Umgestaltung des Klufterplatzes in Friesdorf: Planungen, Maßnahmen und Perspektiven für einen zentralen Treffpunkt

Die Neugestaltung von Ortsplätzen ist ein zentraler Aspekt der städtebaulichen Entwicklung und des sozialen Lebens in Stadtvierteln. Im Bonner Stadtteil Friesdorf steht der Klufterplatz, historisch auch als „Waasem“ bekannt und der Mittelpunkt des Ortes, derzeit im Fokus umfassender Veränderungs- und Sanierungspläne. Diese Entwicklungen zielen darauf ab, die Attraktivität des Platzes als zentralen Treffpunkt nachhaltig zu steigern und die Infrastruktur an die aktuellen Bedürfnisse der Bewohner und Besucher anzupassen. Der folgende Artikel beleuchtet die geplanten Maßnahmen, die historische Bedeutung des Platzes sowie die Herausforderungen und Perspektiven der Umgestaltung aus der Perspektive von Bauwesen und Immobilien.

Historische und aktuelle Bedeutung des Klufterplatzes

Der Klufterplatz bildet das Herzstück des Ortsteils Friesdorf im Norden von Bad Godesberg. Trotz der starken städtebaulichen Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte hat sich hier ein gut funktionierender Ortskern mit einer Mischung aus Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie erhalten. Eine besondere Rolle spielt dabei das Eiscafé am Platz, dessen Außengastronomie über Jahre hinweg als Belebungsfaktor in den warmen Monaten diente. Der Ortsausschuss Friesdorf hat sich lange Zeit für die Aufrechterhaltung dieser Gastronomie eingesetzt, um dem Platz Leben einzuhauchen.

Die Bedeutung des Platzes über die reine Funktionalität hinaus wird auch durch seine Integration in lokale kulturelle Aktivitäten unterstrichen. So starten Führungen, wie die des Vereins zur Heimatgeschichte (VHH), auf dem Klufterplatz und beleuchten die historische Bausubstanz und Identität des Stadtteils. Das Turmhaus, das älteste Gebäude in Friesdorf und eines der ältesten Wohnhäuser im Rheinland, ziert als Motiv das Friesdorfer Ortswappen. Ein weiteres historisches Gebäude ist der Klufterhof, dessen Ursprünge bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen und dessen Vorgängergebäude im Truchsessischen Krieg im Jahr 1583 zerstört wurde. Diese historische Einbettung macht die Sanierung und Gestaltung des Platzes zu einer Aufgabe, die mit Sorgfalt und Respekt vor der Tradition ausgeführt werden muss.

Konzeption und Planung der Umgestaltung

Die Initiative zur Neugestaltung des Klufterplatzes geht vom Ortsausschuss Friesdorf aus. Das Ziel ist eine dauerhafte und nachhaltige Steigerung der Attraktivität des zentralen Treffpunkts. Eine erste Planung wurde bereits im Februar bei der Herzenssprechstunde vorgestellt. Der Prozess ist partizipativ gestaltet: Die Vorschläge des Ortsausschusses wurden per Fotomontage und als Modell visualisiert, um den Bürgern eine konkrete Vorstellung zu vermitteln. In einer Bürgerbeteiligung konnten die Friesdorfer bis Mitte Mai ihre Präferenzen äußern und eigene Ideen einbringen. Diese Umfrageergebnisse und Vorschläge sollen in den kommenden Hauptversammlungen des Ortsausschusses diskutiert werden.

Finanziert werden die Maßnahmen durch verschiedene Quellen. Eine 500-Euro-Spende der VR-Bank ist bereits zugesagt. Der Ortsausschuss erhofft sich zudem eine städtische Finanzspritze. Als Argument wird angeführt, dass der Klufterplatz der einzige Dorfplatz sei, der der Stadt Gewinn durch die Pacht des Eiscafés abwerfe, und dass andere Ortsteile finanzielle Unterstützung für die Sanierung ihrer Plätze erhalten haben. Ein Bürgerantrag zielt darauf ab, die Kosten für ein spezifisches Denkmal nicht der Stadt aufzubürden, sondern durch Sponsoren zu decken.

Geplante bauliche und technische Maßnahmen

Die geplanten Arbeiten umfassen eine Vielzahl von Aspekten, die von der Erneuerung der Oberflächen bis hin zur Installation neuer Einrichtungen reichen.

Oberflächen und Barrierefreiheit: Ein Kernpunkt der Sanierung ist die Erneuerung des Bodenbelags. Der alte Pflasterbelag soll durch neue Betonplatten ersetzt werden. Geplant ist zudem eine neue Bodenhülse für den Weihnachtsbaum in der Platzmitte. Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, wird die bestehende Treppe durch eine Rampe ersetzt. Diese Maßnahme ist nicht nur für Rollstuhlfahrer relevant, sondern erleichtert auch den Transport von Gütern. Ebenso ist geplant, den Gehwegbereich an der angrenzenden Margaretenstraße auszubessern.

Infrastruktur und Versorgung: Die technische Infrastruktur wird ebenfalls modernisiert. Verschiedene Versorgungskästen, die teilweise aufgrund von Wurzelwuchs bereits angehoben worden sind, werden an geeignete Standorte versetzt. Zusätzlich sind neue leistungsfähigere Stromversorgungskästen geplant. Ein spezifischer Standort für neue Stromkästen neben dem Zebrastreifen an der Annaberger Straße sorgt jedoch für Diskussionen. Kritiker befürchten, dass die Kästen an dieser exponierten Stelle das Flair des Platzes beeinträchtigen. Die Stadtwerke Bonn verweisen darauf, dass die Standorte durch den Verlauf der Leitungen vorgegeben seien und die neuen Standorte mit dem Ortsausschuss im Vorfeld besprochen wurden. Eine erneute Prüfung des Standorts wurde jedoch in Aussicht gestellt.

Gestaltung und Einrichtung: Zur Verschönerung des Platzes sind zahlreiche neue Elemente geplant: * Neue Bänke und Fahrradständer: Das Tiefbauamt stellt neue Bänke auf und ersetzt die alten Radständer durch neue Fahrradbügel. Es besteht auch der Wunsch nach zusätzlichen Fahrradabstellanlagen. * Bücherschrank: Die Idee eines festen Bücherschrankes wird verfolgt. Ein Friesdorfer hat bereits Kontakt zur Bürgerstiftung aufgenommen. * Boulebahn: Der Plan, auf dem Klufterplatz eine Boule-Anlage zu errichten, wurde bereits zugestimmt. Die Boulefreunde in Friesdorf freuen sich auf die Umsetzung. * Spiel- und Dekorationselemente: Neben der Installation von zwei Wackeltieren für Kinder wird über die Aufstellung von Blumenkübeln und eine bessere Beleuchtung des Platzes nachgedacht. Die Entfernung von alten Betonkübeln ist ebenfalls vorgesehen.

Kunst und Kultur: Eine besondere Idee ist die Aufstellung einer Ziegen-Skulptur. Diese soll an die historische Ziegenzucht in Friesdorf erinnern, die bis in die 1950er Jahre bedeutend war. Die Skulptur aus Basaltstein, entworfen vom Düsseldorfer Bildhauer Peter Rübsamen, soll etwa die Höhe des Brunnens erreichen. Die Kosten von 22.000 Euro sollen durch Sponsoren gedeckt werden, sodass der Stadt keine Kosten entstehen.

Logistische Aspekte und Umsetzungszeitplan

Die Umsetzung der Maßnahmen ist in einem groben zeitlichen Rahmen abgesteckt. Im Herbst 2024 könnten die Arbeiten beginnen und sich bis ins Jahr 2017 erstrecken. Für die Realisierung sind 138.000 Euro veranschlagt. Die Finanzierungsumfänge für die Gesamtmaßnahmen in den Bad Godesberger Ortsteilen Mehlem, Lannesdorf und Friesdorf belaufen sich auf insgesamt 270.000 Euro, die im städtischen Haushalt bereitstehen.

Ein wichtiger Aspekt für die spätere Nutzung, insbesondere für Veranstaltungen, ist die Zufahrt. Um Platz für eine befestigte Zufahrt über die Straße „Am Frankengraben“ zu schaffen, muss ein alter, nicht mehr entwicklungsfähiger Baum gefällt werden. Diese Maßnahme soll die Logistik bei Anlieferungen für Veranstaltungen erleichtern.

Herausforderungen und Bürgermeinung

Die Umgestaltung des Klufterplatzes verläuft nicht ohne Diskussionen. Neben der Zustimmung zu den meisten Maßnahmen gibt es auch Kritik, insbesondere im Zusammenhang mit der Aufstellung technischer Infrastruktur. Die Diskussion um die Stromkästen zeigt, wie sensibel die Planung sein muss, um den Charakter eines Platzes zu erhalten.

Ein weiterer Punkt, der in diesem Kontext genannt werden kann, betrifft die Gastronomie. Während die Stadt keine Gefahr durch vorbeifahrende Autos sah und die Genehmigung für die Außengastronomie nicht entzog, blieb der Platz im Jahr der Berichterstattung eigenartig leer, da die Tische des Eiscafés fehlten. Dies führte zu Befürchtungen unter den Anwohnern. Diese Situation verdeutlicht, dass die bauliche Gestaltung und die wirtschaftliche Nutzung Hand in Hand gehen müssen, um die gewünschte Belebung des Platzes zu erreichen.

Vergleich mit Umgestaltungen in anderen Ortsteilen

Die Maßnahmen am Klufterplatz stehen im Kontext stadtweiter Bestrebungen, die Dorfplätze in den Bad Godesberger Ortsteilen aufzuwerten. In Lannesdorf werden am Brunnenplatz zwei Bäume gefällt, die Platzfläche begradigt und mit Klinkersteinen ergänzt. Mauern werden instand gesetzt, und Baumbeete werden vergrößert. Auch hier wird eine Rampe für die Barrierefreiheit errichtet und die Ausstattung mit Bänken und Fahrradständern erneuert. Die Kosten für die Lannesdorfer Maßnahmen belaufen sich auf rund 48.000 Euro.

In Mehlem ist die Umgestaltung des Marktplatzes noch in der Planungsphase. Hier soll eine Bürgerversammlung die Konzepte vor der endgültigen Entscheidung durch die Bezirksvertretung vorstellen. Geplant ist unter anderem die Fällung von sieben Bäumen, was bereits zu großen Diskussionen in der Bevölkerung führte. Diese Beispiele zeigen, dass die Sanierung von Plätzen immer auch mit Abwägungsprozessen zwischen ökologischen, ästhetischen und funktionalen Aspekten verbunden ist.

Fazit

Die Umgestaltung des Klufterplatzes in Friesdorf ist ein umfassendes Projekt, das darauf abzielt, den historischen und funktionalen Mittelpunkt des Stadtteils nachhaltig aufzuwerten. Durch die Kombination aus barrierefreier Gestaltung, modernisierter Infrastruktur und der Schaffung neuer Nutzungsangebote wie einer Boulebahn und einem Bücherschrank wird eine vielfältige Aufwertung des Platzes angestrebt. Die Einbindung der Bürger in den Planungsprozess und die breite Palette an Ideen, von der Ziegen-Skulptur bis hin zu neuen Sitzmöglichkeiten, unterstreichen das Engagement vor Ort.

Für Bauherren, Immobilienbesitzer und Interessenten im Raum Friesdorf signalisieren solche Projekte eine positive Entwicklung des Stadtteils, die sich positiv auf die Lebensqualität und damit auch auf den Immobilienwert auswirken kann. Die sorgfältige Abwägung zwischen historischer Substanz und modernen Anforderungen, wie sie bei der Fällung eines Baumes zur Schaffung einer Zufahrt oder der Verlegung von Versorgungskästen notwendig ist, bleibt eine Herausforderung. Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen, voraussichtlich beginnend im Herbst 2024, wird den Klufterplatz zukünftig als lebendigen und gut ausgestatteten Treffpunkt für die Friesdorfer Gemeinschaft etablieren.

Quellen

  1. GA.de: Platz soll dauerhaft zum Treffpunkt werden
  2. Rheinische Anzeigenblätter: Umgestaltungen in Mehlem, Lannesdorf und Friesdorf
  3. GA.de: Friesdorfer Zentrum soll schöner werden
  4. Bonn Wiki: Klufterplatz
  5. GA.de: Unmut über Standort von Stromkästen auf dem Klufterplatz in Friesdorf
  6. VHH Bad Godesberg: Der Friesdorfer ist nicht einfach

Ähnliche Beiträge