Sanierung der St. Nikolai-Kirche: Herausforderungen, Finanzierung und Rolle der Fördervereine

Die St. Nikolai-Kirche ist ein historisches und architektonisches Wahrzeichen der Hansestadt Stralsund. Sie zählt nicht nur zu den bedeutenden Sakralbauten in Mecklenburg-Vorpommern, sondern ist auch für ihre ikonischen Doppeltürme bekannt, die das Stadtbild prägen. In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass die Kirche aufgrund ihres Alters und der Einwirkung von Witterungsfaktoren eine umfassende Sanierung benötigt. Diese Herausforderung hat nicht nur kirchliche Initiativen, sondern auch die Arbeit von Fördervereinen in den Vordergrund gestellt. In diesem Artikel wird die aktuelle Situation, die Sanierungspläne und die Rolle der Fördervereine anhand vertrauenswürdiger Quellen detailliert analysiert.

Einführung: Die St. Nikolai-Kirche als kulturelles und historisches Denkmal

Die St. Nikolai-Kirche ist ein bedeutendes Sakralbauwerk der Hansezeit und wird seit Jahrhunderten als Gotteshaus genutzt. Sie ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein kulturell und touristisch relevantes Zentrum in Stralsund. Laut Berichten ist sie die älteste Kirche der Stadt und zentral gelegen an Markt und Rathaus. In den letzten Jahren jedoch hat sich ein dramatischer Zustand der Kirche und insbesondere ihrer Doppeltürme gezeigt. Laut einem Bericht des Nordkuriers (2023) bröckelt das Mauerwerk, insbesondere an der Westfassade des Südturms, und es ist ein dringender Handlungsbedarf erkennbar.

Diese Sanierung ist nicht nur aus konservatorischen Gründen notwendig, sondern auch aus Sicherheitsgründen. Bereits in der Vergangenheit wurden Bereiche unterhalb der Türme abgesperrt, nachdem Material herabgefallen war. Die Schäden, verursacht durch wiederholte Frost- und Tauwechsel, haben die Struktur des Mauerwerks erheblich beeinträchtigt.

Die Sanierungspläne und Kosten

Die Sanierung der St. Nikolai-Kirche ist ein mehrphasiges Projekt, das sich hauptsächlich auf die Doppeltürme konzentriert. Laut einem Bericht (2025) wird die Gesamtkosten für die Sanierung beider Türme auf etwa 6,4 Millionen Euro geschätzt. Der erste Bauabschnitt am Südturm wird bereits im August 2025 starten und dabei rund 1 Million Euro kosten. In der Folge sind die Sanierung der barocken Turmhaube und des Nordturms geplant. Um die Arbeiten am Südturm starten zu können, wurden bereits Mittel von mehreren Parteien bereitgestellt:

  • 400.000 Euro aus der Städtebauförderung (Land und Bund)
  • 100.000 Euro aus Mitteln der Stadt Stralsund
  • Etwa 500.000 Euro aus Fördervereinen und Stiftungen

Diese Mittel summieren sich auf über eine Million Euro, die es ermöglichen, die Arbeiten zumindest zu beginnen. Allerdings ist der Gesamtbedarf mit 6,4 Millionen Euro deutlich höher. Die Kirchengemeinde St. Nikolai betont, dass der Förderverein in der Regel nur anteilig finanziert und dass sie selbst sich um weitere Förderung bemühen.

Die Rolle des Fördervereins St. Nikolai zu Stralsund e.V.

Der Förderverein St. Nikolai zu Stralsund e.V. ist seit 1992 aktiv und hat in dieser Zeit bereits über 1,85 Millionen Euro für diverse Projekte bereitgestellt. Laut den Vereinsstatuten ist sein Ziel die Förderung des Erhalts der St. Nikolai-Kirche und des „Hauses der Kirche“. Die Mittel werden dabei durch Spenden, Beiträge, Umlagen, Zuschüsse und Überschüsse bereitgestellt und ausschließlich für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet.

Der Verein ist ein eingetragener, selbstloser Verein, der weder Gewinne erzielt noch Mitglieder mit finanziellen Vorteilen ausstattet. Er finanziert in der Regel nur einen Anteil der Gesamtkosten, weshalb die Kirchengemeinde St. Nikolai aktiv nach weiteren Förderquellen sucht. Dies spiegelt sich auch in der aktuellen Sanierung wider, bei der der Verein 500.000 Euro beisteuert, was etwa einem Fünftel des geplanten Gesamtbudgets entspricht.

Struktur und Finanzierung des Fördervereins

Der Förderverein St. Nikolai zu Stralsund e.V. ist seit 2005 als rechtsfähiger Verein im Handelsregister unter der Nummer VR 6547 beim Amtsgericht Stralsund eingetragen. Er hat seinen Sitz in Zemitz, Mecklenburg-Vorpommern. Laut der Firmen-Vollauskunft ist der Verein bereits seit über 20 Jahren aktiv und hat sich als solide Struktur etabliert.

Die Finanzentwicklung des Vereins, einschließlich der Stabilität und Wachstumskurven, wird durch verlässliche Quellen dokumentiert. Laut einem Bericht von 2023 ist der Verein nicht primär auf Gewinnerzielung ausgerichtet, sondern auf die Sicherstellung der langfristigen Erhaltung des Kirchbaus. Dies zeigt sich auch in der Finanzplanung der Sanierungsarbeiten, bei der der Verein nur anteilig finanziert.

Weitere Initiativen: Der Förderverein Neues Gemeindezentrum

Neben der Sanierung der Kirche selbst hat der Förderverein St. Nikolai auch Projekte außerhalb des Kirchengebäudes unterstützt. 2017 wurde der Förderverein Neues Gemeindezentrum (NGZ) St. Nikolai Stralsund e.V. gegründet, um ein neues Gemeindezentrum zu finanzieren. Die Abkürzung NGZ steht für „Neues Gemeindezentrum“, und die Arbeit des Vereins ist über eine eigene Website dokumentiert (www.ngz-stralsund.de). Dies zeigt, dass die Sanierungsinitiativen nicht nur auf den Kirchbau beschränkt sind, sondern auch auf die Verbesserung der Infrastruktur innerhalb der Kirchengemeinde abzielen.

Sanierungsfokussierte Spendenaktionen

Um die Finanzierung der Sanierung zu unterstützen, hat die Kirchengemeinde St. Nikolai mehrere Spendenaktionen gestartet. Eine davon ist die Aktion „Jede Fuge zählt“, die im März 2023 begonnen hat. Ziel ist es, Gelder für die Sanierung der Kirche zu sammeln, insbesondere für die Schadensbehebung an den Fassaden der Türme. Laut Berichten ist die Kirche stark von Schäden betroffen, die sich im Jahr 2021 durch Frost- und Tauwechselzeiten gezeigt haben.

Ab Ostern 2023 wurden digitale Spenden über eine Info-Stele in der Kirche ermöglicht, was den Spendenvorgang für Besucher und Touristen vereinfachen soll. Die Kirche wird in den Sommermonaten von bis zu 800 Touristen täglich besucht, wodurch ein großer finanzieller und kultureller Gewinn für die Stadt Stralsund entsteht. Gleichzeitig ist der Zustand des Gebäudes aber so kritisch, dass ein rasches Handeln notwendig ist.

Herausforderungen und Risiken der Sanierung

Die Sanierung der St. Nikolai-Kirche ist ein Projekt mit mehreren Herausforderungen:

  1. Finanzielle Engpässe: Obwohl bereits über eine Million Euro für den ersten Bauabschnitt bereitstehen, fehlen immer noch mehr als 5 Millionen Euro, um die gesamte Sanierung abzuschließen. Laut Angaben des Kirchensprechers Johannes Pilgrim ist das Geld zwar ausreichend, um den Start zu ermöglichen, aber noch nicht ausreichend, um die Arbeiten in Gänze zu finanzieren.

  2. Technische Komplexität: Die Sanierung beider Türme erfordert spezialisierte Handwerker und Baumeister, die Erfahrung mit historischen Bauten und dem Umgang mit sensiblen Materialien besitzen. Die Doppeltürme sind architektonisch komplex, und jede Fuge sowie jedes Detail ist von Bedeutung, wie es in der Spendenaktion „Jede Fuge zählt“ betont wird.

  3. Umweltbedingte Schäden: Die Schäden an der Kirche wurden primär durch Wetterbedingungen verursacht. Laut Berichten hat die Wechselwirkung aus Frost und Wärme das Mauerwerk erheblich beschädigt, wodurch Material herabgefallen ist. Dieser Prozess muss durch gezielte Sanierungsmaßnahmen gestoppt werden, um die Struktur der Kirche langfristig zu erhalten.

  4. Touristische und kulturelle Bedeutung: Da die Kirche ein touristisch wichtiges Zentrum ist, müssen die Sanierungsarbeiten so geplant werden, dass sie den Zugang für Besucher nicht vollständig blockieren. Gleichzeitig ist die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, weshalb Bereiche unterhalb der Türme bereits gesperrt wurden.

Zusammenfassung der Finanzierungspartner

Um die Sanierungsarbeiten zu finanzieren, sind mehrere Partner beteiligt:

Finanzierer Beitrag (in Euro)
Städtebauförderung (Land und Bund) 400.000
Stadt Stralsund 100.000
Förderverein und Stiftungen ca. 500.000
Gesamtvolumen 1.000.000

Die Gesamtkosten für die Sanierung beider Türme liegen bei etwa 6,4 Millionen Euro. Das bedeutet, dass über 50 Prozent der notwendigen Mittel noch fehlen. Der Förderverein St. Nikolai ist weiterhin ein entscheidender Partner in der Finanzierung, auch wenn er nur anteilig beiträgt.

Fazit

Die Sanierung der St. Nikolai-Kirche ist ein Projekt, das nicht nur die architektonische Substanz der Kirche bewahrt, sondern auch die kulturelle Identität Stralsunds stärkt. Der Zustand der Doppeltürme und die Fassaden haben sich dramatisch verschlechtert, weshalb dringende Sanierungsarbeiten erforderlich sind. Der Förderverein St. Nikolai zu Stralsund e.V. spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem er finanziell unterstützt und sich für die Erhaltung des Gotteshauses einsetzt.

Die Finanzierung ist jedoch nicht ausreichend, um die gesamte Sanierung abzuschließen, weshalb weitere Förderquellen und Spenden initiiert werden müssen. Initiativen wie die Aktion „Jede Fuge zählt“ zeigen, dass die Kirchengemeinde aktiv auf Spendernachfrage setzen. Gleichzeitig ist die technische Komplexität des Projekts ein weiteres Hindernis, das sorgfältige Planung und Expertise erfordert.

Die Zusammenarbeit zwischen Fördervereinen, Kirchengemeinden, Stiftungen, Städten und Bundesbehörden ist daher entscheidend, um die Sanierung erfolgreich zu abschließen. Nur durch eine breite finanzielle und ideelle Unterstützung kann die St. Nikolai-Kirche für die Zukunft gesichert werden und weiterhin als Wahrzeichen Stralsunds bestehen.

Quellen

  1. Förderverein zur Erhaltung von St. Nicolai zu Bauer e.V.
  2. St-Nikolai in Wolmirsleben weiter erneuert
  3. Förderprojekte des Fördervereins St. Nikolai zu Stralsund e.V.
  4. Förderverein Neues Gemeindezentrum St. Nikolai Stralsund e.V.
  5. Sanierung des Südturmes: Unser aktuelles Großprojekt Turmsanierung
  6. Erste Arbeiten an Stralsunder Wahrzeichen können starten
  7. Aktuelles vom Förderverein St. Nikolai Stralsund e.V.
  8. St. Nikolai Stralsund bittet um Hilfe bei Kirchensanierung

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