Freiburger Stadtbau: Sanierung und Neubau an der Uffhauser Straße – ein Modell für nachhaltigen Wohnungsbau

Einführung

Die Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) hat sich in den letzten Jahren als Schlüsselakteur im Bereich der Quartiersentwicklung und sozialen Wohnraumplanung etabliert. Ein zentrales Projekt in diesem Kontext ist die Sanierung und der Neubau an der Uffhauser Straße im Stadtteil Haslach. Hier entsteht in zwei Bauabschnitten ein zukunftsorientiertes Wohnquartier mit insgesamt 259 neuen Wohnungen, darunter 145 öffentlich geförderte Mietwohnungen, 54 freifinanzierte Mietwohnungen und 60 Eigentumswohnungen. Die Quartiersentwicklung umfasst auch die Errichtung einer dreigruppigen Kita und die Sanierung bestehender Gebäude. Die Baumaßnahmen sind Teil der FSB2030-Offensive, die sich auf nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum fokussiert.

Im Folgenden wird ein detaillierter Überblick über das Bauprojekt gegeben, einschließlich der Planung, der Baumaßnahmen, der Architektur und der energieeffizienten Konzeption.

Projektübersicht

Die Uffhauser Straße in Freiburg-Haslach ist das Zentrum einer umfassenden Quartiersentwicklung, die von der Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) geplant und umgesetzt wird. Das Projekt gliedert sich in zwei Bauabschnitte, wobei insgesamt 259 Wohnungen entstehen, die auf einem Areal von etwa 1,5 Hektar verteilt sind. Das Gelände liegt zwischen Uffhauser Straße, Blauen-, Drei-Ähren- und Belchenstraße und wird durch die Kombination aus Sanierung und Neubau zu einem modernen Wohnquartier weiterentwickelt.

Zielsetzung des Projekts

Die FSB betont, dass die Quartiersentwicklung an der Uffhauser Straße nicht nur der Schaffung von Wohnraum diene, sondern auch soziale Durchmischung, ökologische Nachhaltigkeit und eine angemessene Infrastruktur fördere. Insgesamt wird der Wohnraum im Quartier verdoppelt – von etwa 6000 Quadratmetern auf 15.700 Quadratmetern. Dieser Zuwachs ist ein entscheidender Beitrag zur Lösung des Wohnungsmangels in Freiburg. Zudem wird der städtebauliche Charakter des Viertels durch die Kombination aus Riegelbauten und Holzhybridbauten sowie durch begrünte Fassaden und Dächer deutlich verbessert.

Die Quartiersentwicklung ist Teil der FSB2030-Offensive, die sich auf drei Säulen stützt: soziale Inklusion, ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stabilität. Das Projekt hat eine Gesamtinvestition von rund 70 Millionen Euro.

Planungsrahmen und Zeitplan

Der erste Bauabschnitt umfasste 130 Wohnungen und war nahezu abgeschlossen, sodass sich seit Dezember 2023 erste Bewohner*innen in das Quartier einziehen konnten. Der zweite Bauabschnitt, der im Frühjahr 2024 begann, umfasst 129 Wohnungen und eine dreigruppige Kita. Nach Planungslage ist das gesamte Projekt für Ende 2027 fertiggestellt. Die Bauphase ist eng mit der Stadtplanung verbunden, da Haslach ein Stadtteil mit hohem sozialem Bedarf und gleichzeitig hohem städtebaulichen Potenzial ist.

Sanierungs- und Abrissmaßnahmen

Bevor mit dem Neubau begonnen werden konnte, waren umfangreiche Sanierungs- und Abrissmaßnahmen notwendig. Die FSB begann bereits im November 2022 mit den vorbereitenden Arbeiten, die – insbesondere in den ersten Wochen – aufgrund der Abrissarbeiten lautintensiv waren. Diese Arbeiten waren notwendig, da die bestehenden Gebäude aus den 1950er Jahren nicht mehr den heutigen Standards entsprachen. 142 Wohnungen mit einer durchschnittlichen Größe von 42 Quadratmetern wurden abgerissen. Die Fläche der abgerissenen Wohnungen betrug insgesamt knapp 6000 Quadratmeter.

Zusätzlich zu den Abrissmaßnahmen wurden auch mehrere Bäume verpflanzt oder entfernt. Die FSB betont, dass diese Maßnahmen unter einer ökologischen Baubegleitung durchgeführt wurden, um den ökologischen Verlust so gering wie möglich zu halten. Die Bäume, die unter die Baumschutzsatzung fielen, mussten trotzdem entfernt werden, um den Bauprozess nicht zu behindern. Dies zeigt, dass bei solchen Projekten auch ökologische Aspekte in die Planung einfließen, um die Umweltbelastung zu minimieren.

Architektur und städtebauliche Planung

Das Projekt an der Uffhauser Straße ist ein Paradebeispiel für eine moderne und nachhaltige Quartiersentwicklung. Die Architektur, die von dem Darmstädter Architekturbüro Florian Krieger entworfen wurde, überzeugte durch ihre Nachhaltigkeit, soziale Mischung und städtebauliche Integration. Die Gebäude sind in verschiedenen Bauweisen errichtet, darunter monolithische Riegelbauten und Holzhybridbauten. Diese Kombination ist nicht nur aus ästhetischen, sondern auch aus konstruktiven und ökologischen Gründen sinnvoll.

Bauweisen und Materialien

Die FSB setzte bei der Quartiersentwicklung auf mehrere Bauweisen, um die Vorteile jeder Methode optimal auszuschöpfen. Die monolithischen Riegelbauten sind in massiver Bauweise errichtet, was Langlebigkeit und Wärmeisolierung gewährleistet. Die Holzhybridbauten hingegen nutzen Holz als tragendes Material, das in Kombination mit Stahl oder Beton eine hohe Stabilität bietet. Holzbau ist zudem für seine CO₂-Speicherung und Nachhaltigkeit bekannt.

Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die Begrünung der Fassaden und Dächer. Diese Maßnahme trägt nicht nur zur optischen Aufwertung bei, sondern auch zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Dämmung. Die Dächer sind zudem mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, um klimafreundlichen Strom zu erzeugen. Alle Gebäude werden nach dem Freiburger Energie-Effizienzhaus-Standard 55 errichtet, wodurch ein besonders niedriger Energieverbrauch gewährleistet wird.

Städtebauliche Integration

Die städtebauliche Anordnung der Gebäude erfolgte mit großer Sorgfalt. Insgesamt entstehen sechs Gebäude, die sich in ihrer Höhe von drei bis sechs Geschossen unterscheiden. Die Fassadengestaltung ist so gestaltet, dass sie sich an bestehende Strukturen im Stadtteil orientiert und sich harmonisch in das Wohnumfeld einfügt. Der Eingang zur Quartiersentwicklung bildet ein sechsgeschossiges Gebäude an der Ecke Uffhauser- und Belchenstraße. Dieses Gebäude ist mit weiteren Riegelbauten in Massivbauweise und Holzhybridbauten verbunden.

Diese Vielfalt in der Architektur vermeidet Monotonie und trägt zur baulichen Differenzierung bei. Zudem wurde ein großzügiger, grüner Innenbereich geplant, der als Begegnungs- und Freiraum für die Bewohner*innen dienen soll. Dieser Bereich beinhaltet Biotop- und Freiraumstrukturen, Spielflächen für Kinder und Möglichkeiten zum gemeinsamen Gärtnern. Die Kombination aus begrünten Fassaden, grünem Innenbereich und der Anordnung der Gebäude sorgt für ein attraktives Wohnklima.

Energetische und nachhaltige Konzeption

Die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit der Quartiersentwicklung an der Uffhauser Straße sind zentrale Aspekte des Projekts. Alle Gebäude sind im Freiburger Energie-Effizienzhaus-Standard 55 errichtet, was bedeutet, dass sie einen besonders niedrigen Energiebedarf haben. Dieser Standard wird durch die Verwendung von Dämmmaterialien, doppelverglasten Fenstern und energieeffizienten Heizsystemen erreicht.

Wärmeversorgung

Die Wärmeversorgung erfolgt über den zentralen Fernwärmeanschluss im Stadtteil. Dieser ermöglicht eine CO₂-arme Heizung, da der Fernwärmebedarf durch regenerative Quellen abgedeckt wird. In Freiburg ist die Fernwärme ein integraler Bestandteil der Klimaschutzstrategie, da sie den Ausstoß von Treibhausgasen reduziert und den Energieverbrauch senkt.

Photovoltaik und Dachbegrünung

Ein weiteres zentrales Element der Nachhaltigkeitsstrategie ist die Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude. Diese Anlagen produzieren sauberen Solarstrom, der entweder direkt im Quartier verbraucht oder ins Netz eingespeist wird. Insgesamt tragen die Photovoltaikanlagen dazu bei, den Kohlenstoffausstoß der Quartiersentwicklung zu reduzieren.

Zudem sind die Dächer der Gebäude begrünt. Dachbegrünung hat mehrere Vorteile: Sie verbessert die Dämmung, reduziert die Abwärme in der Stadt und fördert das Mikroklima. Zudem bietet sie Biotopflächen für Tiere und Pflanzen, was zur Biodiversität beiträgt.

Barrierefreiheit und soziale Integration

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Barrierefreiheit. Alle Wohnungen sind so konzipiert, dass sie für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Behinderung nutzbar sind. Dies wird durch breite Türen, rollstuhlgerechte Bäder und barrierefreie Zugänge erreicht. Die FSB folgt hierbei ihrem Maßnahmenkatalog für „Barrierefreies Bauen“, der von der Stadt Freiburg entwickelt wurde.

Soziale Durchmischung

Ein weiteres wichtiges Ziel der Quartiersentwicklung ist die soziale Durchmischung. Die FSB hat sich bewusst dafür entschieden, einen Mix aus öffentlich geförderten Mietwohnungen, freifinanzierten Mietwohnungen und Eigentumswohnungen zu schaffen. Dieser Mix vermeidet soziale Segregation und fördert ein vielfältiges und lebendiges Wohnquartier. Die 145 öffentlich geförderten Wohnungen tragen dazu bei, bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen zu schaffen. Zudem ist die Mietkostenentwicklung in diesen Wohnungen geringer als im freien Mietmarkt.

Kita und Infrastruktur

Ein weiteres Element der Quartiersentwicklung ist die Errichtung einer dreigruppigen Kita an der Blauenstraße. Dies ist ein wichtiges Angebot für Familien mit Kindern und trägt zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur im Stadtteil bei. Die Kita ist in das Quartier integriert und bietet einen sicheren und gut erreichbaren Ort für die Betreuung von Kindern im Alter von 1 bis 3 Jahren. Zudem ist sie als Teil des sozialen Lebensraums konzipiert, der sich um die Wohnungen dreht.

Mobilitätskonzept

Das Quartier verfügt über ein durchdachtes Mobilitätskonzept, das auf nachhaltige Verkehrsmittel setzt. Es gibt ausreichend Fahrradstellplätze, und Carsharing-Angebote sind in der Nähe verfügbar. Zudem ist das Quartier gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen, sodass die Bewohner*innen nicht auf das Auto angewiesen sind. Dieses Konzept ist besonders wichtig in einer Stadt wie Freiburg, die sich als Modellstadt für Nachhaltigkeit und Klimaschutz positioniert hat.

FSB2030-Offensive und zukunftsorientierte Quartiersentwicklung

Das Projekt an der Uffhauser Straße ist ein zentraler Bestandteil der FSB2030-Offensive, die sich auf drei Säulen stützt: soziale Inklusion, ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stabilität. Die FSB2030-Offensive ist ein langfristiges Programm, das bis 2030 umgesetzt werden soll und die FSB dabei unterstützt, ihre Ziele im Bereich Wohnraumversorgung und Stadtentwicklung zu erreichen.

Soziale Inklusion

Die FSB hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 10.000 neue Wohnungen zu bauen, von denen mindestens 50 Prozent öffentlich gefördert sind. Dies ist ein zentraler Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen. Das Projekt an der Uffhauser Straße trägt direkt dazu bei, da 145 der 259 Wohnungen öffentlich gefördert sind. Diese Wohnungen sind besonders wichtig in einem Stadtteil wie Haslach, der einen hohen sozialen Bedarf hat.

Ökologische Nachhaltigkeit

Ein weiteres zentrales Ziel der FSB2030-Offensive ist die Reduzierung des CO₂-Ausstoßes im Wohnungsbau. Die Quartiersentwicklung an der Uffhauser Straße ist ein Paradebeispiel dafür, wie moderne und nachhaltige Architektur zu einer klimafreundlichen Stadtentwicklung beitragen kann. Die Verwendung von Holzhybridbauten, Photovoltaikanlagen und Energie-Effizienzhaus-Standard 55 Gebäude sind zentrale Elemente dieser Strategie.

Wirtschaftliche Stabilität

Die FSB2030-Offensive ist auch darauf ausgerichtet, wirtschaftliche Stabilität im Wohnungsbau zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass Projekte wie das an der Uffhauser Straße nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell nachhaltig umgesetzt werden. Die FSB hat hierfür eine Investition von 70 Millionen Euro eingeplant, die sich über mehrere Jahre verteilt. Diese Investition ist ein zentraler Baustein der FSB2030-Offensive und zeigt, dass die FSB bereit ist, langfristige Verantwortung für die Quartiersentwicklung zu übernehmen.

Fazit

Die Quartiersentwicklung an der Uffhauser Straße in Freiburg-Haslach ist ein herausragendes Beispiel für moderne und nachhaltige Stadtentwicklung. Die Freiburger Stadtbau GmbH hat hier ein Projekt umgesetzt, das nicht nur auf die Schaffung von Wohnraum abzielt, sondern auch soziale Durchmischung, ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stabilität berücksichtigt. Die Kombination aus Sanierung und Neubau hat dazu geführt, dass das Quartier nicht nur modernisiert, sondern auch in eine zukunftsorientierte Form gebracht wird.

Die Architektur, die Energieeffizienz und die Barrierefreiheit der Wohnungen sind zentrale Elemente des Projekts, die es von anderen Quartiersentwicklungen abheben. Zudem ist das Quartier durch die Errichtung einer Kita, begrünte Fassaden und Dächer sowie ein durchdachtes Mobilitätskonzept zu einem lebendigen und sozialen Wohnraum geworden.

Das Projekt ist zudem ein wichtiger Beitrag zur FSB2030-Offensive, die bis 2030 umgesetzt werden soll und sich auf soziale Inklusion, ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stabilität fokussiert. Die FSB hat hier bewiesen, dass es möglich ist, ein Quartier so zu planen und zu bauen, dass es sowohl für die Bewohner*innen als auch für die Umwelt einen positiven Beitrag leistet.

Quellen

  1. Bauvorbereitende Maßnahmen für das neue Wohnkarree Uffhauser Straße
  2. Startschuss für zweiten Bauabschnitt in der Uffhauser Straße
  3. FSB baut 259 Wohnungen: Stadtbau feiert Spatenstich für Uffhauser Karrée
  4. Zweiter Bauabschnitt startet
  5. Beginn des zweiten Bauabschnitts
  6. Freiburger Stadtbau: Aus Vereinen und Gruppen
  7. Aktuelle Bauprojekte: Uffhauser Straße
  8. Startschuss für zweiten Bauabschnitt Uffhauser Straße

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