Der Paulussaal in Freiburg: Ein Kultur- und Veranstaltungsort nach 20 Monaten umfassender Sanierung

Einführung

Der Paulussaal in Freiburg ist ein historisches Kulturdenkmal, das nach einer umfassenden Sanierung und Modernisierung in den Jahren 2016 bis 2018 in neuem Glanz erstrahlt. Der Saal, der 1907 erbaut wurde, beherbergte in seiner Geschichte nicht nur kirchliche Veranstaltungen, sondern auch Konzerte, Kabarett, Parteitage und sogar Boxkämpfe. Nach 111 Jahren setzte sich die Evangelische Stadtmission Freiburg für eine umfassende Renovierung ein, um den Saal an die heutigen Anforderungen anzupassen.

Die Sanierung kostete insgesamt acht Millionen Euro. Ziel war es, den Saal barrierefrei zu gestalten, Brandschutzanforderungen zu erfüllen und technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Zudem wurden Dach und Glockenstuhl saniert, neue Künstlergarderoben geschaffen, eine moderne Bühne eingebaut und sämtliche öffentlichen Bereiche barrierefrei erschlossen. Im Zuge des Umbaus wurden zudem 120 Sitzplätze abgebaut, um die neue Sicherheitsregulierung hinsichtlich Sitzabständen und -breiten einzuhalten.

Die Eröffnung des sanierten Paulussaals fand im Februar 2018 statt und wurde mit einem bunten Programm aus Konzerten, Workshops, Vorträgen, und kulturellen Highlights begangen. Die Veranstaltungen zeigten die Vielseitigkeit des Saals – von Jazz und Chor bis hin zu wissenschaftlichen Slams und kreativen Workshops. Der Saal ist heute nicht nur ein Ort für kirchliche und kulturelle Veranstaltungen, sondern auch für wissenschaftliche Events und Festveranstaltungen.

Die Geschichte des Paulussaals

Der Paulussaal ist seit seiner Erbauung im Jahr 1907 ein zentraler Ort in Freiburg. In den frühen Jahrzehnten war er der Sitz der diakonischen Arbeit der Evangelischen Stadtmission. In dieser Zeit diente der Saal als Zentrale und Veranstaltungsort für religiöse sowie soziale Aktivitäten. Traditionelle Veranstaltungen, wie Weihnachtsfeiern für Bedürftige und der Bazar der Stadtmission, fanden hier statt.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Paulussaal jedoch auch zu einem vielseitigen Kultur- und Veranstaltungsort außerhalb kirchlicher Kontexte. Er beherbergte Konzerte, Kabarett, Parteitage, Modeschauen und Boxkämpfe. Diese Vielfalt spiegelt die dynamische Rolle des Saals in der städtischen Kulturgeschichte wider.

Doch im Zuge der Jahrzehnte stiegen die Anforderungen an die baulichen Strukturen, Sicherheit und Technik. Die ursprüngliche Architektur war nicht mehr für moderne Veranstaltungstechnik, Brandschutz oder Barrierefreiheit geeignet. Eine umfassende Sanierung war notwendig, um den Saal für die Zukunft fit zu machen.

Sanierung und Modernisierung

Kosten und Finanzierung

Die Sanierung des Paulussaals und der benachbarten Pauluskirche kostete insgesamt acht Millionen Euro. Diese Investition war notwendig, um den Saal an die heutigen Anforderungen anzupassen. Die Kosten beinhalteten die Sanierung von Dach und Glockenstuhl, die Modernisierung der Veranstaltungstechnik, die barrierefreie Erschließung der Räume und die Anpassung an Brandschutzvorschriften.

Die Sanierung wurde in 20 Monaten durchgeführt, was bedeutet, dass die Arbeiten aufgrund der Komplexität des Projekts über zwei Jahre andauerten. Der Umbau fand in mehreren Phasen statt, wobei die wichtigsten baulichen und technischen Arbeiten parallel durchgeführt wurden. Der Saal war während dieser Zeit nicht für Veranstaltungen nutzbar.

Baumaßnahmen und Neugestaltung

Im Zuge der Sanierung wurden sämtliche Räume überarbeitet oder neu gestaltet. Der Dachbereich und der Glockenstuhl wurden saniert, was eine Herausforderung darstellte, da historische Elemente erhalten werden mussten. Zudem wurden neue Räume geschaffen, die den Anforderungen der heutigen Zeit entsprechen. Dazu zählen modernisierte Künstlergarderoben, eine neue Bühne und ein aktualisiertes Licht- und Tontechniksystem.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Barrierefreiheit. Alle öffentlichen Bereiche wurden barrierefrei erschlossen, was den Zugang für Menschen mit Behinderungen deutlich verbesserte. Zudem wurde eine Induktionsschleife für gehörlose Besucher installiert. Diese Maßnahmen entsprechen den heutigen gesetzlichen Anforderungen und ermöglichen einen besseren Zugang für alle.

Zudem wurde der Paulushof neu gestaltet. Der Hof dient heute nicht nur als Parkplatz für Veranstalter, sondern auch als Veranstaltungsfläche für Outdoor-Events. Die Außenfassade des Saals wurde ebenfalls saniert, wodurch das Erscheinungsbild des Gebäudes deutlich aufgewertet wurde.

Technische Modernisierung

Die Technik im Paulussaal wurde komplett erneuert. Sämtliche Licht- und Tontechnik wurde durch moderne Anlagen ersetzt, die nicht nur leistungsstärker, sondern auch flexibler sind. Veranstalter müssen daher nicht mehr zusätzliche Ausrüstung mitbringen, was die Planung und Durchführung von Events vereinfacht.

Ein weiteres Plus der Sanierung ist die Schallschutzverbesserung. Die Fenster wurden so modernisiert, dass sie deutlich schalldichter sind als zuvor. Zudem wurden schallgeschützte Räume geschaffen, die es ermöglichen, auch lautere Konzerte zu veranstalten, ohne die Anwohner zu stören.

Die Eröffnung und erste Veranstaltungen

Eröffnungswochenende 2018

Das offizielle Eröffnungswochenende fand am 3. und 4. Februar 2018 statt und zeigte die Vielfalt, die der sanierte Paulussaal zu bieten hat. Das Programm umfasste Konzerte, Vorträge, Theater, Tanznächte, wissenschaftliche Slams, Kinderevents und vieles mehr. Die Veranstaltungen wurden kostenfrei angeboten, und der Eintritt war an beiden Tagen frei.

Ein Höhepunkt war der Science Slam, bei dem Wissenschaftler ihre Arbeit in spannender Form präsentierten. Zudem fanden Jazz- und Popchor-Veranstaltungen, eine Ladies-Crime-Night und eine Tango-Nacht statt. Für Kinder standen ein Erlebnisparcours, Kinderschminken und ein Märchentheater bereit.

Am Sonntag fand ein Festgottesdienst mit dem evangelischen Dekan Markus Engelhardt statt, gefolgt von einem Mittagessen im Paulussaal. Das Eröffnungswochenende zeigte, dass der Paulussaal nicht nur als Kultur- und Veranstaltungsort, sondern auch als Ort für Glaube und Wissenschaft genutzt werden kann.

Veranstaltungsprogramm nach der Sanierung

Nach der Sanierung nahm der Paulussaal im Januar 2018 wieder seinen Veranstaltungsbetrieb auf. Die Albert-Konzerte, die in der Vergangenheit dort veranstaltet wurden, kehrten zurück. Zudem wurden auch neue Veranstaltungen gebucht, wobei bis zu 50 Termine im Jahr geplant waren. Allerdings war der Saal nicht voll ausgelastet, was auf das Limit der Räume und die Herausforderungen im Hinblick auf Erreichbarkeit und Parkplatzsituation zurückzuführen ist.

Der Paulussaal ist heute ein vielseitiger Ort, der nicht nur kirchliche Veranstaltungen beherbergt, sondern auch kulturelle, wissenschaftliche und gesellschaftliche Events. Veranstalter loben die professionelle Betreuung und die technische Ausstattung. Zudem ist der Saal als Veranstaltungsort für Festveranstaltungen, wie z. B. die "Bürgerschaftliche Engagement 2024", von besonderem Interesse.

Herausforderungen bei der Nutzung

Parkplatzsituation

Ein Problem, das auch nach der Sanierung besteht, ist die Parkplatzsituation. Der Paulussaal befindet sich direkt an der Bundesstraße B31, was es schwierig macht, ausreichend Parkplätze in der Nähe anzubieten. Der Hof beherbergt nur sechs Parkplätze, die ausschließlich für Veranstalter vorgesehen sind. Für die Besucher ist es daher oft nötig, in die umliegenden Parkhäuser auszuweichen.

Die Evangelische Stadtmission sieht die Parkplatzsituation nicht als großes Problem. Norbert Aufrecht, Geschäftsbereichsleiter der Evangelischen Stadtmission, begründet dies damit, dass die Freiburger gewohnt sind, nicht mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Zudem sei der Paulussaal gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Trotzdem wird erwogen, in Zukunft eine Tiefgarage unter dem Saal zu bauen, was jedoch aufgrund der Kosten nicht umgesetzt wird. Die Stadtmission betont, dass die Erreichbarkeit durch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ausreichend ist.

Sichtbarkeit und Werbung

Ein weiteres Thema ist die Sichtbarkeit des Paulussaals. Der Saal ist relativ unscheinbar und strahlt nicht nach außen. Besonders für auswärtige Besucher ist es daher schwierig, das Gebäude als Veranstaltungsort zu erkennen. Um dies zu ändern, wird an der Straße Werbung angebracht, und die Fassade wird weiter saniert.

Die Veranstalter loben den Saal als preisgünstigen Ort, der durch seine historische Bedeutung und die technische Ausstattung überzeugt. Zudem ist die Betreuung durch das Management und die Facilitymanager vor Ort als professionell und zuvorkommend beschrieben.

Fazit

Der Paulussaal in Freiburg ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie historische Gebäude durch eine sorgfältige Sanierung und Modernisierung in die Zukunft überführt werden können. Nach 20 Monaten Bauzeit und acht Millionen Euro Investition ist der Saal heute ein multifunktionaler Veranstaltungsort, der sowohl kirchliche als auch kulturelle, wissenschaftliche und gesellschaftliche Events beherbergt.

Die Sanierung hat es ermöglicht, den Saal barrierefrei zu gestalten, Brandschutzanforderungen zu erfüllen und moderne Technik zu installieren. Zudem wurde die Sichtbarkeit des Ortes verbessert, und der Veranstaltungsbetrieb hat sich nach der Sanierung erfolgreich wieder etabliert.

Trotz der Herausforderungen bei der Erreichbarkeit und Parkplatzsituation bleibt der Paulussaal einzigartig in seiner Größenordnung und bietet eine Vielfalt an Programmen, die für verschiedene Zielgruppen attraktiv ist. Der Saal ist nicht nur ein Kultur- und Veranstaltungsort, sondern auch ein Symbol für die Integration von Glaube, Wissenschaft und Kultur in der Stadt Freiburg.

Mit seiner langen Geschichte, seiner kulturellen Bedeutung und seiner technischen Ausstattung bietet der Paulussaal einen inspirierenden Raum für Veranstaltungen, die sowohl historische Werte als auch moderne Anforderungen berücksichtigen.

Quellen

  1. Runderneuerung nach 111 Jahren: Der Paulussaal in Freiburg
  2. Eröffnungswochenende im Paulussaal: Glaube trifft auf Kultur und Wissenschaft
  3. Aktuelle Meldungen vom Paulussaal
  4. Fotos: Pauluskirche und Paulussaal werden saniert
  5. Update für Besucherinnen vom 24. November 2021
  6. Website des Paulussaals

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