Sanierung und Modernisierung in Mallersdorf-Pfaffenberg: Ein Überblick über aktuelle Baumaßnahmen und technische Planungen

Einleitung

Die Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg befindet sich aktuell in einer Phase umfangreicher Modernisierungs- und Sanierungsprojekte, die sowohl die kommunale Infrastruktur als auch Bildungseinrichtungen und öffentliche Gebäude betreffen. Basierend auf den vorliegenden Informationen aus Pressemitteilungen und Planungsdokumenten lässt sich ein breites Spektrum an Baumaßnahmen erkennen, das von der Erneuerung von Elektroinstallationen in öffentlichen Einrichtungen bis hin zu komplexen statischen Umbaumaßnahmen bei Industriehallen reicht. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Projekte, ihre technischen Herausforderungen und die daraus resultierenden Implikationen für die Bau- und Renovierungsbranche in der Region.

Im Zentrum stehen dabei Sanierungen im öffentlichen Raum, die Umwandlung historischer Gebäude in moderne Bildungsstätten und technische Anpassungen bei der Nutzung von Bestandsbauten. Diese Entwicklungen bieten Einblicke in aktuelle Planungsstandards und die Anforderungen an die moderne Bauausführung.

Sanierung der Ortsdurchfahrt und Neugestaltung des historischen Ortskerns

Ein zentrales Infrastrukturprojekt ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt Mallersdorf-Pfaffenberg. Die Maßnahmen, die bereits angelaufen sind, erstrecken sich über eine Länge von 2,3 Kilometern und umfassen die Bahnhofstraße, die Hofmark, die Marktstraße und die Straubinger Straße. Der symbolische Spatenstich durch den Markt Mallersdorf-Pfaffenberg und das Staatliche Bauamt Passau markierte den offiziellen Startschuss für diese umfassende Neugestaltung.

Das Projekt zielt darauf ab, die Verkehrssicherheit deutlich zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität im historischen Ortskern zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen die Erneuerung der Fahrbahn und Gehwege samt Bordsteinen und Entwässerung. Besonders hervorzuheben ist die Neugestaltung der Hofmark, die als historischer Ortskern Mallerstorfs einen besonderen Stellenwert hat. Diese Art der Sanierung erfordert eine sorgfältige Abstimmung zwischen Verkehrstechnik, Tiefbau und städtebaulicher Gestaltung.

Umbau des alten Rathauses zur Berufsfachschule für Pflege

Eine bemerkenswerte Transformation erfährt das alte Rathaus in Mallersdorf-Pfaffenberg. Das Gebäude wird von der Marktgemeinde grundlegend saniert und dient künftig als Standort für die neue Kommunale Berufsfachschule für Pflege der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf.

Die Planungen sehen moderne, helle Klassenräume, neue Büroräume und einen technisch bestens ausgestatteten Simulationsraum vor. Ein Wasserspender und einladende Ecken zum „Chillen“ in den Pausen sind ebenfalls vorgesehen. Ziel ist es, eine positive Lernatmosphäre in zukunftsfähigen Räumlichkeiten zu schaffen, wobei der Charme des Gebäudes aus den 60er Jahren erhalten bleiben soll. Die Auszubildenden, die überwiegend aus der Marktgemeinde und dem Altlandkreis Mallersdorf kommen, werden voraussichtlich am 2. September 2024 ihre Ausbildung beginnen.

Im Zuge dieser Umstrukturierung wird das Gebäude in ein Kellergeschoß und vier Ebenen als Zwischengeschosse unterteilt. Eine besondere Herausforderung stellt die Installation eines Personenaufzuges dar. Ursprünglich war ein Anbau auf der Nordseite geplant, dieser musste jedoch aufgrund fehlender Abstandsflächenübernahmen durch Nachbarn aufgegeben werden. Als Lösung wurde der Aufzugsstandort im bestehenden Treppenhaus geplant, von dem aus sämtliche Zwischenebenen sowie das Kellergeschoß erreichbar sind. Der Aufzug wird als Bettenaufzug konzipiert, und das bestehende Treppenhaus wird im Nachbarraum untergebracht.

Technische Planung im Detail

Die Planung des Kellergeschosses sieht vor, dass im westlichen Bereich überwiegend Technikräume für HLS (Heizung, Lüftung, Sanitär) und EL (Elektro) untergebracht werden. Zusätzlich sind zwei Archivräume für die Krankenpflegeschule vorgesehen. Im östlichen Bereich entsteht ein Büro mit Nebenraum und Putzraum, das zwei WCs für Damen und Herren benötigt. Ein zentraler Technikraum im Mittelbereich wird über eine neue Treppe im Foyer zum Keller erreicht, die gleichzeitig als Fluchtweg für die Technikräume dient. Der neue Büroraum erhält einen Außenzugang.

Elektroinstallation in einer neuen Mensa

Ein weiteres Projekt betrifft die Erneuerung der Elektroinstallation in einer neuen Mensa. Das Projekt umfasste die komplette Erneuerung der Elektroinstallation, von der Beleuchtung bis zur Versorgung der Küchenausstattung. Solche Maßnahmen sind essenziell, um den Anforderungen an moderne Großküchen gerecht zu werden, die hohe Stromlasten und spezifische Sicherheitsstandards erfordern.

Statik und Tragwerk: Umbau einer Mehrzweckhalle

Eine technisch anspruchsvolle Aufgabe stellt der Umbau einer Industriehalle in eine Mehrzweckhalle dar. Das ursprüngliche Hallentragwerk war nur für ein sehr geringes Eigengewicht des Daches ausgelegt. In der ursprünglichen Konstruktion waren keine Lasten auf das Dachtragwerk aus Dämmung und Ausbaulasten für Lampen oder Abhängdecken vorgesehen.

Eine Nachrechnung der Stahlrahmen der Halle mit dem geplanten neuen Eigengewicht ergab eine deutliche Spannungsüberschreitung des Bestandtragwerkes. Zur Lösung dieses Problems wurde das statische System geändert: Der Stahlrahmen wurde in einen Fachwerkträger auf Stützen umgewandelt und die statische Höhe des Trägers erhöht. Hierfür wurden oberseitig ein Obergurt und Diagonalstäbe aufgeschraubt, während der bisherige Riegel des Rahmens zum Zuggurt wurde. An den Rahmenecken wurden Schraubenpaare entfernt, um die Einspannung an den Ecken zu verringern. Die Aussteifung der Halle in Querrichtung erfolgte im Bestand über die Rahmentagwirkung; nach dem Umbau übernahmen Windverbände in den Giebelwänden diese Aufgabe. Dieses Vorgehen zeigt, wie Bestandsbauten durch cleveres statisches Nachrüsten für neue Nutzungen adaptiert werden können.

Rolle der Elektrohandwerke in der Region

Für die Durchführung dieser umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen ist die regionale Wirtschaft, insbesondere das Elektrohandwerk, von großer Bedeutung. In Mallersdorf-Pfaffenberg sind zahlreiche Elektroinstallationsbetriebe und Elektrotechnik-Firmen ansässig, die von der Habelsbacher Str. 8 über die Oberlindhart bis hin zur Flurstraße und dem Lindharter Weg reichen. Diese Betriebe sind für die Realisierung der oben beschriebenen Projekte, wie der Elektroerneuerung in der Mensa oder der komplexen Installationen im neuen Berufsfachschulgebäude, unverzichtbar.

Fazit

Die Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg befindet sich in einer investitionsstarken Phase, die als Vorbild für ähnliche Kommunen dienen kann. Die Projekte reichen von klassischen Infrastruktursanierungen über die kreative Umnutzung historischer Gebäude bis hin zu technisch anspruchsvollen Tragwerksanpassungen. Die Verbindung von Denkmalschutz und modernen Anforderungen, wie sie beim Rathausumbau praktiziert wird, sowie die ingenieurtechnischen Lösungen bei der Hallensanierung verdeutlichen die hohe Kompetenz in Planung und Ausführung. Für Bauherren und Planer in der Region bietet die aktuelle Entwicklung zahlreiche Anknüpfungspunkte und zeigt, wie durchdachte Sanierung und Modernisierung gelingen können.

Quellen

  1. DasÖrtliche - Elektro Mallersdorf-Pfaffenberg
  2. Staatliches Bauamt Passau - Pressemitteilung 79/2025
  3. Elektro Mahlberg - Projekt Mensa
  4. Planungsfortschritt Schuleroeffnung
  5. Ausschreibungen Deutschland - Rathaus Mallersdorf
  6. Aka Ingenieure - Haus der Generationen

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