Die Hauptstraße (Kreisstraße 1) in Groß Fredenbeck, ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im Landkreis Stade, unterzog sich seit Beginn der Planungen einer grundlegenden Sanierung. Die 1,2 Kilometer lange Strecke zwischen Raakamp und Friedhof standen im Zentrum der Planungen, da sich der Zustand der Straße in den letzten Jahren deutlich verschlechtert hatte. Die Sanierungsmaßnahmen beinhalteten nicht nur die Erneuerung der maroden Fahrbahn, sondern auch die Modernisierung der Oberflächenentwässerung, der Beleuchtung sowie die Schaffung sicherer und barrierefreier Geh- und Radwege. Diese umfassende Baumaßnahme ist ein Beispiel dafür, wie moderne Straßenbaukonzepte Verkehrssicherheit, Umweltverträglichkeit und Nutzerfreundlichkeit verbinden.
Planung und Umsetzung
Die Planungen für die Sanierung der Kreisstraße 1 begannen bereits vor mehreren Jahren und zogen eine intensive Abstimmung mit der Gemeinde Fredenbeck sowie eine Vielzahl von Grundstücksverhandlungen nach sich. Ein Jahr lang wurden Planungs- und Vorbereitungsarbeiten durchgeführt, um die notwendigen Genehmigungen einzuholen und die Baukosten zu kalkulieren. Die Kreisverwaltung Stade stellte insgesamt 3,5 Millionen Euro für die Sanierung bereit, wobei das Land Niedersachsen 60 Prozent des Gesamtbetrags finanziell unterstützt. Der restliche Betrag wird zwischen Landkreis Stade und der Gemeinde Fredenbeck aufgeteilt. Der Gemeindehaushalt stellt dazu jährlich 350.000 Euro bereit, verteilt auf die Jahre 2020 und 2021.
Die Baumaßnahme war so geplant, dass sie in insgesamt sechs Abschnitten durchgeführt wird, um den innerörtlichen Verkehr so weit wie möglich zu entlasten. Die jeweiligen Abschnitte liegen zwischen Straßeneinmündungen, sodass in diesen Bereichen eine Umfahrung möglich bleibt. Dennoch waren Vollsperrungen einzelner Abschnitte nicht vermeidbar, da die Arbeiten aufgrund der Sicherheitsvorschriften nur in bestimmten Umfang halbseitig durchgeführt werden konnten. Die Bauarbeiten selbst begannen nach Planung im Juli und sollten insgesamt etwa anderthalb Jahre andauern.
Zur Information der Bevölkerung fand ein Informationsabend am 14. März in der Gaststätte Niedersachsenschänke in Fredenbeck statt. Dort wurden die Planer des Kreisbaumaßnahmensplans vertreten, um Fragen der Anwohner zu beantworten und Details zur Sanierung zu erklären. Diese Veranstaltung war Teil der Bemühungen, die Transparenz über die Baumaßnahme zu erhöhen und gleichzeitig auf etwaige Kritik aus der Bevölkerung einzugehen.
Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit
Ein zentrales Ziel der Sanierungsmaßnahmen war die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Kreisstraße 1 durchquert die Ortsdurchfahrt von Groß Fredenbeck und ist eine der Hauptverkehrsadern im Landkreis. Täglich passieren etwa 8900 Fahrzeuge die Strecke, wovon knapp 280 Lastwagen darunter sind. Insbesondere zu den Stoßzeiten im Morgend- und Nachmittagsverkehr war die Straße stark belastet. Der Zustand der Straße hatte sich in den letzten Jahren zudem stark verschlechtert, was nicht nur die Fahrbahn betraf, sondern auch die Situation für Fußgänger und Radfahrer.
Die Sanierung sah daher eine Vielzahl von Maßnahmen vor, um die Verkehrssituation zu verbessern. So wurden beidseitig der Fahrbahn breite, kombinierte Geh- und Radwege geplant, die den heutigen Standard des Straßenbaus entsprechen. Die Wege sind drei Meter breit und ermöglichen es, dass Radfahrer und Fußgänger sich begegnen können, ohne anzuhalten oder auszuweichen. Zudem wurden Überquerungshilfen an wichtigen Kreuzungspunkten eingeplant, darunter eine zusätzliche Fußgängerampel in Höhe des Discount-Marktes. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Unfallgefahren zu minimieren und den Alltag der Ortsbewohner sicherer zu gestalten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Modernisierung der Beleuchtung. Die bisherige Straßenbeleuchtung war veraltet und musste ersetzt werden. Zudem wurde die Oberflächenentwässerung grundlegend überarbeitet, da der Regenwasserkanal unterdimensioniert und abgängig war. Bei Starkregen drückte das Wasser aus den Gullys nach oben, was zu Schäden an der Straße und an den umliegenden Grundstücken führte. Die neue Entwässerungssysteme sorgen dafür, dass das Oberflächenwasser auch aus benachbarten Wohngebieten besser abfließt und die Natur am Mühlenbach profitiert.
Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit
Die Sanierung der Kreisstraße 1 war nicht nur eine technische, sondern auch eine ökologische Herausforderung. Ein zentraler Aspekt der Planung war es, die Auswirkungen der Baumaßnahme auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, die sowohl den Schutz der Natur als auch die Nachhaltigkeit der Straßenerneuerung betreffen.
So wurden beispielsweise über 30 Bäume gefällt, um Platz für die neuen Geh- und Radwege sowie für die Modernisierung der Entwässerung zu schaffen. Diese Bäume wurden durch Neuanpflanzungen in der Umgebung ersetzt, um den ökologischen Verlust auszugleichen. Die Rodungsarbeiten mussten bis Ende Februar abgeschlossen sein, da dies eine Vorgabe der Naturschutzbehörden war. Besonders betroffen war der Bereich an der Südseite der Hauptstraße zwischen Mühlenbach und An der Börne, wo aufgrund des stark torfhaltigen Bodens tiefere Auskoffungen notwendig waren. In diesen Gebieten wurden die Bäume mit etwas Abstand zur Straße neu gepflanzt.
Ein weiteres Projekt, das in den Fokus der Sanierungsmaßnahmen rückte, war die Einrichtung von Versickerungsflächen. Diese Flächen sollen dafür sorgen, dass das Regenwasser nicht ungedrosselt in den Mühlenbach fließt. Stattdessen läuft das Wasser auf die Wiese und verlangsamt sich dort, bevor es in den Bach abfließt. Zudem wird eine Tauchwand eingebaut, die im Falle von Verunreinigungen den Fluss stoppen kann. Das Wiesengelände am rechten Ufer des Mühlenbachs nördlich der K 1 in Richtung „Schulteich“/Geestlandschule wird zudem als Retentionsfläche genutzt, um das Oberflächenwasser aus der neuen Regenwasserkanalisation zu regulieren. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich das Gelände in eine ökologisch wertvolle Feuchtwiese entwickelt.
Verkehrsführung und Umleitungen
Während der Bauphase war die Kreisstraße 1 für den überörtlichen Verkehr voll gesperrt. Die Umleitung erfolgte ab der Kreuzung L 124 / K 1 / K 44 (Harsefelder Straße/Helmste/Rüster Forst) über den Kreisverkehr L 124 / L 123 in Richtung Bargstedt bis nach Aspe und von dort über Wedel nach Fredenbeck. Diese Umleitung war notwendig, da die Baumaßnahme in sechs Abschnitten durchgeführt wurde, was eine kontinuierliche Vollsperrung erforderlich machte. Innerorts blieb der Verkehr so weit wie möglich erhalten, sodass die Anlieger weiterhin gut an ihre Grundstücke gelangen konnten.
Für Radfahrer und Fußgänger wurde ein provisorischer Weg eingerichtet, der durch die Baustelle führte. Zudem wurden besondere Abstimmungen getroffen, um Schulbusverkehr, Müllabfuhr, Feuerwehr und Rettungsdienste auf alternative Routen zu leiten. Die Verkehrsregelung erfolgte während der Bauarbeiten mit Ampeln, sodass der Verkehr stets unter Kontrolle blieb. In einigen Abschnitten, etwa im Bereich des Fahrbahnteilers in Richtung Deinste in Höhe „Im Mühlenfeld“, kamen Fahrbahnschäden durch den Umleitungsverkehr zustande, die nach Abschluss der Hauptarbeiten beseitigt wurden.
Nacharbeiten und Reparaturen
Nach Abschluss der Hauptbaumaßnahmen wurden im September 2023 Reparaturen an Umleitungsverkehrsbedingten Schäden durchgeführt. Im Zeitraum von Montag, 13. September, bis voraussichtlich Montag, 11. Oktober, wurde die schadhafte Fahrbahn saniert. Der Verkehr wurde im Baustellenbereich wechselweise an der Baustelle vorbeigeführt, und die Verkehrsregelung erfolgte mit Ampeln. Die Straßen Im Mühlenfeld und Sachsenfeld waren während der Bauzeit nicht direkt von der K 1 aus erreichbar und mussten rückwärtig vom Alten Stadtweg aus angefahren werden. Der Landkreis Stade bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die zeitweiligen Einschränkungen.
Zusätzlich wurde die Asphaltierung der K 1 in Höhe „Hüttenweg bis alter Stadtweg“ durchgeführt. Die Arbeiten begannen im November 2023, und es war vorgesehen, dass der Abschnitt bis zum Ende der Sanierungsarbeiten asphaltiert wird. Die provisorische Nutzung des Straßenabschnitts war in dieser Zeit möglich, wobei Fahrzeuge nur noch außerhalb des gesperrten Bereiches abgestellt werden durften. Anlieger konnten ihre Grundstücke zu Fuß erreichen, und um die Abholung der Mülltonnen und gelben Säcke zu gewährleisten, wurden diese vorab an die Grundstücksgrenze gestellt. Die Baufirma Henn transportierte die Tonnen zu einer Abholstelle und brachte sie anschließend zurück zu den Häusern.
Fazit
Die Sanierung der Hauptstraße in Fredenbeck ist ein Beispiel dafür, wie moderne Straßenbaukonzepte Verkehrssicherheit, Umweltverträglichkeit und Nutzerfreundlichkeit miteinander verbinden. Die umfassenden Maßnahmen, die sowohl die Fahrbahn als auch die Entwässerung, die Beleuchtung und die Geh- und Radwege betreffen, tragen dazu bei, die Lebensqualität der Ortsbewohner zu verbessern. Zudem ist die Baumaßnahme ein Schritt in Richtung nachhaltiger Infrastruktur, die den Anforderungen der Zukunft gerecht wird. Die Planung und Durchführung der Sanierung wurden in enger Abstimmung mit der Gemeinde Fredenbeck durchgeführt, und die Kreisverwaltung hat sich bemüht, die Bevölkerung über die Baumaßnahme zu informieren und etwaige Kritik zu berücksichtigen. Insgesamt ist die Sanierung der Kreisstraße 1 ein wichtiges Projekt, das nicht nur die Verkehrsinfrastruktur, sondern auch die Natur und das soziale Miteinander in der Gemeinde stärkt.
Quellen
- Die Planungen werden konkret: Ab Sommer will der Kreis die Hauptstraße (Kreisstraße 1) in Groß Fredenbeck sanieren lassen
- Die marode Kreisstraße 1 im Ortsteil Groß Fredenbeck soll ab Mitte des Jahres grundlegend saniert werden
- Fredenbeck: Reparatur von Umleitungsschäden nach K1-Sanierung ab 13. September
- K1-Sanierung in Fredenbeck: Asphaltierung von Hüttenweg bis alter Stadtweg ab 11. November
- Verkehrsmeldung Fredenbeck: Sperrung bis 19. Dezember 2025
- Verkehrsmeldung Fredenbeck: Sperrung bis 19.12.2025