Sanierung und Neuentwicklung in Hohenlimburg: Analyse von Schwimmbadprojekten und städtebaulichen Maßnahmen

Einleitung

Die Stadt Hohenlimburg, ein Stadtbezirk von Hagen, steht an einem entscheidenden Punkt in ihrer städtebaulichen und infrastrukturellen Entwicklung. Zwei zentrale Themenkomplexe prägen die aktuelle Diskussion und Planung: die Zukunft des Schwimmbadsports und die qualitative Aufwertung des Lenneufers. Im Fokus stehen dabei das Richard-Römer-Lennebad und ein neues Ganzjahresbadprojekt am Standort Henkhausen sowie umfangreiche städtebauliche Maßnahmen im Rahmen des Entwicklungskonzepts „Hohenlimburg an die Lenne“. Für Eigentümer, Investoren und Bewohner des Stadtbezirks sind diese Entwicklungen von hoher Relevanz, da sie nicht nur die soziale Infrastruktur, sondern auch die Attraktivität und die energetischen Standards der Immobilien in der Region maßgeblich beeinflussen.

Die vorliegende Analyse beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Sanierung und des Neubaus, basierend auf den vorliegenden offiziellen Stellungnahmen und Veröffentlichungen. Dabei wird der Fokus auf die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen gelegt, die sich aus den unterschiedlichen Planungsphasen ergeben.

Die Situation des Richard-Römer-Lennebads

Das Richard-Römer-Lennebad besitzt einen hohen Stellenwert für die soziale Infrastruktur des Stadtbezirks. Die Bedeutung der Anlage unterstreicht die Bereitschaft der NRW-Landesregierung, die Sanierung des Bades mit 4,4 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Städtebauförderung und soziale Integration im Quartier 2019“ zu unterstützen.

Trotz dieser Förderzusage herrscht politischer Diskurs über die beste Vorgehensweise. Eine Ratsgruppe, bestehend aus CDU, Bündnis90/Die Grünen, Hagen Aktiv sowie der FDP, hat in einem Antrag zur Sitzung des Rates am 25.02.2021 verschiedene Prüfungen angeregt. Ziel war es, die Verwaltung zu beauftragen, mit dem Fördergeber zu klären, ob die bewilligten Mittel auch für eine alternative Schwimmbad-Lösung im Stadtbezirk zur Verfügung stünden. Zudem wurde gefordert, Alternativen für das Schul- und Vereinsschwimmen darzustellen und zu prüfen, ob eine Sanierung des Lennebads im Rahmen der bisher veranschlagten Kosten von 5,4 Millionen Euro möglich wäre.

Diese Überlegungen zeigen die Komplexität der Entscheidungsfindung: Einerseits besteht ein konkreter Sanierungsbedarf, andererseits werden Alternativkonzepte geprüft, um die Fördermittel optimal zu nutzen und die Schwimmversorgung langfristig zu sichern.

Das Ganzjahresbad Henkhausen als strategische Antwort

Als Reaktion auf die ausgelaufene Sanierung des Lennebades und parallel entstandenen Sanierungsbedarf beim Freibad in Henkhausen hat sich eine Mehrheit im Rat für den Bau eines Ganzjahresbades in Hohenlimburg entschieden. Die Entscheidung fiel nicht ohne erhebliche Diskussionen, da das Projekt mit gravierenden Bedenken und Mehrkosten in Höhe von fast fünf Millionen Euro verbunden ist.

Der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Jörg Klepper, betonte, dass der Rat in seltener Einmütigkeit mit Hilfe von Sachverständigen eine sinnvolle Lösung im Bezirk gesucht habe. Die ursprüngliche Sanierung des Lennebades war lange vor der aktuellen Baukostenexplosion aus dem Ruder gelaufen. Da es als risikoreich galt, zwei Sanierungsprojekte (Lennebad und Freibad Henkhausen) parallel anzugehen, fiel die Entscheidung zugunsten des Ganzjahresbades. Durch verschiedene Verzögerungen geriet das Projekt jedoch in eine Zeit rasant steigender Baustoffkosten. Hinzu kamen Mehraufwendungen für Beckenboden, Vereinsheim und Solaranlage.

Trotz der budgetären Überziehung von 8 Millionen Euro (bei ursprünglich geplanten 3 Millionen Euro) hält die CDU am Bau fest. Ein wesentlicher Grund ist der enorme Vertrauensschaden, der einem Rücktritt vom Bau folgen würde. Eine große Ratsmehrheit hat den Bewohnern Hohenlimburgs die ganzjährige Schwimmversorgung zugesagt. Ein Scheitern des Projekts würde die Glaubwürdigkeit der Politik beschädigen.

Der Erste Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer unterstreicht die Dringlichkeit des Projekts mit Verweis auf die gesundheitliche Bedeutung des Schwimmenlernens. Angesichts des Trends, dass viele Bäder im Land geschlossen werden, ist der Bau des Henkhauser Ganzjahresbades aus Sicht der Verantwortlichen eine Notwendigkeit.

Städtebauliche Aufwertung: Das Konzept „Hohenlimburg an die Lenne“

Parallel zu den Infrastrukturprojekten schreitet die städtebauliche Entwicklung entlang der Lenne voran. Das städtebauliche Entwicklungskonzept (InSEK) „Hohenlimburg an die Lenne“ geht in die nächste Phase. Ein zentraler Meilenstein war die Unterzeichnung des Vertrags mit dem Kölner Landschaftsarchitekturbüro Club L94.

Der Auswahlprozess war komplex: Zunächst wurde ein freiraumplanerischer Wettbewerb ausgelobt, aus dem drei Preisträger hervorgingen. Die Stadt Hagen führte intensive Verhandlungen mit dem erstplatzierten Büro, konnte aber keine Einigung erzielen. Anschließend wurden, gemäß der Wettbewerbsrichtlinien, Gespräche mit weiteren Preisträgern geführt. Die Bewertung der Angebote erfolgte anhand transparenter Kriterien. Club L94 überzeugte schließlich mit dem bestmöglichen Gesamtergebnis.

Das Ziel des Projekts ist die städtebauliche und landschaftsplanerische Aufwertung des Lenneufers und verschiedener Bereiche der Hohenlimburger Innenstadt. Dadurch sollen neue Aufenthalts- und Erlebnisqualitäten für die Bürger geschaffen werden, was sich positiv auf die Wohnqualität und die Immobilienwerte in der Umgebung auswirken kann.

Nachhaltiges Wohnen: Das Projekt „Lenne Twins“

Ein weiterer wichtiger Baustein für die Entwicklung Hohenlimburgs ist die Schaffung neuen, nachhaltigen Wohnraums. Das Projekt „Lenne Twins“ wurde mit einer Förderzusage von rund 8,6 Millionen Euro unterstützt. Auf dem ehemaligen Gelände der alten Hoesch-Verwaltung in der Langenkampstraße 14 entstehen zwei Gebäude mit insgesamt 64 modernen Wohnungen.

Die Projektdetails zeigen einen hohen Standard an Nachhaltigkeit und Technik: * Energetischer Standard: Beide Gebäude werden nach dem KfW 40 EE Standard errichtet. * Heizungstechnik: Eine Besonderheit ist die Nutzung von Geothermie. Über zwei Brunnen wird die Wärme des Lennegrundwassers für die Heizungsanlage genutzt. * Wohnraumtypologie: Das Projekt umfasst Ein-, Zwei- und Vierzimmerwohnungen. Davon werden 32 Wohneinheiten öffentlich gefördert. * Ausstattung: Alle Wohnungen sind barrierefrei und verfügen über einen Balkon oder eine Terrasse. Die Bewilligungsmiete für die geförderten Wohnungen beträgt aktuell 6,65 Euro pro Quadratmeter.

Die Lage direkt in der Innenstadt von Hohenlimburg mit Nähe zu Geschäften, ärztlichem Fachpersonal und dem ÖPNV unterstreicht die städtebauliche Einbindung und Attraktivität des Standorts.

Analyse der Quellenlage und Zuverlässigkeit

Die Informationen basieren auf Veröffentlichungen der Stadt Hagen und Stellungnahmen der im Rat vertretenen politischen Fraktionen (CDU, FDP). Es handelt sich um primäre Quellen aus der politischen Kommunikation und der städtischen Pressearbeit.

  • Zuverlässigkeit: Die Angaben zu Fakten wie Fördersummen, Vertragsunterzeichnungen und politischen Beschlüssen sind als zuverlässig einzustufen, da sie von offiziellen Stellen (Stadtverwaltung, Fraktionsvorsitzende) kommuniziert werden.
  • Bewertung: Die Darstellung der Mehrkosten beim Ganzjahresbad und die Begründung für die Wahl des Architekturbüros zeigen eine nachvollziehbare Argumentationskette. Widersprüche in den Fakten zwischen den Quellen liegen nicht vor, jedoch spiegeln die Quellen [1] und [2] unterschiedliche politische Schwerpunkte wider (Prüfung von Alternativen vs. Bekenntnis zum Großprojekt). Für eine neutrale Betrachtung ist festzuhalten, dass sowohl Alternativen zum Lennebad geprüft wurden als auch der Weg zum Ganzjahresbad konsequent verfolgt wird.

Fazit

Die Entwicklung Hohenlimburgs befindet sich in einer Übergangsphase, die durch massive Investitionen in die Infrastruktur und das Wohnen geprägt ist. Die Entscheidung zwischen der Sanierung des bestehenden Richard-Römer-Lennebads und dem Neubau eines Ganzjahresbades am Standort Henkhausen demonstriert die Schwierigkeit, historische Substanz mit modernen Anforderungen und wirtschaftlichen Zwängen in Einklang zu bringen. Die politische Führung hat sich klar für den Neubau entschieden, um das Risiko zweier großer Sanierungsprojekte zu minimieren und eine ganzjährige Versorgung sicherzustellen, auch wenn dies zu erheblichen Budgetüberschreitungen führt.

Gleichzeitig wird die städtebauliche Qualität durch das InSEK „Hohenlimburg an die Lenne“ aufgewertet, während durch das Projekt „Lenne Twins“ energetisch hochwertiger und bezahlbarer Wohnraum entsteht. Für Investoren und Bewohner signalisieren diese Maßnahmen eine langfristige Aufwertung des Stadtbezirks, verbunden mit einer Fokussierung auf Nachhaltigkeit und moderne Infrastruktur.

Quellen

  1. Antrag: Sachstand Sanierung Richard-Römer-Lennebad
  2. CDU Fraktion: Weiter für Ganzjahresbad Hohenlimburg
  3. Stadt Hagen: Hohenlimburg an die Lenne - Nächster Schritt für das Stadtentwicklungskonzept
  4. Stadt Hagen: Stadt fördert Neubauprojekt in Hohenlimburg

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