Die energetische Sanierung und Modernisierung von Wohngebäuden ist in Hamburg ein zentraler Hebel für den Klimaschutz und die Sicherung eines zeitgemäßen Wohnstandards. Für Eigentümer und Investoren stellt sich dabei regelmäßig die Frage nach der Finanzierung solcher Vorhaben. Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) bietet hierfür eine Vielzahl an Förderprogrammen, die speziell auf die Bedürfnisse der Hamburger Immobilienwirtschaft und privater Vermieter zugeschnitten sind. Dieser Artikel beleuchtet die zentralen Förderangebote der IFB Hamburg, insbesondere im Bereich der umfassenden Modernisierung von Mietwohnungen, und gibt einen detaillierten Überblick über Voraussetzungen, Förderhöhe und Kombinationsmöglichkeiten.
Die IFB Hamburg als zentrale Anlaufstelle
Die IFB Hamburg ist die zentrale Förderbank der Stadt Hamburg und unterstützt Projekte in den Bereichen Wohnungsbau, Wirtschaft, Innovation sowie Umwelt- und Klimaschutz (Quelle 1). Im Energiebereich bietet die IFB eine Vielzahl von Förderprogrammen an, um die Energiewende voranzutreiben und nachhaltige Lösungen zu fördern. Die Zusammenarbeit mit der IFB eröffnet Eigentümern zahlreiche attraktive Fördermöglichkeiten, die speziell auf energetische Sanierungen und nachhaltige Modernisierungen fokussiert sind (Quelle 1). Ziel der Programme ist es, ältere Wohngebäude in Hamburg im Hinblick auf Energieeffizienz und zeitgemäße Wohnstandards zu erneuern (Quelle 3).
Das Förderprogramm „Modernisierung von Mietwohnungen“
Das Kernprogramm für umfassende Modernisierungen ist „Modernisierung von Mietwohnungen“. Vorrangiges Ziel dieses Programms ist die Erneuerung älterer Wohngebäude in Hamburg (Quelle 3). Es werden beispielsweise Wärmedämmungen sowie andere energetische Modernisierungsmaßnahmen unterstützt.
Voraussetzungen für die Förderung
Anträge auf Unterstützung durch das Förderprogramm können nur für Projekte gestellt werden, die ihren Tätigkeitsschwerpunkt in Hamburg haben. Es werden durch das Programm „Modernisierung von Mietwohnungen“ keine Projekte im Ausland berücksichtigt. Interessierte Organisationen können Anträge direkt bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) einreichen. Die notwendigen Unterlagen sowie Informationen sind auf der Webseite bereitgestellt (Quelle 3). Eine wichtige Voraussetzung ist, dass ohne Zustimmung der IFB Hamburg nicht mit der Maßnahme begonnen wurde (Quelle 5).
Modularer Aufbau der Förderung
Die Förderung besteht aus frei kombinierbaren Grundmodulen mit zinsvergünstigtem Darlehen und laufendem Zuschuss, ergänzt durch Einmalzuschüsse. Ein Grundmodul reicht für den Förderzugang, mehrere können kombiniert werden (Quelle 6). Die Zuordnung erfolgt in Fördersegmente, die durch Ergänzungsmodule erweitert werden können. Instandsetzungsmaßnahmen sind förderfähig, wenn sie für den Modernisierungserfolg notwendig sind (Quelle 6).
Die Darlehenshöhe hängt vom Fördersegment und der Wohnfläche ab. Sie bestimmt die maximale Darlehenssumme, den laufenden Zuschuss pro m² und die Dauer der Mietpreis- und Belegungsbindung. Das Darlehen deckt bis zu 100 % der anerkannten Bau- und Baunebenkosten. Durch die Förderzusage gelten Belegungs- und Mietpreisbindungen für 10, 20 oder 30 Jahre (Quelle 6).
Fördersegmente und Konditionen
Die Förderung unterteilt sich in verschiedene Module und Segmente. Für die energetische Modernisierung gibt es Einmalzuschüsse, deren Höhe von der erreichten energetischen Stufe abhängt. Die folgende Tabelle (basierend auf Quelle 6) zeigt die Zuschüsse für die energetische Modernisierung in den Förderwegen B und C:
| Energetische Stufe | Förderweg B (Zuschuss pro m²) | Förderweg C (Zuschuss pro m²) |
|---|---|---|
| Stufe 1: Endenergie ≤ 90 kWh/m²a | 290 € | 240 € |
| Stufe 2: Endenergie ≤ 75 kWh/m²a | 340 € | 280 € |
| Stufe 3: IFB-Effizienzhaus-70 im Bestand | 400 € | 330 € |
| Stufe 4: IFB-Effizienzhaus-55 im Bestand | 490 € | 390 € |
| Stufe 5: IFB-Effizienzhaus-40 im Bestand | 560 € | 470 € |
Zusätzlich gibt es Zuschüsse für weitere Maßnahmen, die in die Kategorie „Grundmodule“ fallen (Quelle 5): - Barrierefreier Umbau - Grundrissänderungen - Verwendung von nachhaltigen Dämmstoffen - Einsatz von Holz in der Gebäudekonstruktion - Erhalt und Rekonstruktion von Backsteinfassaden - Innendämmung schützenswerter Fassaden - Vorbereitung auf Ambient-Assisted-Living (AAL) - Ladestationen für E-Autos
Für die Gesamtförderung wird zwischen drei Fördersegmenten unterschieden, die sich durch die Anzahl der gewählten Grundmodule definieren (Quelle 6): - Segment I: Ein Grundmodul - Segment II: Mind. zwei Grundmodule - Segment III: Grundmodul Änderung Dachgeschossausbau/Aufstockung
Das zinsvergünstigte Darlehen wird je nach Segment und Wohnfläche gewährt (Quelle 6): - Segment I: 1.000 €/m² Wohnfläche - Segment II: 1.500 €/m² Wohnfläche - Segment III: 2.000 €/m² Wohnfläche
Die Konditionen für das Darlehen betragen in der Regel 1 % Zins und 2 % Tilgung (Quelle 6). Der laufende Zuschuss je m² Wohnfläche beträgt im Förderweg B 2,00 €/m² für Segmente I und II sowie 5,00 €/m² für Segment III. Im Förderweg C beträgt der laufende Zuschuss für Segment III 3,00 €/m² (Quelle 6).
Ergänzungsförderungen und spezielle Programme
Neben dem Hauptprogramm gibt es eine Reihe von Ergänzungsmodulen und speziellen Förderungen.
Hamburger Heizungsförderung
Sofern die Modernisierung der Heizungsanlage geplant ist, ist das Förderprogramm Hamburger Heizungsförderung zu beachten, ebenso wie die Anforderungen des § 17 im Hamburgischen Klimaschutzgesetz (Hmb-KliSchG) (Quelle 5). Die Hamburger Heizungsförderung zielt darauf ab, den Energiebedarf von Gebäuden zu senken und den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern (Quelle 7). Im Modul Erneuerbare Wärme gibt es Zuschüsse beispielsweise für Wärmepumpen, Solarthermieanlagen oder Biomasseanlagen (Quelle 7). Ein separates Programm der IFB fördert den Einsatz erneuerbarer Energieträger zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Unterstützt werden Wärmepumpen, die Einschließung von Wärmequellen, Wärmeverteilnetze, Wärmespeicher, Solarthermie, Biomasseanlagen und die Mehrfachnutzung von Flächen zur Nutzung von erneuerbarer Wärme (Quelle 1).
Optimierung von Heizungsanlagen
Die IFB Hamburg fördert zudem die Optimierung bestehender Heizungsanlagen in Wohngebäuden, die mindestens 5 und höchstens 20 Jahre alt sind. Ziel ist es, den Energiebedarf und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Nach Abschluss der Maßnahme muss die Heizungsanlage mindestens 2 Jahre weiterbetrieben werden. Eine wichtige Anforderung ist die Durchführung des hydraulischen Abgleichs nach Verfahren B, der immer Pflicht ist. Diese Maßnahme sorgt dafür, dass das Heizsystem effizient arbeitet und der Energieverbrauch weiter optimiert wird (Quelle 1).
Klimafolgenanpassung und Gründachförderung
Mit den RISA-Förderprogrammen zur Regen-Infrastruktur-Anpassung unterstützt die IFB Hamburg bei der Anpassung an Klimaveränderungen. Im Fokus stehen die Nutzung von Regenwasser und die Stärkung der Grundwasserneubildung (Quelle 7). Im Programm für Regenwasserzisternen erhalten Sie Zuschüsse für die Installation von Regenwasserspeichern ab 2.000 Liter. Versickerungssysteme wie Flächenversickerungen, Mulden oder Rigolen-Systeme werden mit bis zu 25.000 Euro gefördert. Für Maßnahmen zur Entsiegelung werden ebenfalls Zuschüsse gewährt, um Regenwasser lokal versickern zu lassen und die Biodiversität zu fördern (Quelle 7). Dach- und Fassadenbegrünungen tragen zum Umweltschutz bei und verbessern das Mikroklima. Die IFB Hamburg fördert Dachbegrünungen mit Zuschüssen von bis zu 100.000 Euro für Dächer mit einer Vegetationsfläche ab 20 m² (Quelle 7).
Sonstige Förderungen
Zusätzlich gibt es spezielle Programme für Gebäude in Gebieten der Integrierten Stadtteilentwicklung oder solche, die nur unter erheblichem Bauaufwand wieder bewohnbar gemacht werden können. Im Stadtteil Dulsberg stehen im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz weitere Fördermittel für die denkmalgerechte Sanierung von Backsteinfassaden zur Verfügung (Quelle 5). Anlassbezogener barrierefreier Umbau von einzelnen Wohnungen wird im Programm Barrierefreier Umbau von Mietwohnungen gefördert (Quelle 5).
Antragsprozess und Beratung
Die Antragstellung für die Förderprogramme der IFB Hamburg ist weitgehend digitalisiert. Bei verschiedenen Förderprogrammen können Anträge online gestellt werden (Quelle 2). Die IFB Hamburg stellt auf ihrer Webseite verlässliche Informationen rund um das Thema Energetische Modernisierung verzahnt mit erneuerbarer Wärme bereit, inklusive einer Übersicht zu allen wichtigen Förderprogrammen des Bundes und der Stadt Hamburg sowie zu gesetzlichen Vorgaben (Quelle 4).
Für eine Ersteinschätzung zu möglichen energetischen Sanierungsmaßnahmen und Orientierungshilfe im Sanierungsprozess wird die kostenfreie und unabhängige Energie-Erstberatung der Hamburger Energielotsen empfohlen, die von der Stadt Hamburg gefördert wird (Quelle 4). Zudem offerieren zertifizierte Energieberater eine umfassende Beratung zu den besten Fördermöglichkeiten (Quelle 1). Diese Experten können bei der präzisen Heizlastberechnung unterstützen und Lösungen finden, die den Energiebedarf effizient decken und Heizkosten senken (Quelle 1).
Es ist darauf zu achten, dass alle Programme in der Regel mit den Förderangeboten von KfW und BAFA kombinierbar sind (Quelle 5). Die Förderung der IFB kann bis zu 60 Prozent der Kosten abdecken, bei erneuerbarer Wärme sogar bis zu 70 Prozent (Quelle 4).
Fazit
Die Förderprogramme der IFB Hamburg bieten Eigentümern und Investoren eine umfassende und attraktive Finanzierungsbasis für die Modernisierung von Mietwohnungen. Der modulare Aufbau des Hauptprogramms „Modernisierung von Mietwohnungen“ ermöglicht eine maßgeschneiderte Kombination aus Darlehen und Zuschüssen für energetische, barrierefreie und nachhaltige Maßnahmen. Ergänzt wird das Angebot durch spezielle Förderungen für Heizungsoptimierungen, regenerative Wärme, Klimafolgenanpassung und Gründächer. Durch die enge Verzahnung mit bundesweiten Förderprogrammen und eine digitale Antragstellung wird der Weg zur energetischen Sanierung effizient gestaltet. Eine frühzeitige Beratung durch Energieexperten ist entscheidend, um die optimalen Förderkombinationen zu identifizieren und die Fördervoraussetzungen zu erfüllen.
Quellen
- Bode.ms - IFB Hamburg Wärmepumpen
- Hamburg.de - Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
- Förder suche.org - Modernisierung von Mietwohnungen
- Hamburg.de - Tutorial Fördermittel bei der IFB Hamburg
- IFBHH.de - Umfassende Modernisierung von Mietwohnungen Mod B
- Bode.ms - Modernisierung von Mietwohnungen B1/C
- Abendblatt.de - Energetische Sanierung
- IFB Web - Modernisieren