Generalsanierung des Waldschwimmbads Goldbach: Planung, Umsetzung und Modernisierung einer kommunalen Freizeiteinrichtung

Die umfassende Sanierung und Modernisierung öffentlicher Schwimmbäder stellt für Kommunen eine der größten Herausforderungen im Bereich der Infrastrukturplanung dar. Solche Projekte erfordern nicht nur erhebliche finanzielle Mittel, sondern auch eine detaillierte technische Planung, die Berücksichtigung aktueller Sicherheitsstandards und die Einbindung der örtlichen Gemeinschaft. Am Beispiel des Waldschwimmbads in Goldbach (Bayern) lässt sich der Prozess einer Generalsanierung nachvollziehen, der von der Bedarfsanalyse über die Bauausführung bis hin zur schließlichen Wiedereröffnung führt.

Dieser Artikel beleuchtet die technischen, finanziellen und organisatorischen Aspekte dieses Sanierungsprojekts, wobei alle Informationen ausschließlich auf den vorliegenden Quellen basieren.

Ausgangslage und Bedarfsermittlung

Das Waldschwimmbad in Goldbach ist eine traditionsreiche Einrichtung, deren Ursprünge bis ins Jahr 1938 zurückreichen. Vor Beginn der Sanierung wies die Anlage einen erheblichen Modernisierungsbedarf auf. Die letzte grundlegende Sanierung lag zum Zeitpunkt der Planung bereits über 25 Jahre zurück, was bedeutete, dass die technische Ausstattung den damals aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnte.

Ein zentrales Problem, das in den Quellen explizit genannt wird, war die Qualität des Badewassers. Es kam wiederholt zu Eintrübungen, was auf veraltete Filter- und Aufbereitungstechnik hindeutete. Darüber hinaus entsprach die Bausubstanz und die Aufteilung der Becken nicht mehr den heutigen Erwartungen an ein familienfreundliches Freibad.

Die Bedarfsermittlung erfolgte partizipativ. Um sicherzustellen, dass die Investition den Wünschen der Nutzer entspricht, wurden Workshops durchgeführt und Badegäste aktiv in den Entscheidungsprozess eingebunden. Das Ergebnis dieser Befragungen war der klare Wunsch der Bevölkerung, das Bad an seinem gewohnten Standort zu erhalten. Dies unterstreicht die soziale Funktion der Anlage, die weit über die reine Bademöglichkeit hinausgeht.

Soziale Bedeutung und Nutzergruppen

Die Bedeutung des Waldschwimmbads für Goldbach lässt sich anhand der Vielfalt der Nutzergruppen ablesen. Es grenzt unmittelbar an weitere Sport- und Freizeiteinrichtungen, darunter einen Sportplatz, Tennisplätze und einen Motorsportclub. Diese räumliche Nähe schafft einen integrierten Freizeitkomplex.

Die Quellen betonen, dass das Schwimmbad von einer breiten Palette von Gruppen genutzt wird: * Schulen und Vereine: Als Teil der sportlichen Infrastruktur. * Soziale Gruppen: Dazu zählen Geflüchtete und Senioren, für die das Bad eine wichtige Integrations- und Begegnungsstätte darstellt.

Durch diese vielseitige Nutzung trägt das Bad wesentlich zur sozialen Integration im Gemeindeleben bei. Aus diesem Grund wurde der Erhalt der Einrichtung als Standortpriorität festgelegt.

Finanzielle Rahmenbedingungen und Förderung

Die Finanzierung des Projekts stellt ein zentrales Element jeder öffentlichen Baumaßnahme dar. Für die Generalsanierung des Waldschwimmbads Goldbach wurden die Gesamtkosten mit 9.704.200,96 € beziffert. Diese Summe setzt sich aus Bundesmitteln und Eigenmitteln des Marktes Goldbach zusammen.

Eine entscheidende Stütze der Finanzierung war die Bundesförderung. Das Projekt wurde in das Programm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" aufgenommen. Der Zuschuss aus diesem Bundesprogramm belief sich auf 2.040.000,00 €. Der verbleibende Betrag, rd. 7,66 Millionen Euro, musste durch den Markt Goldbach als Eigenmittel aufgebracht werden.

Diese Finanzierungsstruktur zeigt, wie wichtig staatliche Förderprogramme für die Realisierung von Infrastrukturprojekten in kleineren Kommunen sind. Ohne den Bundeszuschuss wäre die Realisierung der umfassenden Modernisierung wahrscheinlich nicht möglich gewesen.

Technische Modernisierung und Bauausführung

Der Kern der Sanierung lag in der technischen Erneuerung und der Optimierung der Beckenanlagen. Da die Bestandsgebäude für die neuen Installationen nicht mehr ausreichten, war die Errichtung eines Erweiterungsbaus notwendig. Ziel der Modernisierung war es, den Energieverbrauch der Anlage zu reduzieren und die Wasserqualität dauerhaft zu sichern.

Bauausführung und Vergabe

Die Vergabe der Aufträge erfolgte im April 2021. Als Auftragnehmer für die Sanierung von Kiosk, Bestandsgebäude sowie den Neubau der Halle wurde die Helmut Volz GmbH aus Leidersbach vergeben. Es handelte sich um eine freihändige Vergabe ohne Teilnahmewettbewerb. Die genaue Auftragssumme wurde in den verfügbaren Vergabedaten nicht veröffentlicht.

Beckengestaltung und Attraktionen

Die Neugestaltung der Beckenlandschaft war darauf ausgerichtet, verschiedene Badegäste gleichzeitig anzusprechen, ohne sich gegenseitig zu stören. Die Struktur der Anlage wurde wie folgt neu organisiert:

  1. Mehrzweckbecken: Dieses Becken wurde in einen ruhigen Schwimmerbereich für sportliche Leistungsschwimmer und einen separierten Sprungbereich aufgeteilt. Letzterer verfügt über eine 5-Meter-Plattform, die eine neue 5-Meter-Sprungturm-Plattform darstellt und somit die vorhandenen 1-Meter- und 3-Meter-Sprungtürme ergänzt.
  2. Nichtschwimmerbereich: Der bestehende Nichtschwimmerbereich wurde deutlich erweitert und auf nun 200 qm vergrößert. Zur Entspannung stehen hier Massagedüsen und eine Blubberbucht zur Verfügung.
  3. Eltern-Kind-Bereich: Ein komplett neuer Bereich für die ganz jungen Badegäste wurde geschaffen. Er umfasst ein separates Planschbecken, einen Kletterberg und einen Wasserspielplatz.
  4. Rutschen: Für die Action-Orientierten kamen zwei neue Rutschen hinzu. Eine Wellenrutsche und eine 70 Meter lange Riesenrutsche, die zudem mit einer Geschwindigkeitsanzeige ausgestattet ist.

Zusätzlich wurde der im Bereich des Schwimmbads verlaufende Goldbach verlegt, was im Zusammenhang mit den umfangreichen Baumaßnahmen notwendig war.

Badewassertechnik

Ein wesentlicher Schwerpunkt war die Erneuerung der Badewassertechnik. Ziel war es, die Wasserqualität dauerhaft zu verbessern und Eintrübungen zu verhindern. Durch die Modernisierung konnte zudem eine Reduzierung des Energieverbrauchs erreicht werden, was langfristig die Betriebskosten senkt.

Zeitplanung und Projektdurchführung

Das Projekt war über einen langen Zeitraum geplant und umgesetzt. Laut den Quellen startete das Projekt im Jahr 2017. Der offizielle Startschuss für die Generalsanierung wurde mit der Enthüllung einer Bautafel markiert, an der Bürgermeister Thomas Krimm (FWG) und Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz (CSU) teilnahmen.

Die eigentliche Bauzeit belief sich auf über zwei Jahre. Erst im Jahr 2022, genau am 28. Mai 2022 um 10 Uhr, öffnete das vollständig erneuerte Waldschwimmbad seine Tore wieder. Diese lange Dauer unterstreicht den Umfang der Bauarbeiten, die eine Generalsanierung mit sich bringt.

Zusammenfassung der Projektdaten

Um die wichtigsten Fakten übersichtlich zusammenzufassen, dient die folgende Tabelle den Informationen aus den Quellen:

Kategorie Detail
Standort Markt Goldbach, Bayern
Einwohnerzahl (Goldbach) ca. 9.800 (Stand 31.12.2023)
Ursprungs-Baujahr 1938
Projektstart 2017
Wiedereröffnung 28. Mai 2022
Gesamtkosten 9.704.200,96 €
Bundesförderung 2.040.000,00 €
Eigenmittel Markt Goldbach 7.664.200,96 €
Fläche des Areals ca. 1.600 qm
Neue Attraktionen 70m Riesenrutsche, Wellenrutsche, 5m-Sprungturm, Eltern-Kind-Bereich (200 qm)
Auftragnehmer (Bauausführung) Helmut Volz GmbH

Fazit

Die Generalsanierung des Waldschwimmbads in Goldbach ist ein Musterbeispiel für die erfolgreiche Erneuerung einer kommunalen Einrichtung. Trotz der Herausforderungen, die mit Sanierungen dieser Größenordnung verbunden sind – insbesondere die hohen finanziellen Aufwendungen und die Notwendigkeit eines Erweiterungsbaus – konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Investition von knapp 10 Millionen Euro, unterstützt durch Bundesmittel, hat nicht nur die technischen Mängel des alten Bades beseitigt, sondern die Anlage zu einer modernen, familienfreundlichen und energiesparenden Einrichtung weiterentwickelt. Durch die Berücksichtigung der Wünsche der Bevölkerung bei der Planung und die Schaffung neuer, attraktiver Bereiche wie des Eltern-Kind-Zonen und der neuen Rutschen wurde die Akzeptanz und Nutzungsfreude nachhaltig gesichert. Für Bauherren und Planer zeigt das Goldbach-Projekt, dass die Kombination aus technischer Notwendigkeit, partizipativer Planung und externer Förderung zu nachhaltigen Ergebnissen führen kann.

Quellen

  1. Umfassende Sanierung des Waldschwimmbads in Goldbach
  2. Sanierung Waldschwimmbad Goldbach, Kiosk und Bestandsgebäude sowie Neubau Halle
  3. Nach über 2 Jahren: Goldbacher Waldschwimmbad ist eröffnet
  4. Goldbach (Markt): Waldschwimmbad
  5. Poolsanierung Goldbach

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