Umbau des InterContinental Hotel Frankfurt: Eine umfassende Analyse der Modernisierung und städtebaulichen Integration

Einleitung

Das InterContinental Hotel Frankfurt, ein markantes Hochhaus aus den 1960er Jahren am nördlichen Mainufer, befindet sich derzeit in einer tiefgreifenden Transformation. Einst das größte Hotel Frankfurts, durchläuft das Gebäude einen anspruchsvollen Modernisierungsprozess, der weit über eine bloße Fassadenrenovierung hinausgeht. Die Schließung des Hotels für die Dauer von drei Jahren, geplant bis Ende 2024, markiert den Beginn eines umfassenden Umbaus, der das Hotel zu einem städtebaulichen Ensemble erweitern soll. Dieser Artikel beleuchtet die technischen, architektonischen und städtebaulichen Aspekte dieses Projekts, basierend auf den verfügbaren Planungsdaten und öffentlichen Stellungnahmen.

Der historische Kontext und die Ausgangssituation

Das InterContinental Hotel Frankfurt liegt in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes im Bahnhofsviertel, direkt am Mainufer (Quelle 1). Das Grundstück hat eine Größe von ca. 10.000 m² und wird im Nord-Westen von der Wilhelm-Leuschner-Straße und im Süd-Osten vom Untermainkai begrenzt. Das Hotel ist Teil einer dichten Hochhausbebauung und stellt einen wichtigen Bestandteil der Frankfurter Stadtsilhouette dar.

Das Gebäude selbst ist als 21-geschossige, frei im Raum stehende Hochhausscheibe ausgestaltet und steht parallel zum Fluss auf einem zweigeschossigen Sockel (Quelle 1, Quelle 5). Ursprünglich Anfang der 60er Jahre erbaut und seitdem mehrfach renoviert, zeigte das Gebäude deutliche Alterungserscheinungen. Die Zimmer und die Ausstattung waren in die Jahre gekommen, Polstermöbel, Vorhänge und Schränke wirkten veraltet, und das Badezimmer entsprach nicht mehr dem Standard eines 5-Sterne-Hauses (Quelle 2). Zudem fehlte ein Spa-Bereich mit Pool, was für ein Hotel dieser Kategorie als Mangel empfunden wurde (Quelle 2).

Das Umfang der Modernisierung: Innen und Außen

Innenbereich und Inventar

Die Modernisierung umfasst eine vollständige Erneuerung des Innenbereichs. Das Hotel ist komplett leergeräumt; etwa 100.000 Kleinteile wie Geschirr, Porzellan, Gläser sowie zahlreiche Möbelstücke wurden versteigert (Quelle 3). Geplant sind neue Raumaufteilungen in der Lobby, eine optische und technische Überarbeitung der Zimmer und Korridore sowie die Neuordnung des Fitnessbereichs (Quelle 1). Ein zentrales Ziel ist die Schaffung eines Durchstichs der Lobby zur Mainseite, um die Verbindung zum Fluss zu stärken (Quelle 1).

Fassadensanierung und Technik

Die Planung sah vor, die Fassade grundlegend zu sanieren und durch eine neue, glatte, helle Faserzementverkleidung zu ersetzen, wobei die Grundstruktur der Fassade erhalten bleiben sollte (Quelle 1). Das stillgelegte Poolgebäude sollte abgerissen werden. Der als Sockel ausgebildete neue Technikbereich sollte die neue Terrasse bilden (Quelle 1).

Städtebauliche Erweiterung und Neubauten

Das Kernstück der Transformation ist die Erweiterung des Bestandsgebäudes. Das Hotel soll durch zwei neue Anbauten auf beiden Seiten erweitert werden, die eine sechs- bis siebengeschossige Blockrandbebauung bilden (Quelle 6). Diese Erweiterung umfasst Büro- und Wohngebäude und führt zu einer Erhöhung der Bruttogeschossfläche um rund 20.000 m² (Quelle 4). Ziel ist es, das Hotel zu einem "bedeutenden, städtebaulichen Ensemble für das Frankfurter Bahnhofsviertel" zu entwickeln (Quelle 4).

Architektonische Kritik und städtebauliche Einordnung

Die städtebauliche Figur des bestehenden Hotels wird als problematisch beschrieben. Es gilt als Relikt des "stadtauflösenden Bauens der Nachkriegszeit", das den Maßstab und die Historie des Kontexts ignoriert (Quelle 5). Die Absicht, das Hotel in eine Blockrandstruktur einzubinden, um diese Fehler zu korrigieren, wird grundsätzlich als nachvollziehbar angesehen. Allerdings wird die Architektur der geplanten Neubauten kritisiert, da sie Fehler vieler Neubaugebiete der letzten Jahre wiederhole (Quelle 5).

Herausforderungen und Umweltaspekte

Logistik und Verkehr

Die zentrale Innenstadtlage stellt die Baustellenlogistik vor erhebliche Herausforderungen. Aufgrund der verkehrstechnischen Gegebenheiten ist die Logistik stark erschwert (Quelle 4). Um ein unkontrolliertes Halten im öffentlichen Straßenraum zu vermeiden und Radfahrer zu schützen, hält die Stadt die Anlage einer geplanten Pkw-Vorfahrt für sinnvoll und notwendig (Quelle 6).

Lüftung und Mikroklima

Der Ortsbeirat äußerte Bedenken hinsichtlich der Frischluftzufuhr ins Bahnhofsviertel und forderte eine Unterbrechung der Blockrandbebauung. Die Stadtregierung räumt zwar eine "Modifizierung der bodennahen Windfelder" ein, bewertet diese aber als "nicht von hervorgehobener Bedeutung". Sie verweist darauf, dass zwischen dem Plangebiet und den bestehenden Bauten Freiräume bleiben, die ein Durchdringen der Windanströmung ermöglichen (Quelle 6).

Fauna und Begrünung

Ein spezieller Punkt war das Turmfalkenpärchen, das auf dem Hoteldach brüten soll. Eine faunistische Untersuchung im Jahr 2021 sowie Bestätigungen des NABU Frankfurt konnten jedoch kein brütendes Paar nachweisen (Quelle 6). Hinsichtlich der Begrünung sah sich die Stadt gezwungen, Bäume zu fällen. Als Ausgleich sind die Neupflanzung von sieben Bäumen und acht Großsträuchern geplant (Quelle 6).

Projektmanagement und Verfahren

Das Projekt wird im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans (vBP) durchgeführt (Quelle 4). Es wurde ein VEP-Verfahren (Verfahren zur Ermittlung der Planungsgenehmigung) initiiert, das parallel zur Hochbauplanung vorangetrieben wird (Quelle 4). Die Generalplanungsleistungen inklusive vollständiger Projektsteuerung liegen bei einem beauftragten Planungsbüro (Quelle 4).

Trotz breiter Kritik aus der Bevölkerung und des Ortsbeirats hält die Stadt Frankfurt am Bebauungsplan fest. Einwände werden im Verfahren bewertet, aber die Planung wurde von der Stadtverordnetenversammlung im Juni 2021 mit breiter Mehrheit bestätigt (Quelle 3, Quelle 6).

Fazit

Der Umbau des InterContinental Hotel Frankfurt ist ein komplexes Großprojekt, das die Modernisierung eines veralteten 5-Sterne-Hauses mit einer tiefgreifenden städtebaulichen Aufwertung verbindet. Die technischen Maßnahmen zur Fassadensanierung und inneren Umstrukturierung sind notwendig, um den hohen Komfortanspruch wiederherzustellen. Die Erweiterung um Wohn- und Bürotrakte zielt darauf ab, die isolierte Lage des Hochhausscheibens zu korrigieren und den Standort städtebaulich aufzuwerten. Kritik an der Architektur der Neubauten und Umweltbedenken zeigen jedoch, dass solche Transformationen in sensiblen städtischen Kontexten auf Widerstand stoßen. Das Projekt dient als Beispiel für die Herausforderungen, die bei der Modernisierung von Nachkriegsarchitektur in dicht besiedelten Innenstadtlagen entstehen.

Quellen

  1. Schneider + Schumacher: Sanierung Hotel Intercontinental
  2. Travel Insider: Intercontinental Frankfurt aufgrund von Sanierung geschlossen
  3. Frankfurter Neue Presse: Stadt hält am Umbau des Intercontinental Hotels fest
  4. HTC Consultants: Interconti Frankfurt
  5. SFA: Das Interconti wird eingerahmt
  6. FR: Eine Hotelerweiterung sorgt für Unmut

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