Förderungen für die Sanierung von Häusern: Überblick und Empfehlungen

Die Sanierung von Häusern bietet nicht nur die Möglichkeit, den Wert und die Lebensqualität einer Immobilie zu steigern, sondern auch bedeutende finanzielle Vorteile durch staatliche Förderprogramme. In Deutschland gibt es zahlreiche Fördermaßnahmen, die Hausbesitzer dabei unterstützen, energieeffizienter zu bauen, Altbauten zu sanieren und barrierefreie Wohnungen zu schaffen. Diese Förderungen können in Form von Zuschüssen, günstigen Darlehen oder steuerlichen Vorteilen angeboten werden. In diesem Artikel werden die wichtigsten Aspekte staatlicher Sanierungsförderungen detailliert erläutert, inklusive der aktuellen Rahmenbedingungen, Voraussetzungen und Empfehlungen für die Praxis.

Einführung in Sanierungsprogramme

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist ein zentraler Ansatzpunkt für Sanierungsmaßnahmen. Verwaltet werden die Programme von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Diese Förderungen zielen darauf ab, die Energieeffizienz von Gebäuden zu erhöhen, den Energieverbrauch zu senken und gleichzeitig die Wohnqualität zu verbessern. Besonders gefördert werden Sanierungsmaßnahmen, die energieeffiziente Technologien einsetzen, wie Wärmepumpen, Pelletkessel oder solarthermische Anlagen.

Ein weiterer Förderschwerpunkt ist der altersgerechte Umbau sowie der Einbruchschutz. Hierbei wird der Aufbau barrierefreier Wohnräume und der Einbau sicherer Türen oder Fenster unterstützt. Zudem gibt es für einkommensschwache Familien spezielle Programme, wie das KfW-Programm „Jung kauft Alt“, das den Erwerb und die Modernisierung von Altbauten finanziell attraktiver gestaltet.

Energetische Sanierung: Der zentrale Förderschwerpunkt

Energetische Sanierungsmaßnahmen sind derzeit der zentrale Förderschwerpunkt im Rahmen der BEG. Viele Programme fördern die Sanierung von Gebäuden mit hohen Zuschüssen, die in der Regel nicht zurückgezahlt werden müssen. Zusätzlich profitieren viele Eigentümer von zinsgünstigen Krediten oder Steuervorteilen.

Komplettsanierung zum Effizienzhaus

Die KfW bietet spezielle Förderungen für die Komplettsanierung von Häusern bis zum KfW-Effizienzhaus. Je höher der erreichte Energieeffizienzstandard ist, desto höher sind auch die Förderhöhen. Ein Effizienzhaus 70 beispielsweise benötigt nur 70 % der Energie eines konventionellen Neubaus. Hierbei werden Tilgungszuschüsse bis zu 45 % gewährt. Besonders attraktiv ist die Förderung für Gebäude, die überwiegend mit erneuerbaren Energien beheizt werden, wie beispielsweise mit Wärmepumpen oder Solarenergien.

Ein Voraussetzung für die Förderung ist oft die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP). Dieser Fahrplan erfasst die notwendigen Maßnahmen und deren Reihenfolge. Wer sich an den Fahrplan hält, kann zudem den iSFP-Bonus in Höhe von 5 % der Förderung erhalten.

Heizungstausch und Energieberatung

Ein weiteres zentraler Förderschwerpunkt ist der Heizungstausch. Der Einbau klimafreundlicher Heizsysteme, wie Wärmepumpen oder Pelletkessel, wird mit bis zu 70 % gefördert. Diese Förderung ist besonders attraktiv, da sie direkt die CO₂-Bilanz des Hauses verbessert und langfristig Energiekosten spart.

Zusätzlich gibt es Förderungen für Energieberatungen, die bis zu 50 % der Kosten übernehmen. Eine Energieberatung ist oft der erste Schritt in der Sanierungsplanung und hilft dabei, die größten Einsparpotenziale zu identifizieren. Diese Beratung ist oft auch eine Voraussetzung für viele Förderprogramme.

Barrierefreie Sanierung und Einbruchschutz

Neben energetischen Sanierungsmaßnahmen gibt es auch Förderungen für altersgerechte Umbauten und Einbruchschutzmaßnahmen. Diese Maßnahmen sind besonders relevant für Eigentümer, die ihre Immobilien für ältere Menschen oder Familien mit Kindern optimieren möchten.

Barrierefreie Sanierung

Das KfW-Programm 159 unterstützt Maßnahmen zur Schaffung barrierefreier Wohnungen. Dazu gehören beispielsweise der Abbau von Schwellen, der Umbau der Küche oder des Bads, die Ebenung von Wegen oder die Anpassung von Balkonen und Terrassen. Diese Förderungen sind in Form von günstigen Darlehen verfügbar und können bis zu 100.000 Euro umfassen, abhängig von der Anzahl der Kinder in der Familie.

Einbruchschutz

Auch Maßnahmen zum Einbruchschutz sind förderfähig. Dazu gehören beispielsweise der Einbau einbruchhemmender Türen, Gitter oder Rollläden sowie die Installation von Einbruchmeldeanlagen. Diese Förderungen sind besonders attraktiv, da sie den Wohnkomfort und die Sicherheit erheblich erhöhen.

Förderungen für einkommensschwache Familien: „Jung kauft Alt“

Das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ ist ein spezielles Förderinstrument für einkommensschwache, junge Familien, die in Wohneigentum wechseln möchten. Die Voraussetzungen für dieses Programm sind:

  • Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind
  • Einkommensgrenzen von bis zu 90.000 Euro jährlich (plus 10.000 Euro pro zusätzliches Kind)
  • Die Familie darf bislang kein Wohneigentum besitzen

Förderfähig ist der Kauf und die Sanierung von Altbauten mit einem hohen Sanierungsbedarf. Die Förderung erfolgt in Form von verbilligten Krediten. Die Kreditsumme hängt von der Anzahl der Kinder in der Familie ab und beträgt zwischen 100.000 und 150.000 Euro. Bedingung ist, dass das Gebäude innerhalb von 4,5 Jahren mindestens auf den Energieeffizienzstandard 70 saniert wird. Die Immobilie muss zudem mindestens 5 Jahre lang selbst genutzt werden.

Ein Vorteil dieses Programms ist, dass es mit anderen Förderungen kombiniert werden kann. So ist beispielsweise die Kombination mit dem KfW-Programm 261 (Komplettsanierung) oder der BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen möglich.

Sanierung von Denkmalliegenschaften

Für Häuser, die unter Denkmalschutz stehen, gibt es spezielle Förderprogramme. Diese Programme berücksichtigen die besonderen Herausforderungen bei der Sanierung historischer Gebäude. So kann beispielsweise das KfW-Programm 261 auch für den Erwerb und die Sanierung von Denkmalliegenschaften genutzt werden. Voraussetzung ist, dass das Gebäude als „besonders erhaltenswerte Bausubstanz“ gilt.

Ein KfW-Effizienzhaus Denkmal darf bis zu 60 % schlechteren Energiebedarf als ein vergleichbares Neubauhaus haben. Wird diese Voraussetzung erfüllt, gibt es einen Tilgungszuschuss für die Sanierung. Zudem können ergänzende Landes- und Bundesförderungen in Anspruch genommen werden, die sich vor allem auf den Erhalt der historischen Bausubstanz konzentrieren.

Steuerliche Vorteile für energetische Sanierungen

Neben finanzwirtschaftlichen Förderungen bieten viele Sanierungsmaßnahmen auch steuerliche Vorteile. Diese Vorteile sind besonders attraktiv, da sie unabhängig von der Kreditfinanzierung genutzt werden können.

Steuerbonus für energetische Sanierungsmaßnahmen

Bei der Umsetzung bestimmter Sanierungsmaßnahmen können 20 % der anfallenden Kosten steuerlich geltend gemacht werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dach und Geschossdecken
  • Fenster- und Türentausch
  • Installation einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Installation digitaler Systeme zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung

Diese Vorteile können über einen Zeitraum von drei Jahren genutzt werden und sind besonders attraktiv für Eigentümer, die keine Kredite in Anspruch nehmen möchten oder können.

Umfeldmaßnahmen und Baubegleitung

Neben den eigentlichen Sanierungsarbeiten gibt es auch Förderungen für umfeldbezogene Maßnahmen und Baubegleitung. Diese Maßnahmen sind oft unerlässlich, um die Sanierung erfolgreich zu realisieren.

Umfeldmaßnahmen

Umfeldmaßnahmen beziehen sich auf Arbeiten, die mit der Sanierung unmittelbar zusammenhängen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Entfernen alter Bauteile
  • Gerüstkosten
  • Reparaturen an Putz und Mauerwerk bei Fenstertausch

Diese Maßnahmen sind oft erforderlich, um die Sanierungsmaßnahmen überhaupt durchführen zu können und werden daher oft im Rahmen der Förderung berücksichtigt.

Baubegleitung durch Energieeffizienz-Experten

Die Sanierung eines Hauses ist oft eine komplexe Baumaßnahme, bei der fachliche Begleitung besonders wichtig ist. Die KfW fördert die Baubegleitung durch Energieeffizienz-Experten mit bis zu 50 % der Kosten. Maximal 4.000 Euro werden hierbei übernommen. Wird der KfW-Kredit oder Zuschuss nicht vollständig ausgeschöpft, kann die Förderung bis auf 90 % der Kosten steigen, also bis zu 7.200 Euro. Die Höhe der Förderung hängt auch davon ab, wie hoch der erreichte Energiestandard nach der Sanierung ist.

Kombination von Förderprogrammen

Die meisten Sanierungsprogramme können miteinander kombiniert werden, um eine optimale finanzielle Unterstützung zu erreichen. So können beispielsweise das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ mit dem KfW-Programm 261 (Komplettsanierung) oder der BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen kombiniert werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Förderungen oft in Kombination mit steuerlichen Vorteilen genutzt werden können. Dies bietet Eigentümern eine Vielzahl an Finanzierungsmöglichkeiten, um die Sanierungsmaßnahmen zu realisieren.

Praktische Tipps und Empfehlungen

Um von den Förderungen optimal profitieren zu können, gibt es einige praktische Tipps und Empfehlungen:

  • Energieberatung einholen: Eine Energieberatung ist oft der erste Schritt in der Sanierungsplanung und hilft dabei, die größten Einsparpotenziale zu identifizieren.
  • Individuellen Sanierungsfahrplan erstellen: Ein iSFP ist oft Voraussetzung für viele Förderprogramme und kann zudem den iSFP-Bonus in Anspruch nehmen.
  • Zusammenarbeit mit Energieeffizienz-Experten: Eine fachliche Baubegleitung ist besonders bei komplexen Sanierungsmaßnahmen wichtig und kann zudem gefördert werden.
  • Kombination von Förderungen nutzen: Die Kombination von mehreren Förderungen kann die finanzielle Unterstützung erheblich erhöhen.
  • Steuerliche Vorteile nutzen: Steuervorteile können unabhängig von der Kreditfinanzierung genutzt werden und sind daher besonders attraktiv.

Fazit

Staatliche Förderungen für die Sanierung von Häusern bieten Eigentümern zahlreiche Vorteile. Vom Heizungstausch bis hin zur Komplettsanierung gibt es eine Vielzahl an Förderprogrammen, die entweder in Form von Zuschüssen, günstigen Darlehen oder steuerlichen Vorteilen angeboten werden. Besonders attraktiv sind die Programme für energetische Sanierungen, barrierefreie Umbauten und den Einbruchschutz. Zudem gibt es spezielle Förderungen für einkommensschwache Familien und Denkmalliegenschaften.

Um von den Förderungen optimal zu profitieren, ist eine sorgfältige Planung erforderlich. Eine Energieberatung, die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans und die Zusammenarbeit mit Energieeffizienz-Experten sind wichtige Schritte in diesem Prozess. Zudem ist die Kombination von mehreren Förderungen oft die beste Strategie, um die Sanierungsmaßnahmen finanziell attraktiv zu gestalten.

Mit den richtigen Maßnahmen und der Unterstützung durch staatliche Förderungen kann die Sanierung einer Immobilie nicht nur die Lebensqualität erhöhen, sondern auch langfristig Energiekosten senken und den Immobilienwert steigern.

Quellen

  1. Staatliche Förderungen und Zuschüsse für Sanierungen
  2. Förderung für Sanierungen: Energetische und barrierefreie Maßnahmen
  3. Energetische Sanierung: Steuervorteile und Förderungen
  4. Förderung für Heizung, Hausbau und Sanierung

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