Hygienestrategien und Sanierungsmaßnahmen gegen multiresistente Keime im Gesundheitswesen

Die Bekämpfung multiresistenter Keime, insbesondere Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) und anderer multiresistenter gramnegativer Bakterien (MRGN), stellt eine zentrale Herausforderung im modernen Gesundheitswesen dar. Die vorliegenden Informationen beleuchten die Strategien zur Prävention und Sanierung, wobei den Niederlanden eine Vorbildfunktion zugeschrieben wird. Während der Fokus der zur Verfügung gestellten Daten auf dem medizinischen Bereich liegt, sind die Prinzipien der Keimkontrolle und des Infektionsschutzes auch für Bereiche relevant, die sich mit der Planung und Renovierung von Immobilien befassen, insbesondere wenn es um Sanitärinstallationen, Luftqualität und Schimmelprävention geht.

Multiresistente Erreger: Definition und Verbreitung

Multiresistente Erreger sind Bakterien, die gegenüber mehreren Antibiotikaklassen unempfindlich sind. Dies erschwert die Behandlung von Infektionen erheblich. Die zur Verfügung gestellten Daten zeigen, dass die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfangreiche Informationsmaterialien in verschiedenen Sprachen bereitstellt, um das Bewusstsein für diese Gefahr zu schärfen. Es handelt sich hierbei um einen deutsch-niederländischen Austausch, der durch Initiativen wie das MRSA-net und das EurSafety Health-Net gefördert wird.

Die Quellen unterscheiden zwischen MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) und MRGN (multiresistente gramnegative Bakterien). Beide werden als „Krankenhauskeime“ bezeichnet, da sie vor allem dort vorkommen, wo häufig Antibiotika eingesetzt werden. Die Übertragung erfolgt oft über Oberflächen, aber auch durch direkten Kontakt oder über die Luft.

Gesundheitliche Auswirkungen

Eine Infektion mit multiresistenten Keimen kann zu schweren Krankheitsbildern führen. Laut den vorliegenden Informationen sind dies unter anderem: * Hautentzündungen (Geschwüre oder Eiteransammlungen) * Wundinfektionen * Entzündungen einzelner Organe * Blutstrominfektionen (Sepsis)

Die Behandlungsalternativen sind aufgrund der Resistzenbildung stark eingeschränkt, weshalb Prävention oberste Priorität hat.

Das niederländische Modell: Die „Search-and-Destroy“-Strategie

Die Niederlande gelten als Vorreiter in der Bekämpfung multiresistenter Keime. Die Daten zeigen wiederholt, dass die Niederlande im europäischen Vergleich eine sehr geringe MRSA-Last aufweisen. Im Jahr 2013 hatten die Niederlande gemeinsam mit Norwegen (0,7 %) und Schweden (1,0 %) die geringste MRSA-Durchseuchung in Europa (basierend auf ECDC-Daten). Dieser Erfolg wird einer speziellen Strategie zugeschrieben, die bereits in den 80er-Jahren eingeführt wurde: der „Search-and-Destroy“-Strategie.

Aktives Aufspüren und Isolierung

Der Kern dieser Strategie ist das aktive Aufspüren und Behandeln von Patienten mit MRSA. Jede niederländische Klinik verfügt über einen spezialisierten Krankenhaushygieniker, der sich ausschließlich um das Erkennen, Verhindern und Bekämpfen multiresistenter Keime kümmert.

Das Vorgehen bei Aufnahme in ein Krankenhaus, wie es beispielsweise in der Euregio-Klinik Nordhorn praktiziert wird, umfasst folgende Schritte:

  1. Screening von Risikogruppen: Patienten aus Risikogruppen werden bei der Aufnahme systematisch auf multiresistente Keime untersucht. Dazu gehören Menschen mit chronischen Wunden, ehemalige MRSA-Träger, Patienten mit Kontakt zu MRSA-Trägern, Bewohner von Altenheimen und Landwirte.
  2. Abstrich und Isolierung: Die Untersuchung erfolgt mittels Schleimhaut-Abstrich. Bis zum Eintreffen des Testergebnisses (ca. fünf Stunden) werden die Patienten isoliert. Dies stellt eine große logistische Herausforderung dar, ist aber effektiv.
  3. Kontrolle und Anpassung: In Deutschland wird die nationale Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zwar als Basis genutzt, aber jede Klinik muss diese Richtlinien an ihre lokalen Gegebenheiten anpassen. Die Niederländer hingegen arbeiten mit sehr strikten, zentral koordinierten Vorgaben.

Hygienische Zusammenarbeit

Ein entscheidender Faktor des niederländischen Erfolgs ist die enge Zusammenarbeit zwischen Hygienikern und Mikrobiologen im Gesundheitssystem. Zudem wird der Gebrauch von Antibiotika streng kontrolliert durch das Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM). Durch den reduzierten Einsatz von Antibiotika werden Bakterien nicht so schnell resistent.

Maßnahmen zur MRSA-Sanierung

Fällt ein Test positiv aus, wird eine sogenannte MRSA-Sanierung eingeleitet. Diese ist ein komplexer Prozess, der die Beseitigung des Keims aus dem Körper des Trägers zum Ziel hat.

Voraussetzungen für die Sanierung

Bevor die eigentliche Sanierung beginnen kann, müssen sanierungshemmende Faktoren beseitigt werden. Dazu zählen beispielsweise offene Wunden oder liegende Katheter, die als Reservoir für die Keime dienen können.

Behandlungsplan

Es existieren genaue Behandlungspläne, die in der Regel über einen Zeitraum von fünf bis sieben Tagen durchgeführt werden. Die Maßnahmen sind intensiv und umfassen:

  • Rachenspülungen: Um Keime im Rachenraum zu eliminieren.
  • Körperwaschungen: Durchführung mit desinfizierenden Waschlotionen.
  • Desinfizierende Haarspülungen: Da sich Keime auch im Haar festsetzen können.
  • Nasensalbe: Verabreichung von antibakterieller Nasensalbe, da die Nase ein häufiger Ort der Keimbesiedlung ist.

In der Euregio-Klinik Nordhorn werden diese Pläne systematisch umgesetzt. Nach erfolgreicher Sanierung wird der Patient aus der Isolation entlassen, und sein Infektionsstatus wird im Entlassungsbrief vermerkt, um nachfolgende Einrichtungen (z. B. Pflegeheime) zu informieren.

Netzwerke und Qualitätssiegel

Die Bekämpfung von Keimen ist keine Aufgabe einzelner Kliniken, sondern erfordert vernetztes Handeln. Das Programm „EurSafety Health-Net“ ist ein Beispiel für ein solches Netzwerk, das medizinischen Einrichtungen bei der Umsetzung von Anti-Keim-Konzepten hilft. Seit 2009 haben sich bereits 118 Einrichtungen auf der deutschen Seite des Grenzverbundes angeschlossen.

Qualitätssiegel, wie das der Euregio-Klinik Nordhorn (das dritte Qualitätssiegel im Rahmen des Programms), signalisieren Patienten, dass umfangreiche hygienische und infektiologische Maßnahmen ergriffen wurden.

Prävention im weiteren Sinne: Informationen und Aufklärung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) spielt eine zentrale Rolle bei der Aufklärung der Bevölkerung. Es existieren umfangreiche Informationsflyer und Erregersteckbriefe für MRSA und MRGN.

Vielsprachigkeit als Schlüssel

Besonders bemerkenswert ist das Angebot an Materialien in vielen verschiedenen Sprachen. Dies unterstreicht die Bedeutung des Verständnisses für die Bevölkerung, um effektive Hygienemaßnahmen durchzusetzen. Die verfügbaren Sprachen umfassen unter anderem: * Deutsch * Arabisch * Englisch * Französisch * Polnisch * Russisch * Spanisch * Türkisch * Italienisch * Kroatisch * Persisch/Farsi * Rumänisch * Portugiesisch

Diese Materialien sind oft als „grüne Flyer“ gestaltet und müssen beim MRE-Netz Rhein-Main bestellt werden, da sie nicht einfach kopierbar sind. Dies deutet auf einen hohen Stellenwert der Originalität und Qualität der Aufklärung hin.

Relevanz für Bauwesen und Immobilienmanagement

Obwohl die Quellen primär medizinische Aspekte behandeln, sind die Inhalte für Experten im Bauwesen und der Immobilienverwaltung nicht ohne Relevanz. Die Prinzipien der Keimkontrolle haben direkte Auswirkungen auf die Planung und Sanierung von Gebäuden, insbesondere in sensiblen Bereichen wie Gesundheitseinrichtungen, Pflegeheimen oder auch im privaten Wohnbereich bei besonderen Gesundheitsrisiken.

Hygienekonzepte in der Gebäudeplanung

Die niederländische Strategie der aktiven Überwachung und Isolierung unterstreicht die Wichtigkeit von Räumen, die eine effektive Trennung ermöglichen. In der Architektur und Renovierung bedeutet dies: * Raumlayout: Planung von Isolierzimmern oder Bereichen mit veränderbarer Luftdruckdifferenz (Schleusensysteme), wie sie in Krankenhäusern üblich sind. * Oberflächenmaterialien: Auswahl von Materialien, die leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind. Die Daten erwähnen zwar nicht explizit Baustoffe, aber die Notwendigkeit, Oberflächen zu reinigen, impliziert die Anforderung an nicht-poröse, glatte Materialien in Risikobereichen.

Wasserinstallation und Sanitärtechnik

Die Sanierungsmaßnahmen gegen MRSA beinhalten intensive Körperwaschungen und Spülungen. Dies verbraucht große Mengen Wasser und erzeugt Abwasser. In der Gebäudeplanung muss die Hydraulik darauf ausgelegt sein, dass eine hohe hygienische Standards durch ausreichende Wassermengen und schnelle Abflüsse gewährleistet werden können. Zudem ist die Vermeidung von stehendem Wasser in Leitungen kritisch, da dies die Verbreitung von Bakterien begünstigen kann.

Schimmel und Feuchtigkeit als Risikofaktor

Obwohl die Quellen MRSA und andere Bakterien thematisieren, ist der Kontext von Feuchtigkeit und Schimmel im Bauwesen eng verwandt. Feuchtigkeit begünstigt nicht nur Schimmel, sondern auch das Überleben von Bakterien auf Oberflächen. Die Sanierung von Gebäuden, die durch Feuchtigkeit geschädigt sind, folgt ähnlichen Prinzipien wie die mikrobiologische Sanierung: Beseitigung der Ursache, Entfernung des Schüttguts (Bakterien/Pilze) und Sicherung der Oberflächen.

Wartung und Instandhaltung

Die Notwendigkeit der systematischen Bekämpfung von Keimen im Krankenhaus („Krankenhauskeime“) unterstreicht die Bedeutung der regelmäßigen Wartung von Klimaanlagen und Lüftungssystemen. In der Immobilienverwaltung bedeutet dies: * Regelmäßige Inspektion von Filteranlagen. * Reinigung von Lüftungskanälen, um die Verbreitung von Aerosolen zu verhindern. * Überwachung der Luftfeuchtigkeit, um Bedingungen zu vermeiden, die das Wachstum von Mikroorganismen fördern.

Fazit

Die Bekämpfung multiresistenter Keime ist ein komplexes Zusammenspiel aus medizinischem Fachwissen, strenger Hygiene und konsequenter Prävention. Die Niederlande setzen hier durch die „Search-and-Destroy“-Strategie Maßstäbe, die durch intensive Aufklärung und die Arbeit von spezialisierten Hygienikern getragen wird.

Für die Sanierung von Gebäuden und die Immobilienverwaltung lassen sich aus diesen medizinischen Prozessen ableitende Prinzipien ableiten: Die Kontrolle von Umgebungsbedingungen, die Wahl geeigneter Oberflächen und die Sicherstellung funktionierender Wasser- und Lüftungssysteme sind essenziell, um Gesundheitsrisiken zu minimieren. Die umfangreichen Aufklärungskampagnen der BZgA in vielen Sprachen zeigen zudem, dass Prävention auch eine Frage der Kommunikation und des Verständnisses ist – ein Aspekt, der auch bei der Renovierung und Nutzung von Gebäuden eine Rolle spielt.

Quellen

  1. MRE-Rhein-Ahr - Links und Sprachen
  2. Oberarzt heute - Kampf gegen multiresistente Keime im Krankenhaus
  3. Acuraklinik - Multiresistente Keime in den Niederlanden

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