Sanierung des Burggymnasiums in Friedberg: Denkmalschutz, Energieeffizienz und barrierefreies Lernen

Einleitung

Die Sanierung des Burggymnasiums in Friedberg ist ein umfassendes Projekt, das mehr als nur die Erneuerung von Gebäudeteilen beinhaltet. Es spiegelt die Anforderungen moderner Schularchitektur wider – von Brandschutz und Energieeffizienz bis hin zu barrierefreier Zugänglichkeit und der Erhaltung historischer Bausubstanz. Das Projekt umfasst sowohl General- als auch Teilgeneralsanierungen und verbindet traditionelle Handwerkskunst mit modernen Technologien. Die Gesamtkosten liegen in Millionenhöhe, wobei Zuschüsse aus öffentlicher Hand die Finanzierung unterstützen. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte der Sanierung im Detail beschrieben, basierend auf den verfügbaren Daten.

Allgemeine Projektinformationen

Die Sanierung des Burggymnasiums in Friedberg ist ein langfristiges Vorhaben, das in mehreren Phasen umgesetzt wird. Ziel ist es, das Gebäude den heutigen Anforderungen an Sicherheit, Barrierefreiheit und Energieeffizienz anzupassen, ohne dabei den historischen Charakter zu zerstören. Das Projekt umfasst sowohl strukturelle als auch technische Sanierungsmaßnahmen.

Projektträger und Finanzierung

Der Wetteraukreis als Schulträger ist verantwortlich für die Planung und Durchführung der Sanierungsarbeiten. Die Kosten für die Dachsanierung des Orgelbaus allein betrugen etwa 403.000 Euro. Insgesamt ist das Projekt finanziell erheblich: Für die umfassende Sanierung, einschließlich der Flachdachsanierung, Brandschutzmaßnahmen, Fassadenrenovierung, Energieversorgung, Betonsanierung, Toilettenumbau und Freianlagen, wurden fast 8,9 Millionen Euro investiert. Diese Summe ist höher als die Kosten des Neubaus der Schule in den 1970er Jahren, wenn man diese damals in Mark umrechnet.

Zusätzlich konnten Zuschüsse in Höhe von etwa 3,1 Millionen Euro aus dem Haushalt der Regierung von Schwaben beantragt werden. Diese Förderung ist für die Realisierung der Projekte entscheidend, da sie die Kosten für die Schule reduziert.

Sanierungsmaßnahmen in den Bereichen Brandschutz, Energie und Sicherheit

Die Sanierungsarbeiten am Burggymnasium sind auf mehreren Ebenen angelegt. Eine der wichtigsten Maßnahmen betrifft den Brandschutz. In den Freianlagen und im Gebäude selbst wurden Flucht- und Rettungswege neu geplant und umgesetzt. Die Brandschutzmaßnahmen sind in enger Abstimmung mit den geltenden Vorschriften durchgeführt worden, um die Sicherheit von Schülern, Lehrern und Besuchern zu gewährleisten.

Fluchttreppen und Barrierefreiheit

Ein aktueller Fokus der Sanierung liegt auf der Schaffung barrierefreier Zugänge und Fluchtrouten. Dazu gehören beispielsweise die Sanierung der Fluchttreppe zwischen Alt- und Orgelbau, die sich aktuell im zweiten Bauabschnitt befindet. Ziel ist es, die Beweglichkeit aller Nutzergruppen, einschließlich Menschen mit eingeschränkter Mobilität, zu verbessern. In den Verwaltungsgebäuden, Lehrerarbeitsplätzen und Schülerbereichen sowie im Kioskbereich sind weitere Maßnahmen geplant.

Energieeffizienzmaßnahmen

Im Rahmen der Sanierung wurden auch Energieeffizienzmaßnahmen durchgeführt, um den Energieverbrauch des Gymnasiums zu reduzieren und den Klimaschutz zu fördern. Dazu zählen die Modernisierung der Heizungsanlagen, die Erneuerung von Pumpen und Ventilen sowie die Installation einer neuen Sanimatic-Steuerung. Diese Maßnahmen tragen zur Verbesserung der Energieeffizienz bei und erhöhen die Lebensdauer der Gebäudeinfrastruktur.

Dachsanierung des Orgelbaus: Ein Denkmalschutzprojekt

Der Orgelbau des Burggymnasiums ist ein historisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das unter Denkmalschutz steht. Die Sanierung dieses Gebäudeteils war aufwendig und erforderte die Zusammenarbeit mit spezialisierten Handwerksfirmen sowie mit Behörden des Denkmalschutzes.

Bauhistorische Hintergründe

Das Gebäude in seiner gegenwärtigen Form wird auf das Jahr 1817 datiert. Es ist somit über 200 Jahre alt und hat eine langjährige geschichtliche und kulturelle Bedeutung für die Region. Aufgrund seiner historischen Bedeutung war es wichtig, möglichst viel der vorhandenen Bausubstanz zu erhalten. Dazu zählt insbesondere das Holzgebälk im zweiten Obergeschoss, das in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz sorgfältig restauriert wurde.

Dachsanierung

Der Dachstuhl des Orgelbaus war stark verschlissen und benötigte eine umfassende Sanierung. Nach der Stabilisierung und Restaurierung des vorhandenen Gebälks wurde das Dach mit einer altdeutschen Schieferdeckung neu eingedeckt. Diese Art der Dachbeschichtung ist nicht nur optisch harmonisch, sondern auch langlebig und wasserfest. Zudem wurde der Blitzschutz erneuert, um das Gebäude vor Schäden durch Blitzableiter zu schützen.

Kosten und Zeitrahmen

Die Sanierungsarbeiten am Dach des Orgelbaus dauerten etwa acht Monate und kosteten rund 403.000 Euro. Diese Investition sichert die Zukunft des historischen Bauwerks und ermöglicht es, dass künftige Schülergenerationen den Orgelbau weiterhin als Teil des Kultur- und Bildungslandschafts nutzen können.

Renovierung der Teeküche im Kunstbau

Neben der Dachsanierung war auch die Erneuerung der Teeküche im Kunstbau ein zentrales Projekt. Die Arbeiten an dieser Einrichtung betrafen sowohl die technische Ausstattung als auch die Gestaltung des Raumes.

Neuausstattung und Funktion

Die Schränke der neuen Teeküche stammen aus der noch sehr neuwertigen Bestandsküche der Schule, was die Kosten senkte. Ergänzt wurden sie durch neue Geräte wie Kühlschrank, Spülmaschine und Spüle. Eine neue Arbeitsplatte sowie ein neuer Spritzschutz wurden installiert. Ebenfalls neu war die Sitzgelegenheit, bestehend aus einem Brückenhochtisch mit vier Stehhockern und vier weiteren Regalen.

Der angrenzende Aufenthaltsraum erhielt einen Vierfußtisch und vier passende Polsterstühle. Die Gesamtkosten für diese Arbeiten lagen bei etwa 12.000 Euro. Die Arbeiten, die in Zusammenarbeit mit der Gebäudetechnik des Wetteraukreises durchgeführt wurden, dauerten fünf Monate.

Weitere geplante und laufende Sanierungsarbeiten

Die Sanierungsmaßnahmen am Burggymnasium sind noch nicht abgeschlossen. Aktuell finden verschiedene weitere Bau- und Sanierungsarbeiten statt oder sind in Planung. Dazu gehören:

  • Innensanierung im Verwaltungsgebäude: Brandschutzmaßnahmen, Barrierefreiheit und Erneuerung von Lehrerarbeitsplätzen, Schülerbereichen und Kioskflächen.
  • Sanierung der WCs im Außenbereich: Modernisierung der sanitären Anlagen im Außenbereich der Schule.
  • Sanierung und Erweiterung der Sporthalle: Dieses Projekt ist derzeit in der Vorprüfung und wurde bereits genehmigt.
  • Sanierung des Altbau-Dachs: Diese Investition ist für das Jahr 2025 geplant und wird in den Haushaltsplan des Wetteraukreises aufgenommen.

Diese Maßnahmen zeigen, dass die Sanierung des Burggymnasiums ein langfristiges und mehrphasiges Vorhaben ist, das sich über mehrere Jahre erstreckt.

Denkmalschutz und Bausubstanz

Die Sanierungsarbeiten am Burggymnasium wurden stets unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes durchgeführt. Insbesondere im Orgelbau, der unter Denkmalschutz steht, war es wichtig, die historische Bausubstanz so weit wie möglich zu erhalten. Dazu gehörte die sorgfältige Restaurierung des Holzgebälks und die Verwendung von traditionellen Materialien wie Schiefer für die Dachdeckung.

Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben

Um die historische Substanz zu erhalten, wurde eine spezialisierte Holzbaufirma beauftragt, die Sanierungsarbeiten im Orgelbau durchzuführen. Diese Experten arbeiteten eng mit den Behörden für Denkmalschutz zusammen, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen nicht nur funktional, sondern auch kulturhistorisch verträglich sind.

Fazit

Die Sanierung des Burggymnasiums in Friedberg ist ein Beispiel für eine umfassende und zukunftsorientierte Renovierung historischer Gebäude. Die Maßnahmen, die durchgeführt wurden, reichen von der Dachsanierung eines denkmalgeschützten Orgelbaus bis hin zur Erneuerung der Teeküche im Kunstbau. Gleichzeitig wurden Brandschutz, Energieeffizienz und Barrierefreiheit in den Fokus gestellt. Der Wetteraukreis hat mit dieser Investition nicht nur die Sicherheit und Nutzbarkeit der Schule für die Zukunft gesichert, sondern auch die historische Identität des Gymnasiums bewahrt.

Die Gesamtkosten des Projekts, die in Millionenhöhe liegen, wurden durch Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln unterstützt. Dies zeigt, dass auch bei umfangreichen Sanierungsprojekten staatliche Förderung eine entscheidende Rolle spielt. Mit den geplanten und laufenden weiteren Arbeiten wird das Burggymnasium in den nächsten Jahren weiterhin in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, da die Schule nicht nur Bildungszentrum, sondern auch kulturelle und architektonische Sehenswürdigkeit bleibt.

Quellen

  1. Sanierung am Gymnasium Friedberg Gossau abgeschlossen!
  2. Friedberg: Das Gymnasium Friedberg wird zum Geburtstag saniert
  3. Gymnasium Friedberg
  4. Burggymnasium Friedberg: Dachsanierung des Orgelbaus und neue Teeküche im Kunstbau
  5. Für künftige Schülergenerationen erhalten
  6. Burggymnasium Friedberg: Dachsanierung und Teeküche
  7. Dachsanierung des Orgelbaus und neue Teeküche im Kunstbau

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