Einleitung
Das Freizeitbad Midsommerland im Hamburger Bezirk Harburg, ein traditionsreiches Schwimmbad, das 1996 eröffnet wurde, befindet sich derzeit in einer Phase tiefgreifender Erneuerung. Nach einer Schließung im Oktober 2023 und einer Phase der Planungsunsicherheit wurde nun grünes Licht für eine umfassende Modernisierung und Erweiterung gegeben. Dieses Projekt repräsentiert weit mehr als eine bloße Instandsetzung; es handelt sich um eine zukunftsweisende Investition in die Sport- und Freizeitinfrastruktur des Hamburger Südens. Mit einem Investitionsvolumen von 52,5 Millionen Euro soll die Anlage energetisch optimiert, technisch auf den neuesten Stand gebracht und um eine moderne Trainingshalle erweitert werden. Die Notwendigkeit dieser Maßnahme ergab sich aus dem Erreichen des Endes des Lebenszyklus der bestehenden Anlage nach knapp 30 Betriebsjahren, die baulich und technisch dringend modernisierungsbedürftig war.
Die Bedeutung des Projekts unterstreichen die Worte von Dirk Schumaier, Geschäftsführer von Bäderland, der das Midsommerland als „emotionales Herzstück im Bezirk“ bezeichnet. Ziel der Modernisierung ist es, ein Badangebot zu schaffen, das sowohl den Bedarf an Freizeit und Entspannung als auch die Anforderungen an Schwimm(lern)- und Trainingsmöglichkeiten für private Besucher sowie Vereine deckt. Die folgenden Abschnitte beleuchten den detaillierten Projektumfang, die Herausforderungen während der Planungsphase und die Bedeutung der energetischen Nachhaltigkeit für derartige Bauvorhaben.
Projektumfang und geplante Neuerungen
Die Modernisierung des Midsommerlands ist ein umfassendes Projekt, das weit über eine reine Sanierung hinausgeht. Die Maßnahme umfasst sowohl die Erneuerung bestehender Anlagen als auch die Erweiterung um neue Sport- und Freizeiteinrichtungen. Ein zentraler Bestandteil ist der Bau einer neuen sportlich nutzbaren Schwimmhalle, die die bestehende Infrastruktur deutlich erweitern wird.
Die neue Trainingshalle
Ein Kernstück der Baumaßnahme ist der Bau einer neuen Trainingshalle. Diese wird mit einem 25-Meter-Becken und einer Sprunganlage ausgestattet sein, die Bretter in einem und drei Metern Höhe bietet. Die neue Halle soll künftig ausreichend Kapazitäten für Schwimmausbildung, Vereinssport und Freizeit bieten. Die Eröffnung der neuen Trainingshalle ist für Anfang 2027 geplant. Durch den Neubau wird die zusätzliche Wasserfläche um 20 Prozent wachsen, was insbesondere Kindern, Vereinen und sportlich Aktiven zugutekommen soll. Die neue Trainingshalle wird die Sportinfrastruktur im Hamburger Süden deutlich verbessern und neue Möglichkeiten für den Schwimmsport bieten. Laut den Planungen soll das neue Becken 2026 fertiggestellt werden, bevor der Rest des Bades folgt.
Sanierung des Bestandsgebäudes
Neben dem Neubau wird das gesamte Bestandsgebäude im skandinavisch/schwedischen Stil saniert. Zu den geplanten Verbesserungen gehören die Modernisierung des Saunabereichs, um ihn auf den neuesten Stand zu bringen, sowie die Überarbeitung der Familienbereiche. Ziel ist es, ein Badangebot zu schaffen, das den Bedarf an Schwimm(lern)- und privaten sowie vereinsorganisierten Trainingsmöglichkeiten deckt, während gleichzeitig die ursprüngliche Funktion als Ort für Freizeit und Entspannung erhalten bleibt und verbessert wird.
Herausforderungen in Planung und Bauausführung
Die Umsetzung des Projekts sah sich erheblichen Hindernissen gegenüber, die zu einer Verzögerung von über einem Jahr führten. Ursprünglich sollte die Sanierung bereits ein Jahr früher beginnen. Die Schließung der Anlage erfolgte im Oktober 2023, doch die eigentlichen Bauarbeiten haben nicht unmittelbar danach aufgenommen werden können.
Komplexe Genehmigungsverfahren und Energieplanung
Eine wesentliche Hürde stellte der komplexe Baugenehmigungsprozess dar. Besonders die Planungen zur Energieversorgung mit einem möglichst hohen regenerativen Anteil bereiteten Schwierigkeiten. Diese Entwicklungen führten nicht nur zu Verzögerungen, sondern brachten auch Herausforderungen in der Projektsteuerung mit sich. Die Verantwortlichen, darunter die Umwelt- und Finanzbehörde sowie Bäderland, mussten sicherstellen, dass die energetischen Vorgaben eingehalten werden können, ohne die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts zu gefährden. Die Notwendigkeit, die zur Verfügung stehenden Mittel verantwortungsvoll zu nutzen, erforderte eine Überprüfung des Konzepts für das neue MidSommerland, um eine angepasste bessere Lösung zu finden.
Steigende Baukosten und Finanzierung
Ein weiterer kritischer Faktor waren die rapiden Baupreisentwicklungen. Ursprünglich sollte die Sanierung 30 Millionen Euro kosten, doch aufgrund gestiegener Baupreise und unerwarteter Kostensteigerungen beliefen sich die Kosten mittlerweile auf 50 Millionen Euro bzw. 52,5 Millionen Euro. Diese Kostensteigerungen machten eine Neuplanung und eine verlängerte Genehmigungsphase notwendig. Die Finanzierung des Projekts war somit ein zentraler Punkt in der Diskussion. Der Finanzsenator Hamburg, Dr. Andreas Dressel, betonte die Unterstützung durch die Finanzbehörde, da öffentliche Infrastruktur, zu denen auch Sportstätten gehören, für Stadtteil und Bezirk von zentraler Bedeutung sind. Die Verantwortlichen von Bäderland äußerten sich erleichtert, als nach Überwindung der Hürden endlich das „grüne Licht“ für die Modernisierung gegeben wurde.
Energetische Optimierung und Nachhaltigkeit
Ein wesentlicher Aspekt der Modernisierung ist die energetische Optimierung der gesamten Anlage. Die Planungen sehen vor, die Energieversorgung mit einem erhöhten Anteil an regenerativen Energien auszustatten. Konkret wird angestrebt, dass 65 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Diese Maßnahme ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ökonomisch sinnvoll, da sie die Betriebskosten langfristig senken hilft. Die energetische Optimierung ist ein Meilenstein im Bäderland-Netzwerk südlich der Elbe und trägt zur Nachhaltigkeit des öffentlichen Bauwesens bei. Die Herausforderungen in der Planung dieser Energiesysteme haben jedoch gezeigt, dass der Bau öffentlicher Sportstätten in heutiger Zeit besondere Anforderungen an Planung und Umsetzung stellt.
Zeitplan und erwartete Fertigstellung
Nach der Verzögerung ist nun ein klarer Zeitplan definiert. Laut einer gemeinsamen Mitteilung der Umwelt- und Finanzbehörde sowie Bäderland sollen die ersten Abbruch- und Bautätigkeiten bereits Ende 2024 beginnen. Die Bauarbeiten werden in verschiedenen Phasen ablaufen: 1. Start der Bauarbeiten: Ende 2024 (Abbruch- und Vorbereitungsarbeiten). 2. Fertigstellung der Trainingshalle: Geplant für Anfang 2027. 3. Abschluss aller Arbeiten: Das gesamte Projekt soll 2027 vollständig abgeschlossen sein.
Diese Planung berücksichtigt die Komplexität des Vorhabens, das sowohl Neubau als auch Sanierung des Bestandsgebäudes umfasst. Die zeitliche Koordination ist entscheidend, um die Schließungszeit so kurz wie möglich zu halten und den Bürgern schnell wieder einen Zugang zu den neuen Einrichtungen zu ermöglichen.
Bedeutung für den Bezirk Harburg
Das Midsommerland nimmt eine herausragende Funktion unter den Hamburger Bädern ein. Der Verlust der Anlage über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren wurde von den Bürgern deutlich gespürt. Die Modernisierung schafft dringend benötigte Kapazitäten für Schwimmausbildung, Vereinssport und Freizeitaktivitäten. Besonders für Kinder und Jugendliche im Bezirk Harburg werden neue Möglichkeiten für den Schwimmsport geschaffen. Die Politik sieht die Maßnahme als wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge an. Die Modernisierung wird das Sportangebot im Hamburger Süden deutlich verbessern und das Bad zu einer modernen, zukunftsfähigen Einrichtung machen.
Fazit
Die Sanierung und Erweiterung des Midsommerlands in Hamburg-Harburg ist ein ambitioniertes und notwendiges Großprojekt. Nach mehr als zweijähriger Verzögerung, bedingt durch komplexe Genehmigungsverfahren, energetische Planungsherausforderungen und stark gestiegene Baukosten, starten die Arbeiten nun endgültig. Mit einem Investitionsvolumen von 52,5 Millionen Euro wird die traditionsreiche Badeanlage nicht nur saniert, sondern zukunftsweisend erweitert.
Die Kernpunkte des Projekts sind: * Bau einer neuen Trainingshalle mit 25-Meter-Becken und Sprunganlage zur Erweiterung der Wasserfläche um 20 Prozent. * Sanierung des Bestandsgebäudes und Modernisierung von Sauna- und Familienbereichen. * Energetische Optimierung mit einem Ziel von 65 Prozent erneuerbaren Energien. * Klare Zeitplanung mit Baubeginn Ende 2024 und Fertigstellung 2027.
Die Herausforderungen während der Planungsphase zeigen, dass der Bau öffentlicher Sportstätten in heutiger Zeit besondere Anforderungen an Planung, Finanzierung und Umsetzung stellt. Dennoch ist das Projekt ein Meilenstein für die Sport- und Freizeitinfrastuktur im Hamburger Süden und wird den Bedarf an modernen Schwimm- und Trainierungsmöglichkeiten nachhaltig decken.