Die Hansestadt Medebach, gelegen im Herzen des Hochsauerlandkreises, positioniert sich aktiv als zukunftsfähiger und nachhaltiger Wohnort. Mit einer Bevölkerung von etwa 8.000 Einwohnern und einer Fläche von 126,05 km² ist die Stadt bekannt für ihre grüne Umgebung und ihre Traditionen in Landwirtschaft und Forstwirtschaft. In den letzten Jahren hat die Stadtverwaltung erhebliche Anstrengungen unternommen, um die städtische Infrastruktur zu modernisieren und private Eigentümer bei der energetischen Sanierung ihrer Gebäude zu unterstützen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Fördermaßnahmen, geplanten Bauprojekte und Möglichkeiten zur Unterstützung von Sanierungen in Medebach, basierend auf öffentlich zugänglichen Informationen und offiziellen Verlautbarungen.
Städtebauliche Förderung und die Sanierung der Dreifachturnhalle
Ein zentrales Element der städtebaulichen Entwicklung in Medebach ist die Gesamtmaßnahme „Ortskern Medebach“. Diese Initiative basiert auf dem vom Stadtrat beschlossenen „Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept mit städtebaulichen Planungsbeiträgen“. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die örtlichen Strukturen an veränderte Bedürfnisse anzupassen, Leerstand zu vermeiden und die Grundversorgung, insbesondere im Bereich Schulen und Vereine, zu sichern.
Ein herausragendes Projekt innerhalb dieser Maßnahme ist die Sanierung der Dreifachturnhalle Medebach. Diese wurde als förderwürdig eingestuft, um aktiven Sportvereinen, Breitensportgruppen und Schülern zukünftig eine moderne und energetisch sanierte Sportstätte anbieten zu können. Die Bedeutung dieser Sanierung für die Lebensqualität wurde von Regierungspräsident Heinrich Böckelühr unterstrichen, der den Förderbescheid persönlich an Bürgermeister Thomas Grosche übergab.
Die finanzielle Unterstützung für dieses Vorhaben kommt vom Land Nordrhein-Westfalen. Die Gesamtkosten für die Sanierung der Dreifachturnhalle wurden mit 2.176.000 Euro veranschlagt. Das Land NRW gewährt eine Förderung in Höhe von 60 Prozent der Kosten. Die Stadt Medebach plant, die Baumaßnahme im April zu starten, um diese schnellstmöglich umzusetzen. Durch mehrere Förderungen seit dem Jahr 2018 ist die Gesamtmaßnahme „Ortskern Medebach“ nun ausfinanziert; insgesamt wurden in den letzten Jahren gut 5 Millionen Euro Städtebaufördermittel erhalten.
Energieeffizienz und individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)
Neben den großen städtischen Projekten liegt ein Fokus der Stadt Medebach auf der energetischen Sanierung privater Gebäude. Die Stadt Medebach und lokale Energieberatungsunternehmen, wie WERK.E, ermutigen Eigentümer, ihre Gebäude zu sanieren, um Medebach zu einer beispielhaften Gemeinde für Nachhaltigkeit und Lebensqualität zu machen.
Durch den Einsatz eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) können erhebliche Effizienzsteigerungen erzielt werden. Laut Angaben lokaler Anbieter ist es möglich, die Energieeffizienz um bis zu 50 % zu steigern, den CO₂-Ausstoß um bis zu 600 Tonnen pro Jahr zu reduzieren und die Energiekosten um bis zu 40 % zu senken.
Für die Erstellung eines solchen Sanierungsfahrplans empfehlen Experten die Konsultation von zertifizierten Energieberatern. Unternehmen wie WERK.E oder Engrade bieten maßgeschneiderte Lösungen an, die von der Erstellung des iSFP bis zum hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage reichen. Diese Dienstleistungen umfassen oft auch die Unterstützung bei der Beantragung staatlicher Fördermittel und Zuschüsse, was den Sanierungsprozess für Eigentümer vereinfacht.
Geplante Infrastrukturmaßnahmen und aktuelle Bauvorhaben
Die Investitionen in die Zukunft Medebachs beschränken sich nicht nur auf Gebäude, sondern umfassen auch die Verkehrsinfrastruktur und die Sicherstellung der Katastrophenschutzkapazitäten.
Maßnahmen im Straßenbau
Das städtische Bauamt unter der Leitung von Wolfgang Tielke hat für das laufende Jahr folgende Straßenbaumaßnahmen angekündigt: * Küstelberg: Ausbau der Straßen „Zum Hillekopf“, „Auf der Rütze“ und „Zur Rütze“. * Medebach: Ausbau der „Schützenstraße“ und der „Marktstraße“. * Dreislar: Erschließung einer „Bauzeile“.
Die Stadt Medebach versichert, dass die betroffenen Grundstücke während der Bauarbeiten bis auf kurze Ausnahmen erreichbar bleiben werden. Die Anlieger sollen vor Beginn der Maßnahmen über die Abläufe informiert und mit Kontaktdaten der Ansprechpartner der Bauunternehmen versehen werden.
Abschlussbauvorhaben: Feuerwehrgerätehaus Deifeld
Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Fertigstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Deifeld. Nach einer Bauzeit von knapp zwei Jahren ist der Gebäudeneubau, bis auf den Außenputz und die Außenanlagen, finalisiert. Dieses Projekt ist für die Region von Bedeutung, da die Einheit Deifeld nach der Einheit in Oberschledorn die größte Feuerwehreinheit in der Grafschaft darstellt. Auch dieses Vorhaben wurde staatlich gefördert; das Land Nordrhein-Westfalen stellte aus dem Sonderaufruf „Feuerwehrhäuser in Dörfern“ 250.000 Euro zur Verfügung.
Ausblick: Anerkennung als Luftkurort
Ein weiterer Punkt, der in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung Medebach diskutiert wurde, ist die mögliche Anerkennung der Stadt als „Luftkurort“. Erste Gespräche mit der Bezirksregierung Arnsberg haben ergeben, dass dieses Ziel durchaus erreichbar erscheint. Eine solche Anerkennung könnte den Tourismus und die Attraktivität des Wohnortes weiter stärken.
Fazit
Die Hansestadt Medebach zeigt sich als aktiver Gestalter der Zukunft. Durch die Kombination aus städtebaulichen Förderungen, gezielten Infrastrukturmaßnahmen und der Förderung privater Energieeffizienz schafft die Stadt die Voraussetzungen für eine hohe Lebensqualität. Für Eigentümer von Immobilien in Medebach ergeben sich durch die Unterstützung des Landes NRW und der Stadt vielfältige Möglichkeiten, Sanierungen energetisch und finanziell sinnvoll umzusetzen. Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Energieberatern und die Nutzung von Förderprogrammen sind hierbei entscheidende Schritte, um den Denkmalschutz und moderne Anforderungen an Energieeffizienz in Einklang zu bringen.