Die Straße Hörgensweg im Hamburger Stadtteil Eidelstedt befindet sich derzeit im Fokus umfangreicher Planungen und Baumaßnahmen. Ein geplanter und dringend notwendiger Ausbau soll die Verkehrssicherheit gewährleisten und die Infrastruktur an die wachsende Anzahl von Anwohnern anpassen. Dieser Artikel beleuchtet den aktuellen Stand der Sanierung, die geplanten Maßnahmen und die Hintergründe dieser Entwicklungen, die für Anwohner, Eigentümer und Bauinteressierte in diesem Quartier von Bedeutung sind.
Hintergrund: Ein wachsendes Wohnquartier und die Notwendigkeit der Anpassung
Der Hörgensweg liegt in einem Gebiet, das einer massiven Veränderung unterliegt. Im Zuge der Neubebauung am Hörgensweg entstehen in zwei Bauabschnitten rund 890 Wohnungen, ein Gemeinschaftshaus sowie eine Kita. Diese Entwicklung führt zu einer deutlichen Zunahme der Anwohnerzahl in der Straße, was eine Anpassung der Verkehrsinfrastruktur unerlässlich macht.
Bereits jetzt ist der Hörgensweg durch sogenannte Schleichverkehre enorm belastet. Es besteht die Notwendigkeit, die Straße nicht nur oberflächlich zu sanieren, sondern im Hinblick auf die erwarteten Verkehre durch die neuen Bewohner grundlegend zu überplanen. Ziel ist es, die Straße für Schleichverkehre unattraktiv zu machen und gleichzeitig die Wegebeziehungen zwischen dem Neubaugebiet und den vorhandenen Wohnquartieren sicher zu gestalten, um kein separiertes Gebiet entstehen zu lassen.
Der aktuelle Zustand des Hörgenswegs
Laut einer Stellungnahme der Verwaltung befindet sich der Hörgensweg in einem schlechten baulichen Zustand, sowohl hinsichtlich der Fahrbahn als auch der Gehwege. Das Bezirksamt Eimsbüttel ist sich dieser Situation bewusst und lässt die Straße regelmäßig durch die Wegeaufsicht begleiten. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, erfolgen lediglich provisorische Instandhaltungen. Eine grundlegende Sanierung wurde bislang nicht durchgeführt, da ein umfassender Ausbau im Zusammenhang mit einer Erschließungsmaßnahme geplant ist.
Besorgniserregend ist insbesondere die fehlende sichere Infrastruktur für Fußgänger. Die Nebenflächen sind bislang lediglich provisorisch mit Schotter versehen, was vor allem für Kinder, mobilitätseingeschränkte Personen und Menschen mit Kinderwagen ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Zudem ist das Parkverhalten problematisch: Fahrzeuge werden häufig auf Fahrbahn- und Gehwegbereichen abgestellt, was zu zusätzlichen Behinderungen im öffentlichen Raum führt.
Geplante Maßnahmen und Ausbaukonzept
Das geplante Ausbaukonzept für den Hörgensweg ist umfassend und zielt auf eine grundlegende Neugestaltung des Straßenraums ab. Die Planungen sind bereits weit fortgeschritten; die Vor- und Entwurfsplanung ist abgeschlossen, und eine abgestimmte Ausführungsplanung liegt vor.
Verbreiterung und neue Parkkonzepte
Im nördlichen Bereich des Hörgenswegs ist eine Verbreiterung des Straßenraums vorgesehen. Diese Maßnahme dient der Schaffung zusätzlicher Parkstände und breiterer Gehwege. Die Notwendigkeit ergibt sich aus der steigenden Anzahl von Anwohnern durch die neuen Wohnbauten.
Verbesserung der Fußgänger- und Radwege
Ein zentraler Punkt der Überplanung ist die Situation der Geh- und Radwege. Im Abschnitt zwischen Rebenacker und Bahnübergang bleibt der vorhandene Gehweg unverändert, um den Baumbestand zu erhalten. Stattdessen wird ein neuer, 2,5 Meter breiter Gehweg nördlich des Baumstreifens eingerichtet. Der bisherige 1,5 Meter breite Plattenstreifen wird als Notgehweg und Parkzugang beibehalten. Zusätzlich ist am Pflugacker eine Anbindung an das nördlich angrenzende Wohngebiet geplant, einschließlich einer Querungsstelle zur südlichen Nebenfläche. Der neue Gehweg folgt der Baumreihe bis zum Bahnübergang und führt dort zurück zur Fahrbahn.
Verkehrsberuhigende Maßnahmen
Um die Tempo-30-Zone zu verdeutlichen und den Verkehr zu beruhigen, sind mehrere Maßnahmen geplant: - Fahrbahnverengungen - Vorgezogene Seitenräume an Querungsstellen - Teilaufpflasterungen
Die Asphaltierung der Fahrbahnfläche zwischen Pflugacker und der BAB-Brücke wird vom Bezirk finanziert. Die Kosten für die Neugestaltung der Nebenflächen werden vom Vorhabenträger übernommen. Ein öffentlich-rechtlicher Vertrag, einschließlich des Kostenteilungsplans, wurde zwischen dem Bezirk und dem Vorhabenträger bereits abgeschlossen.
Zeitplan und aktueller Stand (Stand 2025)
Der Zeitplan für den Ausbau ist eng mit anderen Infrastrukturprojekten in der Region verknüpft. Die Ausschreibung der Bauleistungen der Erschließungsmaßnahme befindet sich in Vorbereitung. Laut einer aktuellen Auskunft vom April 2025 werden die Ausschreibungsunterlagen vorbereitet. Die Ausschreibung der Bauleistungen soll im Sommer 2025 erfolgen.
Der Baubeginn ist jedoch an eine Vorgabe gebunden: Er kann erst nach Abschluss der LSBG-Maßnahme an der Holsteiner Chaussee stattfinden. Diese Maßnahme wird voraussichtlich bis November 2025 andauern. Die Verwaltung setzt alles daran, im sofortigen Anschluss an die LSBG-Maßnahme die Bauarbeiten so schnell wie möglich durchzuführen.
Eine Information der Anwohnenden über den geplanten Bauablauf und -zeitraum, die vorgesehene Verkehrsführung sowie mögliche Behinderungen wird rechtzeitig vor Baubeginn erfolgen. Die Planungen wurden bereits im Rahmen der Abstimmungen im RASE (Runder Ausschuss für Stadtentwicklung) und im Forum Eidelstedt öffentlich vorgestellt. Eine weitere öffentliche Beteiligung ist derzeit nicht vorgesehen, da die Planungen bereits abgestimmt und abgeschlossen sind.
Zwischenlösungen zur Überbrückung
Bis zum Beginn der umfassenden Sanierung wurden bereits Übergangslösungen umgesetzt, um die Verkehrssicherheit kurzfristig zu erhöhen. Der unbefestigte Randstreifen entlang des Gehwegs erhielt vor dem Winter 2024/25 eine provisorische Asphaltdecke. Zudem wurden die Gehwegbereiche im Hörgensweg soweit möglich provisorisch gesichert, um ein Überfahren zu verhindern.
Weitere Entwicklungen im Umfeld des Hörgenswegs
Neben der Straßensanierung gibt es weitere Baumaßnahmen in direkter Nähe, die das Wohnquartier aufwerten. Die SAGA (Siedlungs- und Baugesellschaft Hamburg) führt eine umfangreiche Sanierung am Hochhaus Hörgensweg durch, die 2018 abgeschlossen wurde. Eine besondere Aufwertung ist für die terrassenartige Fläche auf dem Dach des Parkdecks geplant. Hier soll ein Aufenthaltsort für alle Altersgruppen entstehen, der unter anderem über Sitzmöglichkeiten, einen Chillout-Bereich für Jugendliche, Hochbeete, Sonnensegel, eine Grünfläche, ein Multifunktionsfeld und eine Tischtennisplatte verfügen soll. Diese Maßnahme, ursprünglich für 2020 geplant, wurde aufgrund wechselnder Zuständigkeiten innerhalb der SAGA verzögert. Seit Frühjahr 2023 wurden die Planungen wieder aufgenommen, und eine Umsetzung wird voraussichtlich bis Herbst 2025 angestrebt.
Zudem sind Modernisierungen in den angrenzenden Wohngebieten zu verzeichnen. So wurden 151 Wohnungen im Rebenacker/Hörgensweg umfassend modernisiert, was den Wohnkomfort deutlich erhöht und den Energieverbrauch erheblich reduziert.
Fazit
Der Hörgensweg in Hamburg-Eidelstedt steht vor einer grundlegenden Transformation. Die Sanierung ist nicht nur eine Reparatur des schlechten baulichen Zustands, sondern eine strategische Anpassung an das wachsende Wohnquartier mit rund 890 neuen Wohnungen. Die geplanten Maßnahmen – darunter die Verbreiterung des Straßenraums, der Bau neuer, breiterer Gehwege, schräge Parkbuchten und verkehrsberuhigende Elemente – zielen darauf ab, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erheblich zu verbessern und die Infrastruktur nachhaltig zu gestalten.
Trotz der Komplexität der Planungen und der Abhängigkeit von anderen Baumaßnahmen (LSBG an der Holsteiner Chaussee) ist der Prozess weit fortgeschritten. Die Ausschreibung der Bauleistungen ist für den Sommer 2025 geplant, mit einem Baubeginn unmittelbar nach Abschluss der genannten Maßnahmen. Für Anwohner und alle, die das Quartier nutzen, bedeutet dies: Bis zur vollständigen Fertigstellung wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen, doch die Weichen für eine sicherere und aufgewertete Verkehrsinfrastruktur am Hörgensweg sind gestellt. Die Zwischenlösungen, wie die provisorische Asphaltierung des Randstreifens, zeigen zudem, dass die unmittelbare Sicherheit bereits jetzt verbessert wird.