Professionelle Unternehmenssanierung und Restrukturierung: Weiterbildung, Netzwerke und Praxiswissen für Krisenmanager

Einführung

Die Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen in wirtschaftlichen Krisensituationen stellt einen komplexen und hochrelevanten Bereich der Wirtschaftspraxis dar. Eine zentrale Rolle in der Professionalisierung dieses Feldes spielt das IfUS-Institut für Unternehmenssanierung, das an der SRH Hochschule Heidelberg angesiedelt ist. Ziel des Instituts ist es, den Know-how-Transfer zwischen Hochschule und Praxis zu fördern und einen Beitrag zur Vernetzung der Branche zu leisten. Der vorliegende Artikel beleuchtet das Angebot des IfUS-Instituts, das sich speziell an Sanierungsberater, Interim-Manager, Finanzierer und alle Personen richtet, die Unternehmen in Krisensituationen begleiten. Im Fokus stehen dabei die strukturierten Weiterbildungsangebote, insbesondere der Zertifikatslehrgang zum Restrukturierungs- und Sanierungsberater, sowie die damit verbundenen Netzwerkmöglichkeiten und die Übertragung von praxisrelevantem Wissen in die Unternehmenssanierung.

Das IfUS-Institut für Unternehmenssanierung

Das IfUS-Institut für Unternehmenssanierung wurde im Jahr 2010 mit dem Ziel gegründet, die Brücke zwischen theoretischer Forschung und praktischer Anwendung im Bereich der Unternehmenskrise zu schlagen. Als Einrichtung an der SRH Hochschule Heidelberg verfolgt es den Ansatz, die Branchen der Restrukturierung und Sanierung zu professionalisieren und zu vernetzen. Das Institut agiert als Kompetenzzentrum, das nicht nur Weiterbildung, sondern auch Fachinformationen und Netzwerkmöglichkeiten für Sanierungsprofessionals bereitstellt.

Zu den Kernaktivitäten zählen die Organisation von Sanierungskonferenzen und Sanierungsstammtischen, die einen regen Austausch unter Experten ermöglichen. Zudem bietet das Institut eine Beraterdatenbank sowie Zugang zu Studien und Brancheninformationen an. Die Zielgruppe des IfUS umfasst ausdrücklich Sanierungsberater, Interim-Manager, Finanzierer und alle weiteren Personen, die eine operative oder strategische Begleitung von Unternehmen in Krisen übernehmen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Henning Werner, Professor für Restrukturierung und Sanierung, positioniert sich das IfUS-Institut als zentraler Anlaufpunkt für wissenschaftlich fundiertes und gleichzeitig praxisnahes Wissen in diesem Sektor.

Das Angebot an Weiterbildungen und Seminaren

Das IfUS-Institut hat ein maßgeschneidertes Portfolio an Weiterbildungsprogrammen entwickelt, das auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Krisenmanagern eingeht. Die Angebote reichen von grundlegenden Seminaren bis hin zu spezialisierten Zertifikatslehrgängen, die eine umfassende Qualifikation vermitteln sollen.

Ein zentrales Angebot ist der Zertifikatslehrgang Restrukturierungs- und Sanierungsberater, der sich über einen Zeitraum von 9 Tage erstreckt. Dieser Lehrgang ist als umfassende Ausbildung konzipiert und vermittelt die notwendigen Kenntnisse, um Sanierungsprojekte erfolgreich zu steuern. Ein weiteres Angebot ist der Zertifikatslehrgang Sanierung mittels Insolvenz, der spezifisch auf die 5-tägige Dauer ausgelegt ist und sich auf die insolvenzrechtlichen Aspekte der Sanierung konzentriert.

Für Professionals, die sich auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen halten möchten, bietet das Institut das Seminar "Update zu aktuellen Entwicklungen in der Restrukturierungspraxis" über 2 Tage an. Dieses Seminar ist darauf ausgerichtet, die Teilnehmer über die neuesten Trends und Herausforderungen in der Praxis zu informieren. Darüber hinaus gibt es das 1-tägige Seminar "StaRUG – Stabilisierungs- & Restrukturierungsrahmen", das sich spezifisch mit dem neu eingeführten Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts (StaRUG) befasst. Diese Seminare sind so strukturiert, dass sie sowohl theoretische Grundlagen als auch direkte Anwendbarkeit in der Beratungspraxis vermitteln.

Struktur und Inhalte des Zertifikatslehrgangs Restrukturierungs- und Sanierungsberater

Der Zertifikatslehrgang zum Restrukturierungs- und Sanierungsberater stellt das Kernstück des Weiterbildungsangebots des IfUS-Instituts dar. Er ist modular aufgebaut und vermittelt eine breite Palette an essenziellen Themen für die Krisenbewältigung.

Module und Dozenten

Der Lehrgang besteht aus acht Modulen, die sowohl in Präsenz als auch im Online-Format (Hybrid) absolviert werden können. Die Zulassung zur Abschlussprüfung erfordert die Teilnahme an mindestens sechs der acht Module. Die Themen der Module decken die zentralen Bereiche der Unternehmenssanierung ab:

  • Rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundlagen der Sanierung: Dieses Modul wird von Prof. Andreas Crone gelehrt und legt das Fundament für das Verständnis von Sanierungssachverhalten.
  • Erstellung von Sanierungskonzepten nach IDW: Prof. Andreas Crone vermittelt hier die Standards des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW), insbesondere den IDW S 6, der für die Konzepterstellung eine zentrale Rolle spielt.
  • Arbeitsrechtliche Sanierungsmaßnahmen in der Krise: Dr. Anne-Kathrin Bertke behandelt die Herausforderungen im Arbeitsrecht während einer Unternehmenskrise.
  • Finanzierungsinstrumente in der Krise: Dr. Raoul Kreide gibt Einblicke in die Finanzierungsaspekte, die für eine erfolgreiche Sanierung unverzichtbar sind.
  • Zivilrechtliche Haftung und Strafbarkeit in der Krise: Martin Lambrecht beleuchtet die Haftungsrisiken, die Geschäftsführer und Berater in Krisenzeiten begleiten.
  • Einführung in das Insolvenzrecht: Dr. Christof Schiller führt in die grundlegenden Mechanismen des Insolvenzrechts ein.
  • Unternehmenskauf und -verkauf (M&A) in der Krise: Henning Graw & Sebastian Dinklage behandeln Transaktionen im Kontext von Unternehmenskrisen.
  • Spezialkreditmanagement aus Bankensicht: Eva Ringelspacher liefert die Perspektive der Banken auf Kreditmanagement in der Krise.
  • Einführung in das StaRUG: Dr. Raoul Kreide behandelt in einem gesonderten Webinar den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen.

Die Dozenten sind allesamt hochrangige Experten aus der Praxis. Dr. Anne-Kathrin Bertke ist beispielsweise Rechtsanwältin mit langjähriger Erfahrung bei renommierten Kanzleien wie Freshfields und KLIEMT.Arbeitsrecht und hat umfangreiche Erfahrung in der Beratung bei komplexen Umstrukturierungen. Martin Lambrecht ist als Rechtsanwalt, Dipl.-Kaufmann, Dipl.-Volkswirt und Insolvenzverwalter tätig und ist spezialisiert auf Schutzschirmverfahren und Eigenverwaltungen. Dr. Raoul Kreide ist Partner bei GSK Stockmann und berät zu gesellschaftsrechtlichen Strukturen im Rahmen von Restrukturierungen. Diese Expertise aus der Praxis garantiert einen hohen Praxisbezug der Lehrgänge.

Ablauf und Prüfung

Der Lehrgang ist in Blöcke gegliedert, die in der Regel an zwei aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden. Beispielsweise erstreckt sich Block 1a und 1b über den 17. und 18. April 2026. Die Veranstaltungen sind als Hybrid-Formate konzipiert, was eine Teilnahme sowohl vor Ort in Heidelberg als auch digital ermöglicht. Am ersten Lehrgangstag wird zudem ein gemeinsames Abendessen organisiert, um den Teilnehmern den gegenseitigen Kennenlernen zu erleichtern und das Netzwerken zu fördern.

Der Lehrgang schließt mit einer 3-stündigen, schriftlichen Abschlussprüfung ab. Die Prüfungsgebühr beträgt 299,00 Euro netto. Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten die Absolventen ein Zertifikat des IfUS-Instituts, das als Qualitätssiegel für die erworbenen Kompetenzen dient. Bei nicht erfolgreicher Teilnahme kann die Prüfung wiederholt werden. Eine Teilnahmebestätigung wird ausgestellt, wenn die Prüfung nicht abgelegt wird. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Bescheinigung i.S.d. §15 FAO (Fortbildung nach der Fachanwaltsordnung) über 48 Stunden zu erhalten, was für Rechtsanwälte von Bedeutung ist.

Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Die Investition in die Weiterbildung ist transparent kalkuliert. Die Lehrgangsgebühr für den Zertifikatslehrgang Restrukturierungs- und Sanierungsberater beträgt 4.890,00 Euro netto. Hinzu kommt die bereits erwähnte Prüfungsgebühr von 299,00 Euro netto. Im Preis ist umfangreiches Material inklusive enthalten: Ausführliche Seminarunterlagen (Skripte) sowie das Buch "Modernes Sanierungsmanagement" (Crone/Werner, Vahlen Verlag, aktuelle Auflage). Auch die Seminarverpflegung inklusive Getränke ist im Preis enthalten.

Das IfUS-Institut bietet verschiedene Rabattmodelle an, um die Teilnahme attraktiv zu gestalten: * Mehrpersonen-Rabatt: Bei Anmeldung von zwei oder mehr Personen aus einem Unternehmen wird ein Rabatt von 5 % gewährt. * IfUS-Alumni-Rabatt: Teilnehmer eines Lehrgangs erlangen den Alumni-Status und erhalten für zukünftige Buchungen einen Rabatt von 10 %. * Ausbildungspartnerschaftsrabatt: Unternehmen, die eine Ausbildungspartnerschaft mit dem IfUS-Institut haben, erhalten einen individuell vereinbarten Rabatt. * Mitgliedschaft in Branchenverbänden: Mitglieder des DDIM (Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V.) und des BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater) erhalten attraktive Sonderkonditionen.

Es gilt zu beachten, dass Rabatte und Zuschüsse nicht kumulierbar sind und sich immer auf die Lehrgangsgebühren ohne die Prüfungsgebühr beziehen. Der DDIM empfiehlt den Lehrgang zudem ausdrücklich seinen Mitgliedern, die zudem einen Partnerschaftsrabatt erhalten.

Qualitätssicherung und Anerkennung

Die Qualität der angebotenen Weiterbildungen wird durch externe Zertifizierungen unterstrichen. Der Zertifikatslehrgang Restrukturierungs- und Sanierungsberater hat das Qualitätssiegel der TMA (Turnaround Management Association) erhalten. Das IfUS-Institut war der erste Weiterbildungslehrgang, der mit diesem Siegel ausgezeichnet wurde. Dies unterstreicht den hohen Standard und die Praxisrelevanz der Ausbildung.

Zudem wird der Lehrgang vom DDIM – Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V. – empfohlen. Diese Empfehlung durch einen etablierten Branchenverband ist ein starkes Indiz für die Qualität und die Anerkennung in der Praxis. Die Möglichkeit, eine Bescheinigung nach §15 FAO zu erhalten, zeigt zudem die Relevanz für Rechtsanwälte, die ihre Fachanwaltschaft im Bereich Insolvenzrecht oder Sanierungsrecht erweitern möchten.

Netzwerken und Alumnistatus

Ein entscheidender Vorteil der Teilnahme an einem IfUS-Lehrgang ist der dauerhafte Zugang zum Netzwerk des Instituts. Durch Alumnitreffen, Veranstaltungen und den Austausch mit anderen Teilnehmern können wertvolle Kontakte geknüpft und gepflegt werden. Das Institut versteht sich nicht nur als Ausbildungseinrichtung, sondern auch als Plattform für den kontinuierlichen Dialog zwischen den Akteuren der Restrukturierungsbranche.

Der Erwerb des Alumni-Status ist mit der Teilnahme an einem Zertifikatslehrgang verbunden. Dieser Status ermöglicht nicht nur den Zugang zu einem professionellen Netzwerk, sondern auch finanzielle Vorteile in Form des bereits erwähnten Alumni-Rabatts für zukünftige Buchungen. Diese strategische Vernetzung ist ein wesentlicher Baustein, um im dynamischen Feld der Unternehmenssanierung langfristig erfolgreich zu agieren.

Praxisrelevante Themen: IDW S 6 und StaRUG

Die Weiterbildungen des IfUS-Instituts greifen zentrale Themen der aktuellen Restrukturierungspraxis auf. Ein wiederkehrendes Thema ist die Erstellung von Sanierungskonzepten nach IDW S 6. In einem Vortrag im Rahmen der 14. Sanierungskonferenz, die in Kooperation mit dem IfUS-Institut stattfindet, wurde aufgezeigt, wie der IDW S 6 in konkreten Fallsituationen angewendet wird und wie man Unsicherheiten in der Anwendung begegnen kann. Das IDW S 6 ist ein maßgeblicher Standard für die Erstellung von Sanierungskonzepten und damit essenziell für die Beratungspraxis.

Ein weiteres aktuelles Thema ist die Bedeutung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance). Ursprünglich als Compliance-Maßnahme eingeführt, entwickeln sich ESG-Kriterien zunehmend zu einem Katalysator für Restrukturierung und langfristige Wertschöpfung. Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Sanierungsstrategie wird somit immer wichtiger.

Auch das StaRUG (Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts) spielt eine zentrale Rolle. Das IfUS-Institut bietet spezielle Seminare und Webinare an, um Praktiker in die Anwendung des Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmens einzuführen. Dieses Gesetz schafft neue Möglichkeiten für die Sanierung von Unternehmen vor Insolvenzanträgen und erfordert spezifisches Fachwissen.

Fazit

Das IfUS-Institut für Unternehmenssanierung an der SRH Hochschule Heidelberg bietet ein umfassendes und hochwertiges Angebot für alle Professionals, die sich im Bereich der Unternehmenssanierung und Restrukturierung qualifizieren möchten. Durch die Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung und unmittelbarer Praxisrelevanz zeichnen sich die Angebote aus. Der Zertifikatslehrgang Restrukturierungs- und Sanierungsberater stellt hierbei das Kernstück des Portfolios dar und vermittelt in strukturierter Form das notwendige Wissen, um Unternehmen in Krisensituationen erfolgreich zu sanieren.

Die Expertise der Dozenten, die Anerkennung durch renommierte Verbände wie die TMA und der DDIM sowie die transparente Kostenstruktur unterstreichen die Qualität des Angebots. Besonders hervorzuheben ist der Fokus auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen, wie die Anwendung des IDW S 6, die Integration von ESG-Kriterien und die Nutzung des StaRUG. Die Möglichkeit, sich in ein aktives Alumni-Netzwerk einzubinden, schafft nachhaltige Mehrwerte, die über die reine Wissensvermittlung hinausgehen. Für Sanierungsberater, Interim-Manager und alle, die in Krisen Unternehmen begleiten, ist das IfUS-Institut daher eine relevante und empfehlenswerte Anlaufstelle für professionelle Weiterbildung und Vernetzung.

Quellen

  1. IfUS-Institut für Unternehmenssanierung
  2. Xing - IfUS-Institut für Unternehmenssanierung
  3. NWB - Aktuelle Entwicklungen im Bereich Restrukturierung & Sanierung
  4. IfUS-Institut - Zertifikatslehrgang Restrukturierungs- und Sanierungsberater

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