Die energetische Sanierung von Gebäuden ist ein entscheidender Schritt, um langfristig Energiekosten zu senken, den Klimaschutz zu unterstützen und den Wert der eigenen Immobilie zu sichern. Allerdings erfordern solche Maßnahmen oft erhebliche Investitionen, was viele Eigentümer:innen abschreckt. Glücklicherweise bietet der Staat zahlreiche Förderprogramme an, um die Kosten zu reduzieren. Um die richtigen Fördermittel zu finden, sind sogenannte Fördermittelchecks unverzichtbar. In diesem Artikel wird eine detaillierte Übersicht über die Funktionsweise, Vorteile und praktischen Anwendungsfelder von Fördermittelchecks gegeben, basierend auf verfügbarem Material.
Was ist ein Fördermittelcheck?
Ein Fördermittelcheck ist ein Online-Tool, das Immobilienbesitzer:innen hilft, staatliche und regionale Förderprogramme für energetische Sanierungen zu identifizieren. Die Tools analysieren individuelle Sanierungspläne, beispielsweise den Austausch der Heizung, die Dämmung von Fassaden oder den Einbau von Photovoltaikanlagen, und zeigen an, welche Förderungen in Frage kommen. Der Vorteil liegt in der Personalisierung: Es handelt sich nicht um eine pauschale Übersicht, sondern um ein Instrument, das auf die konkreten Pläne des Nutzers abgestimmt ist.
Die Tools verarbeiten dabei Daten wie das Baujahr des Hauses, die Art der geplanten Maßnahmen und die Wohnfläche. Danach zeigt der Check, welche Förderungen in Frage kommen, wie hoch der mögliche Zuschuss ist und welche Schritte zur Beantragung nötig sind. In einigen Fällen liefert der Check auch einen detaillierten Bericht, der als Grundlage für eine Energieberatung dienen kann.
Vorteile von Fördermittelchecks
Einige der wichtigsten Vorteile von Fördermittelchecks sind:
- Zeitsparend: Statt mühsam durch eine Vielzahl an Förderprogrammen zu surfen, wird der Nutzer:in von einem System geführt, das automatisch die passenden Programme findet.
- Persönlich abgestimmt: Die Ergebnisse sind individuell, basierend auf den eingegebenen Daten, was die Relevanz erhöht.
- Transparenz: Der Nutzer:in erhält einen klaren Überblick über mögliche Zuschüsse, Kredite und andere Unterstützungen.
- Weiterführende Unterstützung: Einige Tools bieten auch nach der Auswertung weitere Unterstützung an, z. B. bei der Beantragung oder bei der Suche nach Handwerksbetrieben.
Wie funktioniert ein Fördermittelcheck?
Die Funktionsweise eines Fördermittelchecks ist in der Regel sehr einfach. Der Nutzer:in füllt ein Formular aus, in dem er: sie beispielsweise das Jahr des Baujahres des Hauses angibt, die geplanten Sanierungsmaßnahmen beschreibt und ggf. weitere Gebäudeparameter einträgt. Anschließend analysiert das System diese Daten und vergleicht sie mit den Voraussetzungen der verschiedenen Förderprogramme.
Einige Tools, wie der KfW-Sanierungsrechner, berechnen sogar das Einsparpotenzial der geplanten Maßnahmen und schätzen die Kosten und Einsparungen ab. Andere, wie der FördermittelCheck von co2online, liefern detaillierte Informationen über alle relevanten Förderprogramme, inklusive möglicher regionaler Unterstützung.
Die Auswertung kann oft als PDF heruntergeladen oder direkt an eine E-Mail-Adresse gesendet werden. In einigen Fällen ist es sogar möglich, direkt auf der Plattform den Antrag auf Förderung zu stellen.
Welche Arten von Sanierungsmaßnahmen sind förderfähig?
Die Förderung ist nicht auf eine bestimmte Art von Sanierung beschränkt. Im Gegenteil: Viele Programme umfassen eine breite Palette an Maßnahmen, darunter:
- Heizungstausch: Beispielsweise der Austausch einer alten Ölheizung durch eine moderne Wärmepumpe.
- Dämmmaßnahmen: Dachdämmung, Fassadendämmung oder Kellerabdichtung.
- Photovoltaik: Die Installation von Solaranlagen.
- Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung: Diese tragen dazu bei, Heizkosten zu senken.
- Umfeldmaßnahmen: Beispielsweise Reparaturen an Putz oder Mauerwerk im Zuge eines Fenstertauschs.
- Energieberatung: Einige Programme fördern auch die Kosten für eine individuelle Energieberatung.
Einige Quellen wie Finanztip betonen, dass eine Energieberatung oft sogar Voraussetzung für die Beantragung von Förderungen ist. Zudem ist sie meist mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 50 Prozent verbunden.
Wie hoch sind die möglichen Zuschüsse?
Die Höhe der Förderungen variiert je nach Art der Maßnahme und dem gewählten Programm. Generell kann man sagen, dass Zuschüsse zwischen 15 und 40 Prozent der förderfähigen Kosten liegen. Bei bestimmten Maßnahmen wie dem Tausch der Heizung können die Zuschüsse jedoch bis zu 70 Prozent betragen. Diese Angaben basieren auf co2online und Zukunft Zuhause.
Es ist wichtig zu beachten, dass es keine Doppelförderung gibt. Das bedeutet, dass die gleichen Kosten nicht in mehreren Förderprogrammen beantragt werden dürfen. Dies ist ein explizit genannter Punkt in mehreren Quellen, wie Finanztip.
Kombination mit regionalen Programmen
Trotz der Einschränkung zur Doppelförderung gibt es Möglichkeiten, die finanzielle Unterstützung zu erhöhen, indem regionale Programme genutzt werden. Viele Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Förderungen an, die meist mit den staatlichen Programmen kombinierbar sind. Ein Beispiel hierfür ist das BAFA, das in Kombination mit regionalen Programmen oft eine höhere finanzielle Unterstützung ermöglicht.
Praktische Schritte nach der Auswertung
Nachdem ein Fördermittelcheck durchgeführt wurde, folgen mehrere Schritte, um die Förderung tatsächlich in Anspruch zu nehmen:
- Planung der Sanierungsmaßnahmen: Auf Basis der Auswertung werden konkrete Maßnahmen geplant.
- Beantragung der Energieberatung: In vielen Fällen ist eine Energieberatung Voraussetzung.
- Suche nach Handwerksbetrieben: Angebote von Handwerksbetrieben werden eingeholt.
- Antragstellung auf Förderung: Der Antrag wird bei der zuständigen Stelle (z. B. BAFA oder KfW) gestellt.
- Baubegleitung: Bei einigen Programmen wird eine Baubegleitung durch Energieeffizienz-Experten angeboten.
- Dokumentation und Abrechnung: Nach Abschluss der Maßnahmen müssen Nachweise eingereicht und die Förderung abgerechnet werden.
Einige Quellen, wie viadukt, betonen, dass der Fördermittelcheck auch einen Förderplan liefert, der als Grundlage für die weiteren Schritte dienen kann. Dieser kann auch bei der Suche nach Handwerksbetrieben hilfreich sein, da er bereits einen Überblick über die notwendigen Arbeiten und deren Kosten gibt.
Für Unternehmen und Kommunen
Nicht nur private Eigentümer:innen können von Fördermittelchecks profitieren. Auch Unternehmen und Kommunen haben die Möglichkeit, staatliche Zuschüsse für energetische Sanierungen in Anspruch zu nehmen. Hierzu eignen sich beispielsweise Programme wie BAFA, BEW, ZIM oder GRW. In einigen Fällen ist auch die Förderung von Forschung & Entwicklung oder Digitalisierungsmaßnahmen möglich.
Einige Fördermittelchecks, wie der von Förderheld, sind explizit für Unternehmen und Kommunen entwickelt. Sie prüfen beispielsweise, ob Investitionen in Maschinen, Anlagen oder Gebäudetechnik förderfähig sind. Auch Projekte zur CO₂-Reduktion oder Energieeffizienz können in den Fokus genommen werden.
Wie lange dauert die Förderung?
Die Dauer der Förderung hängt von mehreren Faktoren ab. In der Regel gibt es einen Bewilligungszeitraum, innerhalb dessen die Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Dieser beträgt meist 36 Monate. Nach Abschluss der Arbeiten müssen die Nachweise innerhalb einer festgelegten Frist eingereicht werden. Diese Frist variiert je nach Programm, liegt aber oft bei bis zu sechs Monaten nach Ende der Maßnahme.
Es ist wichtig, dass der Antrag vor der Beauftragung eines Handwerksbetriebs gestellt wird. Erst nach der Zusage kann die Arbeit beginnen. Zudem sorgen Energieeffizienz-Experten für eine qualitative Baubegleitung und stellen sicher, dass die Maßnahmen korrekt umgesetzt werden.
Was passiert nach dem Check?
Nachdem ein Fördermittelcheck durchgeführt wurde, folgen mehrere Schritte:
- Formular ausfüllen (meist in weniger als 2 Minuten)
- Auswertung durch das System
- Erhalt der Ergebnisse per E-Mail oder in Form eines Berichts
- Übersicht der möglichen Programme und Zuschüsse
- Mögliche strategische Beratung oder technische Umsetzungshilfen
Einige Plattformen, wie Förderheld oder viadukt, bieten auch weiterführende Dienstleistungen an, wie strategische Beratung, technische Konzeption oder die Begleitung bis zur Auszahlung. So wird aus einer möglichen Förderung ein umsetzbares Projekt.