Totalsanierung des Wohn- und Geschäftshauses an der Hauptstrasse 34 in Binningen: Von der Umnutzung zum zentralen Standort der Psychiatrie Baselland

Einleitung

Die Sanierung des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses an der Hauptstrasse 34 in Binningen markiert einen Meilenstein in der Entwicklung der Gemeinde sowie in der städtebaulichen und konstruktiven Praxis. Das Gebäude, das ursprünglich aus dem Jahr 1974 stammt, wurde in den Jahren 2019 und 2020 einer umfassenden Totalsanierung unterzogen und ist nun ausschliesslich für gewerbliche Zwecke genutzt. Die Sanierungsarbeiten umfassten die Umnutzung des Gebäudes, energetische und strukturelle Sanierungen sowie die Anpassung an moderne bauliche und funktionalen Anforderungen. Der zentrale Mieter des revitalisierten Objekts ist die Psychiatrie Basel-Landschaft, die dort ihr Zentrum für psychische Gesundheit unterbringt.

Dieser Artikel fasst die wichtigsten Fakten und Hintergründe zu diesem Projekt zusammen, mit Fokus auf die baulichen und städtebaulichen Aspekte der Sanierung, die Planungs- und Bauherrenstruktur, die technischen Maßnahmen sowie die räumliche Einbindung des Gebäudes in das Dorfzentrum Binningen. Alle Angaben basieren ausschliesslich auf den bereitgestellten Quellen.

Projektübersicht und Projektziele

Lage und bauliche Vorgeschichte

Das Gebäude an der Hauptstrasse 34 befindet sich im Zentrum der Gemeinde Binningen, unmittelbar angrenzend an die Stadt Basel. Es war bis zur Sanierung als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Die Post betrieb bereits vor der Umnutzung eine Filiale im Gebäude, und sie blieb auch nach Fertigstellung der Sanierung als Mieterin erhalten. Zudem war ein weiterer Mieter im Gebäude angesiedelt, der ebenfalls nach der Sanierung verbleibt.

Das Projekt stand unter dem Ziel, das Gebäude in eine moderne, funktionale Nutzung zu überführen, wobei der Fokus auf der Erschließung einer zentralen Einrichtung für die Psychiatrie Baselland lag. Die Umnutzung erfolgte in enger Abstimmung mit der Ortsbildkommission der Gemeinde Binningen und unter Einbeziehung von Fachleuten aus Architektur und Bauingenieurwesen.

Projektzeitraum und Fertigstellung

Die Sanierungsarbeiten begannen im Jahr 2019 und wurden im Jahr 2021 abgeschlossen. Die Neueröffnung des totalsanierten Gebäudes fand im Januar 2021 statt. Mit der Fertigstellung wurde das Gebäude an die Auftraggeberin und die Nutzer übergeben, wobei die Generalplanung bis zur SIA-Phase 41 durchgeführt wurde.

Bauherren und Projektbeteiligte

Die Bauherrschaft des Projekts lag bei der Balintra AG, einer Tochter der UBS Management AG aus Basel. Als Generalunternehmer war die HRS Real Estate AG aus Basel tätig. Die Planung und Architektur wurden von Proplaning Architekten, ebenfalls aus Basel, durchgeführt. Die Firma Proplaning leitete nicht nur die Generalplanung, sondern war auch für die Baumanagement-Tätigkeiten verantwortlich, einschließlich der Erstellung einer Totalunternehmerausschreibung und der Begleitung des Submissionsprozesses.

Umnutzung und funktionaler Umfang

Von Wohn- und Geschäftshaus zu zentralem Mieterstandort

Die Umnutzung des Gebäudes erfolgte mit dem Ziel, eine langfristige, gewerbliche Nutzung zu ermöglichen. Die Psychiatrie Basel-Landschaft übernahm den zentralen Mieterstandort, wobei ein Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen wurde. Das Gebäude beherbergt nun das „Zentrum für psychische Gesundheit“, ein Ambulatorium und eine Tagesklinik der Psychiatrie Baselland. Im Attikageschoss befinden sich zudem Räumlichkeiten für betreutes Wohnen.

Die Post blieb Mieterin und unterhielt weiterhin ihre Filiale im Gebäude. Ein weiterer Mieter, dessen Name nicht in den Quellen genannt wird, verbleibt ebenfalls nach der Sanierung.

Stadtnahes Quartier und Infrastruktur

Die Lage des Gebäudes ist für eine gewerbliche Nutzung besonders günstig. Binningen liegt direkt an Basel angrenzend, und das Gebäude befindet sich im Dorfzentrum. Eine Tram- und Bushaltestelle befindet sich direkt vor dem Gebäude, wodurch eine gute Erreichbarkeit gewährleistet ist. Zudem ist ein Angebot an Parkplätzen vorhanden, was die Zugänglichkeit für Patienten, Besucher und Mitarbeitende der Psychiatrie Baselland sichert.

Die Nähe zur öffentlichen Verkehrsanbindung und die stadtnahe Lage ermöglichten die Gestaltung eines urbanen Vorplatzes. Dieser ist durch eine grosszügige Freitreppe erschlossen, die das Terrassengeschoss des Gebäudes verbindet. Der Vorplatz wird öffentlich genutzt, was zur Aufwertung des Ortsbildes beiträgt und die Integration des Gebäudes in das Stadtleben fördert.

Bauausführung und Sanierungsmaßnahmen

Umnutzung und Rückbau

Im Zuge der Sanierung wurde das Gebäude bis auf den Rohbau zurückgebaut. Ein Schwerpunkt lag auf der Beseitigung von Schadstoffen und der Sicherstellung der baulichen Eignung für die neue Nutzung. Nach dem Rückbau erfolgten umfassende Sanierungsarbeiten, die sowohl energetische als auch strukturelle Anpassungen umfassten.

Erdbebenerschütterung

Ein zentraler Aspekt der Sanierungsarbeiten war die Erdbebenerschütterung des Gebäudes. In der Schweiz ist die Erdbebenbeanspruchung ein relevanter Planungsfaktor, insbesondere in städtischen Gebieten mit älterer Bausubstanz. Die Sanierung umfasste daher Massnahmen, um das Gebäude gegen Erdbebenbeanspruchung zu schützen und sicherzustellen, dass es den heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht.

Energetische Sanierung

Die energetische Sanierung war ein weiterer zentraler Baustein des Projekts. Ziel war es, die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern und langfristige Kosten für Heizung und Strom zu reduzieren. Dazu gehörten unter anderem die Modernisierung der Gebäudehülle und die Optimierung der thermischen Eigenschaften.

Neubau der Gebäudehülle

Die Gebäudehülle wurde in enger Abstimmung mit der Ortsbildkommission der Gemeinde Binningen und in Zusammenarbeit mit Fachleuten neu gestaltet. Die neue Fassade besteht aus einer hinterlüfteten Holzständerkonstruktion, die mit Keramik verkleidet ist. Diese Materialwahl trug nicht nur zur Energieeffizienz bei, sondern auch zur optischen Aufwertung des Gebäudes und zur Einhaltung der städtebaulichen Vorgaben der Gemeinde.

Die Planung der Gebäudehülle erfolgte mit einem klaren Fokus auf Energieoptimierung, wodurch die langfristige Wirtschaftlichkeit des Gebäudes sichergestellt wurde.

Projektverwaltung und Generalplanung

Generalplanung und Baumanagement

Die Generalplanung lag in den Händen von Proplaning Architekten, die auch für die Bauingenieurleistungen verantwortlich waren. Die Firma leitete das Projekt bis zur SIA-Phase 41, was die Erstellung einer Totalunternehmerausschreibung und die Begleitung des Submissionsprozesses beinhaltete. Das Generalplanerteam war zudem für die Bauüberwachung und die systematische Umsetzung der Planung zuständig.

Leistungen des Generalplaners

Im Rahmen des Baumanagement-Mandats übernahm Proplaning folgende Leistungen:

  • Erstellung einer Totalunternehmerausschreibung
  • Durchführung des Submissionsprozesses
  • Leitung der Generalplanung
  • Bauingenieurleistungen
  • Gestalterische Leitung und systematische Überprüfung der Planung
  • Bauüberwachung und Begleitung der Realisierung

Diese umfassende Beteiligung des Generalplaners sorgte für eine präzise und koordinierte Umsetzung des Projekts.

Städtebauliche Bedeutung und Ortsbildintegration

Integration in das Dorfzentrum

Die Sanierung des Hauptstrasse 34-Gebäudes hat nicht nur bauliche, sondern auch städtebauliche Bedeutung. Durch die Umnutzung des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses in einen gewerblichen Mieterstandort wird das Dorfzentrum Binningen aufgewertet. Die Schaffung eines öffentlichen Vorplatzes und die Gestaltung einer grosszügigen Freitreppe tragen zur Aufwertung des Ortsbildes bei und schaffen zusätzliche öffentliche Räume, die für die Bevölkerung zugänglich sind.

Zusammenarbeit mit der Ortsbildkommission

Die Planung und Ausführung des Projekts erfolgten in enger Abstimmung mit der Ortsbildkommission der Gemeinde Binningen. Dies war entscheidend, um sicherzustellen, dass die neue Gebäudehülle und die Gestaltung des Vorplatzes in das städtebauliche Gesamtbild Binningens passen. Die Zusammenarbeit mit der Ortsbildkommission sicherte zudem die Einhaltung städtebaulicher Vorgaben und ermöglichte die Erreichung einer optimalen Integration des Projekts in das Dorfzentrum.

Fazit

Die Totalsanierung des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses an der Hauptstrasse 34 in Binningen markiert einen Meilenstein in der städtebaulichen Entwicklung der Gemeinde. Das Projekt verbindet bauliche Innovation, energetische Effizienz und funktionale Umnutzung, wobei die Kooperation mit der Ortsbildkommission und die Einbindung professioneller Planer entscheidend für den Erfolg waren. Die neue Nutzung des Gebäudes durch die Psychiatrie Baselland unterstreicht die Bedeutung des Standorts und sichert langfristig die wirtschaftliche Stabilität des Objekts. Zudem profitiert die Gemeinde Binningen von einer aufgewerteten Infrastruktur, verbesserter Erreichbarkeit und neuen öffentlichen Räumen, die das Stadtleben bereichern. Die Sanierung zeigt, wie auch in ländlichen Zentren moderne, nachhaltige und funktional abgestimmte Bauvorhaben realisiert werden können.

Quellen

  1. UBS Sima schliesst Sanierung in Binningen ab
  2. Hauptstraße Binningen – Unternehmen und Personen
  3. Wohn- und Geschäftshaus Binningen
  4. Totalsanierung Hauptstrasse 34 Binningen

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