Sanierung der Lübecker Musik- und Kongresshalle: Herausforderungen, Förderung und Bauplanung

Die Sanierung der Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK) ist ein komplexes und langfristig angelegtes Projekt, das seit 2016 in mehreren Bauabschnitten durchgeführt wird. Das Projekt beinhaltet nicht nur die Instandsetzung eines bedeutenden kulturellen Zentrums Schleswig-Holsteins, sondern auch die Modernisierung der Sicherheits- und Technikanlagen sowie die Schaffung einer barrierefreien Infrastruktur. In diesem Artikel wird der aktuelle Stand, die Finanzierung, die Bauabschnitte und die technischen Aspekte der Sanierung detailliert erläutert.

Einleitung

Die Musik- und Kongresshalle Lübeck, ein zentrales Kulturzentrum in der Hansestadt, war im Herbst 2015 wegen statischer Mängeln an der Akustikdecke des Konzertsaals vorübergehend gesperrt. Seither läuft die Sanierung unter laufendem Betrieb, wobei der Veranstaltungsspielraum auf die Rotunde verlagert wurde. Die Sanierung wird in mehreren Phasen durchgeführt und umfasst die Modernisierung des Brandschutzes, der Technikanlagen, der Fassade und der Barrierefreiheit. Die Kosten steigen im Laufe des Projekts, was auf zusätzliche Herausforderungen hindeutet, die im Zuge der Sanierung auftauchten.

Hintergrund und Ausgangssituation

Ursache der Sperrung des Konzertsaals

Die ursprüngliche Sperrung des Konzertsaals fand am 30. September 2015 statt, als bei einer Routineprüfung erhebliche statische Mängel an der Akustikdecke festgestellt wurden. Diese Mängel zwangen die Stadt Lübeck, den Betrieb des Saals vorübergehend einzustellen und stattdessen die Veranstaltungen in der Rotunde der Halle durchzuführen. Die Sperrung hatte nicht nur praktische Folgen, sondern auch finanzielle: Die Kosten für die Sanierung des Konzertsaals stiegen auf rund 8,3 Millionen Euro, wovon 2 Millionen Euro durch die Landesregierung und 1 Million Euro durch die Possehl Stiftung gefördert wurden.

Verlauf der Sanierung

Die Sanierung begann offiziell im Jahr 2016 und erstreckte sich über mehrere Bauabschnitte. Die ersten Arbeiten konzentrierten sich auf die Stabilisierung der Akustikdecke und die Gewährleistung der Sicherheit des Konzertsaals. Im Jahr 2017 wurde der Spielbetrieb in der Halle schrittweise wieder aufgenommen, wobei die Sanierungsarbeiten parallel dazu fortgeführt wurden. Im Jahr 2020, nach einer Bauzeit von insgesamt 19 Monaten, wurde der Konzertsaal offiziell wiedereröffnet. Dieser Abschluss war ein Meilenstein, der durch die Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein und der Lübecker Possehl-Stiftung ermöglicht wurde.

Finanzierung und Förderung

Die Finanzierung der Sanierung ist ein entscheidender Aspekt des Projekts. Die Kosten stiegen während des Projekts deutlich an, was auf unvorhergesehene Herausforderungen zurückzuführen ist. Anfangs wurde mit einer Kostenhöhe von 8,3 Millionen Euro gerechnet, doch die Kostenschätzung wurde im Laufe der Sanierung mehrfach angepasst. Nach einer Kostenschätzung, die am Freitag vorgelegt wurde, liegt der neue Kostenrahmen bei rund 22,3 Millionen Euro. Diese Summe beinhaltet neben der Sanierung der Konzertsaaldecke auch die Instandsetzung des Foyers, der Fassade sowie die Modernisierung der Haustechnik und des Brandschutzes.

Fördersituation

Die Sanierung der MuK wird von mehreren Parteien finanziell unterstützt. Die Landesregierung hat den ersten Sanierungsabschnitt bereits mit 2 Millionen Euro gefördert und den zweiten Bauabschnitt mit weiteren 6 Millionen Euro. Zudem hat die Possehl Stiftung 1 Million Euro für die Sanierung bereitgestellt. Die Hansestadt Lübeck übernimmt zudem einen Anteil in Höhe von 10 Millionen Euro, wobei die Bürgerschaft diese Mittel bereits im März 2016 einstimmig bewilligt hatte. Der Rest der Kosten wird durch Spenden und weitere Förderungen abgedeckt.

Bauabschnitte und Umfang der Sanierung

Die Sanierung der Musik- und Kongresshalle Lübeck ist in mehrere Bauabschnitte gegliedert, wobei jeder Abschnitt einen spezifischen Schwerpunkt hat.

Bauabschnitt 1: Sanierung des Konzertsaals

Der erste Bauabschnitt konzentrierte sich auf die Sanierung des Konzertsaals, der aufgrund der statischen Mängel gesperrt worden war. In diesem Abschnitt wurden die Akustikdecke stabilisiert, die Sicherheitstechnik überprüft und notwendige bauliche Anpassungen vorgenommen. Die Kosten für diesen Abschnitt lagen bei rund 7 Millionen Euro. Die Arbeiten wurden von Heske Hochgürtel Lohse Architekten Part GmbH, dem beauftragten Architektenbüro, koordiniert.

Bauabschnitt 2: Modernisierung der Sicherheits- und Technikanlagen

Der zweite Bauabschnitt begann nach der Wiedereröffnung des Konzertsaals und beinhaltete die Modernisierung der Sicherheits- und Technikanlagen. Dieser Abschnitt umfasste die Verbesserung des Brandschutzes, die Renovierung der Dach- und Außenfassade sowie die Anpassung der barrierefreien Zugänge. Die Kosten für diesen Abschnitt beliefen sich auf etwa 17,5 Millionen Euro, wobei das Land Schleswig-Holstein 6 Millionen Euro und die Stadt Lübeck 10 Millionen Euro beisteuerten. Der Abschluss des zweiten Bauabschnitts war für das Jahr 2022 vorgesehen.

Bauabschnitt 3: Fassaden- und Foyer-Instandsetzung

Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierung lag auf der Instandsetzung des Foyers und der Außenfassade. Hierbei wurden nicht nur ästhetische Aspekte berücksichtigt, sondern auch bauliche Verbesserungen vorgenommen, um die Halle für die Zukunft fit zu machen. Die Kosten für diesen Abschnitt konnten nicht eindeutig aus den Quellen ermittelt werden, da sie in der Kostenschätzung von 22,3 Millionen Euro bereits enthalten sind.

Öffentliche Unterstützung und Kampagnen

Die Sanierung der MuK war nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch ein Projekt mit starkem öffentlichem Fokus. Um die finanzielle Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen, initiierte die MuK die Kampagne „LÜBECK.LIEBT.MUK“, die im Januar 2016 stattfand. Die Kampagne bestand aus drei Aktionstagen und einer direkten Ansprache der Bevölkerung an zentralen Orten in der Hansestadt. Ziel war es, die Bedeutung der MuK für die kulturelle Identität Lübecks zu unterstreichen und die Notwendigkeit der Sanierung zu vermitteln.

Die Kampagne war erfolgreich: Über 4.500 Unterschriften wurden im Laufe der drei Wochen gesammelt, und mehr als 1.500 Personen unterzeichneten die Online-Petition. Die Kampagne erhielt Unterstützung von Lübecker Unternehmen, Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen sowie dem Einzelhandel. Diese breite Unterstützung trug dazu bei, dass die Sanierung finanziell und politisch umgesetzt werden konnte.

Fazit

Die Sanierung der Lübecker Musik- und Kongresshalle ist ein Beispiel für die Notwendigkeit und Komplexität großer Bauprojekte im kulturellen Bereich. Die Sanierung, die seit 2016 in mehreren Bauabschnitten durchgeführt wird, hat sich als ein langfristiges und kostspieliges Vorhaben erwiesen. Die Kosten stiegen von anfänglich 8,3 Millionen Euro auf insgesamt 22,3 Millionen Euro, was auf unvorhergesehene Herausforderungen hindeutet. Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch eine Kombination aus Landes- und kommunalen Mitteln sowie privaten Spenden.

Die Sanierung betraf nicht nur den Konzertsaal, sondern auch die Sicherheits- und Technikanlagen, die Fassade und das Foyer. Die Modernisierung der Barrierefreiheit und die Renovierung der Außenhülle sind entscheidende Schritte, um die Halle für die Zukunft fit zu machen. Die Wiedereröffnung des Konzertsaals im Jahr 2020 markierte einen wichtigen Meilenstein, der durch die Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein und der Possehl-Stiftung ermöglicht wurde.

Die MuK ist nicht nur ein Kulturzentrum, sondern auch ein zentrales Element der städtischen Identität Lübecks. Die Sanierung unterstreicht die Bedeutung kultureller Einrichtungen und zeigt, dass solche Projekte nur durch breite öffentliche Unterstützung und politische Willenskraft realisiert werden können.

Quellen

  1. Weitere 6 Millionen Euro für Muk-Sanierung
  2. Sechs Millionen Euro für Sanierung der Musik- und Kongresshalle
  3. Sanierung in Lübeck abgeschlossen: MuK-Konzertsaal wiedereröffnet
  4. Sanierung Musik- und Kongresshalle Lübeck
  5. Sanierung der Lübecker Musik- und Kongresshalle wird teurer
  6. Sanierung der MuK: Der Weg ist frei

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