Sanierung von Hallenbädern: Modernisierungsmaßnahmen, Energieeffizienz und Fördermöglichkeiten am Beispiel Eschenbach

Einleitung

Die Sanierung von Hallenbädern stellt eine komplexes Bauvorhaben dar, das technische, energetische und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen berührt. In einem Zeitraum, in dem die Instandhaltung der kommunalen Infrastruktur sowie die Steigerung der Energieeffizienz im Vordergrund stehen, dienen sanierte Schwimmhallen nicht nur der Erhaltung von Freizeiteinrichtungen, sondern auch der Stärkung von Schulstandorten und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die vorliegenden Informationen beleuchten die Modernisierung des Hallenbades in Eschenbach im OPF sowie allgemeine Planungsleistungen und Förderrichtlinien, die für die Sanierung von Schwimmhallen relevant sind.

Die Sanierung des Hallenbades Eschenbach durch den Landkreis zeigt exemplarisch, wie eine Rundum-Auffrischung einer in die Jahre gekommenen Anlage aussehen kann. Investitionen in Höhe von 4,55 Millionen Euro unterstreichen den Umfang der Maßnahmen, die von der energetischen Ausrichtung bis zur technischen und optischen Aufwertung reichen. Parallel dazu verdeutlichen Planungsleistungen für Mehrzweckhallen und die Förderrichtlinien des Bundes die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung von Gebäudehülle, Haustechnik und Betriebsführung.

Die Sanierung des Hallenbades Eschenbach

Die Modernisierung der Schwimmhalle in Eschenbach war ein umfassendes Hochbauprojekt des Landkreises. Nach einer Sommerpause und vor der Wiedereröffnung für die Öffentlichkeit wurde deutlich, dass die Investition von 4,55 Millionen Euro nicht nur der Optik, sondern vor allem der Funktionalität und Energieeffizienz diente.

Technische und optische Aufwertung

Eine Kernkomponente der Sanierung war die Innensanierung. Dazu gehörten der Austausch der Badtechnik, die Errichtung neuer Sanitäranlagen sowie die Erneuerung des Lüftungssystems. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Schwimmbecken selbst. Die bestehende Hubbodentechnik, die laut Kreisbaumeister Werner Kraus noch intakt war – was auf eine gute Pflege durch die Schwimmmeister schließen lässt –, wurde technisch gesichert und optisch aufgewertet. Die Erneuerung der Beckenabdeckung durch Markus Röhrer, Meister für Bäderbetriebe, zielt darauf ab, den Wärmeverlust in den Nachtstunden signifikant zu reduzieren.

Energetische Sanierung und Gebäudehülle

Im Zuge der energetischen Ausrichtung auf den Stand der neuesten Verordnungen wurde die Halle vollständig isoliert. Das Dach wurde erneuert und die Fensterflächen reduziert. Dennoch bleibt die charakteristische Nordansicht mit Blick auf den Rußweiher und den Kulm erhalten, realisiert durch eine moderne Dreifachverglasung. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um den Energiebedarf für die Beheizung und Belüftung der Schwimmhalle zu senken, da Hallenbäder aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und der nötigen Raumtemperaturen traditionell hohe Energieverbraucher sind.

Erweiterung des Leistungsangebots

Neben den technischen Kernarbeiten wurde das Angebot für die Nutzer erweitert. Der Landkreis integrierte eine neue Dampf-Grotte, die dem Wellnessbereich dient. Diese Maßnahme folgt einem Trend, der Hallenbäder zu modernen Wohlfühloasen weiterentwickelt. Allerdings führten nicht vorhersehbare Mängel zu Verzögerungen und erhöhten die Kosten. Heribert Eckl von der Landkreisverwaltung gab an, dass der Kostenrahmen durch Mehraufwendungen zwischen 40.000 und 80.000 Euro überschritten wurde. Diese Erfahrung unterstreicht die Wichtigkeit von Pufferbudgets bei Altbauten.

Planerische und technische Aspekte der Hallensanierung

Die Sanierung von Schwimmhallen erfordert eine detaillierte Planung der Haustechnik, insbesondere der Lüftung und Heizung. Die Bereitstellung von Quellen zur Sanierung von Mehrzweckhallen gibt Aufschluss über die technischen Herausforderungen, die auch auf Schwimmhallen anwendbar sind.

Gebäudeleittechnik und Lüftung

Die Erneuerung der MSR-Technik (Mess-, Steuer- und Regelungstechnik) und deren Anbindung an eine moderne Gebäudeleittechnik ist ein zentraler Schritt. Im Falle der Sanierung einer Mehrzweckhalle in Eschenbach wurde die alte Lüftungsanlage gegen hocheffiziente Geräte ausgetauscht. Lüftungskanäle, die nicht ersetzt wurden, unterlagen einer gründlichen Reinigung, um hygienischen Standards zu entsprechen.

Für Schwimmhallen ist eine innovative Klima- und Lüftungstechnik unerlässlich. Eine gute Dampfsperre in Kombination mit einer energieeffizienten Lüftungstechnik wird als das A und O bei der Sanierung bezeichnet. Moderne Systeme nutzen Wärmerückgewinnung, um Energie zu sparen. Zusätzlich können Luftschlitzschienensysteme aus Edelstahl für eine gleichmäßige Luftverteilung sorgen und dabei optisch ansprechend integriert werden.

Wärmeversorgung und Nachhaltigkeit

Der Einsatz von Biomasse zur Wärmeversorgung spielt eine zunehmende Rolle. Bei der Sanierung der Mehrzweckhalle wurde ein Hackschnitzelkessel installiert, während der vorhandene Gaskessel nur noch als Ausfallsicherheit dient. Dieser Ansatz der Energiewende ist auch für Hallenbäder relevant, da sie eine konstante Wärmeversorgung benötigen. Ziel ist es, die Wärmeversorgung möglichst klimaneutral zu gestalten.

Herausforderungen im laufenden Betrieb

Sanierungen finden oft während des laufenden Betriebs statt. Dies erfordert flexible Lösungen. In den Wintermonaten müssen provisorische Heizungen sicherstellen, dass die Halle nutzbar bleibt, insbesondere wenn Schul- und Vereinssport fortgeführt werden müssen. Die Öffentlichkeit und Veranstaltungen erfordern zudem eine durchdachte Logistik, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Förderrichtlinien für kommunale Einrichtungen

Die Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen ist oft ein entscheidender Faktor. Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK) bietet hierfür Unterstützung.

Zielsetzung und Fokus

Das Programm, das seit 2016 Städte, Gemeinden und Landkreise fördert, zielt darauf ab, den Sanierungsstau bei sozialer Infrastruktur abzubauen. Besonders relevant für Hallenbäder sind die Förderschwerpunkte seit 2022. Da die Mittel nun über den Klima- und Transformationsfonds laufen, liegt der Fokus auf der energetischen Sanierung. Projekte müssen beitragen, die Ziele des Klimaschutzgesetzes zu erreichen und Treibhausgasemissionen deutlich zu senken.

Umfang der Förderung

Bis 2021 wurden 904 Projekte mit rund 1,5 Milliarden Euro gefördert. Die Förderung umfasst Maßnahmen, die über eine bloße Instandsetzung hinausgehen und eine nachhaltige Verbesserung der Energiebilanz bewirken. Freibäder sind von dieser spezifischen Förderung ausgenommen, der Fokus liegt hier auf Hallenbädern und Sportstätten.

Modernisierung der Beckentechnik und Gestaltung

Die Sanierung einer Schwimmhalle beschränkt sich nicht auf die Tragstruktur und Technik, sondern umfasst auch die Becken selbst und die Raumgestaltung.

Beckeninstandsetzung

Für die Modernisierung der Schwimmbeckenfolie empfehlen Experten eine durch Gewebe verstärkte Folie, die „Made in Germany“ ist und in modernen Farben erhältlich. Solche Folien ermöglichen eine unkomplizierte Verarbeitung und lassen ein altes Becken schnell in neuem Glanz erstrahlen. Alternativ stehen Fliesenarbeiten zur Verfügung. Hochwertige Hallenbadfliesen in Kombination mit Mosaikarbeiten oder Naturstein verleihen dem Becken eine exklusive Note.

Filter- und Dosiertechnik

Für die Hygiene sind Filter- und Dosiertechnik entscheidend. Moderne Hochschicht-Filterkessel garantieren optimale Filterleistung. Eine Dosiertechnik mit integrierter Chlormessung sichert die Desinfektion des Schwimmbadwassers ab. Auf Wunsch ist eine vollautomatische Überwachung und Steuerung via Internetzugriff möglich.

Raumgestaltung und Ambiente

Die Gestaltung des Umfelds trägt maßgeblich zum Wohlbefinden bei. Moderne Wandfarben und spezielle Spachteltechniken (Wickel- oder Lasurtechniken) schaffen facettenreiche Muster und Marmoreffekte. Ein durchdachtes Lichtkonzept mit warmen Lichtfarben und LED-Technik setzt die Schwimmhalle eindrucksvoll in Szene, sowohl oberhalb als auch unterhalb der Wasserlinie.

Betrieb und Öffnungszeiten

Die Nutzung der sanierten Einrichtung richtet sich nach festen Zeitplänen. Das Hallenbad Eschenbach bietet, wie in den Quellen dargestellt, einen regelmäßigen Badebetrieb an. Die Öffnungszeiten variieren werktäglich, wobei die Eintrittspreise für eine 90-minütige Badezeit bei Erwachsenen 2,50 € und für Kinder/Jugendliche 2,00 € betragen. Zehnerkarten bieten hierbei Preisvorteile.

Es ist zu beachten, dass die Hallenbäder in den Sommermonaten sowie an Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr geschlossen sein können. Schließungen können zudem durch Personalausfall kurzfristig erfolgen, wobei der Schulsport in der Regel aufrechterhalten wird, wenn die öffentliche Nutzung ausfällt.

Fazit

Die Sanierung des Hallenbades Eschenbach demonstriert eindrucksvoll, wie eine kommunale Investition von 4,55 Millionen Euro die Lebensqualität und Infrastruktur einer Region stärkt. Durch die Kombination aus technischer Modernisierung (neue Bad- und Lüftungstechnik), energetischer Optimierung (Isolierung, Dreifachverglasung) und der Schaffung neuer Wellnessangebote (Dampfgrotte) wird ein nachhaltiges Gesamtkonzept realisiert. Die Herausforderungen, wie unvorhersehbare Mängel und Kostensteigerungen, sind typisch für derartige Altbauten und erfordern ein professionelles Projektmanagement.

Für Bauherren und Entscheider in anderen Projekten zeigen die Beispiele, dass die energetische Sanierung im Vordergrund steht und durch Bundesprogramme gefördert wird. Gleichzeitig ist eine hocheffiziente Gebäudetechnik, bestehend aus Lüftung, Heizung und intelligenter Wasseraufbereitung, der Schlüssel für wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrieb. Die Verbindung von Funktionalität, Energieeffizienz und ästhetischer Aufwertung ist der Standard für die moderne Hallenbad-Sanierung.

Quellen

  1. CSU - Mehr Badevergnügen in sanierter Schwimmhalle
  2. Projekt-HLS - Sanierung Mehrzweckhalle Eschenbach
  3. Eschenbach OPF - Hallenbad
  4. Oberpfalzecho - Kreiseigene Hallenbäder geschlossen
  5. Poolkind - Hallenschwimmbad Sanierung
  6. Schwimmbadcheck - Hallenbad Eschenbach i.d.OPf
  7. BMWSB - Sanierung kommunaler Einrichtungen

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