Historische Stadthalle Hannover: Umfassende Fassadensanierung und energetische Modernisierung des HCC

Einleitung

Das Hannover Congress Centrum (HCC), eines der größten messeunabhängigen Kongresszentren Deutschlands, steht vor einem bedeutenden Modernisierungsvorhaben. Im Fokus der Maßnahme steht die denkmalgerechte Sanierung der Fassaden der historischen Stadthalle und des Kuppelsaals. Diese über 100 Jahre alte Bausubstanz erfordert eine behutsame Instandsetzung, die sowohl den Erhalt des kulturellen Erbes als auch energetische Verbesserungen zum Ziel hat. Das Projekt, das in den veranstaltungsarmen Sommermonaten über einen Zeitraum von zwei Jahren (2025 und 2026) durchgeführt wird, umfasst die Erneuerung von Fenstern, Türen und Pflasterarbeiten sowie die Sanierung der Fassaden im Süden und Osten des Komplexes. Finanziert wird das Vorhaben durch Mittel des Bundesförderprogramms „Kultur Invest 2023“ in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro sowie zusätzliche Zuschüsse der Landeshauptstadt Hannover.

Das Hannover Congress Centrum: Historischer Kontext und aktuelle Bedeutung

Das Hannover Congress Centrum (HCC) ist ein zentraler Veranstaltungsort in Norddeutschland und beherbergt auf einer Gesamtfläche von 13.000 m² bis zu 15.000 Sitzplätze. Zu den Veranstaltungsorten innerhalb des Komplexes zählen die Eilenriedehalle, die Niedersachsenhalle, die Glashalle sowie die historische Stadthalle. Mit über 30 Konferenz- und Seminarräumen dient das HCC als zentraler Ort für Kongresse, Messen und kulturelle Veranstaltungen. Jährlich frequentieren rund 380.000 Menschen das Zentrum.

Die historische Stadthalle, das Kerngebäude des HCC, wurde im Rahmen eines Wettbewerbes von den Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer entworfen und 1914 feierlich eingeweiht. Ihre architektonische Bedeutung liegt in der besonderen Formensprache und Farbgebung der Fenster und Türen, die ursprünglich durch Ornamentierungen ergänzt wurden. Diese historische Bausubstanz stellt hohe Anforderungen an die Sanierungsmaßnahmen, da der denkmalgeschützte Charakter erhalten bleiben muss.

Projektvorbereitung und Finanzierung

Die Sanierung der historischen Stadthalle ist ein komplexes Vorhaben, das eine sorgfältige Planung und eine gesicherte Finanzierung erfordert. Die Realisierung der umfangreichen Maßnahme ist nur möglich, weil Fördermittel des Bundesförderprogramms „Kultur Invest 2023“, initiiert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro als Zuschuss für die Erhaltung des Kulturdenkmals gewährt wurden.

Zusätzlich hat die Landeshauptstadt Hannover die erforderlichen zusätzlichen Mittel bereitgestellt, um die Maßnahme finanzierbar zu machen. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf rund 3,4 Millionen Euro geschätzt. Diese Mittel ermöglichen es, die Sanierung in zwei Bauabschnitten durchzuführen, um den Veranstaltungsbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Die Bedeutung der Denkmalpflege: Wiederherstellung des Originalzustands

Ein zentraler Aspekt der Sanierung ist die denkmalgerechte Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes. Die Befundlage für die Rekonstruktion ist laut Experten außerordentlich gut. Dies ermöglicht es, die gestalterische und konzeptionelle Absicht der Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer wieder herauszuarbeiten und zum Ausdruck zu bringen.

Analyse der Ausgangssituation

Ursprünglich wurde die Fassade besonders durch die Formensprache und Farbgebung der Fenster und Türen sowie durch Ornamentierungen geprägt. Im Laufe der Zeit, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, haben sich jedoch erhebliche Veränderungen ergeben: - Die heutigen Fenster und Türen weichen in ihrer Form und Farbgebung vom ursprünglichen Erscheinungsbild ab. - Die ursprünglichen Ornamente wurden nach dem Krieg entfernt.

Ziel der Sanierungsmaßnahmen

Durch die Erneuerung dieser Elemente unter denkmalfachlichen und energetischen Belangen soll der ursprüngliche Charakter wiederhergestellt werden. Das Ziel ist es, der Stadthalle wieder ihren festlichen und repräsentativen Charakter zurückzugeben. Die Sanierung beschränkt sich dabei nicht nur auf die reine Fassade, sondern umfasst auch die Erneuerung der Fenster und Türen, um den historischen Charme authentisch zu rekonstruieren.

Zeitplan und Bauabschnitte der Fassadensanierung

Das Sanierungsprojekt ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt und wird in den veranstaltungssärmeren Sommermonaten durchgeführt, um den laufenden Betrieb des HCC zu gewährleisten. Die Arbeiten sind so geplant, dass die historische Stadthalle und der Kuppelsaal schrittweise saniert werden.

Erster Bauabschnitt (2025)

Mit Beginn der Sommerpause 2025 startete die umfassende Sanierung der Süd- und Ostfassade der Historischen Stadthalle. - Gerüstaufbau: Das Gerüst am Kuppelsaal wurde bereits aufgebaut, wie in den Medien berichtet wurde. - Fokus der Arbeiten: Der Fokus liegt auf der oberen Fassade im Süden und Osten sowie dem Austausch von Fenstern und Türen. - Konkrete Maßnahmen: Es erfolgt der erste Teil des Austauschs der Fenster und Türen im Erdgeschoss im Süden sowie im Arkadenbereich im Osten. - Abschluss: Der erste Bauabschnitt konnte pünktlich zur Aufnahme des Veranstaltungsbetriebs erfolgreich abgeschlossen werden.

Zweiter Bauabschnitt (2026)

Im kommenden Jahr 2026 sind weitere umfangreiche Arbeiten geplant, um die Sanierung abzuschließen. - Geplante Maßnahmen: Das Flachdach im Süden sowie die restliche Fassadensanierung und der weitere Fenstertausch werden realisiert. - Zusätzliche Arbeiten: Gleichzeitig wird das Pflaster im Bereich der Arkaden im Osten erneuert. - Zeitrahmen: Die Gesamtmaßnahme ist für zwei Jahre konzipiert (2025 und 2026).

Technische Aspekte der Sanierung

Die Sanierung eines über 100 Jahre alten Gebäudes erfordert spezifische technische Lösungen, die sowohl den Denkmalschutz als auch moderne Anforderungen an die Gebäudehülle berücksichtigen.

Fenster- und Türerneuerung

Ein wesentlicher Bestandteil der Sanierung ist der Austausch der Fenster und Türen. Da die aktuellen Elemente vom Originalzustand abweichen, werden sie durch Nachbildungen ersetzt, die dem ursprünglichen Design entsprechen. Dabei müssen folgende Kriterien erfüllt werden: - Denkmalschutz: Authentische Wiederherstellung der Formensprache und Farbgebung. - Energetische Standards: Verbesserung der Wärmedämmung durch den Einsatz moderner Fenstertechnologien, die in das historische Erscheinungsbild integriert werden.

Fassadensanierung

Die Sanierung der Fassaden im Süden und Osten umfasst die Instandsetzung der Oberflächen und die Wiederherstellung der ursprünglichen Gestaltung. Die Befundlage ermöglicht eine präzise Rekonstruktion der ursprünglichen Ornamentik und Farbgebung.

Pflasterarbeiten

Im Bereich der Arkaden im Osten wird das Pflaster erneuert. Diese Maßnahme ist notwendig, um die Substanz des Bodens zu erhalten und das Erscheinungsbild der Arkaden harmonisch an die sanierte Fassade anzupassen.

Dachsanierung

Im zweiten Bauabschnitt 2026 ist die Sanierung des Flachdachs im Süden geplant. Auch hier stehen die Verbesserung der Dämmung und die Sicherung der Bausubstanz im Vordergrund.

Finanzielle Förderung und Rolle der Politik

Die Finanzierung des Projekts ist ein wesentlicher Erfolg für die Landeshauptstadt Hannover und das HCC. Die Unterstützung durch den Bund und die Stadt unterstreicht die Bedeutung des Kulturdenkmals.

Bundesförderprogramm „Kultur Invest 2023“

Das Projekt profitiert von knapp 1,7 Millionen Euro Zuschuss aus dem Bundesförderprogramm „Kultur Invest 2023“. Dieses Programm, initiiert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, zielt speziell auf die Erhaltung von Kulturdenkmälern ab.

Rolle der Landeshauptstadt Hannover

Die Stadt Hannover hat die notwendigen zusätzlichen Mittel bereitgestellt, um die Gesamtkosten von rund 3,4 Millionen Euro zu decken. Die Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel betonte, dass der Antrag erfolgreich war und das HCC erneut Anerkennung als historisches Baudenkmal und herausragendes Kulturprojekt im bundesweiten Kontext erfährt.

Aussagen der Projektleitung

HCC-Direktor Joachim König dankte der Stadt für die zusätzliche Unterstützung, die die Maßnahme finanzierbar machte. Diese enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Kulturinstitutionen ist entscheidend für den Erfolg solcher Großprojekte.

Einordnung in die Gesamtsanierung des HCC

Die Fassadensanierung der historischen Stadthalle ist Teil einer langfristigen Instandhaltungsstrategie des HCC. Seit 2008 werden an den Bestandsgebäuden regelmäßig Renovierungsarbeiten durchgeführt, meist in den veranstaltungsarmen Sommermonaten. Das aktuelle Projekt stellt dabei eine der umfangreichsten Maßnahmen der letzten Jahre dar und fokussiert sich speziell auf den ältesten und architektonisch wertvollsten Teil des Komplexes.

Fazit

Die Sanierung der historischen Stadthalle und des Kuppelsaals im Hannover Congress Centrum ist ein vorbildliches Beispiel für die Verbindung von Denkmalschutz, energetischer Modernisierung und kultureller Bedeutung. Durch die umfangreiche Förderung des Bundes und der Unterstützung der Landeshauptstadt Hannover können die über 100 Jahre alten Fassaden, Fenster und Türen denkmalgerecht saniert und in ihren ursprünglichen, festlichen Zustand zurückversetzt werden. Die Arbeiten, die in den Jahren 2025 und 2026 in zwei Bauabschnitten durchgeführt werden, ermöglichen eine behutsame Erneuerung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Veranstaltungsbetriebs. Das Projekt sichert nicht nur die Bausubstanz für zukünftige Generationen, sondern stärkt auch das Profil des HCC als herausragendes Kultur- und Kongresszentrum.

Quellen

  1. Hannover.de - HCC-Fassadensanierung: Erster Bauabschnitt abgeschlossen
  2. Hannover.de - HCC-Fassadensanierung gestartet
  3. Wölk Wilkens - Fassadensanierung
  4. Radio Hannover - HCC Kuppelsaal wird saniert
  5. Hannover entdecken - Fassadensanierung an der historischen Stadthalle des HCC beginnt
  6. TAB - Sanierung der Stadthalle Hannover
  7. HAZ - Historischer Kuppelsaal wird eingerüstet

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