Sanierung und Aufwertung von St. Petrus Canisius in Freiburg-Landwasser

Einleitung

Die Stadt Freiburg-Landwasser ist ein lebendiges Beispiel für moderne Stadterneuerung und Quartiersentwicklung. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Projekte in diesem Stadtteil umgesetzt, die nicht nur die infrastrukturelle Ausstattung verbessern, sondern auch das soziale und kulturelle Leben stärken. Besonders hervorzuheben ist die Sanierung des Platzes der Begegnung, aber auch die Sanierung und zukünftige Nutzung der Kirche St. Petrus Canisius. Diese Kirche, ein Architekturdenkmal aus der Zeit des Brutalismus, ist Teil eines umfassenden Entwicklungsplans, der sowohl kulturelle als auch soziale Aspekte berücksichtigt. In diesem Artikel werden die aktuellen Sanierungsprojekte im Stadtteil Landwasser, insbesondere die an St. Petrus Canisius, analysiert und im Kontext der allgemeinen Entwicklungen in Freiburg-Landwasser vorgestellt. Der Fokus liegt auf den technischen, kulturellen und sozialen Aspekten dieser Projekte, wobei alle Angaben ausschließlich auf der Grundlage der bereitgestellten Quellen abgeleitet werden.

Der Platz der Begegnung – ein zentraler Treffpunkt im Wandel

Umgestaltung und Sanierung

Der Platz der Begegnung in Freiburg-Landwasser hat sich in den letzten Jahren als ein zentraler Treffpunkt des Stadtteils etabliert. Mit einem offiziellen Spatenstich im März 2025 begann die umfassende Sanierung dieses Ortes, die bis Ende 2025 abgeschlossen sein soll. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro, was unterstreicht die Bedeutung des Ortes für die Stadtteilentwicklung.

Zentrale Maßnahmen der Sanierung umfassen:

  • Neugestaltung der Pflasterungen
  • Verbesserung der Grünflächen
  • Erweiterung der Sitzgelegenheiten
  • Einbau eines modernen, organisch geformten Brunnens

Diese Maßnahmen sind darauf ausgelegt, den Platz zu einem einladenderen, lebendigeren und zugänglicheren Ort zu machen. Besonders hervorzuheben ist, dass prägende Elemente des bisherigen Platzes integriert werden, darunter das Kunstwerk „Raumklänge“ des Freiburger Künstlers Hans-Günter van Look. Dieses Kunstwerk wird restauriert und an seinem ursprünglichen Platz im Brunnen installiert. Ebenso wird das „Mooswaldwiibli“, ein hölzernes Figurenwerk, restauriert und auf dem sanierten Platz aufgestellt.

Ein weiteres wichtiges Element der Sanierung ist die Aufrechterhaltung des Wochenmarktes, der in Landwasser eine zentrale Rolle spielt. Dazu wurde entschieden, den Umbau in zwei Bauabschnitten durchzuführen: zunächst der südliche Teil des Platzes, gefolgt vom nördlichen Teil. Auf diese Weise können die Marktstände, die jeden Mittwoch und Samstag stattfinden, unbeeinträchtigt stattfinden, da sie jeweils in den Bereichen aufgebaut werden, in denen gerade keine Bauarbeiten stattfinden.

Um die Barrierefreiheit des Platzes zu gewährleisten, wird ein Blindenleitsystem in die Pflasterung integriert. Dies ist ein entscheidender Schritt, um den Platz für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen und die Inklusion zu fördern.

Bürgerbeteiligung und Planung

Die Sanierung des Platzes der Begegnung war kein Projekt, das von oben herab entschieden wurde. Vielmehr war sie das Ergebnis einer umfassenden Bürgerbeteiligung, bei der die Wünsche und Vorstellungen der Menschen in Landwasser berücksichtigt wurden. So betonte Oberbürgermeister Martin Horn bei der Spatenstichfeier: „Wir haben auf die Wünsche und Vorstellungen der Menschen gehört. Landwasser kann sich auf einen tollen neuen Aufenthaltsort im Herzen des Quartiers freuen.“

Diese Beteiligung führte zu einer Planung, die sich klar an den Bedürfnissen der Bewohner orientiert. Die 13 neuen schattenspendenden Bäume und die Erhaltung des bestehenden Baumbestands im Norden tragen beispielsweise dazu bei, dass der Platz klimatisch angenehm bleibt. Gleichzeitig wird durch die Erweiterung der Sitzgelegenheiten und die Gestaltung des Brunnens eine höhere Aufenthaltsqualität ermöglicht, die den Platz zu einem Ort der Begegnung und Ruhe macht.

Die Kirche St. Petrus Canisius – ein architekturhistorisches Juwel

Historische Hintergründe

Die Kirche St. Petrus Canisius in Freiburg-Landwasser ist ein Architekturdenkmal aus der Zeit des Brutalismus. Sie wurde in den Jahren 1968 bis 1970 vom Karlsruher Architekten Rainer Disse (1928–2008) gestaltet. Disse war ein renommierter Kirchenarchitekt, der sich besonders auf den Brutalismus konzentrierte und dabei vorrangig Beton als Baustoff verwendete. Diese Materialwahl spiegelt sich auch in der Gestaltung der Kirche wider, die sich optisch klar von der Umgebung abhebt, aber trotzdem in das städtische Ensemble einpasst.

Die Kirche unterzog sich in den 1980er Jahren einer grundlegenden Sanierung, was den Erhalt des Bauwerks sicherte. Sie zählt heute zusammen mit dem Gemeindezentrum, dem angrenzenden Pfarrhaus und dem Kindergarten zu den Kulturdenkmälern Baden-Württembergs.

Sanierung und zukünftige Nutzung

Die Sanierung der Kirche St. Petrus Canisius ist Teil eines größeren Entwicklungsplans für das Gebiet um die Auwaldstraße. Der bisherige Gemeindebau an dieser Stelle wird abgerissen, um Platz für ein neues vierstöckiges Gebäude zu schaffen. Dieses Projekt, das von der Caritas und dem Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul geplant wird, ist Teil der 13-Häuser-Kampagne und soll in den nächsten Jahren mit einem Budget von neun Millionen Euro umgesetzt werden.

Zentrales Ziel dieses Projekts ist die Schaffung von 33 Übergangswohnungen, die vor allem wohnungslosen Menschen angeboten werden. Das Projekt ist insbesondere in der aktuellen sozialen Situation in Freiburg relevant, da der Bedarf an sozialer Wohnraumversorgung stark gestiegen ist.

Architektur und künstlerische Elemente

Ein weiteres wichtiges Element der Kirche St. Petrus Canisius ist ihre künstlerische Ausstattung, insbesondere die Rieger-Orgel, die im Jahr 1989 von der Firma Rieger aus Schwarzach (Vorarlberg) gebaut wurde. Die Orgel verfügt über 33 Register, darunter 26 Labialregister und 7 Zungenregister, und ist ein technisches und künstlerisches Meisterwerk. Die Gestaltung der Vorderfront wurde durch Florian Lechner betreut, der durch die Einbindung von Halbsäulen aus blauem Schmelzglas die Vertikale der Orgel betonte.

Die Orgel wurde am 9. Mai 1993 geweiht und ist heute ein zentraler Bestandteil der kirchlichen Kultur in Landwasser. Ihr klangliches und ästhetisches Profil tragen dazu bei, dass Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen in besonderer Weise gestaltet werden können.

Der Kontext: Landwasser als Quartier im Wandel

Stadtentwicklung in Freiburg-Landwasser

Freiburg-Landwasser ist ein Stadtteil, der in den 1960er Jahren als Teil einer neuen Wohnsiedlung auf einer grünen Wiese errichtet wurde. Heute leben dort etwa 7.000 Einwohner, die sich über eine vielfältige Bebauung und eine gute Anbindung an den ÖPNV freuen. Zudem profitiert der Stadtteil von seiner Nähe zu Naherholungsgebieten, was ihn zu einem attraktiven Wohnort macht.

Trotz dieser Vorteile standen in den letzten Jahren mehrere Projekte an, die die Nahversorgung und die städtische Infrastruktur verbessern sollten. Ein zentrales Projekt war der Neubau in der Auwaldstraße, der das Konzept „Städtle in der Stadt“ realisiert. Dieses Konzept sieht die Schaffung von Einzelhandel, Gastronomie, Ärztehaus und neuen Wohnungen vor, um die Bedürfnisse der Bewohner abzudecken.

Sanierung der Kita Landwasser

Ein weiteres Projekt, das im Zusammenhang mit der Quartiersentwicklung steht, ist die Sanierung der Kita Landwasser. Diese Einrichtung war nach einem schweren Wasserschaden für einen längeren Zeitraum geschlossen. In der Zeit von einem Jahr wurde sie umfassend saniert, wofür insgesamt 2,2 Millionen Euro investiert wurden. Die Sanierung umfasste:

  • Erneuerung von Wasser-, Heizungs- und Elektroleitungen
  • Austausch von Fenstern, Rollläuden und der Innenausstattung
  • Installation moderner Lüftungsanlagen
  • Einführung einer neuen digitalen Infrastruktur

Mit diesen Maßnahmen wurde sichergestellt, dass die Kita Landwasser wieder sicher und modern genutzt werden kann. Im Frühjahr 2025 kehren rund 100 Kinder und ihre Erzieherinnen in die Einrichtung zurück, was einen wichtigen Beitrag zur Familienfreundlichkeit und sozialen Stabilität des Stadtteils leistet.

Fazit

Die Sanierungsprojekte in Freiburg-Landwasser – insbesondere die Umgestaltung des Platzes der Begegnung und die zukünftige Nutzung der Kirche St. Petrus Canisius – zeigen, wie Quartiersentwicklung und Stadterneuerung in der Praxis funktionieren. Die Sanierung des Platzes der Begegnung setzt Maßstäbe in Bezug auf Bürgerbeteiligung, Barrierefreiheit und kulturellen Erhalt, wohingegen die Sanierung der Kirche und der Planung des neuen Sozialbauprojekts deutlich wird, dass auch soziale Aspekte in der Stadtplanung eine zentrale Rolle spielen.

Insgesamt zeigt sich, dass Freiburg-Landwasser ein Stadtteil ist, der nicht nur infrastrukturell, sondern auch kulturell und sozial weiterentwickelt wird. Die Investitionen in den öffentlichen Raum, in die Kita und in die Kirche unterstreichen die Wichtigkeit von Inklusion, Nachhaltigkeit und kulturellem Erbe in der Städtebau- und Quartierspolitik. Diese Projekte sind nicht nur für die Bewohner von Landwasser, sondern auch für die gesamte Stadt Freiburg von großer Bedeutung.

Quellen

  1. Spatenstich für Platz der Begegnung in Freiburg-Landwasser - Treffpunkt im Herzen des Quartiers wird deutlich aufgewertet - Stadt investiert 1,4 Millionen Euro
  2. Freiburg: Sanierung Kita Landwasser nach Wasserschaden fertig
  3. Platz der Begegnung in Freiburg-Landwasser
  4. In Freiburg-Landwasser soll eine neue Obdachlosenunterkunft auf einem Kirchenareal entstehen
  5. St. Petrus Canisius – ein Architekturdenkmal in Landwasser
  6. Zentrum Landwasser
  7. Geschichte der Pfarrgemeinde St. Petrus Canisius

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