Die Sanierung des Frankfurter Kaiserdoms: Ein Meilenstein der Denkmalspflege bis Sommer 2017

Die Sanierung des Frankfurter Kaiserdoms St. Bartholomäus ist nicht nur eine technische, sondern auch eine historische Herausforderung. Mit einem Investitionsvolumen von rund 6,5 Millionen Euro und einem Fertigstellungstermin im Sommer 2017, ist das Projekt ein zentraler Meilenstein in der Erhaltung dieses bedeutenden Baudenkmals. Der Dom, der als Wahl- und Krönungsort der deutschen Könige und Kaiser von großer historischer Bedeutung ist, benötigt umfangreiche Arbeiten an Dach und Fassade, um seine Stabilität und architektonische Authentizität zu bewahren. Die Sanierung wird in mehreren Phasen durchgeführt, wobei das Nordquerhaus, das Langhaus und das Südquerhaus nacheinander bearbeitet werden. Die Arbeiten, geleitet vom Dombaumeister Robert Sommer, erfordern sorgfältige Planung, historische Recherche und technische Präzision.

Die historische und architektonische Bedeutung des Frankfurter Doms

Der Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus zählt zu den ältesten Baudenkmälern der Stadt. Seine Baugeschichte reicht bis ins 7. Jahrhundert zurück und endete Anfang des 16. Jahrhunderts. Der Dom hat nicht nur religiöse, sondern auch politische Bedeutung: Er war der Ort, an dem deutsche Könige und Kaiser gewählt und gekrönt wurden. Dieser historische Aspekt macht den Dom zu einem unverzichtbaren Teil der Stadtgeschichte Frankfurts und erklärt auch, warum seine Erhaltung von besonderer Bedeutung ist.

Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) betonte dies in mehreren Verlautbarungen, darunter die Aussage, dass die Sanierung eine „Investition in das Gedächtnis unserer Stadt“ sei. Der Dom ist somit nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein historisches Zeugnis, das für die kulturelle Identität der Stadt steht.

Die Verantwortung für die Erhaltung des Doms liegt seit 1803 bei der Stadt Frankfurt. Dies geht zurück auf die Säkularisation, als die Kirchen und Klöster in der Frankfurter Innenstadt an die Stadt fielen. Die Stadt übernimmt nicht nur die finanzielle Verpflichtung, sondern auch das moralische Anliegen, das Baudenkmal in einem gutem Zustand zu bewahren.

Die Ausgangssituation: Warum eine Sanierung nötig wurde

Die Dach- und Fassadensanierung des Frankfurter Doms war aufgrund von altersbedingten Schäden und mangelhaften Nachkriegsreparaturen notwendig. Das Dach des Doms wurde zuletzt in den Jahren 1950/51 nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges provisorisch repariert. Dabei wurden Schiefernägel verwendet, die zu kurz waren. Diese Maßnahme erwies sich im Laufe der Jahrzehnte als unzureichend und führte zu undichten Stellen, die durch provisorische Dachpappen behoben wurden. Die Folge: ein Dach, das keine langfristige Stabilität mehr gewährleisten konnte.

Dass eine umfassende Sanierung notwendig wurde, erkannte man bereits in den frühen 2000er Jahren. Zwischen 2003 und 2005 wurde bereits der Hochchor und die beiden Dachreitertürme saniert. Damals entstanden Kosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro, was bereits auf die Dimension der Aufgabe hindeutete. Doch auch diese Arbeiten waren nur ein Teil der notwendigen Maßnahmen. Das Dach des Langhauses, der beiden Querhäuser und der gesamten Fassadenstruktur benötigten eine tiefgehende Überarbeitung.

Dombaumeister Robert Sommer betont in mehreren Interviews, dass es sich bei den Arbeiten nicht um „normales Bauen“ handelt. Bei der Sanierung von Denkmälern stoße man unweigerlich auf Überraschungen und Hindernisse, die vorab nicht kalkulierbar seien. Dies war auch bei der aktuellen Sanierung der Fall. So stellte sich heraus, dass die hölzerne Dachverkleidung über dem Dachstuhl am Nordquerhaus marode war und aufwändig erneuert werden musste, was die ursprünglich geplanten drei Jahre Bauzeit überstieg.

Die Planung und Durchführung der Sanierung

Die Sanierung des Frankfurter Doms erfolgt in drei Bauabschnitten, wobei jedes Mal ein Teil des Doms bearbeitet wird. Die Arbeiten beginnen mit dem Nordquerhaus, gefolgt vom Langhaus und schließen mit dem Südquerhaus ab. Insgesamt rechnet man mit einem Fertigstellungstermin im Sommer 2017.

Die Dachflächen werden dabei in altdeutscher Schieferdeckung eingedeckt. Der Dachstuhl, der aus den 1870er Jahren stammt, muss statisch ergänzt und gesichert werden. Die Fassaden hingegen werden saniert, um Schäden durch Witterung und Zeit zu beheben und die ursprüngliche Erscheinung möglichst wiederherzustellen. Hierbei ist es wichtig, dass die Materialien und Techniken den historischen Vorbildern entsprechen, um die Authentizität des Doms zu bewahren.

Dombaumeister Robert Sommer, der seit fast fünfundzwanzig Jahren für die Erhaltung des Doms verantwortlich ist, betont, dass die Sanierung nicht nur eine technische, sondern auch eine kulturelle Aufgabe sei. In einem Interview sagt er: „Was wir hier machen, ist nicht das normale Bauen. Zwar können wir die Kosten vorab berechnen. Doch bei der Sanierung denkmalgeschützter Objekte stoßen wir unweigerlich auf Überraschungen und Hindernisse, die sich vorab nicht kalkulieren oder erkennen ließen.“

Die Arbeiten an den Dachflächen erfordern spezielle Ausrüstung und eine hohe Präzision. So mussten die Dachdecker bei über 60 Grad Neigung neue Schiefersteine installieren, was aufgrund der Steigung und der Höhe eine besondere Herausforderung darstellte. Zudem ist die Dachfläche so groß, dass für die Arbeiten ein umfangreiches Gerüst errichtet werden musste, das den Dombaumeister selbst in luftiger Höhe arbeiten ließ.

Die Auswirkungen der Sanierung auf die Umgebung

Die Sanierung des Frankfurter Doms hat nicht nur für das Baudenkmal selbst, sondern auch für die unmittelbare Umgebung und die Stadtplanung erhebliche Auswirkungen. So mussten während der Bauarbeiten Straßen und Parkplätze am Dom gesperrt werden. Im Bereich des Domplatzes wurde die Kannengießergasse Richtung Osten für etwa zwölf Monate gesperrt, wodurch der Verkehrsfluss beeinträchtigt wurde. Zudem fielen Parkplätze an der Nordseite des Doms weg, was für Besucher und Anwohner eine zusätzliche Belastung darstellte.

Um die Besucher des Doms trotz der Bauarbeiten weiterhin zu versorgen, wurden Schutztunnel an den Domportalen eingerichtet. Diese ermöglichen den Zugang zur Kirche, ohne dass die Besucher die Baustelle direkt betreten müssen. Dennoch blieb der Eingriff in das städtische Leben und die Infrastruktur nicht aus, und es entstanden erhebliche Einschränkungen, die sowohl die Stadt als auch die Anwohner betrafen.

Die Kosten für die gesamte Sanierung werden mit rund 6,5 Millionen Euro veranschlagt. Laut Kirchendezernent Uwe Becker übernimmt die Stadt diese Summe aufgrund ihrer Dotationsverpflichtungen. Allerdings betont Becker auch, dass es ein „echtes Anliegen“ sei, den Dom als Gedächtnis der Stadt in gutem Zustand zu halten. Die Sanierung ist somit nicht nur eine finanzielle Investition, sondern auch ein kultureller Akt, der die historische Identität Frankfurts bewahrt.

Die Rolle des Dombaumeisters Robert Sommer

Die Sanierung des Frankfurter Doms wäre ohne die Arbeit von Robert Sommer, Dombaumeister seit fast fünfundzwanzig Jahren, nicht möglich gewesen. Sommer ist nicht nur für die Planung und Durchführung der Arbeiten verantwortlich, sondern auch für die historische Forschung, die den Sanierungsprozess begleitet. Seine Aufgaben umfassen nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die Koordination mit Experten, der Denkmalpflege und der Stadtverwaltung.

Sommer betont in mehreren Interviews, dass die Sanierung eines Baudenkmals eine komplexe Aufgabe sei, die sowohl fachliche als auch historische Kenntnisse erfordert. So recherchiert er in Archiven nach alten Grundrissen, Bauplänen und Fotos, um die ursprüngliche Erscheinung des Doms möglichst exakt wiederherzustellen. Doch auch bei gründlichsten Recherchen lassen sich nicht immer alle Elemente streng nach historischem Vorbild wieder herstellen. Dies erfordert Kreativität und Flexibilität, um die Authentizität des Doms zu bewahren.

Zudem ist die Arbeit eines Dombaumeisters nicht nur im Freien, sondern auch im Büro angesiedelt. Laut Sommer verbringt er die Hälfte seiner Arbeitszeit im Büro, die andere Hälfte arbeitet er vor Ort. In der aktuellen Phase ist er vor allem mit der Dombaustelle beschäftigt, doch auch andere Projekte, wie die Innensanierung der St. Leonhardskirche und der Liebfrauenkirche, beanspruchen seine Aufmerksamkeit.

Die Herausforderungen der Sanierung

Die Sanierung des Frankfurter Doms war von Beginn an mit mehreren Herausforderungen verbunden. Neben den technischen und finanziellen Aspekten musste auch auf die historische Genauigkeit geachtet werden. So war es nicht immer einfach, die ursprüngliche Erscheinung des Doms zu rekonstruieren. In manchen Fällen fehlten historische Vorbilder oder die Materialien, die einst verwendet wurden, waren nicht mehr verfügbar.

Ein weiteres Problem lag in der Planung der Bauarbeiten. Die ursprünglich geplanten drei Jahre Bauzeit reichten nicht aus, da sich während der Arbeiten unerwartete Schwierigkeiten ergaben. So stellte sich heraus, dass die hölzerne Dachverkleidung über dem Dachstuhl am Nordquerhaus marode war und aufwändig erneuert werden musste. Erst nach dieser zusätzlichen Maßnahme konnten die Dachdecker mit der eigentlichen Sanierung beginnen.

Diese Verzögerungen führten dazu, dass die Fertigstellung des Projekts bis 2017 verlängert werden musste. Dombaumeister Sommer hofft jedoch, dass die großen Baustellen bis Ende des Jahres 2019 abgeschlossen sein werden, was bedeutet, dass ein etwaiger Nachfolger einen „rundum generalüberholten“ Kaiserdom übernehmen kann.

Die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung der Sanierung

Die Sanierung des Frankfurter Doms ist nicht nur eine technische Maßnahme, sondern auch ein kultureller Akt. Der Dom ist ein Symbol der Stadtgeschichte und der kulturellen Identität Frankfurts. Seine Erhaltung ist somit nicht nur eine Frage der Baukunst, sondern auch der gesellschaftlichen Verantwortung. Kirchendezernent Uwe Becker betont dies in mehreren Äußerungen, indem er hervorhebt, dass die Sanierung eine Investition in das „Gedächtnis der Stadt“ sei.

Die Sanierung hat auch Auswirkungen auf das touristische Angebot der Stadt. Der Dom ist ein beliebtes Wahrzeichen Frankfurts, das nicht nur für Gläubige, sondern auch für Touristen attraktiv ist. Mit der Sanierung wird nicht nur die Stabilität des Baus gewährleistet, sondern auch die Attraktivität des Ortes gesteigert. Zudem wird das Dommuseum, das bereits eine Ausstellung zum 600. Geburtstag des Domturms anbot, weiterhin als kultureller Anziehungspunkt dienen.

Fazit

Die Sanierung des Frankfurter Kaiserdoms bis Sommer 2017 ist ein komplexes Projekt, das nicht nur technische, sondern auch historische, kulturelle und finanzielle Aspekte berücksichtigt. Mit einem Budget von 6,5 Millionen Euro und einem Fertigstellungstermin im Jahr 2017 ist das Projekt ein Meilenstein in der Erhaltung dieses bedeutenden Baudenkmals. Die Arbeiten, die in drei Bauabschnitten durchgeführt werden, erfordern sorgfältige Planung, historische Recherche und technische Präzision.

Dombaumeister Robert Sommer, der seit fast fünfundzwanzig Jahren für die Erhaltung des Doms verantwortlich ist, betont, dass die Sanierung eines Denkmals eine besondere Herausforderung darstellt. Die Arbeit ist nicht nur technisch, sondern auch kulturell relevant, da sie die historische Identität der Stadt bewahrt. Die Sanierung hat zudem Auswirkungen auf die Umgebung, da Parkplätze und Straßen gesperrt werden mussten. Dennoch ist die Investition in das Gedächtnis der Stadt eine notwendige Maßnahme, um das Baudenkmal für die Zukunft zu sichern.

Mit der Fertigstellung der Sanierung im Jahr 2017 wird der Frankfurter Kaiserdom in einem neuen Licht stehen. Die Erhaltung dieses Baudenkmals ist nicht nur eine Frage der Baukunst, sondern auch ein Statement der kulturellen und gesellschaftlichen Verantwortung.

Quellen

  1. 6,5 Millionen Euro für Dach- und Fassadensanierung des Frankfurter Kaiserdoms
  2. 65 Millionen Euro für den Dom – Sankt Bartholomäus wird aufwendig saniert
  3. Steile Dachsanierung des Frankfurter Doms
  4. Frankfurts Dombaumeister – ein Arbeitsplatz in luftiger Höhe
  5. Frankfurts Dombaumeister – ein Arbeitsplatz in luftiger Höhe
  6. Frankfurts Dombaumeister – ein Arbeitsplatz in luftiger Höhe
  7. Frankfurter Kaiserdom wird für rund zwei Millionen Euro bis 2017 saniert
  8. Sanierung des Doms beginnt

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