Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur und öffentlicher Gebäude: Ein Überblick über Bauprojekte im Landkreis Harz und der Gemeinde Nordharz

Die Gemeinde Nordharz und der Landkreis Harz befinden sich in einer Phase intensiver Baumaßnahmen, die sowohl die Verkehrsinfrastruktur als auch öffentliche Einrichtungen betreffen. Diese Investitionen sind notwendig, um den jahrelang angehäuften Investitionsstau abzubauen und die Sicherheit sowie die Lebensqualität für Anwohner und Besucher zu erhöhen. Im Fokus stehen dabei der Ersatzneubau von Brücken, die Sanierung von Kreisstraßen und die energetische Modernisierung von Gemeindeeinrichtungen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Vorhaben, die genutzten Finanzierungsmodelle und die technischen Details der Umbaumaßnahmen.

Brückenbau und Verkehrssicherheit in Veckenstedt

Ein zentrales Projekt im Landkreis Harz war der Ersatzneubau der Mühlengrabenbrücke in Veckenstedt. Die alte Brücke aus den 1950er Jahren wies laut den vorliegenden Informationen lediglich die Zustandsklasse 3,5 auf und entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen an die Verkehrssicherheit und Tragfähigkeit. Der Neubau wurde als Stahlbetonbrücke realisiert.

Technische Spezifikationen und Bauausführung

Der Ersatzneubau besitzt eine lichte Weite von 3,40 Metern und eine Brückenfläche von 37 Quadratmetern. Die Breite zwischen den Geländern beträgt 9,25 Meter. Im Vergleich zum Vorgängerbau, der als einstegige Vollplatte ausgeführt war, bietet die neue Konstruktion deutliche Vorteile: Sie verfügt über beidseitige Fußwege, was die Sicherheit für Fußgänger erheblich steigert. Zudem wurde die Tragkraft auf 40 Tonnen erhöht. Für den Bau wurden rund 71,5 Kubikmeter Stahlbeton und etwa 15,5 Tonnen Betonstahl verbaut.

Umfassende Infrastrukturmaßnahmen

Die Maßnahmen beschränkten sich nicht nur auf das Brückenbauwerk selbst. Um eine nachhaltige Verkehrsverbindung zu gewährleisten, wurde die Fahrbahn der Kreisstraße 1332 auf einer Länge von etwa 100 Metern grundhaft ausgebaut. Diese Arbeiten kosteten rund 200.000 Euro. Darüber hinaus erneuerte die Gemeinde Nordharz für ca. 58.000 Euro die Bordanlagen auf 125 Metern Länge und sanierte Nebenanlagen auf einer Fläche von 300 Quadratmetern. Der Wasser- und Abwasserverband Holtemme-Bode investierte rund 60.000 Euro in den Neubau eines Regenwasserkanals (ca. 70 Meter) inklusive drei Schachtbauwerken. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf rund 618.000 Euro, wobei der Landkreis Harz den Löwenanteil von etwa 500.000 Euro trug.

Sanierung von Kreisstraßen im Nordharz

Neben dem Brückenbau laufen umfangreiche Sanierungen von Kreisstraßen im Landkreis Goslar und Harz. Ziel dieser Maßnahmen ist die Sicherung der Bausubstanz und die Verbesserung der Verkehrsqualität.

Vollsperrungen im Sommer 2025

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Planungen für die K3 bei Dörnten und die K35 zwischen Wolfshagen und der Schäderbaude. Beide Straßen werden in diesem Jahr saniert, was zu Vollsperrungen für jeweils etwa vier Wochen führen wird.

Kreisstraße 3 (K3) bei Dörnten: Die Sanierung der K3 am Nordhees zwischen Dörnten und der K32 (Verbindung Jerstedt/Hahndorf) soll voraussichtlich im Juni beginnen. Aktuell befindet sich der Vorgang in der Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt, bevor der Kreistag im Mai zustimmen muss. Die Bauarbeiten umfassen das Auffräsen der Fahrbahn, den Einbau einer acht Zentimeter dicken Asphalttragschicht und einer vier Zentimeter starken Deckschicht. Das Kostenvolumen beläuft sich auf rund 620.000 Euro.

Kreisstraße 35 (K35) in Wolfshagen: In den Sommerferien wird die Ortsdurchfahrt in Wolfshagen gesperrt, um die Asphaltschicht und die Gossenanlage zu erneuern. Diese Sperrung dient dazu, den Schülertransport während der Ferienzeit nicht zu behindern. Eine weitere Sanierung der K35 in Richtung Lautenthal bis zur Harzklub-Schäderbaude ist ebenfalls geplant, der genaue Zeitpunkt war jedoch zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht bekannt.

Referenzprojekte der Harzer Hoch- und Tiefbau GmbH

Die Harzer Hoch- und Tiefbau GmbH führt im Auftrag des Landkreises zahlreiche Ausbau- und Sanierungsprojekte durch. Laut ihrer Referenzliste umfassen diese: * Wernigerode: Ausbau der historischen Innenstadt (Westernstraße, Große und Kleine Bergstraße, Steingrube, Burgstraße), grundhafter Ausbau der Schreiberstraße, Ausbau der Plemnitz-, Georgii- und Bodestraße, Herstellung der Außenanlagen des Hasseröder Burghotels sowie Erschließung von Wohngebieten (Ochsenteichgelände, Elise-Crola-Straße, Walther-Rathenau-Straße, Ziegenbergsblick). * Halberstadt: Wohngebietserschließung Sargstedter Siedlung, Ausbau der Westerhäuser Straße, Errichtung eines ÖPNV-Knotenpunkts mit 6 Haltestellen in Athenstedt. * Ilsenburg: Grundhafter Ausbau der Karlstraße, der Straße "Auf der See" (inklusive Teichmauersanierung) und der Hochofenstraße, Erschließung und Neubau der Dr.-Thilo-Blick-Straße. * Gemeinde Nordharz: Erschließung und Ausbau diverser Straßenzüge in Heudeber, Langeln, Danstedt, Abbenrode und Veckenstedt. * Osterwieck: Ausbau diverser Straßenzüge in Hessen und Berßel sowie der kompletten Ortsdurchfahrt K1342 in Rhoden. * Blankenburg: Ausbau des touristischen Busparkplatzes am Schnappelberg sowie Sanierung diverser Straßenzüge in Derenburg.

Diese Auflistung belegt die breit gefächerte Aktivität im Straßenausbau im gesamten Harzraum.

Energetische Sanierung öffentlicher Gebäude

Ein weiterer wichtiger Bereich der Modernisierung betrifft öffentliche Gebäude, insbesondere Kitas. Die Gemeinde Nordharz hat hier ein umfangreiches Projekt in Angriff genommen.

Sanierung der Kita in Langeln

Die Tagesstätte „Zwergenland“ im Ortsteil Langeln ist eine Großbaustelle. Ziel der Maßnahme ist die energetische Sanierung des Haupthauses, um den Energieverbrauch zu senken und das Raumklima zu verbessern.

Hintergrund und Notwendigkeit: Die Arbeiten begannen bereits im vergangenen Jahr mit dem Einbau einer neuen Heizungsanlage. Eine moderne Heizung nutzt jedoch nur bedingt, wenn Wärme durch undichte Fenster oder schlecht isolierte Decken und Wände entweicht. Daher ist die weitere Dämmung der Gebäudehülle essenziell.

Finanzierung und Etappen: Das Vorhaben wird durch Fördergelder des Bundes unterstützt. Die Gemeinde Nordharz bewarb sich erfolgreich um Mittel aus dem Stark V-Programm. Aufgrund der angespannten Haushaltssituation muss das Projekt in zwei Etappen realisiert werden, was vom Fördergeber genehmigt wurde. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 213.567,81 Euro. Die Finanzierung setzt sich wie folgt zusammen: * Bund: 100.000 Euro * Land Sachsen-Anhalt: 11.000 Euro * Gemeinde Nordharz (kommunaler Haushalt): ca. 100.000 Euro

Bauausführung und Flexibilität: Durch eine zeitige Ausschreibung konnte die Gemeinde Nordharz ein gutes Ergebnis erzielen. Die beauftragten Baufirmen stammen aus der näheren Umgebung und arbeiten laut Gemeindevertretern in hoher Qualität und Termintreue. Ein besonderes Beispiel für Flexibilität zeigte sich während einer Covid-19-Quarantäne in der Kita. Da die Kinder nicht anwesend waren, konnten die Handwerker ohne Rücksicht auf Ruhezeiten arbeiten und Überstunden einlegen, um den Fortschritt zu beschleunigen. Die Sanierung soll voraussichtlich Ende Juli abgeschlossen sein.

Tourismus und Infrastruktur: Der Rastplatz Mühle Hinze

Neben der Verkehrs- und Gebäudetechnik investiert die Gemeinde Nordharz auch in die touristische Infrastruktur. Am 11.04.2025 wurde der Rastplatz Mühle Hinze in Abbenrode eingeweiht.

Entwicklung des Mühlengeländes

Der Rastplatz ist Teil einer größeren Initiative zur Entwicklung des ehemaligen Mühlengeländes und des Mühlenwanderweges. Er soll die Tourismusentwicklung in Abbenrode und der Gemeinde Nordharz fördern. Der Platz verfügt über einen separaten Zugang, eine Rasthütte und eine Infotafel. Der Infopunkt ist von April bis Oktober geöffnet.

Sanierung der Rasthütte

Die Sanierung der Rasthütte war notwendig, da sich der Zustand als desolat erwies. Die Gemeinde Nordharz übernahm das Gebäude und sanierte es. Die Kosten für die Sanierung und die Anlegung des Rastplatzes beliefen sich auf ca. 70.000 Euro (laut Presseinformationen, die Summe wurde im Quellentext nicht explizit genannt, aber als "ca." angegeben). Der Heimatverein bittet um pfleglichen Umgang mit der neuen Einrichtung. Der Rest des Mühlengeländes ist noch durch einen Bauzaun abgegrenzt und nicht begehbar, da hier weitere Planungen für die Zukunft laufen.

Fazit

Die Maßnahmen im Landkreis Harz und der Gemeinde Nordharz zeigen eine klare Strategie zur Verbesserung der Infrastruktur. Investitionen in den Brückenbau, wie in Veckenstedt, sichern die Verbindungsbauten für den überörtlichen Verkehr und erhöhen die Sicherheit durch moderne Standards wie beidseitige Fußwege. Die Sanierung von Kreisstraßen, planmäßig durchgeführt in den Sommerferien, minimiert die Beeinträchtigungen für den Schülerverkehr, ist aber für den Erhalt des Straßennetzes unerlässlich. Parallel dazu investiert die Gemeinde in ihre öffentlichen Einrichtungen. Die energetische Sanierung der Kita in Langeln, finanziert durch ein intelligentes Fördermodell, dient der langfristigen Kostenersparnis und dem Klimaschutz. Auch die touristische Aufwertung durch Projekte wie den Rastplatz Mühle Hinze zeigt das Engagement, die Lebens- und Erholungsqualität im ländlichen Raum zu erhalten und auszubauen. Diese Bauprojekte sind ein wesentlicher Baustein, um den Investitionsstau abzubauen und die Zukunftsfähigkeit der Region zu sichern.

Quellen

  1. Kreis Harz - Presseinformationen Verkehr rollt in Veckenstedt
  2. Goslarsche - Kreisstraßenbau 2025
  3. Volksstimme - Kita Sanierung Langeln
  4. Harzer Hoch- und Tiefbau - Referenzobjekte
  5. Abbenrode - Rastplatz Mühle Hinze
  6. Kreis Harz - Brücken Ersatzneubau Mühlgraben Veckenstedt

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