Sanierung und Erweiterung der Infrastruktur am Frankfurter Flughafen – Der Fokus auf den Regionalbahnhof

Die Sanierung und Erneuerung von Infrastrukturkomponenten am Frankfurter Flughafen ist ein zentraler Aspekt, um den Anforderungen eines internationalen Drehkreuzes in der Zukunft gerecht zu werden. Besonders der Regionalbahnhof, der in den vergangenen Jahren bereits mehrfach umgebaut wurde, ist in den Fokus der Baumaßnahmen gerückt. Im Rahmen der Gesamtsanierung des Flughafens sind nicht nur die Bahnhöfe, sondern auch Rollbahnen, Entrauchungssysteme und Schienenanbindungen in den Blick genommen worden. Die Herausforderung liegt in der Sicherstellung der Betriebskontinuität, der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften und der Optimierung des Verkehrsflusses. In diesem Artikel werden die relevanten Sanierungsmaßnahmen, die Planung und technischen Herausforderungen, aber auch die zukünftige Entwicklung im Kontext der Schienenanbindung erläutert.

Der Regionalbahnhof – Herzstück der Verkehrsinfrastruktur

Der Regionalbahnhof des Frankfurter Flughafens ist ein Schlüsselbestandteil der Verkehrslogistik. Er wird täglich von etwa 50.000 Reisenden genutzt und spielt eine entscheidende Rolle im regionalen und überregionalen Personenverkehr. Nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2024 ist der Bahnhof umfassend saniert worden, wobei die Arbeiten im laufenden Betrieb durchgeführt wurden. Die Investitionssumme belief sich auf rund 13,5 Millionen Euro, wodurch die Anpassung an moderne Standards ermöglicht wurde. Die Sanierung umfasste nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch die Optimierung von Brandschutz- und Entrauchungssystemen. CANZLER war an der Planung und Umsetzung beteiligt und integrierte die Anforderungen des Brandschutzkonzepts in die Bestandsbauwerke. Zwei neue Entrauchungszentralen wurden errichtet, um die Sicherheit im Bahnhof zu gewährleisten, ohne die laufenden Operationen zu stören.

Brandschutz und Entrauchungssysteme

Die Integration moderner Entrauchungssysteme ist ein zentraler Aspekt bei der Sanierung von Bahnhöfen. Der Regionalbahnhof des Frankfurter Flughafens ist ein unterirdisches, dreigleisiges Objekt mit einem hohen Verkehrsaufkommen von ca. 300.000 Fahrgästen täglich. CANZLER übernahm die Planung und Umsetzung der Entrauchungslösung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Dabei waren Interimsmaßnahmen erforderlich, um die Sicherheit während der Bauphase zu gewährleisten. Die Planung umfasste den Umbau bestehender technischer Installationen und die Errichtung von zwei neuen Entrauchungszentralen. Die Koordination zwischen Fraport und der Deutschen Bahn war entscheidend, um die Funktion der Bahnhofsbereiche während der Sanierung aufrechtzuerhalten.

Technische Herausforderungen

Eine der größten Herausforderungen bei der Sanierung des Regionalbahnhofs lag in der Bewältigung der baulichen Einschränkungen. Der Bahnhof selbst ist unterirdisch gelegen, was zusätzliche Komplexitäten in der Planung und Ausführung schafft. Die Entrauchungssysteme müssen so dimensioniert sein, dass sie im Falle eines Brandes ausreichend Rauchentwicklung ableiten können, ohne die Evakuationswege zu blockieren. Gleichzeitig ist die Funktion der Bahnhofsanlagen – wie Bahnsteige, Tunnels und Wartebereiche – während der Bauphase sicherzustellen. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren, darunter Fraport, der Deutschen Bahn und den Planungsbüros, war daher unerlässlich.

Sanierung der Rollbahnen – Technische Grundlagen

Neben den Bahnhöfen ist auch die Sanierung der Flughafenteile, insbesondere der Rollbahnen, ein zentraler Baustein der Modernisierung. Dorsch Engineers GmbH übernimmt die Planung für die Sanierung der Rollbahnen im Westbereich des Frankfurter Flughafens. Ziel der Maßnahme ist es, die Rollbahn L zwischen L10 und L21 sowie die Rollbahnen N16, L16 und M28 grundhaft zu sanieren. Die Fläche beträgt ca. 115.000 m² in Asphaltbauweise und ca. 10.000 m² in Betonbauweise. Die Sanierung ist so geplant, dass die Rollbahnen den Anforderungen an Tragfähigkeit und Ebenheit für mindestens 20 Jahre gerecht werden. Zudem wird die Befeuerung der Rollbahnen gemäß den anerkannten Regeln der Technik angepasst.

Befeuerung und Sicherheit

Die Befeuerungssysteme der Rollbahnen sind entscheidend für die Sicherheit und den reibungslosen Betrieb. In dem Zuge der Sanierung ist eine Ertüchtigung der Befeuerungsanlagen auf LED-Technik und Einzellampensteuerung geplant. Zudem wird eine redundante TXC-Stromkreisführung eingeführt, um die Zuverlässigkeit der Systeme zu erhöhen. Diese Maßnahmen sind in Übereinstimmung mit den Vorgaben der EASA (European Union Aviation Safety Agency) und ICAO (International Civil Aviation Organization). Die Sanierung umfasst auch den Einbau von ca. 100 Großschächten, die für die Wartung und Inspektion der Rollbahninfrastruktur erforderlich sind.

Projektorganisation und Umsetzung

Die Planung der Sanierungsmaßnahmen umfasst die kompletten Leistungsphasen nach HOAI (Hochbauordnung der Ingenieurkammer), von der Grundlagenermittlung bis zur Bauüberwachung. Besondere Leistungen wie die Bestandsüberprüfung, die Überprüfung der Bestandsdokumentation und die Erstellung von Bestandsplänen sind Teil des Projekts. Die Bauüberwachung erfolgt vor Ort, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften und den reibungslosen Ablauf der Arbeiten gelegt wird. Die Sanierungsarbeiten sind in den Jahren 2018 bis 2020 durchgeführt worden, wobei der Fokus auf die langfristige Stabilität und Funktionstüchtigkeit der Rollbahnen lag.

Schienenanbindung – Zukunft der Verkehrsanbindung

Ein weiterer Schwerpunkt der Infrastrukturplanung am Frankfurter Flughafen ist die Schienenanbindung. Insbesondere das neue Terminal 3 wird in den Fokus gestellt. Die Planung der nördlichen Anbindung der Neubaustrecke zielt darauf ab, den Umstieg am Flughafen Regionalbahnhof (Terminal 1) zu umgehen, um die Fahrzeit zu optimieren und den Regionalbahnhof zu entlasten. Aus südlicher Richtung wird der Flughafen ebenfalls direkt erreicht, sodass der Umstieg an der Haltestelle Frankfurt am Main Stadion entfallen kann.

Technische Planung und Umsetzung

Die neue Verbindung zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und Terminal 3 erfolgt über eine zweigleisige Strecke, die unterirdisch in einem Tunnel verläuft. Die Planung beinhaltet zudem eine Ausfädelung der S-Bahn-Linie S7 im 15-Minuten-Takt zwischen den Bahnhöfen Zeppelinheim und Walldorf. Die neue Station „Terminal 3“ wird zudem stündlich mit der RegionalExpress-Linie RE70 angebunden. Die Planung legt einen starken Fokus auf die Einhaltung von Naturschutzvorschriften, insbesondere in Bezug auf Querungen von Trinkwasserschutz- und FFH-Gebieten. Diese Aspekte werden in Planungsraumanalysen und Verträglichkeitsprüfungen berücksichtigt.

Inbetriebnahme und Zukunftsperspektiven

Die Inbetriebnahme der Schienenanbindung ist für das Jahr 2030 geplant. Der Neubau von Terminal 3, der für 2026 vorgesehen ist, wird sukzessive den Verkehr abwickeln, der bisher über Terminal 2 abgebildet wurde. Mit einer Kapazität von ca. 19 Millionen Passagieren pro Jahr ist Terminal 3 in der Lage, als Ausweichmöglichkeit während der Sanierung von Terminal 2 zu dienen. Langfristig ist zudem eine Integration von Terminal 1 und Terminal 2 geplant, um den Betrieb effizienter zu gestalten. Dies könnte insbesondere Lufthansa und den Airlines der Star Alliance zugutekommen, die Terminal 1 als Hauptdrehkreuz nutzen.

Die Sky-Line-Bahn – Eine Schlüsselinnovation

Ein weiteres Projekt, das in den Fokus rückt, ist die Sky-Line-Bahn, die das neue Terminal 3 mit dem bestehenden Schienennetz verbindet. Die Regierung von Hessen hat die Inbetriebnahme dieser fahrerlosen Bahn genehmigt, was einen wichtigen Meilenstein in der Infrastrukturplanung darstellt. Die Sky-Line-Bahn verkehrt auf einer eigenen Trasse zwischen dem Fern- und Regionalbahnhof sowie Terminal 3. Die Fahrtzeit beträgt ca. acht Minuten, und die Taktfrequenz liegt bei zwei Minuten. Die Kapazität beträgt über 4.000 Fahrgäste pro Stunde und Richtung, wobei Anschlusszeiten von 45 Minuten ermöglicht werden.

Technische Details

Die Strecke der Sky-Line-Bahn umfasst 5,6 Kilometer und verläuft von einer neuen Station am Terminal 1 über Terminal 2 entlang der Autobahn A5 bis zum Terminal 3. Die Bahn erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. Die Route wechselt mehrfach die Ebene, wobei die Strecke zwischen Terminal 1 und 2 in Hochlage verläuft, entlang der Autobahn ebenerdig. Die Vernetzung mit dem bestehenden Bahnsystem ist technisch umgesetzt, sodass Passagiere zwischen beiden Systemen umsteigen können. Die Sky-Line-Bahn wird voraussichtlich im April 2026 in Betrieb gehen.

Fazit

Die Sanierung und Erweiterung der Infrastruktur am Frankfurter Flughafen ist ein komplexes Vorhaben, das sich auf mehrere Ebenen erstreckt: von der Sanierung des Regionalbahnhofs über die Erneuerung der Rollbahnen bis hin zur Planung und Umsetzung der Schienenanbindung. Jedes Projekt hat spezifische Anforderungen an Planung, Sicherheit und Koordination. Die Zusammenarbeit zwischen Fraport, der Deutschen Bahn, Planungsbüros und Auftragnehmern war entscheidend, um die verschiedenen Baumaßnahmen im laufenden Betrieb durchzuführen. Die Investitionen in moderne Brandschutz- und Entrauchungssysteme, LED-Befeuerung und Schienenanbindung sichern nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Effizienz und Zukunftsfähigkeit des Frankfurter Flughafens. Mit der Inbetriebnahme des Terminal 3 und der neuen Schienenanbindung ist der Flughafen bestens gerüstet, um den Anforderungen des internationalen Luftverkehrs der Zukunft zu begegnen.

Quellen

  1. Sanierung des Regionalbahnhofs am Frankfurter Flughafen
  2. Sanierung Rollbahnen West am Frankfurter Flughafen
  3. SPNV-Anbindung des Fluggast-Terminal 3 am Frankfurter Flughafen
  4. Fraport stoppt Terminal 1-Projekt und plant Generalsanierung von Terminal 2
  5. Entrauchung am Regionalbahnhof des Frankfurter Flughafens
  6. Anbindung Terminal 3 am Frankfurter Flughafen
  7. Genehmigung der Sky-Line-Bahn zum Terminal 3

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