Komplettsanierung des Bienwaldstadions in Kandel: Ein neues Zentrum für Sport und Gemeinschaft entsteht

Die Sanierung des Bienwaldstadions in der Kleinstadt Kandel ist ein Projekt, das weit über die sportlichen Aspekte hinausreicht. Mit geplanten Gesamtkosten von rund 4,4 Millionen Euro und einem umfassenden Sanierungsplan, der sowohl äußere als auch innere Strukturen umfasst, wird das Stadion nach Abschluss der Arbeiten nicht nur funktional modernisiert, sondern auch als ein zentraler Ort für Begegnung, Bildung und Bewegung in der Region verankert. Diese Maßnahme ist nicht nur ein Meilenstein für den Sport in Kandel, sondern auch ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Kommune, Politik und Sportvereinen im Rahmen von Großbaumaßnahmen im öffentlichen Raum.

Der Bedarf für eine Sanierung

Das Bienwaldstadion wurde ursprünglich in den 1980er-Jahren erbaut und seitdem nicht grundlegend erneuert. Laut Berichten war das Stadion über die Jahre in die Jahre gekommen und benötigte dringend eine Modernisierung, um weiterhin den Anforderungen an Sicherheit, Nutzbarkeit und Energieeffizienz zu genügen. Stadtbürgermeister Michael Niedermeier betonte in einem Interview, dass das Stadion nicht nur ein sportliches Zentrum sei, sondern auch ein Ort der sozialen und gesellschaftlichen Begegnung. Besonders die Nutzung durch Schulen aus der Region und die Pfalzmeisterschaften unterstreichen die überregionale Bedeutung des Stadions.

Die Sanierung wird alle Bereiche des Stadions betreffen – von der Laufbahn über die Tribünen bis hin zu den Gebäudehülle und den technischen Anlagen. Ziel ist es, das Stadion in einen Zustand zu versetzen, der sowohl den aktuellen rechtlichen Anforderungen als auch den künftigen sportlichen und pädagogischen Bedürfnissen entspricht.

Finanzierung und Förderung des Projekts

Die Sanierungsarbeiten am Bienwaldstadion werden mit einem Budget von insgesamt 4.331.391,86 Euro geplant. Ein bedeutender Teil dieser Kosten wird durch Bundesfördermittel gedeckt: 2.807.000 Euro stammen aus staatlichen Förderprogrammen. Die restlichen 1.524.391,86 Euro müssen durch Eigenmittel der Stadt Kandel finanziert werden. Leider blieben Landesfördermittel aus, wofür Niedermeier eine klare Kritik an der Landespolitik übte.

Trotz der fehlenden Unterstützung auf Landesebene konnten die Bundestagsabgeordneten der Südpfalz in Berlin erfolgreich für die Bundesförderung werben. Dies zeigt, wie wichtig die aktive Einbindung lokaler Politiker in solche Großbaumaßnahmen ist, um staatliche Mittel zu mobilisieren.

Der Ablauf der Sanierungsarbeiten

Die Sanierung wurde mit einem symbolischen Spatenstich am 18. Mai 2024 gestartet. Laut Planung beginnen die Arbeiten zunächst im Außenbereich des Stadions, gefolgt von der umfassenden Sanierung des Gebäudes. Ziel ist es, bis Dezember 2023 mit allen Arbeiten abzuschließen. Der Baubeginn war somit knapp zwei Jahre nach der Planung eingeleitet worden, was auf eine langfristige Vorbereitung und Planung hindeutet.

Die Bauarbeiten fanden unter der Leitung der VG Kandel, unterstützt durch die FC-Bauplanung GmbH, statt. Architekt Matthias Braun und Vertreter der lokalen Politik sowie Sportvereine waren ebenfalls an der Umsetzung beteiligt.

Detaillierte Sanierungsvorhaben

Die Sanierungsmaßnahmen am Bienwaldstadion sind umfassend und reichen von äußeren Strukturen bis hin zu technischen und energetischen Modernisierungen.

1. Neu gestaltete Laufbahn und Sportfläche

Eine der zentralen Maßnahmen ist die Erneuerung der Laufbahn. Zudem wird der Sportrasen komplett erneuert, begleitet von einem neuen Drainage- und Bewässerungssystem. Diese Investitionen garantieren eine bessere Nutzbarkeit und Langlebigkeit der Sportflächen und tragen dazu bei, das Stadion auch für Wettkämpfe auf hohem Niveau nutzbar zu halten.

2. Sanierung der Tribüne und Dachkonstruktion

Die Tribüne wird komplett neu gestaltet, genauso wie das gesamte Gebäude inklusive Dach. Diese Modernisierung verbessert nicht nur das Erscheinungsbild des Stadions, sondern auch die Sicherheit und Bequemlichkeit für Zuschauer und Veranstaltungen.

3. Energetische Modernisierung

Die Haustechnik des Stadions wird komplett erneuert. Insbesondere wird die Gebäudehülle nach den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) gedämmt. Die Beleuchtung wird auf LED-Technik umgestellt, was nicht nur die Energieeffizienz steigert, sondern auch die optische Qualität der Beleuchtung verbessert.

Die Heizungsanlage wird durch eine Luftwärmepumpe mit Gasspitzenlastkessel ersetzt. Ergänzt wird das System durch Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach, die eine erhebliche Menge an Strom erzeugen und somit zur Klimaneutralität beitragen. Diese Maßnahmen spiegeln die Klimaschutzziele des Bundes wider und setzen ein Beispiel für nachhaltige Energiekonzepte in öffentlichen Einrichtungen.

4. Neubau von Räumlichkeiten für Vereine

Eine der wichtigen Neuerungen ist die Schaffung neuer Räumlichkeiten für Sportvereine. Die ehemalige Hausmeisterwohnung wird abgebrochen, um Platz für neue Vereinsräume zu schaffen. Im Obergeschoss entsteht ein großer Raum mit Wettkampfbüro und Küche/Imbissausgabe. Diese Räumlichkeiten werden insbesondere für Wettkampfveranstaltungen und Schulsport genutzt und bieten einen hohen Komfort für Athleten, Betreuer und Zuschauer.

5. Erneuerung von Umkleide- und Nebenräumen

Die Umkleide- und Nebenräume werden ebenfalls erneuert, was die Hygiene- und Funktionalitätsstandards deutlich verbessert. Diese Maßnahmen sind notwendig, um den Anforderungen moderner Sportstätten gerecht zu werden und die Nutzung durch Vereine und Schulen weiterhin sicherzustellen.

Bedeutung des Projekts für die Region

Die Sanierung des Bienwaldstadions ist nicht nur ein Projekt der Stadt Kandel, sondern hat auch überregionale Bedeutung. Mit einer Kapazität von 8.333 Zuschauern ist das Stadion ein bedeutender Veranstaltungsort für lokale und regionale Sportveranstaltungen. Die Modernisierung wird die Attraktivität des Stadions steigern und es ermöglichen, auch in Zukunft als Austragungsort für Wettkämpfe und Schulveranstaltungen genutzt zu werden.

Stadtbürgermeister Niedermeier hob in mehreren Äußerungen hervor, dass das Stadion nach der Sanierung „seinesgleichen suchen“ wird. Das Projekt ist nicht nur ein technisches Großvorhaben, sondern auch ein sozialer Erfolg. Die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Vereinen und Schulen hat dazu beigetragen, dass das Stadion in seiner Funktion als Sport- und Begegnungsort weiterhin bestehen kann.

Herausforderungen und Auswirkungen auf den Sportbetrieb

Trotz der positiven Entwicklungen brachte die Sanierung auch Herausforderungen mit sich. Insbesondere der Fehlstart der Landesförderung war ein Kritikpunkt, der Niedermeier öffentlich ansprach. Zudem wird der Sportbetrieb während der Bauarbeiten beeinträchtigt, was für Vereine und Schulen nicht unerhebliche Unannehmlichkeiten mit sich bringt.

Niedermeier betonte jedoch, dass diese Einschränkungen in Kauf genommen werden, um im Anschluss ein Stadion zu erhalten, das in seiner Qualität und Ausstattung „seinesgleichen sucht“. Die Stadtverwaltung hat zudem angekündigt, für den Vereins- und Schulsport während der Bauzeit alternative Spiel- und Trainingsstätten bereitzustellen, soweit möglich.

Fazit

Die Sanierung des Bienwaldstadions in Kandel ist ein Projekt, das nicht nur aus bautechnischer, sondern auch aus sozialer und regionaler Perspektive Bedeutung hat. Mit einem Investitionsvolumen von über 4,3 Millionen Euro und umfassenden Sanierungsmaßnahmen wird das Stadion in einen Zustand versetzt, der den Anforderungen moderner Sportstätten entspricht. Die Modernisierung der Technik, der Bau neuer Räumlichkeiten und die energetische Sanierung tragen dazu bei, das Stadion zukunftsfähig zu machen und als zentrales Sportzentrum für Kandel und die Region zu erhalten.

Die Kooperation zwischen Kommune, Vereinen und Politik ist ein Erfolgsfaktor des Projekts, der für andere Städte und Gemeinden als Vorbild dienen kann. Gleichzeitig zeigt das Projekt auch die Herausforderungen, die bei Großbaumaßnahmen in Kommunen entstehen, insbesondere im Hinblick auf Finanzierung und Planung. Die fehlende Landesförderung ist hier ein deutliches Warnsignal für zukünftige Projekte, bei denen staatliche Unterstützung oft entscheidend ist.

Durch die Sanierung wird das Bienwaldstadion in seiner Funktion als Sport- und Begegnungsort gestärkt und für die Zukunft gesichert. Es bleibt abzuwarten, ob die Arbeiten pünktlich und ohne größere Komplikationen im geplanten Zeitrahmen abgeschlossen werden können. Doch eines ist klar: Das Stadion wird nach Fertigstellung ein Wahrzeichen für moderne Sportstätten in Kleinstädten sein – ein Beispiel dafür, wie mit guter Planung, Kooperation und politischer Unterstützung auch in kleineren Städten bedeutende Baumaßnahmen umgesetzt werden können.

Quellen

  1. Kandel: Sanierung des Bienwaldstadions
  2. Sanierung Bienwaldstadion – Strahlkraft in die Region
  3. Bienwaldstadion – Kandel
  4. Rheinpfalz.de: Sanierung des Bienwaldstadions in Kandel
  5. Europlan-online: Bienwaldstadion in Kandel

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