Das Neue Rathaus in Hannover, ein imposantes Wahrzeichen der Stadt und Sitz der Stadtverwaltung, befindet sich in einer fortlaufenden und umfassenden Bauphase. Der historische Bau, der Anfang des 20. Jahrhunderts im historistischen Stil nach einem Entwurf des Architekten H. Eggert errichtet und 1913 fertiggestellt wurde, weist eine Innenausstattung im Jugendstil von Prof. G. Halmhuber auf. Angesichts seines Alters und der Nutzungsdauer ist eine kontinuierliche Instandhaltung und Modernisierung unerlässlich, um sowohl die Bausubstanz zu erhalten als auch die Anforderungen an einen modernen Verwaltungsbetrieb zu erfüllen.
Die Sanierungsmaßnahmen sind vielschichtig und erstrecken sich über Jahre. Laut der Quelle [5] wird die Sanierung voraussichtlich mindestens zehn Jahre andauern und einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in Anspruch nehmen. Die Fassade ist großflächig eingerüstet, was das Aussehen des Gebäudes für die kommenden Jahre prägen wird. Die folgenden Abschnitte beleuchten die verschiedenen Aspekte der Sanierung, von der energetischen Modernisierung über die Renovierung von Saal und Fassaden bis hin zur Sicherung der Bausubstanz.
Energetische Sanierung und Modernisierung der Gebäudehülle
Ein zentraler Bestandteil der Sanierung ist die energetische Optimierung des Gebäudes. Die Maßnahmen basieren auf einer Haushaltsunterlage aus dem Jahr 2010 und werden in einem langjährigen, teilweise unterbrochenen Prozess umgesetzt. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Fassade und der Gebäudehülle.
Nach den Angaben in Quelle [4] umfassen die energetischen Sanierungsmaßnahmen unter anderem: * Die Dämmung der obersten Geschossdecke. * Die Erneuerung des Glasdachs im Hodlersaal. * Die Runderneuerung der historischen Holz-Kastenfenster. Dieser Prozess zog sich von 2013 bis 2023 hin und beinhaltete den Einbau neuer innerer Fenster. * Die Sanierung der Westfassade (2013/2020), der Südfassade (2016) und der Ostfassade (2023).
Zusätzlich wurden bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und Funktionalität ergriffen, wie die Abschottung der Flurbereiche zur Zentralhalle durch Rauchschutztüren (2011-2012) sowie die Anpassung von Außentüren und der Außenrampe für die Anlieferung der Küche und der Kita (2011).
Sanierung des Ratssaals: Technik und Akustik
Der Ratssaal als zentraler Ort der politischen Willensbildung unterliegt ebenfalls einer umfassenden Modernisierung. Die Kosten für die Gesamtsanierung des Ratssaales belaufen sich auf insgesamt 7,76 Millionen Euro, wobei die Medientechnik hierbei noch nicht berücksichtigt ist. Der Haushaltsausschuss der Stadt Hannover hat der Freigabe der Mittel zugestimmt [2].
Die geplanten Bauarbeiten sollen Anfang 2026 beginnen und eine Dauer von etwa 14 Monaten aufweisen [1]. Das Sanierungskonzept sieht vor, die komplette Decke des Ratssaals abzureißen. An ihre Stelle soll eine sogenannte Akustik-Kühldecke treten. Diese moderne Deckenkonstruktion hat zwei wesentliche Funktionen: Sie soll den Schall schlucken und somit die Akustik im Saal verbessern, und sie soll für angenehme Temperaturen im Sommer sorgen, indem sie kühlend wirkt.
Neben der Decke sind weitere technische Installationen geplant: * Eine neue Lüftungsanlage. * Der Austausch aller Fenster im Ratssaal. * Eine grundlegende Erneuerung der Technik im Sitzungsaal [1].
Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Funktionalität des Ratssaals für die Zukunft zu gewährleisten und den Komfort für die Nutzer zu verbessern.
Instandhaltung der Innenräume: Das Beispiel der Anrichte
Neben den großen Sanierungsprojekten an Fassade und Saal finden auch Modernisierungen in den Innenräumen statt. Ein Beispiel dafür ist die Sanierung und Umstrukturierung der Verteilerküche („Anrichte“) im Raum 128 im 1. Obergeschoss [3].
Das Projekt hatte das Ziel, die Anrichte an die gestiegenen Anforderungen zur Versorgung der Sitzungsräume anzupassen und zu modernisieren. Da der Raum trotz zu geringer Größe nicht verlegt werden konnte, war eine kreative Umstrukturierung erforderlich. Die Planung sah vor, Platz für ein kleines abgetrenntes Büro und eine Kühlzelle zu schaffen. Um eine fachgerechte Abdichtung einzubauen und die Wand- und Bodenbeläge nach hygienischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen zu erneuern, wurde der Raum bis auf den Rohbau entkernt.
Die Planungsarbeiten für dieses Projekt begannen im Januar 2016, der Baubeginn war im Februar 2023, und die Fertigstellung ist für Juni 2024 geplant [3]. Dieses Beispiel zeigt, wie historische Gebäude an moderne Anforderungen angepasst werden, indem bestehende Raumstrukturen effizient genutzt und optimiert werden.
Sicherung der Bausubstanz: Maßnahmen gegen herabfallendes Material
Die Notwendigkeit von Instandhaltungsmaßnahmen zeigt sich immer wieder in konkreten Sicherheitsvorfällen. Im Juni wurde die Halle des Neuen Rathauses vorsorglich gesperrt, da kleine Steinchen von der Decke fielen [6]. Als Sofortmaßnahme wurde ein Netz an der Decke angebracht, das die herabfallenden Steine auffangen soll. Die Kosten für diese Sonderproduktion aus Kunststoff belaufen sich auf 45.000 Euro.
Langfristig plant die Stadt, die Decke der Halle komplett zu sanieren. Dieser Vorfall unterstreicht die Dringlichkeit der fortlaufenden Bausubstanzkontrolle und der Notwendigkeit, solche Sicherheitsrisiken zeitnah zu adressieren. Das Netz dient als Übergangslösung, bis eine dauerhafte Sanierung realisiert werden kann.
Gesamtbild der Sanierung: Kosten und Dauer
Die Sanierung des Neuen Rathauses ist ein langfristiges und kostenintensives Vorhaben. Die Quellen sprechen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag [5]. Die Gesamtsumme der bereits bewilligten oder geplanten Einzelmaßnahmen bestätigt diesen Rahmen: * Sanierung des Ratssaals: 7,76 Mio. € [2]. * Sofortmaßnahme Halle (Netz): 45.000 € [6].
Die genannten Kosten sind nur ein Teil des Gesamtaufwands, da die Fassadensanierung und weitere energetische Maßnahmen bereits in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden oder noch anstehen. Die Dauer der Gesamtsanierung wird auf mindestens zehn Jahre geschätzt [5]. Dies zeigt, dass es sich um einen Dauerprozess handelt, der bei laufendem Betrieb durchgeführt werden muss. Die Herausforderung besteht darin, die Funktionalität der Verwaltung aufrechtzuerhalten, während gleichzeitig umfassende Bauarbeiten an einem historischen Gebäude durchgeführt werden.
Fazit
Das Neue Rathaus Hannover durchläuft eine der umfassendsten Sanierungsphasen seiner jüngeren Geschichte. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den historischen Bau zu erhalten, ihn energetisch zu modernisieren und die technische Ausstattung an zeitgemäße Standards anzupassen. Von der Dämmung der obersten Geschossdecke über die Erneuerung der Fenster bis hin zur kompletten Neugestaltung des Ratssaals mit moderner Akustik- und Klimatechnik sind zahlreiche Bereiche betroffen.
Die Kosten belaufen sich auf mehrere Millionen Euro, und die Dauer der Sanierung wird auf mindestens zehn Jahre veranschlagt. Trotz der Länge und der Komplexität des Vorhabens sind die Maßnahmen notwendig, um die Bausubstanz zu sichern und das Gebäude für zukünftige Generationen nutzbar zu machen. Die Sanierung des Neuen Rathauses ist somit ein Paradebeispiel für die Herausforderungen und Notwendigkeiten der Denkmalpflege und der Modernisierung großer historischer Verwaltungsgebäude.