Umfassende Sanierung des Freibades Korbach: Planungen, Finanzierung und technische Neuerungen bis 2026

Die Sanierung des Freibades in Korbach stellt ein signifikantes Infrastrukturprojekt der nordhessischen Kreisstadt dar. Angesichts des Alters der Anlage aus den 1960er Jahren und der Notwendigkeit, energetische und technische Standards an die heutige Zeit anzupassen, plant die Stadt Korbach eine grundlegende Modernisierung. Der folgende Artikel beleuchtet die Hintergründe, die Finanzierung, die geplanten technischen Maßnahmen und den Zeitplan des Vorhabens, basierend auf den vorliegenden Informationen offizieller Quellen.

Ausgangslage und Notwendigkeit der Sanierung

Das Freibad in Korbach ist eine traditionsreiche Einrichtung, die im Sommer stark frequentiert wird und für verschiedene Altersgruppen – vom Vorschul- bis zum Seniorenbereich – eine zentrale Bedeutung als Begegnungsort besitzt. Neben der Nutzung durch Familien und Senioren wird die Anlage intensiv von Schulen, Kindergärten und Vereinen genutzt. Die Bedeutung des Bades für den Vereins- und Schulsport sowie das Alleinstellungsmerkmal eines 50-Meter-Beckens werden in der Stadtpolitik hervorgehoben.

Die Notwendigkeit einer umfassenden Sanierung ergibt sich aus dem Zustand der Anlage. Das Freibad wurde in den Jahren 1961/1962 errichtet und entspricht längst nicht mehr den heutigen technischen Standards. Die Beckenanlagen sowie die Wasseraufbereitung stammen aus der Erbauungszeit und weisen erhebliche Mängel auf. Dazu gehören eine geringe Energieeffizienz, ständiger Wasserverlust und das Fehlen von Barrierefreiheit. Die Umkleide- und Sanitärgebäude sind im Laufe der Jahre weitgehend unverändert geblieben. Ziel der Sanierung ist es, die Anlage ökologisch und energetisch zu optimieren, die Nutzung als nachhaltige Infrastruktur der Region zu sichern und die soziale Inklusion durch barrierefreie Zugänge zu fördern.

Finanzierung des Projektes

Ein zentraler Aspekt der Sanierung ist die Finanzierung. Das Vorhaben stößt auf erhebliches finanzielles Interesse auf Bundesebene. Der Bundestag hat Fördermittel in Höhe von 4.275.000 Euro für die Modernisierung des Freibades Korbach bereitgestellt. Diese Mittel stammen aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ und wurden vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages freigegeben.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schwarz betonte die Bedeutung dieser Förderung, da Hallen- und Freibäder einen wesentlichen Teil der kommunalen Infrastruktur darstellen und ein bedeutender Faktor für das Sport- und Freizeitangebot der Stadt sind. Mit Blick darauf, dass immer weniger Kinder Schwimmen lernen, sei es von hoher Bedeutung, diese Angebote aufrechterhalten zu können. Die Förderung wird daher als Investition in die kommenden Generationen gewertet.

Die Gesamtkosten des Projekts werden laut einer Kostenschätzung (Stand 31.12.2023) auf 11.512.034 Euro veranschlagt. Neben der Bundesförderung in Höhe von 4.275.000 Euro belaufen sich die Eigenmittel der Stadt auf 7.237.034 Euro. Es gibt jedoch auch Bedenken hinsichtlich der Kostendeckung. In einer Ausschusssitzung wurde die Frage aufgeworfen, ob die veranschlagten 11,5 Millionen Euro ausreichen werden. Eine Kostenschätzung mit belastbaren Zahlen soll laut Architektenbüro Krieger Architekten + Ingenieure GmbH, das mit der Planung beauftragt ist, in einem Zeitraum von drei Monaten nach Vorlage der ersten Entwürfe vorliegen. Sollte das Budget angepasst werden müssen, wurde die Erstellung einer Prioritätenliste angeregt.

Zeitplanung und Projektmanagement

Die Planung und Durchführung des Sanierungsvorhabens folgen einem klaren Zeitplan. Nachdem das Jahr 2023 für die detaillierte Planung genutzt wurde, sind die Sanierungsarbeiten für die Jahre 2024 und 2025 vorgesehen. Das Ziel ist es, das Bad bis 2026 grundlegend zu sanieren und umzubauen, sodass es als „Schwimmerparadies“ wiedereröffnet werden kann.

Verantwortlich für die Bauherrschaft ist die Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF). Die Vergabe von Architekten- und Fachingenieurleistungen erfolgte im Verhandlungsverfahren. Am 20.08.2024 wurde der Auftrag an die Krieger Architekten + Ingenieure GmbH aus Velbert vergeben. Das Verfahren startete am 04.10.2023 mit einer Teilnahmefrist. Um eine Transparenz zu gewährleisten, ist geplant, die Ausschüsse sowie die Stadtverordnetenversammlung regelmäßig auf den neuesten Stand der Planung und der Bauarbeiten zu bringen. Zudem soll eine Bürgerversammlung durchgeführt werden.

Technische Maßnahmen und Neuerungen

Die Sanierung umfasst weit mehr als nur eine Renovierung der bestehenden Bausubstanz. Es ist eine technische und konzeptionelle Neuausrichtung der gesamten Anlage geplant.

Schwimmbecken und Wasseraufbereitung

Ein Kernstück der Sanierung ist die Umgestaltung der Beckenanlagen. Das Alleinstellungsmerkmal der 50-Meter-Bahnen bleibt zwar erhalten, wird aber in der Anzahl der Bahnen reduziert, um Platz für vier 25-Meter-Bahnen zu schaffen. Neben dem bestehenden 50-Meter-Becken ist die Einrichtung eines neuen Schwimmer- und Erlebnisbeckens mit einem Strömungskanal als Attraktion vorgesehen. Für die mutigen Springer ist ein separates Springerbecken mit Ein-, Drei- und Fünf-Meter-Brettern geplant, das über Tribünenplätze verfügt. Zudem sind ein Eltern-Kind-Becken und Rutschen sowie ein Spraypark für die jüngsten Besucher vorgesehen.

Gebäude und Infrastruktur

Die Gebäudestruktur wird ebenfalls grundlegend erneuert. Das bisherige Umkleidegebäude soll in seiner Grundstruktur erhalten bleiben, aber innen neu aufgeteilt werden. Geplant sind rechts barrierefreie Einzel- und Familienkabinen, während links Sammelumkleiden, Duschen und Toiletten angesiedelt werden.

Das bestehende Technikgebäude hingegen soll komplett abgerissen und als zweigeschossiger Neubau wieder aufgebaut werden. Im Erdgeschoss dieses neuen Gebäudes entstehen ein Bistro und ein Sanitätsraum. Die Personalräume werden modernisiert.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Ein wesentlicher Fokus liegt auf der energetischen Optimierung und Nachhaltigkeit. Um die Anlage zukunftsfähig zu machen, sind der Einsatz von speziell für Schwimmbäder ausgelegten Luft-Wärmepumpen sowie einer Photovoltaikanlage geplant. Diese Kombination soll für warme Wassertemperaturen sorgen und den Energiebedarf nachhaltig decken. Ziel ist es, das Freibad energetisch auf den neuesten Stand zu bringen und somit auch zukünftig ein attraktives Bad für die vielfältige Nutzung durch Familien, Senioren sowie den Vereins- und Schulsport zur Verfügung stellen zu können.

Zusammenfassung

Die Sanierung des Freibades Korbach ist ein komplexes Vorhaben, das die Sicherung einer wichtigen sozialen und sportlichen Infrastruktur zum Ziel hat. Durch die Kombination aus Bundesförderung und städtischen Eigenmitteln soll eine Modernisierung erreicht werden, die sowohl den aktuellen technischen Standards entspricht als auch neue Attraktionen für die Besucher schafft. Der Fokus liegt dabei auf Barrierefreiheit, Energieeffizienz und der Erhaltung der Nutzung als zentraler Begegnungsort der Region. Mit einem geplanten Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2026 strebt die Stadt Korbach eine langfristige Sicherung des Schwimmangebots an.

Fazit

Die Sanierung des Freibades in Korbach stellt eine Investition in die kommunale Infrastruktur und in die gesundheitliche und soziale Entwicklung der Bevölkerung dar. Die Zusammenarbeit zwischen Bund, Stadt und dem beauftragten Architektenbüro zeigt das Engagement, eine über 60 Jahre alte Anlage den modernen Anforderungen anzupassen. Trotz offener Fragen bezüglich der finalen Kostenentwicklung und der Priorisierung einzelner Baumaßnahmen ist das Projekt ein Musterbeispiel für die Sanierung alter Schwimmbäder in Deutschland. Die geplanten technischen Neuerungen, insbesondere im Bereich der Energieerzeugung und der Beckengestaltung, könnten zukünftig neue Maßstäbe für Freibäder in der Region setzen. Für Anwohner und Nutzer bedeutet die Umsetzung eine deutliche Aufwertung des Angebots und die Sicherung einer wichtigen Freizeitstätte für die kommenden Jahrzehnte.

Quellen

  1. Eder Dampfradio
  2. CDU Waldeck-Frankenberg
  3. Sport-Jugend-Kultur
  4. HNA
  5. Pressedienst Öffentliches Beschaffungswesen
  6. HNA

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