Die Stadt Iserlohn zeigt sich in den letzten Jahren als ein Ort, an dem die Themen Baukultur, Denkmalschutz und Modernisierung eine zentrale Rolle spielen. Vor dem Hintergrund des SEARCH QUERY "iserlohn sanierung 2019" zeichnet sich ein vielschichtiges Bild ab, das von der Sanierung historischer Kirchen über Förderprogramme für private Eigentümer bis hin zu komplexen Umbaumaßnahmen an gewerblichen Immobilien reicht. Für Immobilienbesitzer, Handwerker und Bauinteressierte in der Region bietet die Betrachtung dieser Projekte wertvolle Einblicke in aktuelle Planungsstrategien, Fördermöglichkeiten und technische Umsetzungen. Dieser Artikel beleuchtet exemplarische Maßnahmen, die in diesem Kontext relevant sind, und fasst die verfügbaren Informationen aus den vorliegenden Quellen strukturiert zusammen.
Die Sanierung der Obersten Stadtkirche: Ein Projekt der Gemeinschaft und Technik
Ein herausragendes Beispiel für die Sanierung von Baudenkmälern in Iserlohn ist die Oberste Stadtkirche. Seit dem Beschluss des Presbyteriums der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde im Jahr 2019 begann ein umfassendes Projekt, darauf abzielt, dem Glauben einen zeitgemäßen Raum zu geben und die historische Bausubstanz zu sichern.
Organisationsstruktur und Zusammenarbeit
Für die Durchführung eines solch komplexen Vorhabens wurde eine spezielle Projektgruppe, eine sogenannte „task force“, eingerichtet. Diese besteht aus Vertretern des Presbyteriums (Presbyterin Kathi Fritz und Pfarrer Dirk Ellermann), der ausführenden Architektin Silke Naaf vom Architekturbüro Harder sowie Experten der Stabsstelle Struktur und Entwicklung des Ev. Kreiskirchenamtes Sauerland-Hellweg (Ralf Gütting und Julia Syre). Diese Konstellation unterstreicht die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit, insbesondere wenn es um die Abstimmung mit dem Denkmalschutz und die Koordination mit der Kirchengemeinde geht. Die Architektin Silke Naaf betonte die Bedeutung der Expertise aus dem Kirchenkreis, was für eine reibungslose Planung und Umsetzung unerlässlich ist.
Technische Maßnahmen und Innenraumgestaltung
Im September 2022 war der Stand der Arbeiten bereits weit fortgeschritten. Das Gerüst stand, und zentrale Elemente wie Altar, Chorgestühl, Orgel und Kanzel waren verpackt und gesichert. Die ersten Arbeiten eines Malerfachbetriebs waren bereits abgeschlossen. Eine bemerkenswerte bauliche Veränderung war der Durchbruch des ehemaligen Küsterraums hin zum Innenraum der Kirche. Solche Maßnahmen verändern die Raumwirkung erheblich und schaffen neue Nutzungs- und Kommunikationsflächen.
Ein besonderer Fokus lag auf der Orgel. Diese hatte 50 Jahre ihren Dienst geleistet, jedoch fand die letzte Reinigung 33 Jahre zurückliegend statt. Die Sanierung nutzte man, um das Instrument einer gründlichen Reinigung zu unterziehen, um wieder "ihren Glanz zurückzubekommen". Der Kreiskantor betonte zudem die Vorteile der Sanierung für die musikalische Arbeit: Die erzielte Flexibilität und die akustischen Verbesserungen durch einen hellen Raum ermöglichen neue musikalische Möglichkeiten.
Logistik und temporäre Nutzung
Während der Bauphase musste die Gemeinde logistische Herausforderungen bewältigen. Das Ausräumen der Kirche und die Unterbringung von Kirchenbänken und Musikinstrumenten erforderten Engagement und Zusammenhalt. Dank der Unterstützung des Förderkreises der Bauernkirche konnten Gottesdienste und Konzerte in der benachbarten, bereits sanierten Bauernkirche stattfinden. Dies zeigt eine Praxis der temporären Nutzung von Ersatzräumen, die für die Planung von Kirchensanierungen oft unverzichtbar ist.
Förderprogramme für die private Bausubstanz: Das Fassadenprogramm im Historischen Ortskern Oestrich
Die Sanierung von Privathäusern, insbesondere im Bereich von Fachwerk und historischen Fassaden, wird durch gezielte Förderprogramme unterstützt. Die Stadt Iserlohn hat hierfür im November 2018 das Programm für Hausflächen und Fassaden im Fördergebiet "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren Historischer Ortskern Oestrich" aufgelegt.
Ziele und Finanzierung
Ziel des Programms war es, die historischen, ortsbildprägenden Strukturen Oestrichs zu erhalten. Insgesamt standen 200.000 Euro zur Verfügung, wovon 120.000 Euro vom Bund und Land NRW bereitgestellt wurden. Gefördert wurden vor allem Maßnahmen der Fassadeninstandsetzung wie Putz-, Reinigungs- oder Anstricharbeiten an historischen Gebäuden sowie die Sanierung historischer Mauern. Ein besonderer Fokus lag auf der Fachwerkhausbebauung. Der Fördersatz betrug 50 Prozent der förderfähigen Kosten.
Antragstellung und Voraussetzungen
Für Eigentümer war es notwendig, zunächst Interesse zu bekunden und Vor-Ort-Termine wahrzunehmen, um die Förderfähigkeit prüfen zu lassen. Eine wesentliche Grundlage für die formelle Antragstellung war das Einholen von drei prüf- und vergleichbaren Kostenvoranschlägen oder Angeboten. Dieser Schritt dient der Transparenz und Kostensicherheit.
Praxisbeispiele
Ein konkretes Beispiel für die erfolgreiche Teilnahme am Programm sind zwei Eigentümer eines Fachwerkdoppelhauses im Heimbergweg. Sie haben die sanierungsbedürftige Fachwerkfassade reinigen und neu anstreichen lassen. Zudem wurden die Fenster des Objektes Heimbergweg 2 in Holzausführung gerahmt und der Ortgang (seitlicher Dachabschluss) neu verschiefert. Ein weiteres Objekt in der Kirchstraße 40 wurde saniert. Diese Maßnahmen zeigen, dass durch die Förderung nicht nur die Bausubstanz erhalten bleibt, sondern auch das Ortsbild aufgewertet wird. Bis zum 31. Juli 2020 bestand die Möglichkeit, Anträge zu stellen. Es ist zu vermuten, dass ähnliche Programme oder Anschlussförderungen für Interessierte in der Region weiterhin relevant sind.
Komplexe Umbaumaßnahmen am Beispiel Sparkasse Iserlohn
Neben kirchlichen und privaten Projekten finden in Iserlohn auch umfangreiche Sanierungen an gewerblichen Immobilien statt, die hohe technische Anforderungen stellen. Ein Beispiel hierfür ist der Umbau der Hauptstelle der Sparkasse Iserlohn.
Tragwerksplanung und temporäre Abstützung
Das Bauvorhaben umfasst eine Bruttogeschossfläche von rund 11.000 m² und beinhaltet die Modernisierung und Umstrukturierung des Gebäudes. Eine besondere Herausforderung war die Umstrukturierung der Kundenhalle, deren Raumhöhe zukünftig vier Geschosse umfassen soll. Dazu mussten vier Geschossdecken mit einer Fläche von 9,5 x 12,0 m abgebrochen werden. Dabei galt es, die oberste Geschossdecke inklusive Satteldach zu erhalten.
Um dies zu ermöglichen, wurde eine temporäre Abfangung der Dachdecke mit einer Gesamtabstützhöhe von 16,50 m erstellt. Diese Ingenieursleistung, durchgeführt von der ahw Ingenieure GmbH in Kooperation mit Doka, war notwendig, damit der gesamte Innenbereich für Abbruch und Neubau den Bauunternehmen stützenfrei als Arbeiterraum zur Verfügung steht. Die Abfangung wurde auf die Außenkante des Abbruchbereichs begrenzt, um während der Bauphase einen angrenzenden Teil der Sparkasse weiterhin betriebsbereit halten zu können. Dieses Beispiel illustriert die Notwendigkeit präziser Tragwerksplanung bei tiefgreifenden Eingrissen in die Bausubstanz von Gewerbeimmobilien.
Revitalisierung von Quartieren: Der Mühlenhof
Ein weiterer Aspekt der Stadtsanierung ist die Revitalisierung ganzer Quartiere. Der Wettbewerb für den Neubau und die Sanierung „Mühlenhof“ in Iserlohn, für den im Juni 2019 der 3. Preis vergeben wurde, zeigt eine Vision für die Zukunft solcher Flächen.
Konzept der Hoferschließung
Das Projekt sieht vor, den Mühlenhof zwischen Kurt-Schumacher-Ring und Mühlentor als Auftakt des gesamten Quartiers zu revitalisieren. Historische Bebauung am Mühlentor 14 und 16 kann dabei mit Bezug auf dessen Gebäudefigur neu aufgebaut werden. Ein besonderes Merkmal ist die Verbindung der Gebäude über offene Terrassen auf den jeweiligen Geschossen. Eine "Wunde" im Stadtbild, verursacht durch den Teilabriss am Kurt-Schumacher-Ring Nr. 27, soll durch einen neuen Wohnkomplex mit einem kleinen Platz geschlossen werden. Dieser Platz dient als Erschließungsbasis für einen privaten, kommunikativen Innenbereich (Hofbereich), der als privater Außenraum mit besonderer Aufenthaltsqualität geplant ist. Die Gestaltung mit vertikaler Holzverkleidung und Holzterrasse unterstreicht den Anspruch, historische Formen mit modernem Wohnkomfort zu verbinden. Dieses Planungsbeispiel bietet Anregungen für die Entwicklung von Innenstadtrandlagen und Brachflächen.
Fazit
Die Betrachtung der Sanierungs- und Modernisierungsaktivitäten in Iserlohn, die im Zeitraum um 2019 stattfanden, offenbart einen breiten Ansatz in der Stadtentwicklung. Von der sensiblen Sanierung historischer Sakralbauten über die staatlich geförderte Instandhaltung privater Fachwerkhäuser bis hin zu technisch anspruchsvollen Umbauten von Bankgebäuden und der planerischen Neuinterpretation von Wohnquartieren reicht das Spektrum.
Für Eigentümer und Bauherren ergeben sich daraus mehrere Erkenntnisse: 1. Förderung nutzen: Gezielte Programme, wie das Fassadenprogramm in Oestrich, bieten finanzielle Unterstützung für die Erhaltung von Baudenkmälern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der frühzeitigen Information und der Einholung vergleichbarer Angebote. 2. Professionelle Planung ist essenziell: Egal ob es um die Abstimmung mit dem Denkmalschutz bei einer Kirchensanierung oder um komplexe Tragwerksplanungen bei Gewerbeimmobilien geht – die Einbindung von Experten (Architekten, Ingenieure, Stabsstellen) ist für die erfolgreiche Umsetzung unerlässlich. 3. Nachhaltigkeit und Flexibilität: Sanierungen zielen nicht nur auf den Erhalt ab, sondern auch auf die zeitgemäße Nutzung. Die Modernisierung der Orgel in der Stadtkirche oder die Schaffung neuer Raumkonzepte (Durchbruch Küsterraum) zeigen, wie historische Substanz für die Zukunft fit gemacht wird.
Obwohl die hier zusammengefassten Informationen auf spezifischen Zeitpunkten (2019, 2022) basieren, sind die grundsätzlichen Prinzipien der Baukultur, Förderung und technischen Umsetzung für die Bau- und Sanierungspraxis in Iserlohn von dauerhafter Relevanz.