Sanierung von Schulgebäuden in Iserlohn: Bestandsaufnahme und Baumaßnahmen

Die Instandhaltung und Modernisierung öffentlicher Gebäude stellt kommunale Aufgabenträger vor erhebliche Herausforderungen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Schulen, da ihr Zustand maßgeblich für die Qualität der Bildungsumgebung ist. Die Stadt Iserlohn als Schulträger unternimmt regelmäßig Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen, um die Bausubstanz zu sichern und die Gebäude an moderne Anforderungen anzupassen. Dieser Artikel beleuchtet auf Basis vorliegender Informationen den Umfang der Baumaßnahmen, die finanziellen Aufwendungen und die strategische Bedeutung des Immobilienmanagements für den Erhalt der Schullandschaft.

Die Rolle des Kommunalen Immobilien Managements (KIM)

Die Verwaltung und Instandhaltung der städtischen Immobilien obliegt in Iserlohn dem Kommunalen Immobilien Management (KIM). Diese Institution ist für die Umsetzung der im Wirtschaftsplan festgelegten Baumaßnahmen verantwortlich. Die Priorisierung und Durchführung von Sanierungen erfolgen in der Regel zeitlich so, dass die Beeinträchtigung des laufenden Schulbetriebs minimiert wird. Ein klassisches Zeitfenster für umfangreiche Reparaturen und Instandsetzungen sind die Sommerferien.

Die Stadt Iserlohn unterhält insgesamt 26 Schulen, die sich über eine Gesamtfläche von rund 150.000 Quadratmetern (inklusive Turnhallen) erstrecken. Dies entspricht in etwa der Fläche von 23 Fußballfeldern. Gemäß dem Schulgesetz ist die Stadt verpflichtet, diese Gebäude bereitzustellen und zu unterhalten. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, den Zustand der Gebäude optisch und funktionell zu erhalten und neueren Entwicklungen zeitnah Rechnung zu tragen. Die politischen Gremien und die Verwaltung setzen hierbei einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Arbeit, was zu einem im Vergleich zu anderen Städten besseren Zustand der Iserlohner Schulen führen soll.

Finanzielle Aufwendungen für Instandhaltung und Sanierung

Die finanziellen Mittel für den Unterhalt der städtischen Immobilien sind erheblich. Die vorliegenden Daten zeigen Investitionssummen, die im Rahmen von Wirtschaftsplänen festgelegt werden.

Im Wirtschaftsplan 2024 belief sich der finanzielle Aufwand für den Unterhalt der städtischen Immobilien im Zusammenhang mit Sanierungsarbeiten auf rund 584.000 Euro. Diese Summe deckte verschiedene Einzelmaßnahmen an mehreren Standorten ab.

Für das Jahr 2025 plant die Stadt Iserlohn deutlich höhere Investitionen. Der finanzielle Aufwand für den Unterhalt der städtischen Immobilien ist in diesem Kontext mit rund 2.178.800 Euro veranschlagt. Diese Summe spiegelt den Umfang der geplanten Baumaßnahmen wider, die von kleineren Reparaturen bis hin zu größeren Erweiterungen reichen.

Detaillierte Baumaßnahmen nach Standorten

Die Sanierungsarbeiten umfassen eine breite Palette von Maßnahmen, die von energetischen Sanierungen über brandschutztechnische Verbesserungen bis hin zu baulichen Erweiterungen reichen.

Maßnahmen im Wirtschaftsplan 2024 (Kosten: ca. 584.000 Euro)

Folgende konkrete Arbeiten wurden in diesem Zeitraum durchgeführt oder begonnen:

  • Grundschule Auf der Emst: Fertigstellung der Außenanlagen (Kosten: 50.000 Euro).
  • Grundschule Bömberg: Sanierung von vier Klassenräumen im Erdgeschoss (Kosten: 38.400 Euro) sowie die räumliche Abtrennung des Treppenraums vom Flur (Kosten: 12.500 Euro).
  • Grundschule Burgschule: Raumakustische Ertüchtigung eines Klassenraums (Kosten: 6.870 Euro).
  • Gymnasium Letmathe: Nach dem Einbau von Lüftungsgeräten erfolgte der Einbau von neuen Akustikdecken mit neuer Beleuchtung in zwei Klassenräumen (Kosten: 25.000 Euro).
  • Gymnasium Stenner: Erweiterung der Verwaltung durch einen Anbau. Nach dessen Fertigstellung wurden die Außenanlagen und die Verbindung vom Altbau zum Neubau hergestellt (Kosten: 87.000 Euro).
  • Grundschule Südschule: Raumnutzungsänderung von Lehrerzimmer/Fachraum aufgrund von Brandschutzvorgaben, Malerarbeiten an Fenstern, Erneuerung der Wand im Sekretariat/Flur wegen Brandschutz (Kosten: 100.000 Euro).

Maßnahmen im Wirtschaftsplan 2025 (Kosten: ca. 2.178.800 Euro)

Die geplanten Maßnahmen für das Folgejahr zeigen ein breites Spektrum an Notwendigkeiten:

  • Grundschule Bömberg: Fertiggarage für Lehrfahrräder (Kosten: 12.500 Euro).
  • Grundschule Bartholomäus: Umbau des Lehrerzimmers (Kosten: 90.000 Euro).
  • Grundschule Saatschule: Durchbruch zum Mensaraum (Kosten: 12.500 Euro). Zudem sind Malerarbeiten in verschiedenen Bereichen geplant, darunter Klassen, Mensa, Schülertoiletten, Tribüne und Sporthalle (Kosten: 9.000 Euro). Weiterhin sind Abdichtungsarbeiten an der Außenwand des OGS (Offene Ganztagsschule) Altbau Mensa/Klassenraum Neubau vorgesehen (Kosten: 22.500 Euro).
  • Grundschule Sümmern, Turnhalle: Prallschutzarbeiten (Kosten: 11.000 Euro).
  • Grundschule Hennen: Fassadenreparatur inklusive Betonsanierung (Kosten: 10.000 Euro) sowie Lichtkuppelarbeiten (Kosten: 16.000 Euro).
  • Grundschule Lichte Kammer: Aufstellung von Containeranlagen für die OGS (Kosten: 1.629.300 Euro). Diese Kostenposition macht den weitaus größten Teil der Gesamtsumme aus.
  • Hauptschule Letmathe, TH Humpfert: Brandschutztechnische Maßnahmen.

Beispiel Nordfeldschulen: Eine umfassende energetische Sanierung

Ein prominentes Beispiel für eine langfristige und umfangreiche Sanierungsstrategie ist die energetische Sanierung der Nordfeldschulen. Diese setzen sich aus zwei unabhängigen Grundschulen (Kilian-Grundschule und Förderschule Brabek) zusammen, die sich in einem dreiteiligen Schulgebäude befinden.

Das Gebäudeensemble wies einen dringenden Sanierungsbedarf an Fenstern und Fassaden auf, um die energetischen Standards zu verbessern. Die Maßnahmen wurden zwischen 2017 und 2022 umgesetzt und umfassten:

  • Fassadenerneuerung: Ost-, West- und Südfassade des Erdgeschosses erhielten eine anthrazitfarbene Verklinkerung. Die Nordfassade über alle Geschosse wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDV-System) ausgestattet.
  • Moderne Fassadenhülle: Das 1. und 2. Obergeschoss wurde durch eine neue Metallvorhangfassade umhüllt.
  • Fenstertausch: Die Fensteröffnungen in den Obergeschossen wurden durch neue Aluminiumfenster ersetzt.
  • Sonnenschutz: Zur Reduzierung der Sonneneinstrahlung wurden fest installierte, farbenfrohe Sonnenschutzelemente in Blau und Rot verbaut.

Diese Maßnahmen verdeutlichen den strategischen Ansatz, Sanierungen nicht nur als reine Instandhaltung, sondern als Investition in die Zukunftssicherung der Gebäude zu verstehen.

Der übergeordnete Kontext: Sanierungsstau und Flexibilität im Schulbau

Die Maßnahmen in Iserlohn müssen im Kontext eines bundesweiten Problems gesehen werden: dem Sanierungsstau an deutschen Schulen. Schätzungen zufolge hat jede zweite der rund 43.000 Schulen in Deutschland gravierende oder nennenswerte Sanierungsrückstände. Der Investitionsrückstau belief sich 2019 auf circa 44,2 Milliarden Euro und stellt damit den größten Sanierungsposten der kommunalen Infrastruktur dar.

Typische Mängel sind marode Fenster, defekte Heizungen, Schimmel hinter ungedämmten Fassaden, Wasserschäden und hallende Räume. Hinzu kommen fehlende Räume für moderne Bildungsziele wie Ganztagsbetreuung, Inklusion oder Sprachförderung.

Ein besonderes Augenmerk liegt in der heutigen Zeit auf der Flexibilität von Schulgebäuden. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass herkömmliche Klassenraum-Flur-Schulen oft nicht in der Lage sind, schnell auf veränderte Anforderungen wie Abstandsregeln oder unterschiedliche Lernsettings zu reagieren. Experten fordern daher vermehrt offene Raumkonzepte, die eine flexible Nutzung ermöglichen. Sanierungen bieten hier die Chance, bestehende Strukturen entsprechend anzupassen.

In Iserlohn zeigt sich das Engagement, diesen Herausforderungen zu begegnen. Die Stadt ist bemüht, die Schulgebäude in einem optisch und funktionell guten Zustand zu halten und neueren Entwicklungen Rechnung zu tragen. Dies umfasst auch die Behindertengerechtigkeit, wie Anträge zur Ausstattung von Schulhöfen mit entsprechenden Spiel- und Lerngeräten belegen.

Fazit

Die Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen der Stadt Iserlohn an ihren Schulen sind ein kontinuierlicher und notwendiger Prozess, der hohe finanzielle Aufwendungen erfordert. Die jährlichen Wirtschaftspläne des Kommunalen Immobilien Managements (KIM) legen detailliert dar, wie Mittel in die Sicherung und Modernisierung der Bausubstanz investiert werden. Von kleineren akustischen Verbesserungen bis hin zu umfangreichen energetischen Sanierungen und dem Bau von Containeranlagen für die Offene Ganztagsschule reicht das Spektrum der durchgeführten Arbeiten.

Das Beispiel der Nordfeldschulen illustriert, dass langfristig geplante Sanierungen zu nachhaltigen Verbesserungen der Gebäudehülle und Energieeffizienz führen können. Gleichzeitig steht die Stadt Iserlohn vor der Aufgabe, den bundesweit erkennbaren Sanierungsstau zu bewältigen und die Schulgebäude zukunftsfähig zu gestalten. Die Investitionen, insbesondere die geplanten 2,2 Millionen Euro für das Jahr 2025, unterstreichen das Bekenntnis der Verwaltung und der politischen Gremien, die Qualität der Bildungsumgebung in Iserlohn zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Quellen

  1. Stadt Iserlohn - Pressemitteilungen: Handwerker in Schulen und Einrichtungen
  2. pasd.de - Energetische Sanierung Nordfeldschulen Iserlohn
  3. Rheinruhraktuell - Iserlohn: Handwerker in Schulen und Einrichtungen
  4. dabonline - Schulsanierung als Chance für flexible Unterrichtsformen
  5. CDU Iserlohn - Halbzeitbilanz: Baumaßnahmen Schulen
  6. Stadt Iserlohn - Rathaus & Politik: Schulbauten & Einrichtung

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