Einleitung
Die Sanierung der Kreisstraße 80 (K80) im Jahr 2021 stellt eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte im Landkreis Stormarn dar. Als zentrale Verkehrsader zwischen den Städten Reinbek, Glinde und Barsbüttel sowie als direkte Anbindung an die Autobahn 24 (A24), ist die K80 für den regionalen Pendler- und Güterverkehr von essenzieller Bedeutung. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) hat eine umfassende Fahrbahnerneuerung und Teilerneuerung der Infrastruktur initiiert, die mit einer vollständigen Sperrung des betroffenen Abschnitts verbunden ist.
Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Straßenzustand zu verbessern, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und langfristige Schäden an der Bausubstanz zu verhindern. Aufgrund der hohen Verkehrsdichte – mit täglich rund 25.000 Fahrzeugen ist die K80 die meistbefahrene Kreisstraße Stormarns – erfordert das Vorhaben eine exakte Planung, massive Umleitungsmaßnahmen und die Koordination mit weiteren Baustellen in der Region. Für Anwohner, Pendler und Immobilienbesitzer bedeutet der Zeitraum von Mai bis Oktober 2021 erhebliche Einschränkungen, die eine genaue Kenntnis der Abläufe und Alternativrouten erforderlich machen.
Im folgenden Artikel werden die technischen Details des Bauvorhabens, die exakten Sperrzeiten, die Auswirkungen auf den Individual- und öffentlichen Nahverkehr sowie die finanzielle Dimension der Sanierung dargestellt.
Das Bauvorhaben: Umfang und technische Details
Die Sanierung der K80 umfasst den 3,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Reinbek der A24 und der Kreisstraße 26 (K26), auch bekannt als Sachsenwaldstraße. Ziel der Maßnahme ist die vollständige Erneuerung der Fahrbahn, da der bestehende Belag sanierungsbedürftig war und die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte.
Maßnahmen der Fahrbahnerneuerung
Laut den vorliegenden Informationen umfasst die Sanierung die Erneuerung der Fahrbahndecke auf einer Länge von 3,6 Kilometern. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) plant die Arbeiten so, dass die Fahrbahn in einem Zuge erneuert wird. Dies ist notwendig, um die Bauqualität zu sichern und eine dauerhafte Lösung zu gewährleisten. Neben der reinen Asphaltierung sind auch Arbeiten an der Grünfläche und an den Böschungen vorgesehen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Verkehrssicherheit. In diesem Kontext wird diskutiert, ob durch eine bessere Anlage der Fahrspuren Verbesserungen erzielt werden können. Zudem ist die Erneuerung der Leitplanken geplant, um die Sicherheit auf der Straße zu erhöhen. Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen wird durch die Unfallstatistik unterstrichen: Im Jahr 2019 gab es auf der K80 einen Todesfall, und bereits 2016 wurde die Straße in der Presse als „Todesstrecke“ bezeichnet.
Instandsetzung der Brücke Oher Weg
Parallel zur Sanierung der Fahrbahn ist die Instandsetzung der Brücke in Höhe des Oher Weges geplant. Diese Brücke führt über die Kreisstraße und benötigt ebenfalls eine Sanierung. Die Arbeiten werden zeitlich abgestimmt, um die Sperrung der K80 nicht übermäßig zu verlängern. Die Arbeiten unterhalb des Bauwerks (Tragwerksanierung) sollen während der Vollsperrung der K80 erfolgen, da hierfür die Sperrung der Straße unter der Brücke notwendig ist. Die Arbeiten auf der Brücke selbst (Fahrbahnbelag, Ränder) hingegen sind erst nach der Freigabe der K80 geplant. Dies ermöglicht eine Durchführung der Arbeiten auf der Brücke ohne eine zusätzliche Vollsperrung der K80. Die Kosten für diese Brückensanierung belaufen sich auf 355.000 Euro und sind ein separater Posten im Haushalt des LBV.SH.
Finanzielle Aspekte
Die Gesamtkosten für die Sanierung des K80-Abschnitts belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro. Diese Summe deckt die Erneuerung der Fahrbahn sowie die notwendigen vorbereitenden und abschließenden Maßnahmen ab. Zusätzlich fallen die Kosten für die Brückensanierung an. Die Finanzierung erfolgt durch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein.
Zeitplanung und Vollsperrung
Die Terminierung des Bauvorhabens ist ein komplexes Zusammenspiel aus vorbereitenden Maßnahmen, der eigentlichen Sanierung und dem Rückbau von Provisorien. Witterungsbedingungen können jederzeit zu Verschiebungen führen, weshalb alle Daten als voraussichtlich zu verstehen sind.
Vorbereitende Maßnahmen (3. bis 8. Mai 2021)
Bereits vor Beginn der Vollsperrung starten am 3. Mai 2021 vorbereitende Bauarbeiten. Diese umfassen die Herstellung einer provisorischen Fahrbahnverbreiterung an der Abfahrt zur K26 (Sachsenwaldstraße). Diese Verbreiterung ist notwendig, um den Verkehr während der darauf folgenden Umleitungen sicher über die K26 lenken zu können. Ohne diese Maßnahme wäre die Umleitung über die Sachsenwaldstraße verkehrstechnisch nicht möglich. Diese Arbeiten dauern bis voraussichtlich 8. Mai 2021.
Die Vollsperrung (10. Mai bis 10. Oktober 2021)
Der kritische Zeitraum für alle Verkehrsteilnehmer beginnt am 10. Mai 2021. An diesem Tag wird die K80 zwischen der A24 und der K26 voll gesperrt. Die Sperrung ist zwingend notwendig aus Gründen der Verkehrssicherheit, des Arbeitsschutzes und der Bauqualität. Eine Sanierung unter Verkehr ist auf diesem Abschnitt nicht möglich.
Die ursprünglichen Planungen sahen einen Zeitraum vom 2. Mai bis zum 16. Oktober 2021 vor. Aufgrund der Notwendigkeit der vorbereitenden Verbreiterung (3. bis 8. Mai) verschiebt sich der eigentliche Sperrbeginn für den Hauptverkehr auf den 10. Mai. Die Vollsperrung ist für den gesamten Zeitraum von fünf Monaten geplant. Bis Mitte Oktober soll die Sanierung abgeschlossen sein. Tatsächlich bestätigte das Wirtschafts- und Verkehrsministerium Anfang Juli 2021, dass die Arbeiten im Zeitplan verlaufen und eine Fertigstellung zum 16. Oktober realistisch ist.
Rückbau der Provisorien (11. bis 16. Oktober 2021)
Nach Abschluss der Hauptbauarbeiten und vorzeitigen Öffnung der Straße für den Verkehr (voraussichtlich ab 11. Oktober) müssen die provisorischen Fahrbahnverbreiterungen wieder zurückgebaut werden. Diese Arbeiten sind bis zum 16. Oktober 2021 vorgesehen.
Umleitungsmaßnahmen und Verkehrslenkung
Da die K80 eine Hauptverkehrsader ist, erfordert die Vollsperrung umfangreiche Umleitungen. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hat zwei Hauptumleitungsstrecken ausgeschildert, die den Verkehr gezielt um den Baustellenbereich herumführen.
Umleitung 1 (3. bis 8. Mai sowie 11. bis 16. Oktober 2021)
Während der Herstellung und des Rückbaus der provisorischen Fahrbahnverbreiterung an der Abfahrt zur K26 gelten folgende Routen: * Vom Süden kommend: Verkehr wird über die K80 Richtung Glinde bis zur Abfahrt auf die L94 (Möllner Landstraße) umgeleitet. Von dort geht es zurück auf die K80 Richtung Reinbek bis zur Abfahrt auf die K26. * An der Kreuzung K80 (Glinder Weg) / L223 (Hamburger Straße): Umleitung über die L223, die L222 Richtung Reinbek und die K26 (Sachsenwaldstraße) bis zur Kreuzung K26/K80.
Umleitung 2 (10. Mai bis 10. Oktober 2021 – Vollsperrungszeitraum)
Während der Vollsperrung gelten erweiterte Routen, die den Verkehr weitläufig umleiten:
Für Autobahnverkehr (A24): Da die Autobahnanschlussstelle Reinbek in Richtung Süden gesperrt ist, wird der Verkehr von der Anschlussstelle Hamburg-Öjendorf über die L94 (Möllner Landstraße) in Glinde zur Anschlussstelle A24 in Witzhave umgeleitet (und umgekehrt).
Für Nord-Süd-Verkehr entlang der K80: * In Richtung Norden: Vom K80 (Glinder Weg) über K26 (Sachsenwaldstraße) Richtung Schönningstedt, weiter über L222 (Königstraße) bis Stemwarde. Von dort über K29 (Bahnhofstraße) bis zur Kreuzung K29/K109/K80 (Willinghusener Landstraße). * In Richtung Süden: Die Umleitung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.
Auswirkungen auf die Umgebung
Diese Umleitungen führen zu einer erheblichen Belastung der Nebenstraßen. Insbesondere Schönningstedt, Stemwarde und Neuschönningstedt werden durch den Schwerlastverkehr stark belastet. Auch auf der Schönningstedter Straße und der Hamburger Straße in Reinbek wird mit Stau gerechnet. Eine Durchfahrtsperre für LKW über 7,5 Tonnen auf der Hamburger Straße in Reinbek soll die Situation entschärfen.
Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV)
Die Sperrung der K80 betrifft auch den öffentlichen Nahverkehr. Besonders betroffen sind die Buslinien 133 und 333, die normalerweise zwischen Glinde und der U-Bahn-Station Steinfurther Allee verkehren. Ohne die K80 verlängern sich die Fahrzeiten erheblich, da alternative Routen gefahren werden müssen. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Pendler, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind, und erfordert eine Anpassung der Fahrpläne.
Koordination mit weiteren Baustellen
Eine besondere Herausforderung stellt die Koordination mit anderen Baumaßnahmen in der Region dar. Insbesondere die Sanierung der Mühlenstraße in Glinde wurde diskutiert. Laut dem Bauamt Glinde ist die Mühlenstraße jedoch nicht als Umleitungsstrecke vorgesehen und wird daher nicht direkt durch die K80-Sanierung betroffen. Die turnusmäßige Erneuerung der Mühlenstraße nach 20 Jahren wurde zeitlich parallel durchgeführt, führte aber nicht zu einer zusätzlichen Sperrung für den Umleitungsverkehr.
Allerdings sind weitere Sanierungen zurückgestellt worden, um die Belastung durch die K80-Sanierung nicht zu erhöhen: * Die Erneuerung der Borsigstraße im Gewerbegebiet von Reinbek wurde auf 2022 verschoben. * Die Sanierung des Papendieker Redders in Glinde (K109) und der Restabschnitt der Möllner Landstraße (L94) von Oststeinbek bis zur Landesgrenze zu Hamburg wurden auf frühestens 2023 verlegt.
Diese Entscheidungen zeigen das Bemühen der Behörden, die Verkehrsbelastung im Zeitraum der K80-Sanierung nicht weiter zu erhöhen.
Sicherheitsaspekte und Unfallstatistik
Die Notwendigkeit der Vollsperrung wird durch die Sicherheitslage auf der Straße unterstrichen. Die K80 weist eine hohe Unfallquote auf. Ein schwerer Unfall im Jahr 2019 forderte einen Todesfall. Bereits 2016 wurde die Straße in den Medien als „Todesstrecke“ bezeichnet.
Die Sanierung zielt daher nicht nur auf die Erneuerung des Asphalts ab, sondern auch auf strukturelle Verbesserungen. Die Prüfung der Ampelschaltungen an der A24 und die Erneuerung der Leitplanken sind Teil der Sicherheitsstrategie. Ziel ist es, die Straße nach Abschluss der Arbeiten sicherer und weniger stauanfällig zu gestalten.
Fazit
Die Sanierung der K80 im Jahr 2021 ist ein notwendiges und umfangreiches Infrastrukturprojekt, das von Mai bis Oktober eine vollständige Sperrung des zentralen Straßenabschnitts zwischen der A24 und der K26 erfordert. Für alle Marktteilnehmer – von den Bauunternehmen über die Kommunen bis hin zu den Anwohnern und Pendlern – ergeben sich erhebliche Herausforderungen.
Die Maßnahmen des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) sind klar strukturiert: Eine vorbereitende Verbreiterung ermöglicht die Umleitung über die K26, gefolgt von einer fünfmonatigen Vollsperrung zur Sicherung der Bauqualität. Parallel dazu wird die Brücke am Oher Weg saniert, wobei die Arbeiten zeitlich entkoppelt von der Fahrbahnsanierung erfolgen, um die Sperrungszeiten nicht zu verlängern.
Für die Anwohner bedeutet der Zeitraum eine Entlastung durch weniger Durchgangsverkehr, jedoch auch eine Belastung durch den Schwerlastverkehr in den Ausweichrouten. Für Pendler und Lieferanten bedarf es einer genauen Kenntnis der Umleitungsstrecken, um massive Zeitverluste zu vermeiden. Die finanzielle Investition von rund 2,4 Millionen Euro plus separaten Kosten für die Brückensanierung unterstreicht den Wert, den die Verwaltung in die Sicherheit und die Qualität der Verkehrsinfrastruktur legt. Trotz der massiven kurzfristigen Einschränkungen verspricht die Fertigstellung im Oktober 2021 eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrsverbindung im Süden des Landkreises Stormarn.