Umfassende Kostenkalkulation für Hausrenovierungen: Online-Rechner, Förderungen und Gewerkeübersicht

Die Planung einer Hausrenovierung stellt Eigentümer vor die Herausforderung, eine Vielzahl an Faktoren zu berücksichtigen. Neben der technischen Umsetzung ist die finanzielle Vorausschau entscheidend. Die zur Verfügung gestellten Informationen aus verschiedenen Online-Kalkulatoren und Fachportalen beleuchten unterschiedliche Aspekte der Bau- und Renovierungskosten. Dieser Artikel fasst die verfügbaren Daten zu Kalkulationshilfen, Sanierungsgewerken und den dazugehörigen Kostenfaktoren zusammen.

Einleitung

Die exakte Kalkulation von Renovierungskosten ist der Grundpfeiler jeder erfolgreichen Bauplanung. Verschiedene digitale Werkzeuge, sogenannte Online-Rechner, bieten hierfür Unterstützung. Die Auswertung der vorliegenden Quellen zeigt, dass eine detaillierte Planung oft mehrere Gewerke umfasst, darunter Dämmung, Fenstertausch, Elektrotechnik sowie Sanitär- und Heizungsinstallationen. Zudem spielen staatliche Förderungen eine wesentliche Rolle bei der finanziellen Kalkulation. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Funktionsweise dieser Rechner und die in den Quellen genannten Kostenaufstellungen.

Online-Kalkulatoren und ihre Funktionalitäten

Die digitale Kalkulation von Bau- und Sanierungskosten hat sich als Standard etabliert. Verschiedene Anbieter stellen Tools zur Verfügung, die Eigentümern helfen, die anstehenden Ausgaben vorab abzuschätzen.

Angebote und Kontaktaufnahme

Einige Anbieter, wie die Bossmann GmbH, stellen Online-Kalkulatoren zur Verfügung, um die Kosten für Sanierungen oder Renovierungen im Vorfeld zu berechnen. Neben der Nutzung des Rechners wird in diesem Zusammenhang oft die Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme betont. Über ein Kontaktformular oder telefonisch kann ein erster Begehungstermin vereinbart werden, um die individuellen Gegebenheiten vor Ort zu erfassen (Quelle 1).

Vergleich von Baukostenrechnern

Beim Vergleich verschiedener Baukostenrechner gibt es spezifische Vor- und Nachteile, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollten. Ein getesteter Rechner bietet eine große Auswahl an Möglichkeiten und nutzt aktuelle Preisdaten aus dem Jahr 2022. Ein weiterer Vorteil ist die Integration von Grundstückskauf und Nebenkosten, wobei für Grundstückspreise automatisch regionale Preise für Notar und Grundbucheintrag berücksichtigt werden. Allerdings wird kritisiert, dass regionale Preisunterschiede bei den reinen Baukosten in manchen Fällen nicht berücksichtigt werden. Ein anderer Rechner ermöglicht die Verteilung der Baukosten auf verschiedene Gewerke und die freie Eingabe von Eigenleistungen, verzichtet jedoch auf die Berücksichtigung regionaler Preisunterschiede (Quelle 3).

Ein spezialisierter Rechner aus Österreich, „meinbau.net“, wird als detailliert beschrieben und eignet sich laut den Quellen auch zur Finanzierungsplanung. Hierbei wird empfohlen, für den Eigenanteil etwa 20 Prozent vom Finanzierungsbedarf als Reserve einzuplanen (Quelle 3).

Gewerke der Renovierung und ihre Kostenfaktoren

Eine Komplett- oder Teilsanierung setzt sich aus zahlreichen Einzelgewerken zusammen. Die Online-Rechner ermöglichen oft eine detaillierte Aufschlüsselung dieser Kosten.

Fenster, Türen und Treppen

Der Austausch von Fenstern ist ein wesentlicher Bestandteil der energetischen Sanierung. Kalkulatoren unterscheiden hierbei oft zwischen Materialien wie Holz und Kunststoff, wobei Kunststofffenster in der Regel als günstiger eingestuft werden. Zusätzlich können Optionen für Rollläden oder Panzerrollläden kalkuliert werden. Auch Treppen und Treppengeländer, die dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen sind, können saniert oder erneuert werden (Quelle 1).

Elektrotechnik

Die Erneuerung der Elektrotechnik ist ein komplexes Gewerk. Online-Kalkulatoren bieten die Möglichkeit, die Kosten für eine Neuinstallation oder Umrüstung des Sicherungskastens sowie die Installation der Elektro-Zuleitungen zu berechnen. Zu den kalkulierbaren Posten gehören zudem: * Steckdosen und Schalter * LED-Einbauspots * TV-Antennendosen * Telefonanschlüsse * Herdanschlüsse Die Kosten für diese Posten werden in der Regel pro Stück berechnet (Quelle 1).

Sanitär- und Badrenovierung

Die Renovierung des Bads ist ein zentraler Kostenfaktor. Die Quellen enthalten detaillierte Preisangaben des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern (BKI), Stand 4. Quartal 2024, für verschiedene Sanitärobjekte und Armaturen.

Die Kosten für das Abbruchalter Sanitärobjekte belaufen sich beispielsweise auf: * Waschtisch abbrechen: ca. 50 € / Stück * Badewanne mit Ablaufgarnitur abbrechen: ca. 140 € / Stück * Duschwanne mit Ablaufgarnitur abbrechen: ca. 85 € / Stück * Abbruch alter Fliesen, Untergrund vorbereiten: ca. 60 € / m²

Für die Neuinstallation ergeben sich folgende ungefähre Kosten (Quelle 5):

Objekt Beschreibung Kosten (ca.)
WC barrierefrei, wandhängend 1.375 € / Stück
WC wandhängend 1.010 € / Stück
Waschtisch 600/500 mm, Armatur, Siphon 945 € / Stück
Waschtisch barrierefrei, berührungslos 1.620 € / Stück
Badewanne 170 x 80 cm, Thermostat-Wandarmatur 1.700 € / Stück
Duschwanne 80 x 80 cm, Thermostat-Wandarmatur 1.170 € / Stück

Zudem sind Kosten für Fliesen je nach Qualität zu kalkulieren (Quelle 5): * Niedrige Qualität: ca. 95 € / m² * Mittlere Qualität: ca. 135 € / m² * Hohe Qualität: ca. 180 € / m²

Dämmung und Fassadensanierung

Die Dämmung der Gebäudehülle ist ein wichtiger Hebel zur energetischen Aufwertung. Aus energetischer Sicht umfasst die Fassade alle Außenwände des Hauses, ausgenommen Dach, Keller und Fundament. In der Altbausanierung wird in der Regel eine Außendämmung eingesetzt. Ausgenommen hiervon sind Fälle unter Denkmalschutz, in denen eine Innendämmung erforderlich sein kann (Quelle 2).

Eine gängige Methode ist das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) als Außendämmung. Es handelt sich um eine mehrschichtige Konstruktion, bei der Dämmschichten auf die Fassade verklebt oder verdübelt werden. Im Altbaubereich wird oft zum Verdübeln geraten, da die Haftabzugswerte der alten Wandoberfläche oft unbekannt sind. Die Dämmschicht kann aus Materialien wie Steinwolle, Mineralwolle, Polystyrol-Hartschaum oder Korkplatten bestehen. Die äußere Schlussbeschichtung (Putz) kann aus Mineralputz, Silikatputz, Kunstharzputz oder Silikonharzputz bestehen. WDVS wird als günstige Option zur Dämmung eines Altbaus beschrieben, die die Sanierungskosten deutlich reduzieren kann (Quelle 2).

Alternativen zur Fassadendämmung sind die Einblasdämmung (Innendämmung) oder bei Holz- oder Schieferfassaden eine Vorhangfassade mit Wärmedämmung, Bekleidung und Hinterlüftung. Eine Sonderform der Kellerdämmung ist die „Weiße Wanne“, die qualitativ hochwertiger ist und eingesetzt werden sollte, wenn Wohnräume im Kellergeschoss geplant sind (Quelle 6).

Dachausbau und Innenausbau

Zu den weiteren Gewerken, die in Kalkulatoren berücksichtigt werden, gehören der Dachausbau und die Dämmung des Daches. Hier wird je nach Gebäudesituation eine Dämmung zwischen, auf oder unter den Sparren angebracht. Auch der Innenausbau, die Erneuerung der Böden (Parkett-, Laminatverlegung, Fliesenverlegung) sowie barrierefreie Umbauten sind Teil der Kalkulation (Quelle 1).

Staatliche Förderungen (BEG)

Bei der Planung von Sanierungen, insbesondere im Hinblick auf energetische Maßnahmen, spielen staatliche Förderungen eine große Rolle. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist hierbei zentral.

Die Dämmung der Gebäudehülle (Außenwände, Dachflächen, Geschossdecken, Vorhangfassaden) ist in der BEG förderfähig. Mithilfe dieser Förderungen lässt sich die Kostenaufstellung der Sanierung zu Gunsten des Eigentümers anpassen (Quelle 2).

Auch die Heizungsmodernisierung wird großzügig gefördert. Die BEG-Heizungsförderung für Erneuerbare Energien macht die Anschaffung einer neuen Heizung durch große Ersparnisse reizvoll. Zu den geförderten Technologien zählen Wärmepumpen oder Pelletheizungen. Der Antrag kann direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder bei der KfW gestellt werden (Quelle 2).

Einige Baukostenrechner integrieren diese Förderstandards. So wird bei Wahl des BEG-Standards 40+ beispielsweise keine separate Auswahl einer Photovoltaik-Anlage mehr benötigt, da diese bereits im Paket enthalten ist (Quelle 6).

Außenanlagen und Sonderausstattungen

Die Planung erstreckt sich oft über das Hausinnere hinaus. In Online-Rechnern können häufig auch Außenanlagen wie die Bepflanzung des Grundstücks, das Gießen von Fundamenten für Terrassen oder der Bau einer Garage kalkuliert werden. Es wird darauf hingewiesen, dass es aus Kostengründen oft sinnvoll ist, die Baufirma, die den Innenausbau übernimmt, auch für einige Arbeiten im Außenbereich zu beauftragen, da die Baustelle bereits eingerichtet ist und Handwerker vor Ort sind (Quelle 6).

Zudem gibt es Optionen für Sonderausstattungen. Hierzu gehören beispielsweise dezentrale Lüftungsgeräte oder zentrale Lüftungsanlagen. Es wird empfohlen, diese Optionen nicht gleichzeitig zu wählen, da sie sich gegenseitig ersetzen (Quelle 6).

Fazit

Die vorliegenden Informationen belegen, dass eine detaillierte Kostenkalkulation für Renovierungen unerlässlich ist. Online-Rechner bieten eine wertvolle Unterstützung, indem sie eine Vielzahl an Gewerken – von der Fassadendämmung über die Elektrotechnik bis hin zu Sanitärinstallationen – erfassen und mit Preisdaten versorgen. Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung staatlicher Förderungen im Rahmen der BEG, die einen erheblichen Einfluss auf die Finanzplanung haben. Die Kalkulation von Sonderausstattungen und Außenanlagen rundet das Angebot digitaler Planungshilfen ab. Eine sorgfältige Nutzung dieser Tools ermöglicht es Eigentümern, eine realistische Übersicht über die anstehenden Investitionen zu erhalten.

Quellen

  1. Bossmann-Kalkulator
  2. Effizienzhaus-Online
  3. Bauen-und-Heimwerken
  4. Energieeffizienzprofi
  5. Schwäbisch Hall
  6. Hausbau-Rechner

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