Einleitung
Die Stadt Moers am Niederrhein befindet sich in einer Phase umfassender Infrastruktursanierungen und Modernisierungen. Im Zuge des städtebaulichen Wandels und der Anpassung an moderne Anforderungen werden zahlreiche Straßen, Kanäle und öffentliche Räume erneuert. Die ENNI Stadt & Service Niederrhein (Enni) agiert hierbei als zentraler Dienstleister im Auftrag der Stadt Moers und koordiniert die Baumaßnahmen, die sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Lebensqualität der Bürger langfristig verbessern sollen.
Die Sanierungen konzentrieren sich auf stark beanspruchte Bereiche in der Moerser Innenstadt, im Süden der Stadt sowie auf wichtige Verkehrsadern wie die Moerser Straße und die Landstraße. Ziel ist es, die veraltete Infrastruktur – teilweise über 100 Jahre alt – zukunftssicher zu gestalten, den Verkehrsfluss zu optimieren und gleichzeitig attraktive Aufenthaltsräume zu schaffen. Die folgenden Abschnitte beleuchten die konkreten Maßnahmen, Zeitpläne und technischen Details der verschiedenen Projekte.
Sanierung der Innenstadt: Verkehrsfluss und Lärmschutz
Die Moerser Innenstadt unterliegt einer tiefgreifenden Transformation. Ein zentrales Projekt ist die Sanierung der Moerser Straße zwischen Husarenallee und Nassauerring. Nachdem über Monate hinweg die Kanalisation erneuert wurde, folgte die Erneuerung der Asphaltdecke. Diese Arbeiten wurden im Mai abgeschlossen. Die Maßnahme umfasste das Abtragen der alten Schicht um zehn Zentimeter und den Auftrag einer neuen, lärmmindernden Asphaltbinder- und Deckschicht in gleicher Höhe. Durch den Einsatz von speziellem lärmminderndem Asphalt konnte der Geräuschpegel laut Angaben der Stadtwerke Krefeld (SWK) um vier bis viereinhalb Dezibel gesenkt werden, was einer Halbierung der Lautstärke entspricht. Diese Optimierung dient nicht nur dem Lärmschutz, sondern auch einer besseren Strukturierung der Straße, wobei Parkbuchten und Seitenstreifen optisch abgegrenzt werden.
Parallel zur Asphaltierung der Moerser Straße begannen im Januar weitere Arbeiten in der Bankstraße. Hier wird die Straße zwischen der Landwehr- und der Feldstraße zur Fahrradstraße ausgebaut. Diese Maßnahme ist bis Ende Mai terminisiert, während der Autoverkehr in diesem Abschnitt gesperrt ist. Um die Anbindung der Innenstadt trotz Sperrung zu gewährleisten, bleibt die Crusestraße für Anwohner in beide Fahrtrichtungen befahrbar, und die übliche Einbahnstraßenregelung wird vorübergehend aufgehoben.
Ebenfalls in der Innenstadt geplant ist der Ausbau der Weygoldstraße. Ab dem 27. Januar werden hier zwischen der Landwehrstraße und dem Ostring neue Schmutz- und Regenwasserkanäle verlegt. Diese Kanalsanierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung für die langfristige Sicherung der Infrastruktur.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Erreichbarkeit der Innenstadt während der Bauphase. Durch gut geplante Bauabschnitte und enge Abstimmung mit Anliegern und Gewerbetreibenden sollen Einkaufs- und Dienstleistungsangebote sowie Veranstaltungen, wie die Moerser Kirmes, weiterhin zugänglich bleiben. Die Stadt informiert regelmäßig über temporäre Sperrungen und alternative Wege.
Straßen- und Kanalsanierung in Moers-Kapellen und Süden
Neben der Innenstadt umfassen die Sanierungsmaßnahmen auch den Stadtteil Moers-Kapellen sowie den Süden der Stadt. Die ENNI hat in diesem Zusammenhang fünf Straßen in Teilbereichen oder komplett saniert, da diese bei täglichen Inspektionen als besonders beschädigt identifiziert wurden.
Ein konkretes Beispiel ist die Sanierung der Landwehrstraße in der Innenstadt, die am 18. Juli begann. Hier erneuert Enni die Fahrbahn zwischen der Klever- und der Wilhelm-Schroeder-Straße durch Aufbringen einer neuen, etwa vier Zentimeter starken Asphaltschicht. Um die Qualität der Verkehrsfläche zu gewährleisten, werden vor dem Asphaltieren 55 Kanaldeckel neu aufgebaut und angehoben. Die Sperrungen werden nur für wenige Stunden vorgenommen, um die Beeinträchtigungen für Anwohner so gering wie möglich zu halten. Entsprechende Hinweisschilder und Halteverbotszonen werden rechtzeitig eingerichtet.
Im Moerser Süden wurden die Albert-Schweitzer-Straße und die Robert-Koch-Straße saniert. Diese Bereiche sind Teil eines größeren Projekts, das auch die Cloudt- und Seminarstraße in der Innenstadt umfasst. Die Maßnahmen erstrecken sich über einen Zeitraum von vier Wochen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Moerser Landstraße. Hier ist eine Fahrbahndecken-Erneuerung zwischen der Hausnummer 394 und der Elfrather Mühle geplant. Die Arbeiten sollten ursprünglich am 29. Mai beginnen. Der genaue Ablauf – ob mit Vollsperrung oder Ampelanlage – war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht final geklärt. Diese Sanierung ist essenziell, da die Landstraße eine wichtige Verbindung darstellt.
Verkehrsoptimierung und Ampelsanierungen
Neben den reine Straßen- und Kanalsanierungen investiert die Stadt Moers erheblich in die Verkehrsoptimierung und die Modernisierung der Steuerungstechnik. Ein Beispiel ist die Kreuzung Marcelli an der Moerser Straße. Sobald die Arbeiten an den Versorgungsleitungen bei Marcelli abgeschlossen sind, soll die Kreuzung für 40.000 Euro umgebaut werden. Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern, insbesondere für Linksabbieger in die Heyenbaumstraße, um Rückstau an der Ampel zu vermeiden.
Darüber hinaus werden zahlreiche Ampeln im Stadtgebiet erneuert und mit moderner LED-Technik ausgestattet. Dies betrifft folgende Kreuzungen: * Glockenspitz/Kuhleshütte (73.000 Euro) * St.-Anton-Straße/Preußenring (140.000 Euro) * Oppumer Straße/Dießemer Bruch (95.000 Euro) * Nauenweg/Martinstraße/Heideckstraße/Alte Gladbacher Straße (80.000 Euro)
Diese Modernisierung dient der Energieeinsparung und einer besseren Verkehrssteuerung. Zusätzlich wird das Programm zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung fortgesetzt, das zwischen 2010 und 2019 ein Volumen von 37,5 Millionen Euro umfasste.
Auch im Bereich Marktstraße sind Veränderungen geplant. Einige Ampeln sollen entfernt werden, und es sollen Zebrastreifen sowie Tempo-30-Zonen zwischen Breite Straße und Hubertusstraße eingerichtet werden, um einen harmonischeren Verkehrsfluss zu gewährleisten. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf insgesamt 2,2 Millionen Euro, der Baubeginn ist für den Herbst angesetzt.
Für den Schroersdyk rechnet die Stadt mit politischen Beschlüssen im Sommer, so dass der Baubeginn im Spätherbst erfolgen könnte. Die veranschlagten Kosten belaufen sich hier auf 700.000 Euro.
Sanierung von Kreisverkehren und Klimaanpassung
Ein spezifischer Aspekt der Infrastruktursanierung betrifft die Kreisverkehre im Bereich der Straßenmeisterei Moers. Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Niederrhein führt im Zeitraum vom 27. bis 31. Oktober Sanierungsarbeiten an zwei Kreisverkehren durch. Dabei werden die Binder- und Deckschicht der Fahrbahnen erneuert. Die Arbeiten finden unter Vollsperrung statt, für den Kraftfahrzeugverkehr werden Umleitungsstrecken ausgeschildert. Fußgänger und Radfahrer werden, soweit möglich, über angrenzende Rad- und Gehwege an den Baustellen vorbeigeführt. Konkret betrifft dies den Kreisverkehr L237: Römerstraße / Gutenbergstraße / Mollbergstraße in Moers-Meerbeck.
Darüber hinaus zielen die Gesamtmaßnahmen darauf ab, die Innenstadt auf den Klimawandel vorzubereiten. Die Modernisierung umfasst nicht nur den Austausch veralteter Ver- und Entsorgungsleitungen, sondern auch die Schaffung attraktiver öffentlicher Räume, die Aufenthaltsqualität und Multifunktionalität fördern. Die Stadt betont, dass nachhaltige Gestaltung und flexible Nutzung im Mittelpunkt stehen, um Moers fit für die Zukunft zu machen.
Fazit
Die Infrastrukturmaßnahmen in Moers sind umfassend und zielen auf eine langfristige Verbesserung der Verkehrs- und Lebensqualität ab. Durch die Sanierung beschädigter Straßen wie der Landwehrstraße, der Moerser Straße und der Moerser Landstraße sowie den Austausch veralteter Kanalsysteme wird die Basis für eine sichere und moderne Verkehrsinfrastruktur gelegt. Die Integration von Lärmschutzasphalt und die Optimierung des Verkehrsflusses durch Ampelsanierungen und den Umbau von Kreuzungen zeigen einen modernen Ansatz in der Stadtplanung.
Für Anwohner und Gewerbetreibende bedeutet die Bauphase zwar temporäre Einschränkungen, die durch gut geplante Bauabschnitte und Informationskampagnen jedoch minimiert werden sollen. Die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, die sich auf Millionenbeträge belaufen, unterstreichen das Engagement der Stadt Moers, die veraltete Substanz zu erneuern und die Stadt auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Die Maßnahmen in der Innenstadt, die den Ausbau von Fahrradstraßen und die Aufwertung öffentlicher Räume beinhalten, tragen zudem zur Förderung einer nachhaltigen und lebendigen Innenstadt bei.
Quellen
- Enni News: Frischer Asphalt für fünf Moerser Straßen
- WZ: Moerser Straße ist ab Freitag frei
- NRZ: Bauarbeiten in Moers – Das sind die Umleitungen für Autofahrer
- RP Online: Moers – Neue Kanäle und Fahrradstraßen
- Zukunft gestalten Moers
- Lokalklick: Straßen, Rad- und Gehwege werden vielerorts umgebaut oder saniert