Sanierung von Porenschwämmen: Ursachen, Arten und fachgerechte Bekämpfungsstrategien

Einleitung

Holzzerstörende Pilze stellen eine erhebliche Gefahr für die Bausubstanz von Gebäuden dar. Während der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) als besonders gefährlich gilt, existiert eine Vielzahl weiterer Pilzarten, die Holzbauteile schädigen können. Zu diesen zählen die Gruppe der Porenschwämme, die in der Praxis häufiger auftreten als der Hausschwamm. Diese Pilze werden in der Regel als Nassfäuleerreger klassifiziert, was bedeutet, dass sie eine hohe Holzfeuchte für ihr Wachstum benötigen. Im Gegensatz zum Echten Hausschwamm sind sie nicht in der Lage, trockenes Holz selbstständig zu durchfeuchten oder über weite Strecken im Mauerwerk zu wachsen. Dennoch können sie bei Nichtbeachtung massive Schäden verursachen.

Die vorliegende Abhandlung beleuchtet die Charakteristika der Porenschwämme, deren Erkennungsmerkmale und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen gemäß den anerkannten Regelwerken der Bauindustrie. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Sanierung, da die Beseitigung dieser Pilze spezifische Verfahren erfordert, die sich von denen des Hausschwamms unterscheiden.

Charakteristik und Arten der Porenschwämme

Unter dem Sammelbegriff „Porenschwämme“ fasst man mehrere holzzerstörende Pilze zusammen, die oft ähnliche Eigenschaften aufweisen. Die taxonomische Einordnung ist mitunter schwierig, weshalb in der Praxis oft von einer Gruppierung ausgegangen wird. Zu den bedeutendsten Arten gehören laut Quellenlage der Breitsporige weiße Porenschwamm (Antrodia vaillantii, synonym Fibroporia vaillantii), der Schmalsporige weiße Porenschwamm (Antrodia sinuosa) und der Saftporling (Tyromyces placenta, synonym Poria placenta). Ebenfalls erwähnenswert ist der Gelbe Porenschwamm (Antrodia xantha), der besonders im Dachstuhlbereich, in Schwimmbädern oder Gewächshäusern anzutreffen ist. Auch der Reihige Tramete (Antrodia serialis) und der Ausgebreitete Hausporling (Donkioporia expansa) sind als Schadpilze bekannt.

Diese Pilze sind, im Gegensatz zum Hausschwamm, Braunfäuleerreger, die einen kleinformatigen Würfelbruch hervorrufen. Sie befallen bevorzugt Nadelholz, seltener Laubholz. Eine wichtige Voraussetzung für ihr Wachstum ist eine dauerhaft hohe Holzfeuchte. Das optimale Wachstum liegt bei einer Holzfeuchte von etwa 60 % und Temperaturen zwischen 3 °C und 36 °C, wobei ein Optimum bei ca. 27 °C vorliegt.

Erkennungsmerkmale und Myzelbildung

Eine korrekte Identifikation des Pilzes ist für die Sanierung entscheidend. Die Porenschwämme bilden ein charakteristisches Myzel, das je nach Art variieren kann. * Fibroporia vaillantii: Bildet starke, weiße Myzelstränge, die auch nach dem Trockenbleiben elastisch bleiben. * Antrodia sinuosa: Zeigt eine eisblumenartig verzweigte Struktur oder tritt als feinflockiger, weißer Belag (Luftmyzel) auf. * Tyromyces placenta: Weist ähnliche Myzelformen wie Antrodia sinuosa auf.

Das Oberflächenmyzel der Porenschwämme kann große Ähnlichkeit mit dem des Echten Hausschwamms haben. Ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal ist jedoch, dass die Myzelstränge der Porenschwämme kleiner bleiben und in getrocknetem Zustand ihre Elastizität behalten, während das Strangmyzel des Hausschwamms brüchig wird. Das befallene Holz zeigt eine Braunfäule mit Würfelbruch, der jedoch feiner ist als beim Hausschwamm.

Ursachen und Risikobewertung

Die primäre Ursache für einen Befall mit Porenschwämmen ist Feuchtigkeit. Ohne ausreichende Durchfeuchtung kann der Pilz nicht wachsen. Die Gefährdung wird als geringer eingestuft als bei der Anwesenheit des Echten Hausschwamms, da Porenschwämme keine Fähigkeit zur Fernwasserleitung besitzen. Sie sind nicht in der Lage, Wasser aus entfernten Quellen über Strangmyzel ins Holz zu transportieren oder mineralische Materialien wie Mauerwerk oder Schüttungen im gleichen Maße zu durchwachsen. Zwar wird in einigen Quellen erwähnt, dass Antrodia-Arten poröses Mauerwerk durchwachsen können, jedoch dient dies eher der Ausbreitung im unmittelbaren Bereich, nicht der langfristigen Wassertransportfähigkeit über große Distanzen.

Ein weiteres Risiko ist die Vergesellschaftung mit anderen Pilzen. Porenschwämme treten oft gemeinsam mit dem Braunen Kellerschwamm (Coniophora puteana) oder sogar mit dem Echten Hausschwamm auf. Ein Befall kann zudem die Resistenz gegen kupferhaltige Holzschutzmittel bedeuten, da diese Pilze oft an Holz auftreten, das bereits kesseldruckimprägniert wurde.

Sanierungsmaßnahmen und Vorgehensweise

Die Sanierung von holzzerstörenden Pilzen muss gemäß den Vorgaben der DIN 68800-4 und den Merkblättern des WTA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege) erfolgen. Eine nicht fachgerechte Bekämpfung kann zu einem Wiederbefall führen. Es wird grundsätzlich zwischen der Sanierung bei Befall durch den Echten Hausschwamm und anderen holzzerstörenden Pilzen (Nassfäuleerreger) unterschieden.

Unterschiede zur Hausschwammsanierung

Bei Porenschwämmen (Nassfäule) ist die Sanierung in der Regel einfacher als beim Hausschwamm. Da diese Pilze das Wachstum bei Trockenheit einstellen und schließlich absterben, ist die Beseitigung der Feuchtigkeitsquelle das wichtigste Element. Die DIN 68800-4 sieht für alle holzzerstörenden Pilze außer dem Hausschwamm folgende Maßnahmen vor:

  1. Entfernen der befallenen Teile: Alle befallenen Holzteile sind zu entfernen. Hierbei ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 0,3 Metern (in Ausnahmefällen bis zu 1 Meter) über den sichtbaren Befall hinaus einzuhalten (Gesundschneiden).
  2. Imprägnierung: Angrenzende, verbleibende sowie neue Holzbauteile sind mit geeigneten fungiziden Holzschutzmitteln zu imprägnieren.
  3. Trockenlegung: Die Ursache der Durchfeuchtung muss beseitigt werden (z. B. durch Abdichtung, Horizontalsperren oder verbesserte Belüftung).

Im Gegensatz zum Hausschwamm ist bei Porenschwämmen oft keine so radikale Entfernung von Mauerwerk oder Schüttungen notwendig, sofern das Mauerwerk nicht massiv durchfeuchtet ist und das Myzel stark durchzogen hat.

Detailierte Sanierungsschritte

Eine umfassende Sanierung umfasst folgende Schritte, die idealerweise von einer Fachfirma durchgeführt werden:

  1. Untersuchung und Abgrenzung: Zunächst muss der Befall genau festgestellt und die Pilzart identifiziert werden. Dabei werden auch Putz, Fugen und Hohlräume auf Pilzdurchwachsungen geprüft. Es ist zu beachten, dass eine genaue Artbestimmung oft schwierig ist, weshalb in der Praxis häufig auf eine Differenzierung verzichtet wird, solange das Sanierungsverfahren für die Gruppe der Nassfäuleerreger gilt.
  2. Demontage und Gesundschneiden: Befallenes Holz wird entfernt. Das sogenannte Gesundschneiden erfordert, dass mindestens 1 Meter über den letzten sichtbaren Befall in Längsrichtung abgetragen wird (andere Quellen nennen 0,3 m als Minimum, was auf Abweichungen in der Auslegung hindeutet; für eine hohe Sicherheit ist jedoch ein größerer Abstand ratsam).
  3. Imprägnierung des Mauerwerks: Ein spezielles Schwammsperrmittel wird ins Mauerwerk eingebracht, um ein erneutes Durchwachsen zu verhindern. Auch das verbleibende Holz im Sanierungsbereich wird mit Holzschutzmittel behandelt.
  4. Entfernung und Entsorgung: Befallene Baustoffe, Myzelien und Fruchtkörper müssen fachgerecht entsorgt werden, da sie eine Gesundheitsgefahr darstellen können.

Sicherheitsmaßnahmen während der Sanierung

Die Demontage von befallenem Holz wird laut der BG Bau in die höchste Gefährdungsklasse „3“ eingestuft. Dies erfordert strikte Sicherheitsvorkehrungen: * Tragen von staubdichten Einmalanzügen mit Kapuze. * Verwendung von Staubmasken mindestens P2 (oder FFP3 je nach Belastung). * Vermeidung der Beschäftigung von sensibilisierten Personen (Allergiker, Asthmatiker). * Durchführung einer Feinreinigung im Anschluss, um den hygienisch einwandfreien Zustand wiederherzustellen. * Einbau einer gerichteten Luftführung, um die Ausbreitung von Sporen zu verhindern.

Da die Sanierung komplex ist und oft statische Fragen berührt (z. B. wenn tragende Balken betroffen sind), sollte die Ausführung in Zusammenarbeit zwischen Sachverständigen, ausführenden Firmen und Statikern erfolgen.

Vorbeugende Maßnahmen (Konstruktiver Holzschutz)

Um einen erneuten Befall zu verhindern, ist präventiver Holzschutz unerlässlich, insbesondere wenn eine erneute Wiederbefeuchtung nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Dies umfasst: * Behandlung des Holzes mit geprüften, fungiziden Holzschutzmitteln. * Konstruktive Maßnahmen zur Vermeidung von Staunässe. * Regelmäßige Sichtkontrollen, insbesondere von Deckenunterseiten und Kellerbereichen.

Fazit

Die Sanierung von Porenschwämmen ist im Vergleich zur Bekämpfung des Echten Hausschwamms weniger aufwändig, da diese Pilze zur Gruppe der Nassfäuleerreger gehören und keine Fernwasserleitung besitzen. Das entscheidende Sanierungsprinzip basiert auf der Beseitigung der Feuchtigkeitsquelle und dem Entfernen des befallenen Holzes mit einem Sicherheitsabstand. Dennoch darf die Gefahr nicht unterschätzt werden, da Porenschwämme tragende Holzkonstruktionen in kurzer Zeit massiv schädigen können. Eine fachgerechte Untersuchung, Demontage und Imprägnierung gemäß DIN 68800-4 ist zwingend erforderlich. Aufgrund der gesundheitlichen Risiken und der Gefährdung der Bausubstanz wird empfohlen, Sanierungsarbeiten nicht im DIY-Verfahren durchzuführen, sondern spezialisierte Fachunternehmen mit den notwendigen Prüfungen (BSS, TÜV) zu beauftragen.

Quellen

  1. Jochen Wiessner - Weißer Porenschwamm
  2. Holzingenieur Böhm - Die Porenschwämme
  3. Fuchs Ingenieure - Hausschwamm
  4. Der Puschmann - Schwammsanierung
  5. Parisek Saniert - Steckbriefe Pilze
  6. Holzschutz QLB - Schwammsanierung

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