Sanierung und Erweiterung des Frobenius-Gymnasiums in Hammelburg: Ein Modellprojekt für nachhaltige Schulbaukunst

Einleitung

Die Sanierung und Erweiterung des Frobenius-Gymnasiums in Hammelburg markiert einen Meilenstein in der bayerischen Schulbaukunst. Auf einer Fläche von sieben Hektar entsteht ein modernes, zukunftsorientiertes Schulzentrum, das nicht nur die pädagogischen Anforderungen erfüllt, sondern auch in puncto Nachhaltigkeit und Energieeffizienz Vorreiter ist. Das Projekt umfasst die Errichtung eines Gymnasiums, einer Realschule, eines Förderzentrums, einer Mensa mit Zweifachsporthalle sowie umfangreicher Sport- und Freiflächen. Die Bauarbeiten sind so konzipiert, dass der Schulbetrieb während des gesamten Bauprozesses aufrechterhalten werden kann, und die neue Infrastruktur ab 2027 für die ersten Schüler nutzbar sein wird.

Im Folgenden werden die Planung, die konzeptionellen Grundlagen, die finanzwirtschaftlichen Aspekte sowie die technischen und ökologischen Ausrichtungen des Projekts detailliert ausgearbeitet.

Konzeptionelle Grundlagen des Projekts

Zielsetzung und pädagogische Vision

Die Planung des neuen Schulzentrums in Hammelburg basiert auf einem klaren pädagogischen Konzept. Ziel ist es, ein funktionales und harmonisches Miteinander verschiedener Schultypen zu ermöglichen, ohne deren eigenständige Identitäten zu verlieren. Der Campus wird so gestaltet, dass Gymnasium, Realschule und Förderzentrum zwar in getrennten Gebäuden untergebracht sind, aber durch gemeinsame Bereiche wie den Campusplatz und die Mensa miteinander vernetzt werden.

Diese Integration fördert interkulturelle Begegnungen und schafft einen Raum für gemeinsame Aktivitäten, ohne die individuellen pädagogischen Konzepte der einzelnen Schulen zu unterdrücken. Landrat Thomas Bold betonte in einer Rede, dass die Zusammenarbeit „eine funktionale und pädagogisch sinnvolle Zusammenarbeit einzelner Schulbereiche“ ermöglichen soll, wobei der Charakter der verschiedenen Schultypen weiterhin deutlich erkennbar bleibt.

Bauliche Planung

Die bauliche Ausgestaltung des Schulzentrums ist auf eine klare funktionale Struktur ausgerichtet. Der erste Bauabschnitt umfasst den Neubau des Gymnasiums, der Mensa, der Zweifachsporthalle sowie der dazugehörigen Freiflächen. Im zweiten Bauabschnitt folgt die Errichtung der Realschule. Langfristig ist auch die Integration des Förderzentrums in den Campus vorgesehen.

Das Gebäudeensemble gruppiert sich um einen zentralen Campusplatz, der als Treffpunkt für alle Schülerinnen und Schüler dienen soll. Die Architektur betont Transparenz, Zugänglichkeit und Barrierefreiheit. Besonderes Augenmerk wurde auf eine optimale Nutzung des Geländes gelegt, um eine klare Erschließung sowie eine ausreichende Grünfläche für Pausen und Aktivitäten sicherzustellen.

Die Planung ist auf eine flexible und zukunftsorientierte Nutzung ausgelegt. So sind beispielsweise mehrere „Cluster“-Räume vorgesehen, die für projektbasiertes Lernen genutzt werden können. Auch die Einrichtung einer Ganztagsbetreuung ist Teil des pädagogischen Konzepts.

Finanzierung und Kostenentwicklung

Kostenentwicklung und Finanzierungsstruktur

Die Finanzierung des Projekts erfolgt über mehrere Quellen, wobei der Freistaat Bayern eine zentrale Rolle spielt. Nach den ersten Planungsphasen wurden die Kosten für die Sanierung und Erweiterung des Frobenius-Gymnasiums auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt. Mit der Entscheidung für einen Ersatzneubau der Turnhalle und weiteren Erweiterungen stiegen die Kosten auf über 30 Millionen Euro.

Für den ersten Bauabschnitt, der den Neubau des Gymnasiums und der dazugehörigen Einrichtungen umfasst, sind rund 79 Millionen Euro veranschlagt. Der Freistaat Bayern fördert das Projekt mit über 30 Millionen Euro, was den Landkreis Bad Kissingen in die Lage versetzt hat, die Investitionen mit einem klaren finanziellen Plan voranzutreiben.

Die Gesamtkosten für das gesamte Schulzentrum sind noch nicht vollständig finalisiert, da der zweite Bauabschnitt (Realschule) und der dritte (Förderzentrum) noch in der Planung sind. Die Kostenschätzung für das gesamte Projekt wird sich aber auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen.

Kostennutzen-Verhältnis

Landrat Bold hob in einer öffentlichen Erklärung hervor, dass sich das Kostennutzen-Verhältnis deutlich besser darstellt als bei der ursprünglichen Sanierungsvariante. Der Ersatzneubau und die Integration der verschiedenen Schultypen in ein einheitliches Campus-Konzept senken langfristig die Unterhaltskosten und erhöhen die Nutzbarkeit des Areals. Zudem profitiert Hammelburg von der Attraktivitätssteigerung als Bildungsstandort und der Schaffung neuer infrastruktureller Möglichkeiten für die Bevölkerung.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Konzept zur Energieeffizienz

Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Erreichung maximaler Energieeffizienz. Dies spiegelt sich sowohl in der Architektur als auch in der Technik der Gebäude wider. Die Planung berücksichtigt die aktuellsten Standards der Energieeinsparverordnung (EnEV) und setzt auf innovative Technologien, um den Energieverbrauch zu minimieren.

Ein zentraler Baustein der energieeffizienten Planung ist die Nutzung von Geothermie. Hochleistungsenergiepfähle sollen das Schulzentrum im Winter beheizen und im Sommer eine Klimatisierung ermöglichen. Dies senkt den Verbrauch von fossilen Brennstoffen und reduziert die CO2-Belastung.

Photovoltaik und erneuerbare Energien

Ein weiteres zentrales Element der Nachhaltigkeitsstrategie ist die Nutzung erneuerbarer Energien. Alle Dachflächen des Campus sollen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden, um einen hohen Anteil des Energiebedarfs durch regenerative Quellen zu decken. Landrat Bold betonte, dass das Ziel sei, „100 Prozent erneuerbare Energien“ einzusetzen.

Einsatz von Recycling-Beton

Auch bei der Wahl der Baumaterialien wurde ein nachhaltiger Ansatz verfolgt. So wird Recycling-Beton eingesetzt, bei dem bereits vorhandener, aufbereiteter Beton aus Abrissteilen genutzt wird. Dies reduziert den Rohstoffverbrauch und minimiert die Umweltbelastung durch den Neubau.

Bauablauf und zeitliche Planung

Phasen des Bauprozesses

Der Bau des Schulzentrums in Hammelburg ist in mehrere Phasen unterteilt. Der erste Bauabschnitt umfasst den Neubau des Gymnasiums, der Mensa, der Zweifachsporthalle und der dazugehörigen Freiflächen. Die Planung für diesen Abschnitt begann nach Abschluss des Vergabeverfahrens und die Fertigstellung des Förderantrags erfolgte im September/Oktober 2017.

Nachdem der Bauzaun im Frühjahr 2024 errichtet wurde, begannen die Erdarbeiten. Im Herbst 2023 hatte der Hammelburger Stadtrat sein Einverständnis für das Vorhaben erteilt, was den offiziellen Start der Bauarbeiten ermöglichte. Im Jahr 2024 wurden die ersten Fundamente gelegt und die Grundsteinlegung erfolgte symbolisch im Jahr 2024.

Zeitplan und Fertigstellungstermine

Der Bauablauf ist eng an den Schulbetrieb angepasst, sodass die Schülerinnen und Schüler während des gesamten Bauprozesses in den bestehenden Gebäuden unterrichtet werden können. Es ist nicht geplant, dass Unterricht in Ausweichcontainern stattfindet oder dass eine Zwischenzeitliche Umsiedlung nötig ist. Dies soll den Unterrichtsablauf so weit wie möglich ungestört lassen.

Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für das Jahr 2026 geplant, wobei bis Ende 2025 das Richtfest gefeiert und die Gebäudehülle geschlossen sein soll. Der Einzug der ersten Gymnasiasten und Lehrkräfte ist für September 2027 vorgesehen.

Der zweite Bauabschnitt, der die Errichtung der Realschule beinhaltet, folgt danach. Langfristig ist auch die Integration des Förderzentrums in den Campus vorgesehen.

Verkehrsgestaltung und Erschließung

Anbindung und Verkehrsführung

Ein weiteres zentrales Element der Planung ist die Anbindung des Schulzentrums an den öffentlichen Nahverkehr und die Verkehrsführung für Eltern. Die Planung sieht vor, dass der Campus mit einem geordneten Busanfahrplan erschlossen wird. Zudem ist ein geordnetes Bringen und Abholen durch Eltern vorgesehen.

Die Erschließung des Campus erfolgt über separate Zufahrtswege, die so gestaltet sind, dass sie den Verkehr zwischen Schülern, Eltern und Lehrern voneinander trennen. Es ist geplant, ausreichend Parkplätze bereitzustellen, um den Verkehrsfluss zu optimieren.

Integration in die Stadtentwicklung

Stadtentwicklungsstrategie

Das Projekt ist nicht nur ein Schwerpunkt in der Bildungs- und Schulentwicklung, sondern auch ein zentraler Baustein der Stadtentwicklung Hammelburgs. Landrat Thomas Bold betonte, dass das Schulzentrum eine „hervorragende Aufwertung des Standorts“ darstellt und neue innerstädtische Entwicklungsmöglichkeiten schafft.

Die Integration des Campus in das städtische Umfeld erfolgt über klare Wegeführung und ein stimmiges Erscheinungsbild. Zudem ist der Campus so geplant, dass er auch nach außen hin zugänglich ist und zur Gemeinschaft beiträgt. Der Campusplatz soll beispielsweise nicht nur als Treffpunkt für Schüler dienen, sondern auch als Ort für Veranstaltungen oder Freizeitnutzung genutzt werden können.

Fazit

Die Sanierung und Erweiterung des Frobenius-Gymnasiums in Hammelburg ist ein herausragendes Beispiel für modernes und nachhaltiges Schulbau. Das Projekt vereint pädagogische Visionen mit einer technisch und ökologisch vorausschauenden Planung. Die Schaffung eines gemeinsamen Campus-Ensembles für Gymnasium, Realschule und Förderzentrum markiert einen qualitativen Sprung in der Bildungsinfrastruktur.

Durch die Nutzung erneuerbarer Energien, die Einrichtung einer klimafreundlichen Heizung über Geothermie sowie die Verwendung von Recycling-Beton setzt das Projekt Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit. Zudem wird durch die kluge Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und die Verkehrsführung die Kompatibilität mit der Stadtentwicklung sichergestellt.

Mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im Jahr 2027 wird Hammelburg nicht nur einen modernen Bildungscampus erhalten, sondern auch als zukunftsorientierter Standort für Bildung und Forschung weiterentwickelt. Das Projekt zeigt, wie Bau- und Stadtplanung, pädagogische Konzepte und ökologische Nachhaltigkeit effektiv miteinander verknüpft werden können.

Quellen

  1. Sanierung und Erweiterung Frobenius-Gymnasium in Hammelburg
  2. Sanierung und Erweiterung des Frobenius-Gymnasiums in Hammelburg
  3. Frobenius-Gymnasium Hammelburg – Ersatzneubau und Sanierung
  4. Spatenstich für das neue Schulzentrum
  5. Hochmodern hinsichtlich Pädagogik, Architektur und Nachhaltigkeit
  6. Das sind die Pläne für Gebäude des Hammelburger Schulareals

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