Kombibad Mariendorf: Sanierung eines Berliner Schwimmbads – Zeitplan, Maßnahmen und Finanzierung

Die Sanierung des Kombibades Mariendorf in Berlin stellt ein signifikantes Infrastrukturprojekt im Bereich der öffentlichen Bäderbetriebe dar. Die Notwendigkeit einer umfassenden Instandsetzung ergab sich aus einem jahrzehntelangen Bestand des Gebäudes sowie daraus resultierenden Betriebsstörungen. Ein einschneidendes Ereignis beschleunigte die Planungen entscheidend: Ein Brand im Technikkeller im September 2023. Dieser Vorfall führte zu einer Kontamination des Gebäudes durch Rauch und chemische Dämpfe und erzwug die sofortige Schließung der Anlage. Im Zuge der Schadensbeseitigung entschieden die Berliner Bäder-Betriebe (BBB), die ohnehin anstehende Komplettsanierung vorzuziehen, um den Wiedereröffnungszeitpunkt zu verkürzen. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, die geplanten Baumaßnahmen, den Zeitplan und die Finanzierung des Projekts unter besonderer Berücksichtigung der Perspektiven für Bauherren, Immobilieninteressierte im Umfeld und Handwerksbetriebe.

Hintergrund und Auslöser der Sanierung

Das Kombibad Mariendorf, bestehend aus einer Schwimmhalle und einem Sommerbad mit jeweils einem 50-Meter-Becken, befindet sich im Ankogelweg 95. Seit über 50 Jahren im Betrieb, wies die Bausubstanz und die technische Ausstattung erhebliche Mängel auf, die den regulären Betrieb immer wieder störten.

Der Brand im September 2023

Der direkte Auslöser für die Schließung und die nun beschleunigte Sanierung war ein Brand im Technikkeller. Laut den vorliegenden Informationen brach das Feuer in einem Schaltschrank aus. Die starke Rauchentwicklung führte zu einer weitreichenden Kontamination des Gebäudes. Die Beseitigung dieser Folgeschäden ist laut Experten sehr aufwändig und kostspielig. Anstatt lediglich die Brandschäden zu reparieren, sahen die Berliner Bäder-Betriebe die Gelegenheit, die gesamte Anlage einer Generalüberholung zu unterziehen.

Vorheriger Zustand der Anlage

Vor dem Brand litt das Bad unter "wiederkehrenden Betriebsstörungen". Dazu zählten Ausfälle der Heizungsanlage, Rohrleitungsbrüche und Dachundichtigkeiten. Diese Schäden wurden in der Vergangenheit oft nur notdürftig repariert, um den Betrieb bis zur geplanten Sanierung aufrechtzuerhalten. Der Zustand des Bades war so marode, dass kurzfristige Havarien nicht ausgeschlossen werden konnten. Die Notwendigkeit einer Sanierung war schon länger bekannt; 2015 wurde der Sanierungsbedarf auf rund 15 Millionen Euro geschätzt. Später, im Dezember 2022, stellte der Bund 6 Millionen Euro Fördermittel bereit.

Zeitplan und Projektmanagement

Ein zentraler Aspekt für Projektbeteiligte und Nutzer ist der Zeitplan. Aufgrund des Brandes kam es zu einer Verschiebung der ursprünglichen Planungen.

Verschiebung des Sanierungsbeginns

Ursprünglich war geplant, die umfassende Instandsetzung und Modernisierung zu Beginn des Jahres 2025 zu starten. Durch den Brand im September 2023 und die daraus resultierende Entscheidung, die Komplettsanierung vorzuziehen, wurde der Starttermin auf September 2024 vorgezogen. Diese Entscheidung wurde getroffen, um den Prozess zu beschleunigen: Wenn die Bauarbeiten früher beginnen, soll das rundum erneuerte Bad auch früher wieder geöffnet werden.

Es gibt jedoch in den vorliegenden Daten auch Hinweise auf einen späteren Start. Laut anderen Quellen begann die konkrete Planungs- und Vergabephase erst nach der Entscheidung, und der Baustart ist für 2026 geplant. Die Arbeiten werden voraussichtlich mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen. Diese Diskrepanz in den Zeitangaben deutet auf eine dynamische Projektentwicklung hin, bei der die Finanzierung und detaillierte Planung den endgültigen Starttermin festlegen. Aktuell (Stand der Quellen) scheint der Fokus auf einer Planung zu liegen, die einen Start im Jahr 2026 vorsieht, wobei die Entscheidung zur Vorziehung der Sanierung als strategischer Grundsatz festgehalten ist.

Projektphasen

Derzeit befinden sich die Berliner Bäder-Betriebe in der Planungsphase. Dies umfasst: * Erstellung der Bauantragsunterlagen. * Ausarbeitung der Ausführungsplanung. * Durchführung von Vergaben (Vergabephase).

Umfang der Sanierungsmaßnahmen

Die Sanierung ist umfassend geplant und betrifft nahezu alle Bereiche der Anlage. Für Bauherren und Planer sind die spezifischen Maßnahmen von Interesse, da sie Standards für moderne Schwimmbäder setzen.

Schwimmbecken und Wasserkreislauf

Ein Kernstück der Sanierung ist die Erneuerung der Schwimmbecken. Sowohl die Becken in der Halle als auch die im Außenbereich werden erneuert. Bei den Außenbecken ist geplant, diese mit Edelstahl auszukleiden. Ein entscheidender technischer Aspekt ist, dass das Hallen- und das Sommerbad über einen gemeinsamen Wasserkreislauf verfügen. Dies erzwingt eine Sanierung beider Bäder gleichzeitig, da eine Teilung des Systems technisch nicht sinnvoll oder möglich ist.

Anbau und Rutschen

Das Bad wird um einen Anbau erweitert. Dieser soll ein Babyplanschbecken beherbergen. Zudem ist die Erneuerung der Rutschenanlage geplant. In einigen Quellen wird erwähnt, dass eine neue Rutschanlage ergänzt wird. Ziel ist es, das Bad für Familien attraktiver zu gestalten. Zudem ist von einem geplanten Indoor-Wasser-Spray-Park die Rede, der ebenfalls die Attraktivität für Familien und Kinder steigern soll.

Technische Anlagen

Die komplette Erneuerung der technischen Anlagen ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Dazu gehören: * Badewasseraufbereitung. * Lüftungsanlagen. * Sanitäranlagen. * Heizungsanlagen (ursprünglich eine Schwachstelle).

Gebäudehülle und Infrastruktur

Neben den technischen Anlagen werden auch die Umkleide- und Sanitärbereiche saniert und umgestaltet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Barrierefreiheit; es wird ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Ein gemeinsamer Eingang für Sommer- und Hallenbad ist ebenfalls geplant, was den Betrieb und die Orientierung für die Nutzer vereinfacht.

Nachhaltigkeit (Photovoltaik)

Ein moderner Aspekt der Sanierung ist die Installation von Photovoltaik-Modulen auf dem Hallendach. Dies dient der Energieeffizienz und senkt langfristig die Betriebskosten der Anlage.

Finanzierung des Projekts

Die Finanzierung eines solchen Großprojekts ist für Bauherren und Investoren von entscheidender Bedeutung. Im Fall des Kombibades Mariendorf ist die Finanzierung gesichert, was die Realisierbarkeit des Vorhabens bestätigt.

Kosten und Fördermittel

Die geschätzten Kosten für das Projekt variieren leicht in den Quellen. Einmal werden 32 Millionen Euro genannt, an anderer Stelle 50 Millionen Euro, wobei letzteres wahrscheinlich im Kontext eines umfassenderen Investitionsprogramms der Bäder-Betriebe (neben Mariendorf auch Schöneberg, Spandau etc.) genannt wird. Für die Sanierung selbst sind die Mittel jedoch zugesagt.

Die Finanzierung erfolgt aus drei Programmen des Bundes und des Landes Berlin. Bereits im Dezember 2022 stellte der Bund 6 Millionen Euro Fördermittel bereit. Die Zusage der Finanzierung durch den Aufsichtsrat der Berliner Bäder-Betriebe und die politische Unterstützung (insbesondere durch die CDU und SPD im Bezirk) haben die Unsicherheit beseitigt, die vorher bestand. Laut dem Abgeordneten Jan-Marco Luczak haben die Verhandlungen dazu geführt, dass die Sanierung nun endlich ausgeschrieben werden kann.

Bedeutung für den Bezirk und die Nutzer

Das Kombibad Mariendorf hat eine hohe Bedeutung für den Süden des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Vor der Schließung und während der Planungsphase gab es erhebliche Kritik von Vereinen, Schulen und Anwohnern. Die Schließung nach dem Brand zwang die Nutzer dazu, weite Wege in Kauf zu nehmen, um zum nächsten Schwimmbad (z.B. in Neukölln) zu gelangen.

Interimsbad?

Eine häufige Frage bei solchen Sanierungen ist, ob während der Bauzeit ein Interimsbad auf dem Gelände entsteht. Die vorliegenden Daten geben hierauf keine eindeutige Antwort. Es wurde überlegt, aber in den konkreten Sanierungsplänen wird dies nicht explizit bestätigt. Für die Nutzer bedeutet die mehrjährige Schließung eine erhebliche Einschränkung, die jedoch durch den geplanten Ausbau (Babyplanschbecken, neuer Eingang, Barrierefreiheit) langfristig kompensiert werden soll.

Ausblick

Das Projekt dient als Beispiel für die Notwendigkeit, historische Bäderinfrastrukturen in Großstädten zu modernisieren. Die Kombination aus Brandsanierung, technischer Aufrüstung und Erweiterung um moderne Elemente (wie PV und Babybecken) zeigt einen modernen Ansatz im Schwimmbadbau. Für Bauunternehmen und Handwerker bietet das Projekt Ausschreibungen in den Bereichen Stahlbau (Edelstahlauskleidung), Klimatechnik, Sanitär und Elektrotechnik.

Fazit

Die Sanierung des Kombibades Mariendorf ist ein notwendiges und umfassendes Infrastrukturprojekt, das durch einen Brand im Jahr 2023 beschleunigt wurde. Die Entscheidung der Berliner Bäder-Betriebe, die Komplettsanierung vorzuziehen, zielt darauf ab, die Stilllegungszeit zu minimieren und langfristig eine zukunftsfähige Anlage zu schaffen.

Zentrale Elemente der Maßnahme sind die Erneuerung aller Schwimmbecken (innen und außen), die Installation eines Anbaus mit Babyplanschbecken, die Modernisierung der Rutschenanlage sowie die komplette Erneuerung der technischen Infrastruktur. Besonders hervorzuheben ist die Integration von Photovoltaik zur Steigerung der Energieeffizienz und die Schaffung eines gemeinsamen Eingangs sowie barrierefreier Bereiche, was den Standard der Anlage deutlich anhebt.

Die Finanzierung des Vorhabens ist durch Mittel des Bundes und des Landes Berlin gesichert, was die politische Unterstützung und die Dringlichkeit des Projekts unterstreicht. Obwohl die exakten Startdaten (September 2024 vs. 2026) in den Quellen leicht divergieren, ist der Konsens, dass die Arbeiten mehrere Jahre andauern werden. Für die Anwohner und Vereine im Süden Berlins bedeutet die Schließung eine erhebliche Beeinträchtigung, doch die Aussicht auf eine moderne, familienfreundliche und energetisch optimierte Schwimmbadanlage rechtfertigt den Aufwand. Das Projekt Mariendorf zeigt, wie historische Bausubstanz durch eine Kombination aus Schadensanierung und Modernisierung auf den neuesten technischen Stand gebracht werden kann.

Quellen

  1. Berliner Bäder - Pressemitteilung Kombibad Mariendorf
  2. Berliner Bäder - Baustellendetailseite
  3. Tagesspiegel - Sanierung abgeschlossen
  4. Tagesspiegel - Früherer Sanierungsbeginn
  5. rbb24 - Sanierung vorgezogen
  6. BSV Friesen - Kein Multifunktionsbad
  7. Morgenpost - Startschuss Sanierung
  8. Entwicklungsstadt - Bäder in Bewegung
  9. Luczak Berlin - Ankogelbad

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