Krefelder Straßensanierungsoffensive: Umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Infrastruktur

Die Stadt Krefeld hat in den letzten Jahren eine umfassende Sanierungsoffensive für Straßen und Wege gestartet, um die Verkehrssicherheit und die Qualität der städtischen Infrastruktur zu verbessern. Diese Initiative des Kommunalbetriebs Krefeld (KBK) zielt darauf ab, den Verschleiß an den Fahrbahnen, die durch langfristige Unterinvestitionen und steigendes Verkehrsaufkommen entstanden sind, zu bekämpfen. Die Sanierungsmaßnahmen umfassen nicht nur die Erneuerung der Fahrbahndecken, sondern auch die Modernisierung von Verkehrsampeln, die Sanierung von Radwegen und die Erweiterung des barrierefreien Mobilitätsangebots.

In diesem Artikel werden die Hintergründe, Umsetzungsgestaltung, finanzielle Ausrichtung und die konkreten Projekte der Sanierungsoffensive detailliert vorgestellt. Ziel ist es, eine umfassende Übersicht über die aktuelle Sanierungsstrategie der Stadt Krefeld zu geben, insbesondere aus Sicht von Eigentümern, Handwerkern und Planern.

Hintergrund der Sanierungsoffensive

Die Straßen in Krefeld weisen in vielen Stadtteilen erhebliche Schäden auf, darunter Wellen- und muldenartige Verformungen, Risse, Abplatzungen und Schlaglöcher. Diese Schäden sind das Resultat von mehreren Faktoren: Einerseits ist die langjährige Unterinvestition in die Instandhaltung der Verkehrsflächen ein zentraler Grund. Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helut Dedy wies bereits vor zwei Jahren darauf hin, dass die Kommunen in Nordrhein-Westfalen seit 15 Jahren weniger investieren als sie abschreiben. Andererseits tragen die heutigen Verkehrsbelastungen, insbesondere im städtischen Bereich, stark zur Verschlechterung der Fahrbahndecken bei.

Die aktuelle Sanierungsoffensive ist daher ein strategischer Schritt, um diese Verschlechterung zu stoppen und die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Sie umfasst nicht nur die Erneuerung von bestehenden Straßen, sondern auch die Planung und Realisierung von Verbesserungsmaßnahmen im Bereich des Radverkehrs, der Barrierefreiheit und der Ampeltechnik.

Finanzierung und Planung der Sanierungsoffensive

Die Sanierungsoffensive ist ein langfristiges Programm, das bis 2027 andauern wird. Insgesamt sind 25,6 Millionen Euro für die Sanierung von 22 Straßenabschnitten vorgesehen. Das Programm wurde in den Bezirksvertretungen vorgestellt und soll bis Mitte Dezember 2024 im Ausschuss für Planung und Bauen beschlossen werden.

Die Finanzierung erfolgt über den Kommunalbetrieb Krefeld (KBK), der für die Planung, Durchführung und Instandhaltung der städtischen Infrastruktur verantwortlich ist. Die Investitionen sind so geplant, dass sie sukzessive und in Abstimmung mit den personellen Kapazitäten des KBK umgesetzt werden.

Konkrete Sanierungsmaßnahmen und Projekte

Die Sanierungsoffensive umfasst eine Vielzahl von Projekten, die in verschiedenen Stadtteilen Krefelds umgesetzt werden. Einige der größeren und aufwendigeren Projekte sind dabei besonders hervorzuheben, da sie nicht nur die Erneuerung der Fahrbahndecken beinhalten, sondern auch umfassende Verbesserungen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur.

1. Stadtbezirk Süd: Heideckstraße

Im Stadtbezirk Süd ist die Erneuerung der Heideckstraße (Vorster Straße bis Alte Gladbacher Straße) geplant. Das Investitionsvolumen beträgt 600.000 Euro. Die Sanierung umfasst die Erneuerung der Fahrbahn in Asphaltbauweise, wobei auch die Gehwege und Radwege berücksichtigt werden.

2. Stadtbezirk Fischeln: Oberbruchstraße

Im Stadtbezirk Fischeln ist die Sanierung der Oberbruchstraße (VonKetteler-Straße bis Hausnummer 110) vorgesehen. Auch hier beträgt das Investitionsvolumen 600.000 Euro. Ziel ist es, die Verschlechterung der Fahrbahn zu beheben und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

3. Stadtbezirk Oppum/Linn: Glockenspitz und Berliner Straße

Im Stadtbezirk Oppum/Linn ist das Sanierungsprojekt mit dem höchsten Investitionsvolumen geplant. Mit insgesamt 3,75 Millionen Euro sind die Erneuerungen der Glockenspitz (Berliner Straße bis Hausnummer 239 beidseitig), zwei Abschnitte der Berliner Straße (Glockenspitz in Fahrtrichtung bis Vaderstraße sowie Bruchfeld in Fahrtrichtung bis Lange Straße), Greiffenhorst (In der Elt bis Brücke) und die Königsberger Straße (Rathenaustraße bis Hafenstraße) vorgesehen.

Diese Sanierungen umfassen nicht nur die Erneuerung der Fahrbahndecken, sondern auch die Modernisierung von Verkehrsampeln, die Sanierung von Geh- und Radwegen sowie die Schaffung von Parkbuchten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Erhöhung der Barrierefreiheit.

4. Stadtbezirk Ost: Berliner Straße und Am Egelsberg

Im Stadtbezirk Ost ist die Sanierung der Berliner Straße (Rembertstraße in Fahrtrichtung bis Bruchfeld) sowie der Straße Am Egelsberg (Winkelsweg bis Ecke Hausnummer 75) geplant. Das Investitionsvolumen beträgt 800.000 Euro. Ziel ist es, die Verschlechterung der Fahrbahn zu beheben und die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern.

5. Stadtbezirk Uerdingen: Friedensstraße und Hentrichstraße

In Uerdingen ist die Sanierung der Friedensstraße (Duisburger Straße bis Zufahrt Werk Siemens) und der Hentrichstraße (Hafendrehbrücke bis Kreisverkehr) vorgesehen. Hier sind insgesamt 2,6 Millionen Euro für die Sanierung investiert. Die Projekte umfassen nicht nur die Erneuerung der Fahrbahndecken, sondern auch die Modernisierung von Verkehrsampeln und die Schaffung barrierefreier Haltestellen.

Sanierungsmaßnahmen außerhalb der Straßenbauprojekte

Neben den Sanierungen der Fahrbahndecken umfasst die Sanierungsoffensive auch weitere Maßnahmen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Dazu zählen unter anderem die Modernisierung von Ampelanlagen, die Sanierung von Radwegen und die Schaffung von Radboxen.

1. Modernisierung von Ampelanlagen

Im Rahmen der Sanierungsoffensive werden zahlreiche Ampelanlagen modernisiert, um den Verkehrsfluss zu verbessern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. 41 Ampelanlagen sind für die Jahre 2023 bis 2024 geplant, darunter die Kreuzungen Kölner Straße/Am Hauptbahnhof, Uerdinger Straße/Kaiserstraße, Marktstraße/Forstwaldstraße und Charlottering/Rather Straße. Die Modernisierung umfasst die Einbau von LED-Technik, die die Energieeffizienz und die Sichtbarkeit der Ampeln verbessert.

2. Barrierefreier Ausbau von Haltestellen

Der KBK plant den barrierefreien Ausbau von 20 Haltestellen ab 2025. Diese Maßnahmen sind Teil der Bemühungen, das Mobilitätsangebot in Krefeld für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen. Insbesondere für ältere und behinderte Menschen ist die Schaffung von barrierefreien Haltestellen von großer Bedeutung.

3. Sanierung von Radwegen

Die Sanierung von Radwegen ist ein weiterer Schwerpunkt der Sanierungsoffensive. In den Jahren 2023 und 2024 wurden jeweils zwei Radwege saniert, und für 2025 sind fünf Radwegesanierungen vorgesehen. Neben der Erneuerung der Fahrbahndecken werden auch Gefahrenstellen markiert, der Grüneinwuchs entfernt und Baumwurzeln abgedeckt, um die Nutzbarkeit der Radwege zu erhöhen.

4. Installation von Radboxen

Um die Sicherheit von Fahrrädern zu erhöhen, wurden in diesem Jahr 48 neue Radboxen an insgesamt sechs Standorten installiert. Insgesamt gibt es in Krefeld jetzt 214 Radboxen an 16 Standorten, wobei eine Übersicht über die Standorte und die aktuelle Belegung auf der Website https://www.dein-radschloss.de/ einsehbar ist.

Zeitliche Planung und Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen

Die Sanierungsmaßnahmen werden sukzessive in den kommenden Jahren umgesetzt. Die Planung der einzelnen Projekte erfolgt in Abstimmung mit den personellen Kapazitäten des KBK, um eine reibungslose Durchführung zu gewährleisten.

In den Jahren 2023 und 2024 wurden bereits mehrere Sanierungsprojekte umgesetzt. Dazu zählen unter anderem die Sanierungen der Berliner Straße, der Hauptstraße, der Girmesgath, der Adolf-Dembach-Straße und der Emil-Schäfer-Straße. Für das Jahr 2025 sind zahlreiche weitere Projekte geplant, darunter die Sanierungen der Kronenstraße, der Casinogasse, des Schinkenplatzes, der An der Elfrather Mühle, der Alte Kempener Landstraße, der Hölschen Dyk, der Langen Dyk, der Moerser Landstraße, der Märkischen Straße, der Am Röttgen, der Magdeburger Straße, der Boomdyk, der Braunschweigerplatz, der Bismarckstraße, der Krefelder Straße, der Lange Straße, der Traarer Straße, der Lookdyk, des Nauenwegs, der Am Westbahnhof, der Hafelsstraße und des Reepenwegs.

Auswirkungen der Sanierungsmaßnahmen auf die Bevölkerung

Die Sanierungsmaßnahmen haben in der Regel einen gewissen Einfluss auf die Bevölkerung, insbesondere in den betroffenen Stadtteilen. Während der Bauphasen sind Vollsperrungen der betroffenen Straßenabschnitte erforderlich, wobei jedoch die Gehwege und der Fußgängerverkehr nicht eingeschränkt werden. Anwohnerinnen und Anwohner können ihre Grundstücke grundsätzlich weiterhin mit dem PKW erreichen, müssen jedoch vereinzelt mit kurzzeitigen Sperrungen rechnen.

Der KBK richtet während der Bauphasen entsprechende Umleitungen ein, um den Verkehr so weit wie möglich abzuleiten. Die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge ist jederzeit gewährleistet, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Fazit

Die Sanierungsoffensive der Stadt Krefeld ist ein umfassendes Programm, das darauf abzielt, die Verkehrssicherheit und die Qualität der städtischen Infrastruktur zu verbessern. Mit einer Investition von 25,6 Millionen Euro für die Sanierung von 22 Straßenabschnitten bis 2027 setzt die Stadt auf eine langfristige und nachhaltige Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur.

Neben der Erneuerung der Fahrbahndecken umfasst die Sanierungsoffensive auch die Modernisierung von Ampelanlagen, die Sanierung von Radwegen und die Schaffung von barrierefreien Haltestellen. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, das Mobilitätsangebot in Krefeld für alle Bevölkerungsgruppen zugänglicher zu machen und die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Die Sanierungsmaßnahmen werden sukzessive in den kommenden Jahren umgesetzt und sind in Abstimmung mit den personellen Kapazitäten des KBK geplant. Obwohl die Bauphasen in der Regel mit Vollsperrungen verbunden sind, wird durch die Einrichtung von Umleitungen und die Gewährleistung der Zufahrt für Rettungsfahrzeuge die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet.

Insgesamt ist die Sanierungsoffensive ein wichtiger Schritt, um die langfristige Unterinvestition in die städtische Infrastruktur zu beheben und die Verkehrssicherheit in Krefeld für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Quellen

  1. Straßensanierung in Krefeld – Das Wichtigste im Überblick
  2. Stadt Krefeld saniert weitere 22 Straßen bis 2027
  3. Sanierungsoffensive Straßen und Wege in Krefeld
  4. Sanierungsoffensive für Straßen und Wege in Krefeld
  5. Baustellen in Krefeld
  6. Stadt Krefeld saniert weitere 22 Straßen

Ähnliche Beiträge