsbeginn

Die Sanierung der Festhalle Wörth begann 2007 mit dem Ziel, den Veranstaltungs- und Versammlungsort auf moderne Standards zu bringen. Ein zentraler Aspekt dieser Sanierung war die Akustik, die bereits vor Ort als herausragend wahrgenommen wurde, aber systematisch optimiert werden sollte. Dazu kam die Beratung und Planung durch Jürgen Reinhold, einen der weltweit führenden Experten für Raumakustik. Reinhold war nicht nur für die Sanierung der Festhalle verantwortlich, sondern hatte auch an bedeutenden internationalen Projekten wie dem Sydney Opera House oder der Mailänder Scala mitgearbeitet.

Die Festhalle Wörth war bereits seit 2007 ein Projekt, das auf breite öffentliche und politische Unterstützung stieß. In der Sanierung spielten nicht nur die technischen Aspekte, sondern auch die Nutzung durch Vereine, Schulen und private Veranstaltungen eine Rolle. Die Halle sollte nach der Sanierung nicht nur akustisch überzeugen, sondern auch flexibel genutzt werden können – ob für Konzerte, Theater, Hochzeiten oder Informationsveranstaltungen.

Die Rolle von Jürgen Reinhold in der Sanierung

Jürgen Reinhold war von Anfang an an der Sanierung der Festhalle Wörth beteiligt. Seine Expertise für Raumakustik war entscheidend, um die besondere Klangwirkung der Halle zu optimieren. Reinhold arbeitete eng mit dem Planer Dietrich Oertel zusammen, der als Projektleiter für die Sanierung verantwortlich war.

Reinhold ist bekannt für seine Arbeit an historischen Opernhäusern in Italien. Fast alle diese Bauten wurden unter seiner Leitung akustisch überarbeitet und haben sich als Meilensteine erwiesen. In der Festhalle Wörth wurde erstmals in der Region ein Projekt realisiert, das auf dieser internationalen Expertise basierte. Die Sanierung war nicht nur technisch, sondern auch kulturell bedeutend – sie unterstrich die Qualität der Veranstaltungen in der Halle und machte sie auch für internationale Künstler attraktiv.

Ein weiteres Detail ist, dass Reinhold auch im Sydney Opera House gearbeitet hatte. Dieser Hintergrund unterstreicht die Bedeutung seiner Arbeit an der Festhalle Wörth – eine Kombination aus internationaler Erfahrung und regionaler Verankerung.

Technische Ausstattung und Flexibilität

Nach der Sanierung wurde die Festhalle Wörth mit modernster Technik ausgestattet, die es ermöglicht, Veranstaltungen unterschiedlichster Art optimal abzuhalten. Besonders hervorzuheben ist die Flexibilität der Halle, die es ermöglicht, die Ausstattung je nach Veranstaltungsart zu variieren. So können Konzerte, Theateraufführungen, Hochzeiten und Informationsveranstaltungen gleichermaßen bestens abgehalten werden.

Die Sanierung brachte auch eine optimierte Lichttechnik, eine neu konzipierte Bühnentechnik und verbesserte Schallausbreitungsbedingungen mit sich. All diese Aspekte trugen dazu bei, dass die Festhalle Wörth zu einem Veranstaltungsort mit hohem Qualitätsstandard wurde.

Der Planungsprozess für das Kombibad und den Badepark

Hintergrund und Zielsetzung

Die Sanierung der Festhalle Wörth stand in einem breiteren Kontext der städtischen Planungen – insbesondere hinsichtlich der Entwicklung des Badeparks Wörth. Schon 2016 hatte der Stadtrat Wörth am Rhein beschlossen, ein Kombibad mit Hallenbad und Sauna am Standort des Badeparks zu konzipieren. Dieser Beschluss war das Ergebnis umfangreicher Untersuchungen, die die Veraltung des bestehenden Hallenbades und die Notwendigkeit einer umfassenden Sanierung erkannten.

Ziel war es, ein multifunktional genutzbares Schwimm- und Erholungszentrum zu schaffen, das sowohl für Vereine als auch für Privatpersonen attraktiv ist. Gleichzeitig sollte der bestehende Badepark saniert und attraktiver gestaltet werden, um die Nutzung über die Saison hinaus zu ermöglichen.

Die Budgetentwicklung und Finanzierung

Die Finanzierung des Kombibadprojekts war ein zentraler Aspekt der Planung. Bereits 2017 wurde ein Pflichtenheft erarbeitet, das die Anforderungen an das Kombibad definierte. Die voraussichtlichen Kosten wurden anhand des Baupreisindexes 2016/2017 auf 17,8 Millionen Euro geschätzt. Diese Kalkulation beinhaltete allerdings keine optionalen Sonderwünsche außerhalb des Pflichtenhefts.

Bereits im 2. Halbjahr 2021 wurde ein Budgetanpassung beschlossen, da die Kosten durch den steigenden Baupreisindex erheblich angestiegen waren. Das Budget wurde von 12,9 Millionen Euro (2016/17) auf 18,2 Millionen Euro angepasst. Die Sanierung des Badeparks blieb mit 4,9 Millionen Euro unverändert. Insgesamt beträgt das aktuelle Gesamtbudget 23,1 Millionen Euro.

Die Finanzierung fiel jedoch nicht leicht. Die Stadt Wörth hatte ursprünglich hoffen, dass der Kreis Germersheim sich an der Sanierung beteiligen würde. Allerdings beschloss der Kreistag die hälftige Beteiligung nicht, so dass die finanzielle Last vollständig auf der Stadt Wörth liegt. Dies führte zu einer harten Kritik aus der Politik, da die Bäderlandschaft von Wörth kreisweit Bedeutung hat.

Planungsstand und Beteiligung

Der Planungsprozess für das Kombibad war von Anfang an eng mit der Beteiligung der Bevölkerung verbunden. Schon 2017 war ein Pflichtenheft entstanden, das die Anforderungen der Nutzer abdeckte. Seit dem 1. Quartal 2022 ist ein Arbeitskreis Bäderkonzept aktiv, der aus Vertretern der politischen Fraktionen, der Grund- und Fortführenden Schulen sowie aktiven Vereinen besteht.

Die Arbeit des Arbeitskreises erfolgt in monatlichen Jourfixen, in denen der Fortschritt der Planung transparent gemacht wird. Dieser Prozess ist ein Beispiel für die demokratische Beteiligung in der Planung städtischer Infrastruktureinrichtungen und trägt dazu bei, die Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung zu stärken.

Zur Planung beauftragte die Stadt Wörth fachliche Planer, darunter das Ing.-Büro Martens & Puller für Tragwerksplanung und das Ing.-Büro Kannewischer für Technische Gewerke. Diese Planer wurden im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens ausgewählt und in der Stadtratssitzung am 06. Juli 2021 beauftragt.

B-Planverfahren und Architektenwettbewerb

Ein zentraler Schritt im Planungsprozess war das vorhabenbezogene B-Planverfahren, das im 2. Halbjahr 2018 begonnen wurde. Dieses Verfahren ist notwendig, um den Bebauungsplan des Badeparks anzupassen und die Planung für das Kombibad zu ermöglichen. Ebenso wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt, um die beste Lösung für das Kombibad zu finden.

Für die Durchführung des B-Planverfahrens wurde das Planungsbüro BBP aus Kaiserslautern beauftragt, für den Architektenwettbewerb das Architekturbüro Hille aus Mainz. Beide Verfahren begannen 2018 und führten zu einer umfassenden Planung, die in den städtischen Gremien beraten und beschlossen wurde.

Die Ergebnisse des B-Planverfahrens und des Architektenwettbewerbs flossen in die offizielle Planung ein, die in den Jahren 2020 und 2021 in den städtischen Gremien beschlossen wurde. Die Änderung des Flächennutzungsplanes und der Bebauungsplan wurde am 29. Juli 2021 durch die Kreisverwaltung Germersheim genehmigt und am 18. Juli 2021 durch die Stadt Wörth am Rhein in Kraft gesetzt.

Klimawandel und Klimaanpassung in Wörth

Die Themen Klimawandel und Klimaanpassung sind auch in Wörth in den Fokus gerückt. Eine Ausstellung im Jahr 2023 in der Festhalle Wörth stellte das erste Klimaanpassungskonzept des Landkreises Germersheim vor. In dieser Ausstellung wurden konkrete Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vorgestellt, darunter auch die Rolle von Stadtnatur und Begrünung.

Ein weiterer Fokus lag auf der Tigermücke, die in der Region aufgrund des Klimawandels vermehrt vorkommt. Die Ausstellung wurde ergänzt durch Informationen des Bundesamtes für Naturschutz und der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS).

Die Ausstellung war nicht nur informativ, sondern auch interaktiv, was besonders für die breite Öffentlichkeit attraktiv war. Sie fand am 5. Juni 2023 statt und war Teil der Bemühungen, die Bevölkerung über die Auswirkungen des Klimawandels zu informieren.

Fazit

Die Sanierung der Festhalle Wörth ab 2007 war ein Projekt, das nicht nur technisch, sondern auch kulturell und sozial bedeutsam war. Die Einbindung eines der weltweit führenden Experten für Raumakustik, Jürgen Reinhold, machte die Festhalle zu einem modernen Veranstaltungsort mit internationaler Qualität. Gleichzeitig war die Sanierung eng verbunden mit den Planungen für ein neues Kombibad und eine Sanierung des Badeparks.

Die Planung des Kombibades war ein komplexer Prozess, der sowohl technische als auch politische Herausforderungen beinhaltete. Die Budgetentwicklung und die Finanzierung durch die Stadt Wörth alleine führten zu kritischen Diskussionen. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Beteiligung der Bevölkerung und die transparente Planung entscheidende Faktoren für die Akzeptanz des Projekts waren.

Die Festhalle Wörth ist heute nicht nur ein Ort für kulturelle und gesellschaftliche Events, sondern auch ein Symbol für die Zukunftsfähigkeit der Stadt Wörth am Rhein. Sie steht für Innovation, Flexibilität und Qualität, die in der Region selten zu finden sind.

Quellen

  1. Bäderkonzept der Stadt Wörth
  2. Festhalle Wörth – Akustik und Kultur
  3. Klimawandel in Wörth – Ausstellung in der Festhalle
  4. Bäderkonzept der SPD Wörth
  5. Festhalle Wörth – Veranstaltungsort

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