Sanierung und Erneuerung der Massener Straße in Unna und Holzwickede: Ein umfassender Überblick für Bauherren und Anwohner

Die Erneuerung von Infrastruktur ist ein zentraler Aspekt für die Wertsteigerung von Immobilien und die Lebensqualität in einer Gemeinde. Insbesondere die Sanierung von Hauptverkehrsstraßen und Fußgängerzonen wirkt sich direkt auf die Umgebung aus. In den vergangenen Jahren standen die Massener Straße in Unna sowie Teile der Massener Straße in Holzwickede im Fokus umfangreicher Baumaßnahmen. Diese Artikel beleuchtet die verschiedenen Phasen der Sanierung, die Herausforderungen im Bauprozess und die Ergebnisse der Modernisierung, basierend auf den vorliegenden Informationen aus lokalen Presseberichten und Vergabedaten.

Die Sanierung der Fußgängerzone in Unna: Ein städtebauliches Projekt

Die Massener Straße in Unna bildet, gemeinsam mit der Hertingerstraße, einen wesentlichen Teil der Innenstadt. Sie erstreckt sich vom Alten Markt bis zum Seniorentreff Fässchen und wurde von den Geschäftsleuten als „neue Meile“ bezeichnet. Ein zentraler Abschnitt dieser Fußgängerzone wurde einer vollständigen Sanierung unterzogen.

Planung und Vergabe der Bauleistung

Die Maßnahmen zur Sanierung und Umgestaltung der Fußgängerzone in Unna wurden durch die Kreisstadt Unna als zentrale Vergabestelle initiiert. Ein entscheidender Schritt war die Vergabe des Auftrags im Jahr 2021. Laut den vorliegenden Vergabeinformationen wurde der Auftrag an die Firma Könning Garten- und Landschaftsbau GmbH mit Sitz in Münster vergeben. Die Vergabe erfolgte am 05.02.2021 im Rahmen eines offenen Verfahrens gemäß VOB/A (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen). Die Angebotsabgabe und -eröffnung fanden bereits am 22.12.2020 statt, was auf eine sorgfältige Planung und Vorbereitung hindeutet. Die Vergabenummer lautet VOB U-3-66-20-17 ÖA. Die Details zu der exakten Auftragssumme wurden in den zur Verfügung gestellten Daten nicht genannt.

Verzögerungen im Bauprozess

Trotz der Vergabe im Frühjahr 2021 gestaltete sich der Baufortschritt schwierig. Der Start der Arbeiten wurde als „deutlich verzögert“ beschrieben. Erst im August 2022 war der erste Abschnitt der Fußgängerzone nahezu fertiggestellt. Diese Verzögerung unterstreicht die Komplexität von Stadtsanierungsprojekten, bei denen oft unvorhergesehene Hindernisse auftreten können.

Die Umgestaltung: Pflaster, Bäume und Sitzbänke

Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts brachte eine signifikante Veränderung des Stadtbildes mit sich. Die alten, unebenen Oberflächen wurden durch neues Pflaster ersetzt. Ein Bürgermeister Dirk Wigant (CDU) erwähnender Bericht vom August 2022 hebt hervor, dass nicht nur das Pflaster erneuert wurde, sondern auch neue Sitzbänke und Bäume aufgestellt bzw. gepflanzt wurden. Diese Elemente sind essenziell für die Aufwertung einer Fußgängerzone, da sie den Aufenthaltswert erhöhen und zur sozialen Interaktion beitragen.

Die Feierlichkeiten zur Fertigstellung fanden am 20. August 2022 statt, organisiert vom City-Werbering Unna, den Händlern und der Stadtverwaltung. Dieses Ereignis markierte das Ende einer langen Bauphase für den ersten Abschnitt. Der Bericht beschreibt die frühere Beschaffenheit der Straße humorvoll als „Schlaglochpiste“, was den schlechten Zustand vor der Sanierung verdeutlicht.

Bürgerfeedback und Qualitätskontrolle

Die Sanierung wurde von den Bürgern unterschiedlich aufgenommen. Während viele die neue, glatte Oberfläche begrüßten, gab es auch Kritik bezüglich sogenannter „Stolperkanten“ auf dem neuen Pflaster. Ein Rundblickleser hatte dieses Problem bereits im Mai 2022 beim Bürgermeister angesprochen.

In einer Ratssitzung im Juni 2022 (23.06.) griff CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich die Thematik auf und stellte eine Anfrage an die Verwaltung. Die Antwort der Verwaltung verwies auf geltende DIN-Vorschriften bezüglich der zulässigen Höhen und Breiten solcher Kanten. Es wurde klargestellt, dass im Rahmen der Gesamtabnahme geprüft wird, ob die Kanten den Vorgaben entsprechen. Sollten Abweichungen vorliegen, ist die Baufirma zur Nachbesserung verpflichtet. Dies zeigt, dass formale Qualitätsstandards (DIN-Normen) im Bauwesen eine entscheidende Rolle bei der Abnahme von Bauleistungen spielen.

Ein Jahr nach der Sanierung, im August 2023, wurde in einer Videoumfrage des Hellweger Anzeigers das Feedback der Unnaer Bürger eingeholt. Das Fazit war überwiegend positiv: Die neue Straße wird als deutlich angenehmer bezeichnet. Besonders hervorgehoben wird die Ebene und breite Gestaltung, die das Begehen mit Kinderwagen oder Rollator erheblich erleichtert. Kritik gab es jedoch hinsichtlich fehlender Grünflächen und dem Verlust von Spielgeräten (z.B. ein hölzerner Traktor), die früher vorhanden waren. Dies spiegelt den Konflikt zwischen moderner Infrastruktur und dem Erhalt von sozialen und spielerischen Elementen im öffentlichen Raum wider.

Herausforderungen im Straßenbau: Der Kreis Unna und die Asphaltkrise

Während die Fußgängerzone in Unna nach Verzögerungen erfolgreich saniert wurde, sah sich der Kreis Unna bei anderen Bauprojekten mit massiveren Problemen konfrontiert. Ein Bericht vom November 2023 beleuchtet eine Situation, die die gesamte Bauindustrie betrifft: Lieferengpässe.

Abgesagte Sanierung aufgrund von Materialmangel

Eine geplante Sanierung der Massener Straße im Abschnitt zwischen Holzwickeder Straße und Billmericher Weg musste vom Kreis Unna kurzfristig abgesagt werden. Die ursprüngliche Planung sah vor, die Straße bis Weihnachten (vermutlich 2023) zu sanieren. Dieser Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden, da das zuständige Asphaltwerk kein Material liefern konnte.

Diese Situation verdeutlicht die Abhängigkeit von Bauprojekten von funktionierenden Lieferketten. Der Kreis Unna musste die Sanierung streichen, was bedeutet, dass die Straße über den Winter in einem schlechten Zustand blieb und „weiter rumpelte“. Für Anwohner und Pendler bedeutet dies eine Verlängerung der Beeinträchtigungen durch die schlechte Straßenbeschaffenheit.

Priorisierung und Verlagerung von Sanierungsmaßnahmen

Nicht nur Materialmangel, sondern auch strategische Priorisierungen führten zu Verschiebungen bei der Sanierung der Massener Straße. Bereits im Februar 2021 berichtete der Hellweger Anzeiger, dass der Kreis Unna die Sanierung der Massener Straße ins Jahr 2024 schiebt. In diesem Kontext wurde erwähnt, dass der Ausbau und die Sanierung der Landskroner Straße im Fokus standen und den Kreis bis in die zweite Jahreshälfte 2021 beschäftigten.

Die Entscheidung, Ressourcen auf die Landskroner Straße zu konzentrieren, führte dazu, dass die Massener Straße in der Prioritätenliste nach hinten rutschte. Für Eigentümer von Immobilien an der Massener Straße bedeutet dies eine Ungewissheit bezüglich des genauen Zeitplans von Infrastrukturmaßnahmen. Es zeigt sich, dass öffentliche Baumaßnahmen oft einem komplexen Abwägungsprozess unterliegen, bei dem Verkehrswichtigkeit und aktuelle Schäden abgewogen werden müssen.

Bergbauliche Sanierung in Holzwickede: Vorbereitung für neues Wohngebiet

Ein völlig anderer Aspekt der Sanierung betrifft die Massener Straße in Holzwickede. Hier steht nicht die Erneuerung der Verkehrsfläche selbst im Vordergrund, sondern die Sicherung des Untergrunds für eine neue Bebauung.

Sicherung des Baugrunds nach Bergbau

In Holzwickede begannen Anfang Mai (vermutlich 2023) umfangreiche bergbauliche Sanierungsarbeiten an der Massener Straße. Ziel dieser Maßnahmen ist die Erschließung eines neuen Wohngebiets. Das Projekt umfasst den Bau von 36 Wohneinheiten, entwickelt durch das Unternehmen Werner Wohnbau.

Die Notwendigkeit dieser Sanierung ergibt sich aus der historischen Nutzung des Gebiets. Es handelt sich um einen Bereich, in dem früher oberflächennaher Bergbau betrieben wurde. Um eine sichere Bebauung zu gewährleisten, müssen alte Hohlräume im Boden geschlossen werden. Die Firma Keller ist für die Durchführung der Arbeiten verantwortlich. Diese umfassen Tiefenbohrungen, um die genaue Lage von Hohlräumen zu lokalisieren.

Zeitplan und Vorgehensweise

Laut einem Bericht vom Mai 2023 wird die bergbauliche Sanierung bis Juni 2025 andauern. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten, also voraussichtlich ab Mitte 2025, startet die eigentliche Erschließung des Wohngebiets.

Die Gemeinde Holzwickede betont die Unsicherheit bei der exakten Lokalisierung der Hohlräume. Obwohl historische Grubenbilder vorliegen, reichen diese allein nicht aus. Es wurde ein geologisches Gutachten erstellt, auf dessen Basis ein Sanierungskonzept entwickelt wurde. Dieses Vorgehen entspricht den gängigen Standards im Bauwesen, bei denen eine fundierte geologische Untersuchung (Bodengutachten) Voraussetzung für jede größere Bebauung auf ehemaligen Bergbaugebieten ist.

Fazit

Die Entwicklungen an der Massener Straße in Unna und Holzwickede bieten ein lehrreiches Beispiel für die Vielschichtigkeit von Bauprojekten im öffentlichen und privaten Raum.

In Unna wurde eine wichtige städtebauliche Maßnahme zur Aufwertung der Innenstadt erfolgreich abgeschlossen. Trotz anfänglicher Verzögerungen und der Herausforderung von Stolperkanten (die DIN-gerecht geprüft wurden) wurde eine moderne, begehbare Fußgängerzone geschaffen, die von den Bürgern positiv angenommen wird. Die Investition in neues Pflaster, Bäume und Sitzbänke hat die Qualität des öffentlichen Raums verbessert, auch wenn Wünsche nach mehr Grün und Spielgeräten verblieben.

Gleichzeitig zeigt der Kreis Unna als Träger von Straßenbaumaßnahmen, wie externen Faktoren wie Lieferengpässen bei Asphalt begegnet werden muss. Die Verschiebung von Sanierungen aufgrund von Prioritäten (Landskroner Straße) oder Materialmangel verdeutlicht die volatilen Rahmenbedingungen, unter denen Infrastruktur instand gehalten wird.

In Holzwickede steht die Sanierung im Kontext der Neuschaffung von Wohnraum. Die bergbauliche Sicherung des Untergrunds ist hier eine zwingende Voraussetzung für die Bebauung. Der langfristige Zeithorizont (Arbeiten bis 2025) unterstreicht, dass die Vorbereitung von Baugebieten, insbesondere in sensiblen Gebieten, Jahre in Anspruch nehmen kann.

Für Bauherren, Investoren und Anwohner bedeuten diese Entwicklungen: Infrastrukturmaßnahmen sind komplex, unterliegen zeitlichen Verschiebungen und erfordern eine sorgfältige Planung – sei es für die Aufwertung einer bestehenden Immobilie oder für die Sicherung einer neuen Baustelle.

Quellen

  1. Rundblick Unna - Neue Meile nahezu fertig
  2. Pressedienst Öffentliches Beschaffungswesen - Auftragsvergabe Kreisstadt Unna
  3. Mediabox Hellweger Anzeiger - Sanierung an der Massener Straße läuft
  4. Hellweger Anzeiger - Baustelle Holzwickede: Kreis Unna muss Sanierung der Massener Straße absagen
  5. Rundblick Unna - Massener Straße Abschnitt 1 der Fußgängerzone fast fertig saniert
  6. Hellweger Anzeiger - Kreis Unna schiebt die Sanierung der Massener Straße ins Jahr 2024
  7. Hellweger Anzeiger - Videoumfrage: Wie gefällt Ihnen die neu sanierte Massener Straße?

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