Maristengymnasium Fürstenzell: Eine umfassende Sanierungsdokumentation von Planung bis Abschluss

Die Generalsanierung eines historischen Schulgebäudes stellt Bauherren, Architekten und Handwerker vor komplexe Herausforderungen. Insbesondere wenn es sich um ein denkmalgeschütztes oder architektonisch bedeutsames Objekt handelt, das im Dauereinsatz steht, erfordert jede Baumaßnahme eine präzise Logistik und eine durchdachte Phasierung. Ein Musterbeispiel für eine solche umfassende und erfolgreiche Gebäuderegenerierung ist die jüngste Sanierung des Maristengymnasiums in Fürstenzell. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieses Projekts, das als Leitfaden für Eigentümer von öffentlichen Gebäuden, Immobilienverwalter und Bauinteressierte dienen kann.

Die Ausgangslage: Ein Gebäude im Wandel der Zeit

Das Maristengymnasium Fürstenzell (MGF) ist mehr als nur ein Schulgebäude; es ist eine Institution mit einer langen Historie. Wie aus den vorliegenden Informationen hervorgeht, wurde das Gymnasium ursprünglich von einer Ordensgemeinschaft der Maristen betrieben. Im Jahr 1978 erfolgte eine entscheidende Weichenstellung: Die Verantwortung für die Schule wurde einer Stiftung übertragen. Diese Maristenschulstiftung Fürstenzell hat den Landkreis Passau, die Marktgemeinde Fürstenzell und die Diözese Passau als Träger (Quelle 6). Diese Struktur ist für die Finanzierung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen von zentraler Bedeutung, da hier öffentliche und kirchliche Interessen konvergieren.

Vor Beginn der umfangreichen Sanierungsarbeiten wies das Gebäude erhebliche Altersspuren auf. Die Notwendigkeit einer Generalsanierung wurde von den Verantwortlichen frühzeitig erkannt. Landrat Franz Meyer identifizierte die Generalsanierung des Zentralgebäudes als eine der nächsten großen baulichen Herausforderungen für den Landkreis Passau (Quelle 4). Die Substanz des Gebäudes, das aus einer Zeit stammt, in der Energieeffizienz und moderne Lernumgebungen noch nicht im Fokus standen, erforderte ein tiefgreifendes Eingreifen, um den Betrieb langfristig zu sichern und den Anforderungen des modernen Unterrichts anzupassen.

Planung und Finanzierung: Die Basis für den Erfolg

Eine Sanierung dieser Größenordnung ist ohne eine solide finanzielle Basis und eine klare Planung nicht durchführbar. Ein entscheidender Schritt war die Beantragung von Fördermitteln. Wie aus den Protokollen der Ausschusssitzungen des Landkreises Passau hervorgeht, stimmte der Schul- und Kulturausschuss des Kreistages einstimmig dem Vorschlag des Landrates zu, einen Förderantrag für die Sanierung des Zentralgebäudes zu stellen (Quelle 4).

Diese Entscheidung unterstreicht die Dringlichkeit und den politischen Willen hinter dem Projekt. Die Durchführung der Maßnahme war, wie berichtet, explizit vom Ergebnis des Förderantrags und der damit verbundenen notwendigen weiteren Finanzierung abhängig. Dies ist ein klassisches Vorgehen bei öffentlichen Bauvorhaben: Zuerst werden die Mittel gesichert, bevor die Vergabe von Aufträgen und der Baubeginn folgen. Die Optimisten im Landkreis, vertreten durch Landrat Meyer, planten den Baubeginn für den ersten Abschnitt bereits für das Jahr 2019 (Quelle 4).

Der Bauprozess: Phasierung und Fachhandwerk

Die Generalsanierung des Maristengymnasiums wurde, wie für große Projekte üblich, in Bauabschnitte unterteilt. Dies ermöglicht eine Weiterführung des Schulbetriebs während der Sanierung und eine bessere Kostenkontrolle.

Bauabschnitt 3: Malerarbeiten und Innenfinish

Ein spezifischer und visuell wirkungsvoller Teil der Sanierung war der dritte Bauabschnitt, der sich auf die Malerarbeiten konzentrierte. Die Vergabe dieses Auftrags erfolgte am 27.04.2021 an einen Fachbetrieb (Quelle 1). Der Auftrag umfasste nicht nur das Streichen von Wänden, sondern auch „Bauausführung | Ausbau | Maler- und Lackierarbeiten, Tapezierarbeiten“. Diese Differenzierung ist wichtig, da Tapezierarbeiten oft in Verbindung mit speziellen Wandbeschichtungen oder der Vorbereitung von Oberflächen in historischen Gebäuden stehen.

Die Wahl des Handwerksbetriebs und die Ausführung dieser Arbeiten sind entscheidend für das Erscheinungsbild und die Haltbarkeit der Renovierung. In öffentlichen Aufträgen erfolgt die Vergabe nach strengen Richtlinien, um Qualität und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Die Fertigstellung dieser Arbeiten markierte einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum fertigen Gebäude.

Die Gesamtsanierung: Drei Jahre Bauzeit

Der gesamte Prozess der Generalsanierung des Hauptgebäudes zog sich über einen Zeitraum von drei Jahren (Quelle 3). Diese Zeitspanne verdeutlicht die Komplexität der Maßnahme. Es handelte sich nicht um eine einfache Auffrischung, sondern um eine tiefgreifende Erneuerung der Bausubstanz und der technischen Installationen.

Die Fertigstellung wurde offiziell gefeiert, wobei Schulleiter Dr. Roland Feucht gemeinsam mit Vertretern des Landratsamtes, der Diözese Passau und der Marktgemeinde Fürstenzell den Abschluss zelebrierte (Quelle 3). Diese Feierlichkeit unterstreicht die Bedeutung des Projekts für alle Beteiligten.

Die Auswirkungen: Eine neue Atmosphäre für Schule und Lernen

Eine Sanierung dieser Größenordnung hat direkte Auswirkungen auf die Nutzer des Gebäudes. Konrektor Bernhard Dorfner, der bei einer Führung für den Marktgemeinderat die Ergebnisse präsentierte, bilanzierte positiv: „Die Sanierung zeigt jetzt schon positive Auswirkungen. Unsere Schule ist wieder am Wachsen“ (Quelle 2).

Ein zentraler Aspekt, der von den Nutzern wahrgenommen wurde, ist die veränderte Raumatmosphäre. Dorfner sprach von einer „ganz neuen Atmosphäre“ (Quelle 2). Dies ist ein wesentlicher Erfolg einer jeden Gebäudesanierung. Moderne, sanierte Räume können die Motivation von Schülern und Lehrern steigern und die Lernumgebung erheblich verbessern. Die Sanierung des Maristengymnasiums zeigt, dass bauliche Maßnahmen weit über die reine Instandsetzung hinausgehen und einen direkten Einfluss auf die Qualität des Aufenthalts und die Entwicklung einer Gemeinschaft haben.

Weitere Herausforderungen: Die Turnhallensanierung

Die Sanierung des Zentralgebäudes war jedoch nicht die einzige bauliche Herausforderung im Schulzentrum. Architekt Philipp Donath, der bereits die Sanierung der Doppelturnhalle und des Hauptgebäudes begleitet hatte, präsentierte dem Bildungsausschuss des Landkreises die Notwendigkeit einer weiteren Maßnahme: Die kleinere Turnhalle aus dem Jahr 1970 sollte durch einen Neubau an derselben Stelle ersetzt werden (Quelle 5).

Die Turnhalle aus den 1970er Jahren erfüllte offenbar nicht mehr die aktuellen Anforderungen an Sicherheit und Funktionalität. Der geplante Neubau an gleicher Stelle zeigt, dass die Gesamtentwicklung des Schulkomplexes fortgesetzt wird. Auch hier wurden die Kostenpotenziale und die Notwendigkeit von Architekt Donath dem Ausschuss transparent dargelegt. Dies zeigt das langfristige Engagement der Träger, die gesamte Infrastruktur des Maristengymnasiums auf einen modernen Stand zu bringen.

Die Rolle der Träger und der Stiftung

Ein entscheidender Faktor für das Gelingen des Projekts war die enge Abstimmung zwischen den Trägern. Die Maristenschulstiftung fungiert als Organisationsform, die die Interessen des Landkreises Passau, der Marktgemeinde Fürstenzell und der Diözese Passau bündelt (Quelle 6). Der Vorstand der Stiftung, bestehend aus Vorsitzenden Franz Lehner, Schulleiter Dr. Roland Feucht, stellvertretendem Schulleiter Bernhard Dorfner und Wilhelm Eder (Dipl.), steuert die strategische Entwicklung.

Ohne diese funktionierende Zusammenarbeit und die einstimmigen Entscheidungen in den politischen Gremien, wie im Schul- und Kulturausschuss, wäre ein Projekt dieser Größenordnung nicht möglich gewesen. Die Unterstützung durch den Landkreis, wie in einem Bericht über die Unterstützung des Maristengymnasiums erwähnt, war ebenfalls ein wichtiger Faktor (Quelle 4).

Fazit

Die Generalsanierung des Maristengymnasiums in Fürstenzell ist ein vorbildliches Beispiel für die Sanierung von öffentlichen und schulischen Gebäuden. Der Prozess umfasste eine sorgfältige Planung, die Sicherung von Fördermitteln und eine phasedweise Vergabe von Aufträgen, wie exemplarisch der Bauabschnitt 3 für Malerarbeiten zeigt. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurde das Gebäude nicht nur technisch und baulich erneuert, sondern es entstand eine neue, positive Atmosphäre, die den Schulentwicklungsmaristengymnasium Fürstenzell ist eine staatlich anerkannte Privatschule in der Trägerschaft einer Stiftung. Im Jahre 1978 übergab die Ordensgemeinschaft der Maristen die Verantwortung für das Gymnasium einer Stiftung, deren Träger der Landkreis Passau, die Marktgemeinde Fürstenzell und die Diözese Passau sind. Sie ermöglichen die Rahmenbedingungen für eine christliche und weltoffene Ausbildung.

Vorstand der Stiftung Lehner | Franz | Vorsitzender der Maristenschulstiftung | Dr. Feucht | Roland | OStD. i. K. – Schulleiter | Dorfner | Bernhard | StD i. K. – stellvertretender Schulleiter | Eder | Wilhelm | Dipl

Quellen

  1. Pressedienst Öffentliches Beschaffungswesen
  2. Passauer Neue Presse
  3. Passauer Neue Presse
  4. MUW Nachrichten
  5. Passauer Neue Presse
  6. Maristengymnasium Fürstenzell

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